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Montag, 5. Januar 2026
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Artenschutz in aller Welt – mit Mitteln aus Stuttgart
Artenschutzbilanz © Javier Aznar, Tapichalaca Reserve
 
Artenschutz in aller Welt – mit Mitteln aus Stuttgart
Wilhelma investiert erneut über 1 Million Euro in den Artenschutz

Die Wilhelma hat 2025 im dritten Jahr in Folge über 1 Million Euro in den Artenschutz in aller Welt investiert. Dabei wurden mehr als 40 Projekte unterstützt, die den Erhalt bedrohter Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensräume vorantreiben. Mit Erfolg: Die in Ecuador vorkommende Magnolia dixonii, eine der seltensten Magnolienarten der Welt, ist dank der Wilhelma und ihres Fördervereins auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN nicht mehr als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Grund ist die schon seit 2022 andauernde Unterstützung der Organisation Jocotoco, welche gezielte Maßnahmen betreibt, um seltene Magnolien zu vermehren und in den Regenwäldern der ecuadorianischen Pazifikküste wiederanzusiedeln. Zusammen mit Jocotoco engagiert sich die Wilhelma auch in anderen Regionen Ecuadors: So wurde gerade erst ein Betrag von 165.000 Euro zugesagt, um das Tapichalaca-Reservat am Osthang der Anden um 165 Hektar zu erweitern. Auf diese Weise wird der Lebensraum sowohl von Großtieren wie Brillenbären und Jaguaren als auch von mindestens 168 Orchideen- und 354 Vogelarten nachhaltig geschützt.

In Ecuador arbeitet die Wilhelma außerdem mit der Jambatu Foundation zusammen, indem sie finanzielle Hilfe für die Wiederansiedlung einer vor Ort als „Wampukrum“ bekannten Art aus der Gattung der Harlekinfrösche (Atelopus) leistet. Die Zerstörung ihres Lebensraums und die Ausbreitung eines für die Tiere tödlichen Pilzes hatten in der Provinz Morona Santiago zur lokalen Ausrottung der Art geführt. Die Jambatu Foundation hat darum schon vor Jahren begonnen, eine eigene Zuchtpopulation aufzubauen. Auf dieser Basis konnten seit August 2025 insgesamt 15 adulte Exemplare, 800 Jungtiere und 500 Kaulquappen in geeigneten Habitaten freigelassen werden.

Eine weitere Erfolgsgeschichte aus Südamerika konnte der brasilianische Kooperationspartner ICAS („Instituto de Conservação de Animais Silvestres“) vermelden: Ende Oktober 2025 wurde im Gebiet des Pantanals, dem größten Binnenlandfeuchtgebiet der Welt, erstmals ein Tunnel eröffnet, welcher vor allem Großen Ameisenbären, aber auch Tapiren und Capybaras dabei hilft, eine gefährliche Autobahn sicher zu unterqueren. Dieser Schritt zu mehr Verkehrssicherheit für Mensch und Tier erfolgte im Rahmen des Projekts „Anteaters and Highways“, für das sich die Wilhelma und ihr Förderverein bereits seit mehreren Jahren einsetzen.

In der Wilhelma ist Artenschutz integraler Bestandteil der Unternehmenskultur. Es war darum Ehrensache, dass das Team der Wilhelma am 18. September 2025 zugunsten der Black Mambas, einer rein weiblichen Ranger-Gruppe in Südafrika, an der „Wildlife Ranger Challenge“ teilnahm. Die Aufgabe für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestand darin, möglichst viele Liegestützen zu absolvieren. Jede einzelne davon wurde von einem Sponsoren mit zwei Euro belohnt. Innerhalb von zwei Stunden kamen 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wilhelma auf 2.800 Liegestützen. Die so generierten 5.600 Euro wurden vom Veranstalter der Challenge in Südafrika verdoppelt und werden nun für die Prävention von Wilderei im Gebiet des Greater Kruger National Parks verwendet.

