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GrĂŒne Quellen
© Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann | | | | | Farbenfrohe Vielfalt im Wintergarten der Wilhelma | Chili-Ausstellung bringt Farbe und SchÀrfe in den SpÀtsommer
Von mild und fruchtig bis rekordverdĂ€chtig scharf: Ende August 2026 hat in der Wilhelma die diesjĂ€hrige Chili-Ausstellung begonnen. Im Wintergarten der historischen GewĂ€chshauszeile prĂ€sentieren die GĂ€rtnerinnen und GĂ€rtner des Zoologisch-Botanischen Gartens eine Vielfalt von rund 80 Chilisorten sowie mehrerer Wildformen. Inmitten des ĂŒppigen GrĂŒns von Bananenstauden und Palmen leuchten ihre FrĂŒchte in Gelb, Orange, Rot, Violett und beinahe Schwarz. Wilhelma-GĂ€rtnerin Fenja BaumgĂ€rtner zeigt sich zufrieden: âFĂŒr viele Pflanzen war die Hitze der vergangenen Wochen eine groĂe Beanspruchung. Unseren Chilis haben die hohen Temperaturen aber nicht geschadet â ganz im Gegenteil. Sie sind besonders gut gewachsen. Dieses Jahr haben wir auĂerdem einige Sorten im Programm, die wir schon lange nicht mehr gezeigt haben, deren Samen aber noch bei uns lagerten. So haben wir zum Beispiel wieder Pflanzen der Sorte Capsicum annuum Spanish Pepper Yellow oder der Wildform Capsicum eximium herangezogen.â
Alle Chilis gehören zur Gattung Capsicum innerhalb der Familie der NachtschattengewĂ€chse. Ihre Heimat liegt ursprĂŒnglich in Mittel- und SĂŒdamerika. Von dort gelangten die Pflanzen nach der Ankunft der EuropĂ€er in Amerika zunĂ€chst auf die Iberische Halbinsel und verbreiteten sich anschlieĂend ĂŒber weite Teile der Welt. Heute sind Chilis aus zahlreichen LandeskĂŒchen nicht mehr wegzudenken. Die Vielfalt ihrer FrĂŒchte ist enorm: Sie können rund, lĂ€nglich, spitz zulaufend oder bizarr gefaltet sein.
Bei den meisten gezeigten Pflanzen handelt es sich um ZĂŒchtungen, die aus den Arten Capsicum annuum und Capsicum chinense hervorgegangen sind. WĂ€hrend zu Capsicum annuum neben scharfen Chilis auch viele milde GemĂŒsepaprika gehören, ist Capsicum chinense fĂŒr Sorten mit ausgeprĂ€gter SchĂ€rfe und hĂ€ufig tropisch-fruchtigem Aroma bekannt. Zu dieser Art zĂ€hlen unter anderem die Habaneros sowie einige der schĂ€rfsten Chili-ZĂŒchtungen ĂŒberhaupt. Wie scharf eine Frucht tatsĂ€chlich ist, lĂ€sst sich ihrem ĂuĂeren allerdings kaum ansehen.
Verantwortlich fĂŒr das Brennen im Mund beim Verzehr von Chili ist der Wirkstoff Capsaicin. Der Stoff aktiviert bei SĂ€ugetieren Rezeptoren, die normalerweise auf Hitze reagieren. Was wir beim Essen einer Chili als âscharfen Geschmackâ empfinden, ist daher streng genommen kein Geschmack, sondern ein Hitze- und Schmerzreiz. FĂŒr die Pflanzen hat dieser Mechanismus einen bemerkenswerten ökologischen Nutzen: Viele SĂ€ugetiere meiden die scharfen FrĂŒchte. Vögel dagegen reagieren anders auf Capsaicin und können die Beeren ohne das fĂŒr uns typische Brennen fressen. Mit ihrem Kot verbreiten sie die unverdauten Samen ĂŒber gröĂere Entfernungen â und tragen damit zur Vermehrung der Pflanzen bei. Capsaicin ist also nicht entstanden, um menschliche Mutproben am Esstisch zu ermöglichen. Die SchĂ€rfe der Chilis ist vielmehr Teil einer ausgeklĂŒgelten Strategie der Pflanzen, ihre Samen möglichst erfolgreich verbreiten zu lassen.
