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Dienstag, 20. Oktober 2026
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Verschiedenes

 
Neustart der Freiburger Verpackungssteuer
Gemeinsame Pressemitteilung von SPD+JF, ESFA, CDU, FDP/BfF und Freien Wählern: Interfraktionelle Initiative für einen Kompromiss

Die Fraktionen von SPD+JF, Eine Stadt für alle, CDU, FDP/BfF und Freien Wählern halten die Freiburger Verpackungssteuer in ihrer jetzigen Form für nicht gelungen. Sie werden daher in der nächsten Gemeinderatssitzung einen Neustart beantragen: Künftig soll die Steuer zunächst auf Einwegbecher begrenzt und die Mehrwegförderung verbessert und intensiviert werden.

Ziel der Initiative ist eine alltagstaugliche Lösung für Gastronomie und Kund:innen, die Erhöhung der Akzeptanz der Steuer und die Befriedung einer polarisierten Debatte in der Stadtgesellschaft. Die Initiative hat eine gute Aussicht auf Erfolg. Gemeinsam verfügen die fünf Fraktionen über 26 Stimmen im Freiburger Gemeinderat. Wir hoffen, dass sich weitere Gemeinderät:innen und Fraktionen diesem Vorschlag anschließen.

Das Ziel, Verpackungsmüll zu vermeiden und Mehrweg zu stärken, teilen alle fünf Fraktionen ausdrücklich. Nach den Erfahrungen seit Einführung der Steuer zum 1. Januar 2026 zeigt sich jedoch aus ihrer Sicht, dass die konkrete Ausgestaltung zu kompliziert, für viele Bürger:innen oftmals nicht nachvollziehbar und für viele Betriebe mit einem unverhältnismäßigen bürokratischen Aufwand verbunden ist. Bürger:innen können vielfach nicht nachvollziehen, warum ein und dieselbe Verpackung je nach Verkaufssituation unterschiedlich behandelt wird. Darüber hinaus gibt es bei vielen Produkten oftmals keine praktikable Mehrwegalternative.

Aus Sicht der fünf Fraktionen sollte deshalb nicht länger eine Vielzahl unterschiedlicher Einwegverpackungen mit einer komplizierten Regelung erfasst werden. Stattdessen soll die Steuer zunächst auf Einwegbecher konzentriert werden. Gerade bei Getränken gibt es bereits praxistaugliche und etablierte Mehrwegalternativen. Damit besteht hier tatsächlich die Möglichkeit, die Steuer zu vermeiden und gleichzeitig einen gezielten Anreiz zur Müllvermeidung zu setzen. Regelungen, die darüber hinaus einzelne Verpackungen mit einbeziehen und wieder andere nicht, sind mit einem erheblichen rechtlichen Risiko verbunden.

Gleichzeitig muss die Mehrwegförderung deutlich intensiviert und weiterentwickelt werden. Ziel ist es, möglichst zeitnah ein zentrales, stadtweites Mehrwegsystem zu etablieren, an dem interessierte Gastronomiebetriebe einfach und kostengünstig teilnehmen können. Mehrweg muss für Betriebe und Kund:innen die unkomplizierte und attraktive Alternative zu Einweg werden. Dabei muss auch die Stadt selbst ihren Beitrag leisten und ihre Vorbildfunktion wahrnehmen. In den Bereichen, die sie unmittelbar beeinflussen kann, etwa in städtischen Bädern oder anderen geschlossenen Systemen, wird künftig Mehrweg verbindlich. So kann die Stadt zeigen, dass Mehrweg im Alltag praktikabel ist und gleichzeitig einen eigenen Beitrag zur Müllvermeidung leisten. Zudem sollte ein Fördersystem etabliert werden, das auch die Verwendung von Recyclingmaterial oder den Verzicht auf problematischere Rohstoffe bei Verpackungen (z. B. Plastik, Aluminium) honoriert.