Für den Zoologisch-Botanischen Garten bedeutet Artenschutz eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Stefanie Reska, Leiterin der Stabsstelle für Artenschutz in der Wilhelma, betont: „Im internationalen Artenschutz können wir alle voneinander lernen. Darum ist Vernetzung so wichtig. Umso größer war bei uns die Freude, dass wir dieses Jahr gleich vier Vertreterinnen und Vertreter einiger der von uns unterstützten Projekte hier in Stuttgart begrüßen durften.“ 2025 gab es zweimal Besuch aus Brasilien: Vanessa Kanaan vom Instituto Fauna Brasil teilte im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wilhelma ihre Erfahrungen bei der Auswilderung von Taubenhalsamazonen und Braunen Brüllaffen. Arnaud Desbiez von ICAS stellte die von ihm initiierten Schutzprojekte für Große Ameisenbären und Riesengürteltiere vor. Außerdem berichtete die für die Charles Darwin Foundation tätige Botanikerin Heinke Jäger über den Kampf gegen invasive Pflanzenarten auf den Galapagos-Inseln. Michael Köck vom Plan G präsentierte zudem den Besucherinnern und Besuchern der Wilhelma am alljährlichen Artenschutztag, wie in Mexiko gleich mehrere Arten von Hochlandkärpflingen, die in der Natur zeitweise komplett verschwunden waren, in wiederhergestellten Lebensräumen wiederangesiedelt wurden.

Auch Besuche bei Artenschutzpartnern vor Ort standen auf dem Programm. Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin berichtet: „Gleich zu Beginn des Jahres 2025 ging unsere Reise nach Indonesien in die Heimat des Sumatranashorns. Man geht davon aus, dass nur noch 40 von ihnen existieren. Als strategischer Partner der International Rhino Foundation (IRF) haben wir seit 2019 über 200.000 Euro in das von der indonesischen Nichtregierungsorganisation YABI betriebene Sumatran Rhino Sanctuary investiert. Fünf Nashornkälber wurden hier bereits geboren. Es war einfach bewegend, auf Sumatra mit eigenen Augen zu sehen, wie die von uns aufgebrachten Mittel dabei helfen, eine ganze Art vor dem Aussterben zu bewahren. Im Oktober hatte ich außerdem die Gelegenheit, nach Brasilien zu reisen. Auf dem Programm standen die beiden von uns unterstützten Projekte des Instituto Fauna Brasil im Araucárias-Nationalpark und auf der Insel Santa Catarina. Es war ein besonderes Erlebnis, die mit unserer Hilfe ausgewilderten Taubenhalsamazonen und Braunen Brüllaffen in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten.“

Ein Großteil der jedes Jahr von der Wilhelma aufgebrachten Gelder stammt aus dem Artenschutz-Euro, den die Besucherinnen und Besucher beim Eintritt zahlen und aus Spenden, sowohl von Einzelpersonen als auch Firmen. Hinzu kommen erhebliche Mittel, die der Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma jedes Jahr für ausgewählte Projekte einsetzt. Außerdem hält der Förderverein einen eigenen Nothilfefonds bereit. 2025 kam dieser in der Demokratischen Republik Kongo zum Einsatz: Nach sintflutartigen Regenfällen in der Region Kinshasa traten mehrere Flüsse über die Ufer. Zu den Leidtragenden zählte „Lola ya Bonobo“, eine von der Wilhelma schon seit 2013 unterstützte Auffangstation für Bonobos. Dank des Nothilfefonds konnten einige der durch die Überschwemmungen verursachten Schäden zeitnah behoben werden.

In Südafrika wurde ebenfalls schnelle Hilfe geleistet. Dort fielen binnen kurzer Zeit unzählige Geier Giftködern zum Opfer. Die aasfressenden Vögel besitzen die Fähigkeit, bei ihren Erkundungsflügen aus großer Höhe Tierkadaver zu erkennen. An einem bestimmten Ort anfliegende Geier sind darum für Wildhüter ein „Frühwarnsystem“, das auf gewilderte Nashörner und Elefanten aufmerksam macht. Man geht daher davon aus, dass Wilderer gezielt Geier vergifteten, um damit ihre eigentlichen Taten zu vertuschen. Der Nothilfefonds der Wilhelmafreunde ermöglichte es der Geierschutzorganisation Vulpro, eine Rettungsstation aufzubauen und zahlreichen vergifteten Geiern das Leben zu retten.