Besonders gut lĂ€sst sich diese Strategie an den Wildformen erkennen. Ihre meist kleinen FrĂŒchte stehen hĂ€ufig aufrecht und lösen sich leicht vom Kelch, sodass Vögel sie gut aufnehmen können. Im Zuge jahrtausendelanger ZĂŒchtung durch den Menschen haben sich viele dieser Merkmale verĂ€ndert. Die FrĂŒchte der Kultursorten sind oftmals deutlich gröĂer und schwerer und sitzen fester an den Pflanzen. Gleichzeitig entstand eine enorme Bandbreite an Farben, Formen, Aromen und SchĂ€rfegraden. Die Chili-Ausstellung der Wilhelma macht diese Vielfalt unmittelbar erlebbar. Sie schlĂ€gt einen Bogen von der Biologie der Wildpflanzen ĂŒber die traditionelle Nutzung durch den Menschen bis zu modernen ZĂŒchtungen, bei denen immer neue Kombinationen von Form, Aroma und SchĂ€rfe entstehen.
FĂŒr die Einordnung der SchĂ€rfe wird hĂ€ufig die Scoville-Skala verwendet. WĂ€hrend milde Paprika praktisch keine SchĂ€rfe besitzt, erreichen besonders scharfe Sorten Werte von weit ĂŒber einer Million Scoville Heat Units (SHU). Einen Rekord stellte 2005 die aus Indien bekannte Bhut Jolokia mit rund einer Million SHU auf. Es folgten unter anderem Trinidad Scorpion Butch T, Naga Viper und Trinidad Moruga Scorpion. 2013 ĂŒbernahm Carolina Reaper mit rund 2,2 Millionen SHU die Spitzenposition. Seit 2023 gilt Pepper X mit durchschnittlich 2,69 Millionen SHU als neuer Rekordhalter.
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Im Wintergarten der Wilhelma hat die Chili-Ausstellung begonnen.
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| © Wilhelma Stuttgart /Stefanie Reska | | | | | Weltweiter Artenschutz wird in der Wilhelma erlebbar | Artenschutztag: Von Stuttgart in die LebensrÀume der Welt
Was verbindet die RegenwĂ€lder Mittelamerikas mit den Hochgebirgen Zentralasiens und einer blĂŒhenden Wiese vor unserer HaustĂŒr? Sie alle sind LebensrĂ€ume einer groĂen Vielfalt von Tieren und Pflanzen â und vieler Arten, deren Zukunft keineswegs gesichert ist. Am Sonntag, 6. September 2026, rĂŒckt die Wilhelma dieses verbindende Thema in den Mittelpunkt: Beim Artenschutztag von 11 bis 17 Uhr zeigen der Zoologisch-Botanische Garten und seine Partnerorganisationen, wie konkrete Schutzarbeit vor Ort funktioniert und was internationale Zusammenarbeit fĂŒr den Erhalt der BiodiversitĂ€t bewirken kann.
Ăber das GelĂ€nde der Wilhelma verteilt geben Informations- und MitmachstĂ€nde von rund 15 Organisationen aus Baden-WĂŒrttemberg und aller Welt Einblicke in ihr Engagement im Artenschutz. Neu mit dabei sind unter anderem die Forschungsgemeinschaft zum Erhalt einheimischer Eulen (FOGE) und der Landschaftserhaltungsverband (LEV) Ludwigsburg, der zeigt, mit welchen MaĂnahmen das in Baden-WĂŒrttemberg vom Aussterben bedrohte Rebhuhn wieder eine Zukunft bekommen soll. Die Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) stellt ein Schutzprojekt fĂŒr Meeresschildkröten in Kenia vor, wĂ€hrend sich am Stand des NABU alles um die Schneeleoparden in Kirgistan dreht. Im Ausgangsbereich des Amazonashauses berichtet Caspar Bijleveld, Direktor des Papiliorama in Kerzers in der Schweiz und GrĂŒndungsmitglied der Corozal Sustainable Future Initiative (CSFI), wie diese zusammen mit der Wilhelma durch den Ankauf von Land und der Finanzierung von RangergehĂ€ltern zum Schutz der BiodiversitĂ€t in Belize beitrĂ€gt. Die Zoologische Gesellschaft fĂŒr Arten- und Populationsschutz (ZGAP) informiert ĂŒber das âZootier des Jahresâ, den Kronenkranich. Das Hauptzollamt Stuttgart klĂ€rt ĂŒber den Schmuggel geschĂŒtzter Arten auf.
Ăberall wird deutlich, wie vielfĂ€ltig die Herausforderungen im Artenschutz sind: WĂ€hrend in manchen Teilen der Erde die Zerstörung und Zerschneidung natĂŒrlicher LebensrĂ€ume bedrohten Arten zusetzt, sind andernorts Wilderei, Nutzungskonflikte zwischen Mensch und Tier oder VerĂ€nderungen ganzer Ăkosysteme aufgrund des Klimawandels entscheidende Faktoren. Auch unmittelbar vor der eigenen HaustĂŒr ist der Erhalt artenreicher Kulturlandschaften eine wichtige Aufgabe. Mitmachaktionen laden dazu ein, diese ZusammenhĂ€nge auf anschauliche Weise kennenzulernen und sich mit der Frage auseinanderzusetzen, welchen Beitrag jeder Einzelne zum Schutz der biologischen Vielfalt leisten kann.
Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin erklĂ€rt: âArtenschutz beginnt mit dem VerstĂ€ndnis dafĂŒr, dass das Ăberleben einer Art immer auch von ihrem Lebensraum und einem funktionierenden Ăkosystem abhĂ€ngt. Das möchten wir auch am Artenschutztag sichtbar machen. Unsere Partnerinnen und Partner arbeiten unter ganz unterschiedlichen Bedingungen und auf verschiedenen Kontinenten â sie verbindet aber ein gemeinsames Ziel: Tier- und Pflanzenarten dauerhaft eine Zukunft zu sichern. Wir möchten unseren Besucherinnen und Besuchern zeigen, was mit Fachwissen, Ausdauer und gemeinschaftlichem Engagement erreicht werden kann.â
Der Zoologisch-Botanische Garten verbindet die Haltung und Vermehrung bedrohter Arten in menschlicher Obhut mit dem Schutz von Tieren, Pflanzen und ihren LebensrĂ€umen in der Natur. In wissenschaftlich koordinierten Ex Situ-Programmen werden Reservepopulationen bedrohter Tierarten aufgebaut und erhalten. Auch in der Botanik beteiligt sich die Wilhelma an Erhaltungssammlungen und Projekten zur Bewahrung seltener Pflanzen. Die Wilhelma ist zudem seit 2022 Mitglied der Weltnaturschutzunion IUCN. Mit der GrĂŒndung eines IUCN Centers for Species Survival (CSS), das den GefĂ€hrdungsstatus von Reptilien und Orchideen auf der Roten Liste der IUCN erfasst, hat die Wilhelma ihre Rolle im internationalen Artenschutz weiter ausgebaut.
Gleichzeitig unterstĂŒtzt die Wilhelma rund 40 In Situ-Artenschutzprojekte in aller Welt. Dabei kamen seit 2023 ĂŒber eine Million Euro pro Jahr zusammen. Eine wesentliche Grundlage fĂŒr dieses Engagement bildet der Artenschutz-Euro, den die Besucherinnen und Besucher ĂŒber den Eintritt in den Zoologisch-Botanischen Garten beitragen. Hinzu kommen die UnterstĂŒtzung des Vereins der Freunde und Förderer der Wilhelma sowie Spenden von Einzelpersonen und Firmen.
Die Aktionen zum Artenschutztag finden am Sonntag, 6. September 2026, von 11 bis 17 Uhr statt. Die Teilnahme ist im regulÀren Eintritt in die Wilhelma enthalten.
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Am Artenschutztag geht es um den Schutz bedrohter Tiere, Pflanzen und ihrer LebensrÀume.
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| © Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann | | | | | Wilde Wochenenden: Thementag âRaubtiereâ in der Wilhelma | Auf leisen Pfoten: Raubtieren auf der Spur
Manche leben mitten unter uns, andere sind in ihren natĂŒrlichen LebensrĂ€umen selten geworden: Raubtiere haben unterschiedlichste LebensrĂ€ume erobert und dafĂŒr bemerkenswerte FĂ€higkeiten entwickelt. Am Sonntag, 16. August 2026, dreht sich in der Wilhelma von 11 bis 17 Uhr alles um diese vielseitige Gruppe von SĂ€ugetieren. Beim Thementag âRaubtiereâ im Rahmen der âWilden Wochenendenâ lĂ€dt das Team der Wilhelmaschule dazu ein, ihre besonderen Anpassungen kennenzulernen â und der Frage nachzugehen, wie ein dauerhaftes Zusammenleben von Menschen und Raubtieren gelingen kann.
DafĂŒr muss der Blick gar nicht in die Ferne schweifen. Auch in unseren heimischen WĂ€ldern sind Raubtiere unterwegs. Fuchs und Wildkatze gehören ebenso dazu wie zahlreiche groĂe und kleine Beutegreifer anderer Regionen der Erde. Die Expertinnen und Experten der Wilhelmaschule vermitteln, welche FĂ€higkeiten Raubtiere zu hochspezialisierten SĂ€ugetieren machen und wie unterschiedlich ihre Lebensweisen sein können.
Doch vielerorts geraten Raubtiere unter Druck. Lebensraumverlust und Konflikte mit dem Menschen können ihre BestĂ€nde gefĂ€hrden. Der Thementag richtet deshalb den Blick auch auf die Ursachen dieser Bedrohungen und darauf, was zum Schutz der Tiere in ihren natĂŒrlichen LebensrĂ€umen getan werden kann. Die Besucherinnen und Besucher erfahren dabei, welche Rolle der internationale Artenschutz spielt â und welche Handlungsmöglichkeiten es auch im eigenen Alltag gibt.