Die Fraktionen wollen überdies künftig die Entwicklung der Mehrwegquote regelmäßig überprüfen. Sollte sich zeigen, dass die Mehrwegquote dauerhaft niedrig bleibt, soll auch die Einführung einer weitergehenden Steuer erneut geprüft werden.

Mit diesem gemeinsamen Kompromissvorschlag, der von vielen Fraktionen getragen wird und bewusst von den jeweiligen Maximalforderungen abrückt, wollen wir die wesentlichen Ziele mit Nachdruck weiterverfolgen und die Akzeptanz und Nachvollziehbarkeit der Steuer stärken. Unser gemeinsames Anliegen ist es, einen Beitrag zur Versachlichung der Debatte zu leisten, die zunehmende Polarisierung zu überwinden und einen tragfähigen Weg für die Steuer zu finden, der sowohl die ökologischen als auch gesellschaftlichen Realitäten berücksichtigt.

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Julia Söhne, Fraktionsvorsitzende von SPD+JF: “Politik muss zuhören und bereit sein, Entscheidungen zu ändern, wenn sich zeigt, dass etwas in der Praxis nicht funktioniert. Wir nehmen die Rückmeldungen der Bürger:innen und Betriebe sehr ernst und wollen das Thema nicht weiter polarisieren, sondern einen tragfähigen Kompromiss finden. Unser Ziel bleibt die Vermeidung von Verpackungsmüll - aber wir wollen einen Weg finden, der im Alltag funktioniert und auf breite Akzeptanz stößt.”

Lina Wiemer-Cialowicz, Co-Fraktionsvorsitzende der ESFA-Fraktion: „Wir haben uns zu dieser Korrektur entschlossen, gerade um das Instrument einer Verpackungssteuer zu stärken und die Akzeptanz dafür in der Stadtgesellschaft zu erhöhen. Wir sind überzeugt, dass mit einer schrittweisen Ausweitung der Besteuerung und mit dem Anwachsen von handlichen und etablierten Mehrwegalternativen das eigentliche Ziel besser erreicht werden kann."

Gregor Mohlberg, Co-Fraktionsvorsitzender der ESFA-Fraktion: „Wir tragen hier einen guten Kompromiss mit, bei dem alle Seiten von ihren Maximalforderungen zurückgetreten sind. Wir sind uns bewusst, dass unsere Entscheidung bei manchen auch Enttäuschung hervorruft. Wir sind aber überzeugt, dass wir nur so dazu beitragen, der im Grunde sinnvollen Idee einer Verpackungsabgabe und Verpackungsvermeidung mehr Akzeptanz zu verschaffen, ohne die ökonomische Realität und den Alltag der Menschen aus dem Blick zu verlieren.“

Arno Heger, Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion: „Wir waren als CDU-Fraktion gegen die Einführung der Verpackungssteuer. Seit ihrer Einführung hat sich gezeigt, dass sie in dieser Form nicht praktikabel ist und in der Stadtgesellschaft auch keine Akzeptanz hat. Wir sind daher froh, dass es nun gelungen ist, mit weiteren Fraktionen einen guten Kompromiss zu finden. Die Fokussierung auf Einwegbecher und ein weiterer Ausbau der Mehrwegoffensive ist daher der richtige Ansatz.“

Kai Veser, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler-Fraktion: „Wir Freien Wähler hätten eine komplette Rücknahme der Verpackungssteuer bevorzugt. Aber ein guter Kompromiss lebt davon, dass sich alle Seiten bewegen. Mit der Konzentration auf Einwegbecher haben wir nun eine gemeinsame Lösung gefunden, die deutlich einfacher, nachvollziehbarer und praxistauglicher ist. Diesen Kompromiss tragen wir mit.“

Sascha Fiek, Fraktionsvorsitzender der FDP/BfF-Fraktion: „Wir sind froh und erleichtert, dass wir fraktionsübergreifend bei diesem emotionalen Thema aufeinander zugegangen sind, was Ausdruck einer gesunden demokratischen Kultur in Freiburg ist. Dadurch gibt es nun eine Lösung, deren Regelung nachvollziehbar ist, die die Akzeptanz in der Bevölkerung stärkt und die gleichzeitig dem Anliegen nach einer Stärkung von Mehrweg Rechnung trägt."
 