Beim Artenschutzengagement der Wilhelma kommt auch die Biodiversität vor der eigenen Haustür nicht zu kurz: Bereits im zweiten Jahr pflanzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Fachbereich Botanik zahlreiche Exemplare der Borstigen Glockenblume wieder aus. Der Bestand der in Baden-Württemberg als „vom Aussterben bedroht“ eingestuften Blütenpflanze auf der Schwäbischen Alb war zuvor fast erloschen. Im Auftrag des Regierungspräsidiums Stuttgart wurden daher bereits 2023 Samen der letzten verbliebenen Pflanzen gesammelt und sowohl in der Wilhelma als auch im Botanischen Garten Tübingen angezogen. Bei zwei Auspflanzaktionen im Herbst 2024 und 2025 wurden diese an ihren Ursprungsstandort zurückgebracht.

2025 wurden zudem mit der Gründung eines Centers for Species Survival (CSS) die Weichen für eine in Zukunft noch stärkere Positionierung der Wilhelma im internationalen Artenschutz gestellt. Dr. Thomas Kölpin erklärt, was es damit auf sich hat: „Zu den wichtigsten Planungsinstrumenten im Artenschutz gehört die Rote Liste der IUCN. Leider ist bei vielen Arten gar nicht erfasst, ob und in welchem Umfang sie bedroht sind. In Zusammenarbeit mit der Species Survival Commission der IUCN wurde bei uns ein Center for Species Survival für Orchideen und Reptilien gegründet. Die zwei dafür neu geschaffenen Fachstellen werden schon bald ihren Beitrag dazu leisten, den Gefährdungsstatus sowohl seltener Reptilien- als auch Orchideenarten zu erfassen. Zusammen mit internationalen Partnerorganisationen werden wir auf diese Weise geeignete Schutzstrategien für diese Arten entwickeln und umsetzen.“

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Am Osthang der Anden in Ecuador hat die Wilhelma die Erweiterung des Tapichalaca-Reservats finanziert.
(c) Javier Aznar, Tapichalaca Reserve
 
 

Der Däumling im Amazonienhaus
© Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
 
Der Däumling im Amazonienhaus
Jungtier bei der kleinsten Affenart der Welt in der Wilhelma

Im Zoologisch-Botanischen Garten gibt es wieder Nachwuchs bei den Affen – allerdings weder bei den Westlichen Flachlandgorillas noch bei den Bonobos, sondern bei den kleinsten Affen der Welt: Den Zwergseidenäffchen.

Das Jungtier, dessen Geschlecht noch unbekannt ist, kam am 11. Dezember 2025 zur Welt. Wie bei Zwergseidenäffchen üblich, wird es in der Regel auf dem Rücken des Vaters und der größeren Geschwister umhergetragen. Zum Säugen wird es zur Mutter gebracht. Bei Zwergseidenäffchen handelt es sich um die kleinsten echten Affen der Welt. Von Kopf bis Fuß messen die ausgewachsenen Tiere gerade einmal 15 Zentimeter. Hinzu kommt der noch deutlich längere Schwanz. Ihre Jungtiere sind bei der Geburt nicht viel größer als ein menschlicher Daumen.

Die Besucherinnen und Besucher der Wilhelma finden die possierlich anmutenden Krallenaffen im Amazonienhaus. Eine „Männergruppe“ von drei Tieren kann in dem rund 1.100 m² großen Tropenhaus, dessen Bepflanzung dem Floresta Nacional do Tapajós in Brasilien originalgetreu nachempfunden ist, vollkommen frei herumklettern. Der nun 13-köpfigen Familiengruppe, in der sich auch das Jungtier befindet, steht neben ihrer Innenanlage hinter den Kulissen noch eine verglaste Futterstation direkt am Weg zur Verfügung, von wo aus die Tiere aus nächster Nähe beobachtet werden können. Dank eines Klettertunnels hat die Familiengruppe die Möglichkeit, sich zwischen beiden Bereichen hin- und her zu bewegen.

Zwergseidenäffchen ernähren sich in der Natur vor allem von Baumsäften. An diese gelangen sie, indem sie mit ihren spitzen Zähnchen die Baumrinde anritzen und die austretende Flüssigkeit ablecken. Ute Schestag, Revierleiterin im Amazonienhaus, erklärt: „Wir füttern unsere Zwergseidenäffchen daher vor allem mit Gummi arabicum, das aus dem Saft bestimmter Akazienarten gewonnen wird. Damit bestreichen wir Holz- und Rindenstücke, sodass die Tiere bei der Nahrungsaufnahme noch zusätzlich beschäftigt werden. Außerdem erhalten sie von uns tierische Nahrung in Form von Insekten sowie in kleinen Mengen auch Obst.“

Das natürliche Verbreitungsgebiet der kleinsten echten Affen der Welt umfasst das westliche Amazonasbecken in Südamerika. Laut Weltnaturschutzunion gilt die Art aufgrund von Lebensraumzerstörung als gefährdet. Europaweit werden Zwergseidenäffchen in mehr als 90 Zoos gehalten, was eine stabile Reservepopulation gewährleistet.