Wie sich ein scheinbarer Gegensatz zwischen den Interessen von Menschen und dem Schutz von Raubtieren auflösen lĂ€sst, zeigt die Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA). Sie unterstĂŒtzt an diesem Tag das Team der Wilhelmaschule und informiert an der oberen Gepardenanlage ĂŒber ein Schutzprojekt in Namibia. Wo Geparde in der NĂ€he von Viehherden leben, kann es zu Konflikten kommen, wenn die Katzen Nutztiere reiĂen. FĂŒr die Geparde kann das tödliche Folgen haben. Eine wirkungsvolle Lösung setzt an, bevor solche Konflikte entstehen: Herdenschutzhunde bewachen die Nutztiere und halten Geparde von den Herden fern. Gemeinsam mit der Wilhelma und ihrem Förderverein finanziert die AGA die Vermittlung dieser Hunde an Viehhirten. So lassen sich Nutztiere schĂŒtzen, ohne dass Geparde verfolgt werden mĂŒssen.
Der Thementag zeigt: Wer Raubtiere langfristig schĂŒtzen will, muss nicht nur die Tiere selbst im Blick haben, sondern auch die LebensrĂ€ume und Menschen, mit denen sie diese teilen.
Wie bei den âWilden Wochenendenâ ĂŒblich, ist die Teilnahme am Thementag âRaubtiereâ kostenlos und bereits im Eintritt in die Wilhelma enthalten.
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Dass GroĂkatzen, wie der Schneeleopard, zu den Raubtieren gehören, sollte jedem bekannt sein.
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| Der Numbat ist eine gestreifte Beuteltierart aus Australien © Perth Zoo | | | | | Wilhelma feiert Erfolg beim Artenschutz in Australien | Der Numbat beweist es: âReverse the Redâ ist möglich
Der weltweite Verlust der biologischen Vielfalt gilt als eine der gröĂten Herausforderungen unserer Zeit. Die internationale Artenschutzbewegung âReverse the Redâ verfolgt deshalb ein ehrgeiziges Ziel: Arten sollen nicht lĂ€nger auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) in immer höhere GefĂ€hrdungskategorien aufsteigen â vielmehr soll dieser Trend umgekehrt werden. Dass dies gelingen kann, zeigt jetzt ein bemerkenswerter Erfolg aus Australien: Der Numbat, auch Ameisenbeutler genannt, wurde von der IUCN von der Beurteilung âStark gefĂ€hrdetâ um gleich zwei Kategorien auf âPotenziell gefĂ€hrdetâ herabgestuft. Auch die Wilhelma hat dazu beigetragen.
Möglich wurde dieser Erfolg durch mehr als drei Jahrzehnte konsequenter Schutzarbeit. Eine SchlĂŒsselrolle spielt dabei das Zucht- und Auswilderungsprogramm des Perth Zoos, das seit 1993 insgesamt 325 dort geborene Numbats fĂŒr die Wiederansiedlung in geeigneten LebensrĂ€umen in Westaustralien, SĂŒdaustralien und New South Wales bereitgestellt hat. Gemeinsam mit zahlreichen Naturschutzpartnern konnten mehrere neue, sich selbst erhaltende Populationen aufgebaut werden. WĂ€hrend Ende der 1970er Jahre nur noch rund 300 Exemplare der gut eichhörnchengroĂen Beuteltiere in freier Wildbahn lebten, wird ihr Bestand heute auf 2.000 bis 3.000 Tiere geschĂ€tzt.
Die Wilhelma unterstĂŒtzt den Perth Zoo seit 2025 mit 10.000 Euro pro Jahr bei diesem wichtigen Artenschutzprojekt. Die Mittel stammen aus dem Artenschutz-Euro, den die Besucherinnen und Besucher der Wilhelma mit ihrem Eintritt leisten. Sie flieĂen in die aufwendige Beschaffung von Termiten â der natĂŒrlichen Hauptnahrung der Numbats. Ohne diese spezielle ErnĂ€hrung wĂ€re eine erfolgreiche Zucht und die Vorbereitung der Tiere auf ein Leben in der Wildnis nicht möglich.
In der Natur ernĂ€hren sich Numbats fast ausschlieĂlich von Ameisen und Termiten. Um den Bedarf der Zuchttiere zu decken, sammeln Mitarbeitende des Perth Zoos jede Woche die lebenden Insekten im australischen Busch. Die Jungtiere wachsen dank dieser Nahrungsquelle unter möglichst naturnahen Bedingungen heran und werden sorgfĂ€ltig auf ihre spĂ€tere Auswilderung vorbereitet. Ziel ist es, ihnen die bestmöglichen Voraussetzungen fĂŒr ein selbststĂ€ndiges Leben in ihrem natĂŒrlichen Lebensraum zu geben.
Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin erklĂ€rt: âDie RĂŒckstufung des Numbats auf der Roten Liste ist ein eindrucksvolles Beispiel dafĂŒr, dass Artenschutz wirkt, wenn er wissenschaftlich fundiert, langfristig angelegt und international vernetzt ist. Solche Erfolgsgeschichten brauchen wir. Sie zeigen, dass wir den RĂŒckgang bedrohter Arten tatsĂ€chlich umkehren können â ganz im Sinne von Reverse the Redâ.
Trotz der erfreulichen Entwicklung bleibt der Numbat auf intensive SchutzmaĂnahmen angewiesen. Die Art besiedelt heute noch weniger als ein Prozent ihres ursprĂŒnglichen Verbreitungsgebiets. Vor allem verwilderte Hauskatzen und FĂŒchse stellen weiterhin eine erhebliche Bedrohung dar. Das Zucht- und Auswilderungsprogramm des Perth Zoos wird daher konsequent fortgefĂŒhrt. | | | | | |
| Karlsruher Wald leidet unter extremer Hitze © Stadt Karlsruhe, Roland FrĂ€nkle | | | | | Karlsruher Wald sendet Warnsignale | Wer derzeit in den WĂ€ldern des Stadtkreises Karlsruhe unterwegs ist, stellt fest, dass sich bereits zahlreiche Baumkronen verfĂ€rben. Gelbe, braune oder bereits teilweise abgestorbene BlĂ€tter erinnern auf den ersten Blick an den Beginn des Herbstes. TatsĂ€chlich handelt es sich jedoch nicht um die natĂŒrliche HerbstfĂ€rbung, sondern um eine Stressreaktion der BĂ€ume auf die anhaltende Hitze und Trockenheit.
Insbesondere LaubbĂ€ume reagieren auf den Wassermangel, indem sie ihre BlĂ€tter frĂŒhzeitig verfĂ€rben oder abwerfen. Dadurch verringern sie die Verdunstung und versuchen, ihren Wasserhaushalt zu stabilisieren. Dieser Schutzmechanismus hilft den BĂ€umen kurzfristig beim Ăberleben, macht aber zugleich deutlich, wie stark sie bereits unter den auĂergewöhnlichen Witterungsbedingungen leiden.
Das sagt der Forstamtsleiter
âWenn wir heute durch den Wald gehen und gelbe BlĂ€tter sehen, dĂŒrfen wir nicht an einen frĂŒhen Herbst denken. Wir sehen die unmittelbaren Folgen der klimatischen VerĂ€nderungen. Unsere Aufgabe ist es, den Wald so weiterzuentwickeln, dass auch kĂŒnftige Generationen einen gesunden, artenreichen und widerstandsfĂ€higen Stadtwald erleben können. Jeder heute gepflanzte Baum ist eine Investition in die Zukunft unserer Stadt", Ă€uĂert sich Dr. Stefan Wilhelm, Leiter des Forstamtes der Stadt Karlsruhe.
Die seit mehreren Jahren wiederkehrenden Trockenperioden haben die VitalitĂ€t vieler WaldbĂ€ume erheblich geschwĂ€cht. Besonders betroffen sind flachwurzelnde Baumarten sowie BĂ€ume, die infolge abgesunkener GrundwasserstĂ€nde den Anschluss an das Grundwasser verloren haben. Die aktuelle Witterung verschĂ€rft diese Situation zusĂ€tzlich. GeschwĂ€chte BĂ€ume sind anfĂ€lliger fĂŒr SchĂ€dlinge, Krankheiten und weitere klimabedingte Belastungen.
Die anhaltende Hitze und Trockenheit erhöhen zudem die Gefahr sogenannter GrĂŒnastabbrĂŒche. Dabei können selbst Ă€uĂerlich gesunde und belaubte Ăste ohne erkennbare Vorwarnung aus der Baumkrone herabstĂŒrzen. Besonders betroffen sind Ă€ltere LaubbĂ€ume, insbesondere Buchen und Eichen. Das Forstamt bittet deshalb alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher, sich nicht lĂ€nger als notwendig unter groĂen AltbĂ€umen aufzuhalten und dort insbesondere keine lĂ€ngeren Pausen einzulegen. Bei groĂer Hitze, starkem Wind sowie wĂ€hrend und unmittelbar nach Gewittern sollte der Aufenthalt im Wald möglichst vermieden werden.