 

 
Freiburg: Mehr Sicherheit auf dem FR2
Scharfe Kurve am Kronenmühlebach ist künftig breiter

Mehr Sicherheit für Radfahrer*innen auf der Radvorrangroute FR2: Entlang des Kronenmühlebachs in Weingarten verläuft der Radweg im Norden in einer besonders engen Kurve. Dadurch kommt es dort immer wieder zu gefährlichen Situationen. In der kommenden Woche verbreitert die Stadt deshalb den Kurvenbereich, asphaltiert ihn und trennt die beiden Fahrtrichtungen durch Markierungen. Für eine Baustelle der Deutschen Bahn ist der Radweg aktuell bereits gesperrt. Das nutzt die Stadt und arbeitet parallel – so entstehen keine zusätzlichen Einschränkungen. Für Radfahrende gilt weiterhin die ausgeschilderte Umleitung über die Haslacher Straße und die Badenweiler Straße.

Um die Eisenbahnbrücke über den Kronenmühlebach zu erneuern, musste die Deutsche Bahn einige Bäume fällen. Der dadurch frei gewordene Platz ermöglicht es, die enge Kurve des FR2 deutlich zu verbreitern. Der bislang gepflasterte Kurvenbereich wird dabei asphaltiert. Außerdem trennen Markierungen die beiden Fahrtrichtungen voneinander. Unter dem Radweg wird Baumsubstrat eingebaut, sodass die Deutsche Bahn später Ersatzbäume pflanzen kann.
 
 

Ehemaliges Dominikanerinnenkloster in Geislingen-Binsdorf wird gefördert
Geislingen-Binsdorf: Ehem. Dominikanerinnenkloster (c) DSD / Nina Probst
 
Ehemaliges Dominikanerinnenkloster in Geislingen-Binsdorf wird gefördert
Bearbeitung der Fenster sind ein weiterer Schritt zur Wiederherstellung des Bauwerks

Für die Überarbeitung und Neuanfertigung der Fenster des ehemaligen Dominikanerinnenklosters in Binsdorf bei Geislingen stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden 150.000 Euro zur Verfügung. Die Stiftung hatte bereits vor einigen Jahren die Wiederherstellung des Dachs und der Fassaden unterstützt. Das ehemalige Dominikanerinnenkloster von Binsdorf besitzt mit seiner außergewöhnlich gut erhaltenen, qualitätvollen Ausstattung aus der Barockzeit überregionale Bedeutung.

Das Kloster, heute Pfarrhaus, befindet sich am östlichen Rand des Ortszentrums von Binsdorf. 1280 wurde in Binsdorf zunächst ein Beginenhaus gegründet, das man bis 1560 Klause nannte. 1312 unterstellten sich die Beginen dem Schutz des Dominikanerordens. Noch bis Ende desselben Jahrhunderts erbauten sie ein großes Haus, das 1686 stark verändert wurde. Der barocke Klostergarten östlich des Gebäudes wurde um die Mitte des 18. Jahrhunderts angelegt. 1806 wurde das Kloster aufgehoben, die Gebäude überließ man der Kirchenpflege als Pfarrhaus.

Der langgestreckte Klausurtrakt sitzt mit seiner Ostfront auf der ehemaligen Stadtmauer auf. Das 1686 über dem älteren Kern errichtete Gebäude besitzt noch umfangreiche barocke Ausstattungselemente wie den Stuck, Deckengemälde, Raumoberflächen, Türen und hölzerne Ausstattung, Steinfußböden und auch noch den barocken Dachstuhl. Im angrenzenden Garten sind die barocken Wegestrukturen, steinerne Gestaltungselemente sowie ein hölzerner Pavillon nachvollziehbar. Der barocke Klostergarten in Terrassenform ist gleichfalls noch weitgehend erhalten und gilt als eine Besonderheit in der Region.