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Bei den Zwergseidenäffchen in der Wilhelma ist ein Jungtier zur Welt gekommen. Noch wird es rund um die Uhr umhergetragen.
© Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
 
 

Karlsruhe: Sanierungsarbeiten an den Seen in der Günther-Klotz-Anlage
© Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin
 
Karlsruhe: Sanierungsarbeiten an den Seen in der Günther-Klotz-Anlage
Um die Funktionalität und die Gewässerqualität der Seen in der Günther-Klotz-Anlage langfristig zu sichern, sind umfassende Sanierungs- und Unterhaltungsmaßnahmen erforderlich. Im Vorfeld dieser Arbeiten wurde eine Abfischung der Gewässer durchgeführt. Die Stadt kooperiert mit dem Anglerverein Karlsruhe. Dieser beauftragte hierzu Berufsfischer, die die vorhandenen Fische mit umweltschonenden Methoden abfischten und sicher umsetzten.

In der vergangenen Woche sollte der Austausch eines defekten Schiebers vorgenommen werden. Leider mussten die Arbeiten aufgrund unvorhergesehener Komplikationen unterbrochen werden. Die Arbeiten werden jedoch am 2. Januar 2026 wieder aufgenommen. Der Austausch des Schiebers wird voraussichtlich sechs bis acht Wochen in Anspruch nehmen und ist mit zusätzlichen Reinigungs- und Sanierungsmaßnahmen an der Einfassung des Sees verbunden.

Trotz der aktuell reduzierten Wasserstände im Modellbootsee und den anderen Seen in der Anlage wird darauf hingewiesen, dass der See nur teilweise leerläuft und eine vollständige Entleerung nicht zu erwarten ist. Das Gartenbauamt geht davon aus, dass sich der Wasserstand in den kommenden Tagen stabilisieren wird, bis die Arbeiten im Januar fortgesetzt werden können. Für die kommenden Tage sind Frostnächte angekündigt. Die Stadtverwaltung bittet darum, die zu erwartende Eisfläche trotz des geringen Wasserstandes nicht zu betreten, weil Unfallgefahr besteht.

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Der Brunnen in der Günther-Klotz-Anlage mit Blick auf die terrassierten Becken
© Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin
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Die Möllerhalle in der Alten Schmelz
St. Ingbert: Möllerhalle Alte Schmelz (c) Kruth Luft / DSD
 
Die Möllerhalle in der Alten Schmelz
Das älteste Industriedenkmal im Saarland wurde für eine neue Zukunft gerettet

Mehr als 360 Industriebauten und Produktionsstätten hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz seit 1985 bundesweit gefördert. Das älteste Industriedenkmal im Saarland ist die sogenannte Möllerhalle, ein ganz besonderes Highlight des1733 gegründeten Eisenwerks Alte Schmelz in St. Ingbert. In ihr war der Hochofen untergebracht, in dem aus einer Mischung von Eisenerz, Holzkohle und Zuschlagstoffen, dem sogenannten Möller, Roheisen hergestellt wurde. Über dem Schlussstein des Portalbogens dieses zentralen Funktionsgebäudes weist die Bauinschrift auf eine Errichtung der Halle um 1750 hin. Die auf dem Werk gegossene Bronzeglocke des Dachreiters datiert inschriftlich auf 1810.

Der eingeschossige Bau mit rundbogiger, zentraler Eingangstür besteht aus verputztem Bruchsteinmauerwerk. Ihn charakterisiert eine schlichte Gliederung aus rotem Sandstein. Quaderlisenen an den Fassadenecken sowie glatte Portal- und Fenstergewände sind eher funktionaler Schmuck. Das ausgebaute Satteldach bekrönt ein Dachreiter mit Zwiebelhelm und Uhr.