Frisch gepflanzte BÀume bewÀssert
Die Auswirkungen der Trockenheit zeigen sich auch in den jĂŒngsten WaldbestĂ€nden. Um die langfristige Entwicklung klimaresilienter MischwĂ€lder zu sichern, bewĂ€ssert das Forstamt mittlerweile auch frisch gepflanzte BĂ€ume im Wald. Was noch vor wenigen Jahren in der forstlichen Praxis kaum erforderlich war, ist heute zunehmend notwendig geworden. Damit die jungen BĂ€ume die ersten, besonders empfindlichen Standjahre ĂŒberstehen, mĂŒssen sie wĂ€hrend lĂ€ngerer Trockenphasen gezielt mit Wasser versorgt werden. Dieser zusĂ€tzliche Aufwand verdeutlicht, wie stark sich die Rahmenbedingungen fĂŒr die Waldentwicklung bereits verĂ€ndert haben.
Das Forstamt beobachtet die Entwicklung der WaldbestÀnde kontinuierlich. Neben der VitalitÀt der BÀume wird insbesondere die Waldbrandgefahr fortlaufend bewertet. Bereits jetzt gilt: Ein einziger Funke kann ausreichen, um einen Waldbrand auszulösen. Das Forstamt bittet deshalb alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher um besondere Umsicht.
Verhaltensregeln
Hierzu gehört insbesondere,
- keine offenen Feuer oder GrillgerĂ€te im Wald auĂerhalb der GrillplĂ€tze oder in WaldnĂ€he zu benutzen,
- keine Zigaretten oder glimmenden GegenstÀnde wegzuwerfen,
- keine Fahrzeuge auf Gras oder Wiesen abstellen (heiĂe Fahrzeugteile können trockene Pflanzen entzĂŒnden)
- keinen MĂŒll im Wald zurĂŒckzulassen und
- Rauch oder Feuer umgehend ĂŒber den Notruf 112 zu melden.
Die Stadt Karlsruhe entwickelt ihren Stadtwald seit vielen Jahren konsequent naturnah weiter, um ihn an die klimatischen VerĂ€nderungen anzupassen. Ziel ist die Entwicklung vielfĂ€ltiger, strukturreicher und klimaresilienter MischwĂ€lder, die ihre Funktionen als Lebensraum, KlimaschĂŒtzer, Erholungsraum und nachhaltiger Rohstofflieferant auch unter sich verĂ€ndernden klimatischen Bedingungen dauerhaft erfĂŒllen können.
Die aktuelle Situation macht deutlich, dass die Auswirkungen der klimatischen VerÀnderungen nicht erst in der Zukunft zu erwarten sind. Sie sind bereits heute im Karlsruher Wald sichtbar und erfordern sowohl eine vorausschauende Waldentwicklung als auch einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Wald durch alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher.
Das Forstamt bittet alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger um VerstĂ€ndnis und UnterstĂŒtzung beim Schutz des Stadtwaldes. Jede und jeder kann durch umsichtiges Verhalten dazu beitragen, den Wald in dieser angespannten Situation zu schĂŒtzen. | | | | | |
| Harlekinkröte © Stadt Karlsruhe, Zoologischer Stadtgarten, Timo Deible | | | | | Vier Millimeter groĂe Hoffnung fĂŒr eine bedrohte Art | Zoo Karlsruhe mit europaweit erster Nachzucht der Eleganten Harlekinkröte
Dem Zoo Karlsruhe ist die europaweit erste Nachzucht der Eleganten Harlekinkröte (Atelopus elegans) gelungen. Seit Anfang Juli haben rund 40 Jungtiere ihre Entwicklung von der Kaulquappe zur Kröte abgeschlossen und das Wasser verlassen. Mit einer KörpergröĂe von gerade einmal etwa vier Millimetern sind sie noch kaum gröĂer als ein Reiskorn.
Die Elterntiere der stark gefĂ€hrdeten Amphibienart kamen im Sommer 2024 von der ecuadorianischen Organisation Wikiri nach Europa. Wikiri und das zugehörige Centro Jambatu in der NĂ€he von Quito widmen sich der Erforschung, Haltung und Vermehrung bedrohter Amphibienarten. Die nach Europa gebrachten Tiere wurden auf den Zoo Karlsruhe und den Tierpark Hellabrunn in MĂŒnchen verteilt. In Karlsruhe legten sie Mitte April zwei Gelege ab. Aus den Eiern entwickelten sich Kaulquappen, die nun nach und nach ihre Metamorphose abschlieĂen.