Das ehemalige Kloster ist eines der heute über 440 Denkmale, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Baden-Württemberg fördern konnte.
 
 

Bronzeplakette für ehemalige Karmeliterkirche in Weißenburg
Weißenburg: Ehem. Karmeliterkirche (c) DSD / Fridolin Stafani
 
Bronzeplakette für ehemalige Karmeliterkirche in Weißenburg
Zur Erinnerung an die private Förderung

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) konnte dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der GlücksSpirale Dachdeckerarbeiten zur Dachsanierung von Langhaus, Chor und Sakristei der ehemaligen Karmeliterkirche in Weißenburg mit 50.000 Euro unterstützen. Herbert Kurtok, Mitglied im Ortskuratorium Fränkische Stadtbaumeister, überbringt bei einem Pressetermin vor Ort am Dienstag, den 6. Oktober 2026 um 13.00 Uhr eine Bronzetafel mit der Aufschrift „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“ an Oberbürgermeisterin Eva Reichstadt. Die Plakette soll an das Engagement der privaten Förderer erinnern und zu weiterer Unterstützung motivieren.

Die ehemalige Karmeliterkirche befindet sich inmitten der nördlichen Altstadt von Weißenburg. Die Klosterkirche wurde an der Nordseite des ehemaligen Holzmarktes, der heutigen Luitpoldstraße, errichtet. Das Kloster wurde 1325 durch Heinrich von Heideck unter Mitwirkung des Eichstätter Bischofs Graf Gebhard III. von Graisbach gegründet und durch König Ludwig den Bayern gestiftet. Nach der Reformation gingen die Klostergebäude 1544 in den Besitz der Reichsstadt Weißenburg über.

Chor und Langhaus der Saalkirche entstanden nach 1325. Später wurde das nördliche Seitenschiff erweitert. Einer Renovierung im Jahr 1670 folgte 1729 eine umfassende Barockisierung, die das Erscheinungsbild der Kirche bis heute prägt. Die Sakristei stammt aus dem 15. Jahrhundert. Zu den bedeutendsten Ausstattungsstücken gehören das Volto-Santo-Wandbild aus dem frühen 15. Jahrhundert im Chor sowie der Orgelprospekt von 1712.

Auch die ehemaligen Klostergebäude besitzen hohen denkmalpflegerischen Wert. Der Ostflügel ist ein zweigeschossiger Steildachbau des 14. Jahrhunderts mit einem rückwärtigen Anbau aus den Jahren 1470 und 1471. Zwischen 1981 und 1983 wurde die Anlage zu einem Kulturzentrum umgestaltet. Die frühere Klostergartenanlage dient seit ihrem Erwerb durch die Stadt im Jahr 1991 als öffentlicher Park.

Die ehemalige Karmeliterkirche gehört zu den über 680 Denkmalen, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Soziallotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte.
 
 

 
Mehr Sicherheit für Fuß- und Radverkehr
Verwaltung hat Wunsch vieler Anwohner*innen geprüft: Künftig keine Durchfahrt für Autos in der Schlierbergstraße

Freiburg. Die Schlierbergstraße bleibt wegen Bauarbeiten noch bis zum kommenden Frühjahr voll gesperrt. Nun steht fest, dass nach Ende der Arbeiten eine neue Verkehrsregelung gilt: Auf Höhe des Waldes, wo die Straße den kleinen Bach quert, gibt es künftig eine Schranke und keine Durchfahrt mehr für den Kfz-Verkehr. Wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, kann die Schranke aber passieren. Fachleute nennen das eine Umlaufschranke. Die neue Regelung trägt zur Verkehrsberuhigung bei und macht die Strecke sicherer für Fußgänger*innen und Radfahrende.

Angrenzende Waldbesitzer und die Rettungsdienste können die Schranke bei Bedarf öffnen und wieder schließen. Die Anwohner*innen der Schlierbergstraße können, so wie aktuell in der Baustellensituation, über die Lorettostraße zu- und abfahren und die Schlierbergsteige (Einbahnstraße) in Richtung Merzhauser Straße nutzen.