Um 1833 wurde die Möllerhalle verkürzt. Der Bau diente in der Folgezeit als Proberaum der Werkskapelle, im Ersten Weltkrieg wurde er als Leichenhalle und im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts auch kirchlich genutzt. Von der Typologie her weist das Gebäude Ähnlichkeiten mit dem ländlichen Kirchenbau der Zeit auf, die Formensprache ist als spätbarock einzustufen.

Durch jahrzehntelang nur mangelhaft betriebene Bauinstandhaltung wies die jahrelang ungenutzte Möllerhalle ein umfangreiches Schadensbild auf. Die Dachdeckung war lückenhaft, es ließen sich Feuchtigkeitsschäden in der Dach- und Deckenkonstruktion feststellen, die Mauerkronen waren brüchig, im von Rissen durchzogenen Mauerwerk stieg Feuchtigkeit auf, der Putz platzte ab, das Innere und die Fenster waren desolat. 2008 begannen im Innern erste statische Notsicherungsmaßnahmen, dabei wurde der Dachreiter zur Entlastung des Dachtragwerks abgenommen. Vorbereitende Maßnahmen wie Schadenskartierung, statische Untersuchungen und Notsicherungsmaßnahmen fanden statt. Die Sanierungsarbeiten wurden dann zwischen 2009 und Ende 2011 ausgeführt. Die statische Ertüchtigung des Tragwerks und die Sanierung der Gebäudehülle machten eine neue Zukunft möglich.

Die Instandsetzungsarbeiten fanden in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt und dem Institut für Steinkonservierung Mainz statt. Das Mauerwerk der Außenwände wurden durch umfassende Bohr- und Verpressarbeiten und Spannanker gesichert. Statisch zu ertüchtigen waren auch das gesamte Holztragwerk und der Dachstuhl, wobei besonderer Wert auf die denkmalgerechte Ausführung gelegt wurde. Nach Möglichkeit wurde der Bestand erhalten, ergänzt und ertüchtigt. Der mittlere Unterzugsbalken im Erdgeschoss war derart überlastet und durchgebogen, dass er mit Stahlstützen unterstützt werden musste. Zur Entlastung des Daches wurde die gesamte alte Dachdeckung entfernt und der Dachreiter mit Zwiebelhelm abgehoben und separat saniert, wobei Teile der Eichenbalken, Schwellen und Streben ersetzt werden mussten. Nach der Neueindeckung des Daches mit Biberschwanzziegeln konnte der Dachreiter wieder als Bekrönung des Satteldaches montiert werden.

Die Entwässerung des Gebäudes war bis zur Sanierung offen geführt worden und über das Traufpflaster abgeleitet worden. Dies führte zu starker Feuchtebelastung des Sockels. Die Fallrohre wurden nun an eine umlaufende Ringleitung angeschlossen. Der alte Putz der Außenfassade wurde abgeschlagen und durch einen neuen dreilagigen Putz ersetzt. Die Farbe des Oberputzes ist angelehnt an eine graue ältere Putzschicht. Die einfachverglasten Fenster wurden durch neue Lärchenholzfenster mit schmalen Flügel- und Blendrahmenprofilen ersetzt. Lediglich die Eingangstür konnte im Bestand erhalten und überarbeitet werden. Nach der Rettung des Gebäudes wurde nach einem Nutzungskonzept gesucht, dass sich jetzt in der Eventlocation Alte Schmelz gefunden hat. Ebenfalls gefördert hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz auf dem Gelände des Eisenwerks auch die Alte Schlosserei mit der mechanischen Werkstatt und die zum Werk gehörende Arbeitersiedlung Alte Schmelz.
 
 

Arbeiten an einem Dachstuhl der Klosteranlage in Obermarchtal
Obermarchtal: Klosterkirche (c) Wegner / DSD
 
Arbeiten an einem Dachstuhl der Klosteranlage in Obermarchtal
Die ausgedehnte Anlage wurde von Benediktinern um 775/779 gegründet

Für Arbeiten an der Dachkonstruktion des Pavillons und eines Flügels im Südosten der Klosteranlage in Obermarchtal stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale 100.000 Euro zur Verfügung. Das Kloster gehört nunmehr zu den über 430 Projekten, die die private DSD, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert, dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Soziallotterie von Lotto, allein in Baden-Württemberg gefördert hat.

Zum Objekt:
Im Norden von Obermarchtal befindet sich in landschaftsbeherrschender Lage auf einem Kalkfelsen über der oberen Donau die Prämonstratenser-Reichsabtei.