âDiese europĂ€ische Erstnachzucht ist ein herausragender Erfolg fĂŒr unseren Zoo und den Artenschutz. Sie zeigt, wie wichtig es ist, sich auch um Arten zu kĂŒmmern, die keine groĂe Lobby habenâ, sagt Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt. âViele ZoogĂ€ste kommen verstĂ€ndlicherweise vor allem wegen Elefanten, EisbĂ€ren oder Giraffen zu uns. Gleichzeitig investieren wir sehr viel Zeit, Fachwissen und personelle Ressourcen in solche kleinen, hochbedrohten Arten. Mit Dr. Lukas Reese haben wir einen ausgewiesenen Amphibienspezialisten, der gemeinsam mit seinem Team im Exotenhaus hervorragende Arbeit leistet.â
Anspruchsvolle Aufzucht der winzigen Amphibien
Die Zucht von Harlekinkröten stellt hohe Anforderungen an Haltung und Pflege. WasserqualitĂ€t, Temperatur, Strömung und Futter mĂŒssen wĂ€hrend der Entwicklung der Kaulquappen genau aufeinander abgestimmt sein. Eine besondere Herausforderung beginnt nach Abschluss der Metamorphose. WĂ€hrend sich die Kaulquappen von Algen ernĂ€hren, sind die nur wenige Millimeter groĂen Harlekinkröten auf entsprechend winzige Futterinsekten angewiesen.
âDass rund 40 Tiere die Metamorphose geschafft haben, ist ein groĂartiges Ergebnis. Bis dahin sind jedoch viele einzelne Arbeitsschritte und sehr genaue Beobachtungen notwendigâ, erlĂ€utert Dr. Lukas Reese, Zootierarzt sowie Kurator fĂŒr das Exotenhaus. âDieser Erfolg ist nur durch das groĂe Engagement und die hohe Fachkompetenz unseres Tierpflege-Teams im Exotenhaus möglich geworden. Die Tiere und ihre Entwicklungsstadien werden intensiv betreut. Darauf können wir sehr stolz sein.â
Die Elegante Harlekinkröte kommt ursprĂŒnglich in Ecuador und Kolumbien vor. In Ecuador ist nur noch eine Population bekannt. Die Weltnaturschutzunion fĂŒhrt die Art auf der IUCN Red List of Threatened Species als âstark gefĂ€hrdetâ. Neben dem Verlust geeigneter LebensrĂ€ume haben Krankheiten zu den massiven BestandsrĂŒckgĂ€ngen vieler Amphibien beigetragen. Besonders der Chytridpilz hat zahlreiche Arten der Gattung Atelopus stark dezimiert. Gesunde Reservepopulationen in menschlicher Obhut können deshalb fĂŒr das langfristige Ăberleben dieser Tiere von entscheidender Bedeutung sein.
Zweite erfolgreiche Atelopus-Nachzucht in Karlsruhe
FĂŒr den Zoo Karlsruhe ist es bereits die zweite Art aus der Gattung der Harlekinkröten, die erfolgreich nachgezĂŒchtet werden konnte. 2023 gelang hier erstmals in einem europĂ€ischen Zoo die Nachzucht der vom Aussterben bedrohten Rio-Pescado-StummelfuĂkröte (Atelopus balios). Die Art wird mittlerweile im Rahmen von Citizen Conservation, einem Netzwerk aus Zoos, wissenschaftlichen Einrichtungen und privaten Haltungen, an mehreren Standorten erfolgreich gehalten und weitervermehrt. Damit ist es gelungen, von wenigen ebenfalls aus einer Zuchtstation in Ecuador importierten Tieren eine rasch wachsende Reservepopulation aufzubauen.
âDie Entwicklung bei Atelopus balios zeigt, was aus einem ersten Zuchterfolg entstehen kann, wenn Wissen und Tiere verantwortungsvoll weitergegeben werdenâ, sagt Reese. Neben den beiden bereits erfolgreich vermehrten Arten hĂ€lt der Zoo Karlsruhe auch Wampukrum-Harlekinkröten. Bei dieser wissenschaftlich noch nicht beschriebenen Art ist eine Nachzucht bislang noch nicht gelungen.
âHarlekinkröten stehen wie kaum eine andere Tiergruppe fĂŒr das weltweite Amphibiensterben. Solche Arten fallen in der öffentlichen Wahrnehmung schnell durch das Rasterâ, betont Reinschmidt. âFĂŒr uns sind sie jedoch die kleinen Juwelen des Zoos. Ihr Erhalt gehört genauso zu unseren Aufgaben wie der Schutz groĂer und bekannter Tierarten.â
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Die jungen Eleganten Harlekinkröten sind kurz nach der Metamorphose kaum gröĂer als ein Reiskorn.