„Viele Anwohner*innen sind mit dem Wunsch an uns herangetreten, die Sperrung für den Autoverkehr dauerhaft beizubehalten“, erklärt Freiburgs Erster Bürgermeister Martin Haag. „Die neue Regelung greift dieses Anliegen auf und berücksichtigt zugleich die Bedürfnisse der Rettungsdienste und des Forsts.“

Insbesondere Kinder der umliegenden Schulen haben sich für eine verkehrsberuhigte Schlierbergstraße eingesetzt. Das Garten- und Tiefbauamt hat daher verschiedene Verkehrsregelungen geprüft – darunter die Rückkehr zur bisherigen Anliegerregelung und die Sperrung eines Teilabschnitts für den Kfz-Verkehr.
 
 

DSD hat Arbeiten unterstützt: Richtfest für die Alte Scheune in Unterjesingen
Tübingen-Unterjesingen: Alte Scheune (c) DSD / Nina Probst
 
DSD hat Arbeiten unterstützt: Richtfest für die Alte Scheune in Unterjesingen
Historischer Speicherbau von 1679 wird Herzstück eines genossenschaftlichen Quartiersprojekts

Die Sanierung der denkmalgeschützten Alten Scheune in der Jesinger Hauptstraße 75/1 im württembergischen Unterjesingen hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Mit dem Richtfest feiern die Beteiligten am Freitag, 25. September 2026, um 15.30 Uhr den sichtbaren Fortschritt der Arbeiten an dem historischen Bauwerk. Dessen Sanierung – konkret Zimmererarbeiten, Dachdeckung und Gipsarbeiten – konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale mit 100.000 Euro unterstützen. Für die Stiftung wird Reinhard Lüderitz vom DSD-Ortskuratorium Tübingen am Richtfest teilnehmen und sich die Fortschritte an dem Denkmal vor Ort ansehen.

Die Alte Scheune gehört zum genossenschaftlichen Projekt „Auf der Mauer“, mit dem im Ortskern von Unterjesingen eine neue Ortsmitte entsteht. Während zwei der Neubauten bereits ihre Ziegeldächer erhalten haben und es an Haus Ost ebenfalls vorangeht, schreiten auch die Arbeiten an der historischen Scheune voran. Zahlreiche Handwerksbetriebe aus den Bereichen Rohbau, Zimmerei, Trockenbau, Fensterbau, Flaschnerei, Elektro sowie Heizungs- und Sanitärtechnik arbeiten an der Wiederherstellung des Gebäudes.

Die Bauzeit der Scheune wird auf das Jahr 1679 datiert. Damit zählt sie zu den ältesten erhaltenen Wirtschaftsgebäuden des Ortes. Es handelt sich um einen klassischen, eingeschossigen Holzgerüstbau mit zweigeschossigem Satteldach. Besonders bemerkenswert ist die komplizierte Fachwerkkonstruktion, die sich den topografischen Gegebenheiten des Hanggrundstücks anpasst und über ungewöhnliche Versprünge im Gefüge sowie teilweise stockwerkhohe Rautenfelder verfügt.

Darüber hinaus dokumentiert die Scheune die landwirtschaftlich geprägte Siedlungsstruktur Unterjesingens und ist ein anschauliches Beispiel für einen vormodernen Speicher- und Lagerbau auf dem Land.

Besonders ist nicht nur das Denkmal selbst, sondern auch die Art seiner Rettung. Bürgerinnen und Bürger haben sich zur Genossenschaft „Unterjesingen. gut. leben – in jedem Alter eG“ zusammengeschlossen und engagieren sich für die Zukunft des Areals. Nach einem mehrjährigen Quartiersentwicklungsprozess nimmt das Vorhaben nun Formen an. Die Scheune soll systematisch in die neu entstehende Ortsmitte eingebunden werden und erhält erstmals eine gemeinwohlorientierte Nutzung.