Die ausgedehnte Klosteranlage wurde als Benediktinerkloster um 775/779 gegründet. Ihr heutiges barockes Erscheinungsbild erhielt die Anlage zwischen 1686 und 1770. Der Konventbau wurde von Johann Caspar Bagnato zwischen 1747 und 1769 errichtet.

Die ummauerte Anlage besteht aus der ehemaligen Klosterkirche und dem im Osten daran anschließenden Konventbau, einer dreigeschossigen Vierflügelanlage mit vorspringenden Eckpavillons, dem im Süden liegenden Torbau und den Wirtschaftsgebäuden im Westen.
 
 

DSD fördert Gesandtenfriedhof der Dreieinigkeitskirche in Regensburg
Gesandtenfriedhof der Dreieinigkeitskirche in Regensburg (c) Michael Feil / DSD
 
DSD fördert Gesandtenfriedhof der Dreieinigkeitskirche in Regensburg
Sicherung und Restaurierung der Wand- und Bodenepitaphe

Bei einem Pressetermin vor Ort am Dienstag, den 9. Dezember 2025 um 11.00 Uhr überbringt Dr. Hermann Reidel, Ortskurator Regensburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale einen symbolischen Fördervertrag in Höhe von 25.000 Euro für die Sicherung und Restaurierung von Wand- und Bodenepitaphen auf dem Gesandtenfriedhof der Dreieinigkeitskirche in Regensburg an Pfarrer Thomas Koschnitzke. Das Gotteshaus gehört seit 2002 zu den über 640 Denkmalen, die die DSD, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert, aus privaten Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale, der Soziallotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte.

Die Dreieinigkeitskirche in Regensburg wurde von 1627 bis 1631 errichtet. Sie wurde als Idealentwurf eines protestantischen Kirchenbaus weit über Regensburg hinaus beispielgebend. Mit der Wahl Regensburgs als Sitz des "Immerwährenden Reichstags" ab 1663 wurde die Dreieinigkeitskirche auch Gotteshaus für die evangelischen Gesandten in der Stadt. Die lange Reihe der sehr qualitätvollen Epitaphe auf dem sogenannten Gesandtenfriedhof legen davon Zeugnis ab.

Mit dem Ensemble von 20 Barock-Epitaphen und 37 großen Grabplatten ist der Gemeinde ein Denkmal zugefallen, das als „Diplomatennekropole" den Rang eines europäischen Kunstdenkmals mit einem politisch-historischen Hintergrund besitzt. Der Gesandtenfriedhof wurde im Mai 2024 zum "document" erhoben und besitzt somit eine gehobene Bedeutung im kulturellen Umfeld.

Zum Objekt:
Der etwa 300 Quadratmeter große Gesandtenfriedhof umzieht die Dreieinigkeitskirche im Osten und Süden als schmaler Hof. Die barocken Prunkepitaphe über den Bodengräbern an der südlichen und östlichen Kirchhofmauer begründen die Bekanntheit des Gesandtenfriedhofes. Sie zählen zu den Hauptwerken der Sepulkralskulptur in Regensburg. Zugleich belegen sie den hohen Rang der Dreieinigkeitskirche für die Gesellschaft des Reichstages und bieten dem Betrachter ein weites Spektrum von Symbolen des Lebens und des Todes.
 
 

„Bilby, Bromelien & Biodiversität“: Der neue Wilhelma-Podcast
© Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
 
„Bilby, Bromelien & Biodiversität“: Der neue Wilhelma-Podcast
Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart startet seinen eigenen Podcast

Als Einstimmung in die Weihnachtszeit hat die Wilhelma ein spannendes Paket geschnürt: Unter dem Titel „Bilby, Bromelien & Biodiversität – der Wilhelma-Podcast aus dem Großstadtdschungel“ geht der neue Wilhelma-Podcast an den Start. In der ersten Folge dreht sich alles es um Reservepopulationen – also darum, welche Bedeutung die Haltung von Wildtieren in zoologischen Gärten für den Artenschutz hat.