Während das Gebäude zuletzt nahezu ungenutzt war und lediglich als Abstellraum für historische Feuerwehrgeräte diente, soll es künftig als offener Treffpunkt für das Quartier und den gesamten Ort dienen, als Ort für Veranstaltungen, als Café. Für die Bewohnerinnen und Bewohner des genossenschaftlichen Wohnprojekts wird die Scheune zugleich ein gemeinschaftliches „Wohnzimmer“ sein. Darüber hinaus soll sie als Stadtteiltreff breit für die Bevölkerung geöffnet werden.

Die Alte Scheune in Unterjesingen ist eines der mehr als 440 Denkmale, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz allein in Baden-Württemberg dank privater Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen und der Mittel der GlücksSpirale, der Soziallotterie von Lotto, fördern konnte.
 
 

 
Digitale Stele am Gedenkbrunnen – Beschädigung ist Folge eines Verkehrsunfalls
Freiburg. Die Beschädigung der digitalen Infostele am Gedenkbrunnen auf dem Platz der Alten Synagoge ist auf einen Verkehrsunfall zurückzuführen. Das haben Ermittlungen der Polizei ergeben.

Das zur Dreisam gerichtete Display der Stele ist seit Ende vergangener Woche stark zersplittert und kann derzeit nicht genutzt werden. Die Stele informiert über die Geschichte des Ortes und unterstreicht den Gedenkcharakter des Synagogenbrunnens. Die Stadtverwaltung wird die Reparatur zeitnah veranlassen. Der Schaden wird auf rund 8000 Euro geschätzt.
 
 

Für stabile Mischwälder und die Artenvielfalt im Stadtwald
Bergwaldprojekt am Schauinmsland 2025 (c) Bergwaldprojekt Deutschland
 
Für stabile Mischwälder und die Artenvielfalt im Stadtwald
Über 40 Freiwillige sind mit dem Bergwaldprojekt zwei Wochen lang am Schauinsland im Einsatz

Großer Pflanztag am Samstag, 3. Oktober, mit 110 Teilnehmenden

Das Bergwaldprojekt ist wieder da. Von Sonntag, 27. September, bis Samstag, 10. Oktober, engagieren sich in zwei Projektwochen über 40 Freiwillige aus ganz Deutschland erneut im Stadtwald für einen naturnahen Wald und die Artenvielfalt. Ihre Aufgaben dabei: Pflanzung, Einzelschutz, Bachverbau und Steigbau.

Parallel zu diesen Projektwochen organisiert das Bergwaldprojekt in Kooperation mit dem städtischen Forstamt am Samstag, 3. Oktober, einen großen Pflanztag mit fast 110 Teilnehmenden. Auch dieser Einsatz findet im Revier Schauinsland statt. Gemeinsam werden alleine an diesem Tag 2000 standortheimische Weißtannen gepflanzt und vor Wildverbiss geschützt, damit sie ungestört aufwachsen können. Auch hier geht es, neben dem tatkräftigen Anpacken, darum, die Freiwilligen für die Bedrohungen unserer natürlichen Lebensgrundlagen und einen achtsamen Umgang mit den Ressourcen zu sensibilisieren.

Seit 2001 läuft die Kooperation zwischen dem Bergwaldprojekt und dem Freiburger Forstamt. In diesem Jahr pflanzen die Freiwilligen in den beiden Projektwochen unter Anleitung von Nana Schleißing vom Bergwaldprojekt Weißtannen und schützen sie vor Wildverbiss. Der Charakterbaum des Schwarzwalds gilt in höheren Lagen hinsichtlich der Klimakrise als resilient, weil er dank des ausgeprägten Pfahlwurzelsystems Wasser auch in tiefen Bodenschichten erreichen und dadurch Trockenperioden überstehen kann. Darüber hinaus ist die Weißtanne bei Stürmen besonders standfest. In schneereichen Wintern dienen ihre frischen Zweige und Zapfen vielen Tierarten als energiereiche Futterquelle.

Außerdem verbauen die Teilnehmenden im Bergwald einen Bach im Holzkastenverfahren, um die Bodenerosion durch Starkregenereignisse zu verringern. Zu guter Letzt werden die Wege und Natursteinmauern in den sogenannten Metz’schen Gärten im Forstrevier Roßkopf in Stand gesetzt.

Die immensen Waldschäden durch Hitze und Dürre der vergangenen Jahre belegen, dass wir auf widerstandsfähige, naturnahe Wälder angewiesen sind. Sie speichern und filtern Trinkwasser; bieten Schutz vor Erosion, Hochwasser, Steinschlag und Lawinen; kühlen und befeuchten die Landschaft; reinigen die Luft; speichern Kohlenstoff; und ermöglichen die nachhaltige, lokale Nutzung des nachwachsenden, vielseitigen Rohstoffes Holz. Natürliche Waldgesellschaften sind Lebensgemeinschaften zahlreicher Arten und deshalb von enormer Bedeutung für die Biodiversität.

Auch Philipp Schell, Leiter des Forstreviers Schauinsland, erklärt: „Wald ist nicht nur Rohstofflieferant, Freizeitstätte und Arbeitsplatz, sondern auch und vor allem Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen.“ Übergeordnetes Ziel der aktuellen Arbeiten ist für Schell daher, einen artenreichen und klimastabilen Wald der Zukunft zu schaffen.

Mit den aktuellen Vorhaben setzt das Bergwaldprojekt seine vor über 20 Jahren begonnenen Arbeitseinsätze mit Freiwilligen am Schauinsland fort. Projektleiterin Nana Schleißing sagt: „Die Teilnehmenden lernen bei ihrer gemeinsamen Arbeit nicht nur die enorme Bedeutung von Wäldern u. a. für Klima und Biodiversität kennen. Sie entwickeln auch neue Beziehungen zur Natur. Die Erfahrung der Selbstwirksamkeit motiviert oftmals dazu, den eigenen Alltag naturverträglicher und damit zukunftsfähiger zu gestalten. Das trägt zur notwendigen sozial-ökologischen Transformation bei.“

Die Einsatzwochen werden von Bildungsarbeit begleitet und in einen größeren Umwelt- und Nachhaltigkeitszusammenhang gesetzt. In jeder Bergwaldprojekt-Woche ist zudem eine Exkursion vorgesehen, auf der die vielfältigen Aspekte des Ökosystems vor Ort näher beleuchtet und seine Bedeutung und Bedrohung verständlich gemacht werden. Das konkrete Beispiel hilft dabei, die globalen ökologischen Krisen zu veranschaulichen.

Untergebracht werden die Helfer*innen für die Wochen in einer Hütte des Forstamtes im Bergwald. Köch*innen des Bergwaldprojekts kümmern sich um die vegetarische, biologische, möglichst regionale und saisonale Verpflegung der Ehrenamtlichen.

Hintergrund: Das Bergwaldprojekt
Das Bergwaldprojekt organisiert seit mehr als 35 Jahren Freiwilligeneinsätze in Wald, Moor und Offenlandschaften. 2026 bringt der Verein mit seinen Einsatzwochen in Deutschland rund 5.000 Freiwillige in die Natur. Dazu finden 170 Projektwochen an 90 Standorten in allen Regionen Deutschlands statt. Ziele der Arbeitseinsätze sind, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme wiederherzustellen und zu stabilisieren, den Freiwilligen die Bedeutung und Bedrohung der natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und daran mitzuarbeiten, unsere Lebens- und Wirtschaftsweise nachhaltiger zu gestalten. Der Verein finanziert seine Arbeit größtenteils aus Spenden. Dieses Jahr finden zudem 20 einzelne Einsatztage in ganz Deutschland statt, an denen standortheimische Bäume gepflanzt werden.

Das Bergwaldprojekt ist für den Einsatz der letzten Jahrzehnte mit mehr als 50.000 Freiwilligen vom Bundesamt für Naturschutz als UN-Dekade-Projekt zur Wiederherstellung der Ökosysteme ausgezeichnet.
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