Gastgeber des nun monatlich erscheinenden Podcasts sind Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin und die Journalistin Laura Cloppenburg. Warum sich der Zoologisch-Botanische Garten nun auf diese Weise einem noch breiteren Online-Publikum öffnet? Dr. Thomas Kölpin verrät es: „Der Podcast bietet uns ein Format, in dem wir detailliert und intensiv über Themen reden können, die uns hier in der Wilhelma bewegen. In erster Linie geht es um Tiere, Pflanzen, Forschung und Artenschutz. In diesem Zusammenhang können wir aber auch mal schwierigere und sogar kontroverse Themen angehen.“ Laura Cloppenburg, welche die Wilhelma bisher nur als Besucherin kannte, freut sich über die nun startende Zusammenarbeit: „Als Journalistin reizt es mich, hinter die Kulissen zu blicken. Und schließlich ist es eine Berufskrankheit: Ich löchere Menschen gerne mit Fragen.“

Das neue Audioformat der Wilhelma ist ab Freitag, den 19. Dezember 2025 auf allen gängigen Podcast-Plattformen (u. a. Spotify, Amazon Music, Apple Podcasts) kostenfrei verfügbar.

zum Bild oben:
Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin und die Journalistin Laura Cloppenburg sind die Hosts des neuen Wilhelma-Podcasts.
© Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
 
 

Wie der Wilhelma-Besuch Bergregenwald rettet
Ecuador beherbergt insgesamt 4.200 Orchideenarten © Ramiro Mendoza
 
Wie der Wilhelma-Besuch Bergregenwald rettet
Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart schützt Biodiversitäts-Hotspots in Ecuador

Die Wilhelma investiert wieder einmal in den Schutz von Lebensräumen in Südamerika: Anfang Dezember 2025 hat der Zoologisch-Botanische Garten Stuttgart der in Ecuador ansässigen Naturschutzorganisation Jocotoco die Zusage gegeben, sie mit einem Betrag von 165.000 € beim Kauf von 165 Hektar Land zu unterstützen.

Stefanie Reska, Leiterin der Stabsstelle Artenschutz in der Wilhelma, erklärt: „Der Landkauf ermöglicht die Erweiterung des Tapichalaca-Reservats. Es ist die Heimat einer vielfältigen Fauna, von einer endemischen Froschart, dem Hyloscirtus tapichalaca, über eine stark gefährdete Vogelart, dem Jocotoco-Ameisenpitta, bis hin zu Bergtapiren, Brillenbären und Jaguaren. Tapichalaca birgt zudem einen unglaublichen botanischen Reichtum. Zu den rund 1.800 hier vorkommenden Pflanzenarten gehören mindestens 168 Orchideenarten und eine erst kürzlich neu entdeckte Magnolie, die Magnolia tapichalacensis.“

Bei Tapichalaca handelt es sich um ein von der Organisation Jocotoco verwaltetes, bislang rund 7.000 Hektar großes Schutzgebiet in den östlichen Anden. Auf einer Höhe von 1.600 bis 3.400 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, wird die Vegetation in Tapichalaca vor allem von Bergregenwald geprägt. Das Reservat bildet einen wichtigen biologischen Korridor zwischen den beiden staatlich Nationalparks Yacuri und Podocarpus.

Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin erläutert: „Der Osten der Anden gehört zu den artenreichsten Regionen der Welt. Durch landwirtschaftliche Nutzung, Bergbau, Straßenbau und illegale Jagd ist dieser Naturraum allerdings in zunehmendem Maße bedroht. Indem wir Naturschutzorganisationen wie Jocotoco bei der Sicherung und Vernetzung von Biotopen unterstützen, stellen wir uns dem nicht nur in Südamerika stetig voranschreitenden Biodiversitätsverlust aktiv entgegen“.

Die Wilhelma hat seit 2020 zusammen mit Jocotoco über 700.000 € in den Erwerb von Landflächen in Ecuador gesteckt, um auf diese Weise Lebensräume seltener Arten wiederherzustellen, sie dauerhaft zu schützen und Biotope miteinander zu vernetzen. Die dafür notwendigen Gelder wurden vor allem durch den Artenschutz-Euro erzielt, welche die Besucherinnen und Besucher des Zoologisch-Botanischen Gartens über den Eintritt bezahlen. Dank Spenden kann außerdem ein Rangergehalt in Tapichalaca finanziert werden. Erhebliche Summen kamen darüber hinaus über den Verein der Freunde und Förderer zusammen, welcher sich in Ecuador ganz besonders für den Schutz bedrohter Magnolienarten und ihrer Lebensräume einsetzt.
 
 



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