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| Amurtiger © Wilhelma Stuttgart/Jennifer Riexinger | | | | | Aktionstag der Wilhelmaschule | Welt-Tiger-Tag in der Wilhelma
Am 29. Juli stehen fĂŒr ArtenschĂŒtzerinnen und ArtenschĂŒtzer in aller Welt die Tiger im Rampenlicht. Auch die Wilhelma beteiligt sich daran: An einem Stand an der vor fast genau einem Jahr eröffneten Anlage fĂŒr Amurtiger informieren die Expertinnen und Experten der Wilhelmaschule ĂŒber die gestreifte GroĂkatze. Hautnah kann man dabei anhand von Exponaten zum Anfassen erfahren, wie groĂ die Pfoten, Krallen und ZĂ€hne von Tigern sind â und sogar, wie sich ihre Zunge anfĂŒhlt. Es geht dabei nicht nur alleine um Tiger, sondern auch darum, was sie mit anderen Raubtieren gemeinsam haben und wie sich mit Fellmuster und anderen Merkmalen von ihnen unterscheiden. AuĂerdem können die kleinen Besucherinnen und Besucher vor Ort Masken basteln und damit selbst zum Tiger werden.
Am Welt-Tiger-Tag wird ĂŒber das natĂŒrliche und heutige Verbreitungsgebiet der verschiedenen Unterarten des Tigers informiert und ĂŒber ihre GefĂ€hrdung in den unterschiedlichen LebensrĂ€umen aufgeklĂ€rt. Es wird aufgezeigt, was jeder Einzelne fĂŒr den Schutz der majestĂ€tischen GroĂkatzen tun kann â und warum Tiger-Selfies im Urlaub keine gute Idee sind. In unterschiedlichen Regionen Asiens sind heute noch sechs Unterarten des Tigers beheimatet. Der Amur-Tiger aus dem Ă€uĂersten Osten Russlands und dem Nordosten von China ist die gröĂte Katze der Welt. Die Kater können bis zu 300 Kilogramm auf die Waage bringen. Sumatratiger dagegen, als kleinste Unterart, werden nicht einmal halb so schwer. Sowohl aufgrund von Lebensraumvernichtung als auch von Wilderei sind alle Tiger in ihren natĂŒrlichen LebensrĂ€umen gefĂ€hrdet. Drei Unterarten, der Javatiger, der Balitiger und der Kaspische Tiger wurden bereits durch den Menschen ausgerottet.
Die Wilhelma engagiert sich schon lange fĂŒr die WildCats Conservation Alliance, welche sich fĂŒr den Schutz des vom Aussterben bedrohten Sumatratigers im indonesischen Kerinci-Seblat-Nationalpark einsetzt. Der Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma unterstĂŒtzt das Projekt seit 2021 jedes Jahr mit einem Betrag von 20.000 âŹ. Insgesamt sind ĂŒber die Wilhelma und ihren Förderverein seit 2002 ĂŒber 200.000 ⏠zusammengekommen, mit deren Hilfe Ranger-Einheiten auf Sumatra finanziert werden.
Weitere Informationen gibt es am Mittwoch, 29. Juli von 11.00 bis 17.00 Uhr am Aktionstand zum Welt-Tiger-Tag, direkt vor der Anlage fĂŒr Amurtiger. Das Angebot ist, wie bei allen Thementagen der Wilhelmaschule, bereits im Eintritt fĂŒr die Wilhelma enthalten.
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Seit etwas mehr als einem Jahr sind in der Wilhelma Amurtiger zu beobachten.
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| Goldener Pfeilgiftfrosch © Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann | | | | | Bedrohte Vielfalt: Amphibien und Reptilien im Fokus | Thementag im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart
Am Sonntag, 26. Juli 2026 lĂ€dt die Wilhelmaschule im Rahmen der Wilden Wochenenden zum Thementag Amphibien und Reptilien ein. Unter der Anleitung von ZoopĂ€dagoginnen und ZoopĂ€dagogen gibt es an mehreren Stationen und einer Leseecke viel zu entdecken: Von Schlangen- und FroschhĂ€uten bis hin zu Krokodileiern. Bei einem Quiz kann man sein neu erworbenes Wissen austesten. Mit vor Ort ist die Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e. V., die ein von der Wilhelma finanziell unterstĂŒtztes Schutzprojekt fĂŒr Meeresschildkröten in Kenia vorstellt und eine kreative Bastelaktion fĂŒr Kinder anbietet.
Obwohl sich einige Amphibien und Reptilien auf den ersten Blick Ă€hneln, handelt es sich um zwei komplett verschiedene Klassen von Tieren. Zu den Amphibien zĂ€hlen beispielsweise Frösche, Kröten und Molche. Die meisten von ihnen sind auf feuchte Biotope angewiesen. Ihre dĂŒnne, empfindliche und drĂŒsenreiche Haut schĂŒtzt sie vor Krankheiten und unterstĂŒtzt auch ihre Atmung. Zwar leben viele Arten einen GroĂteil des Jahres an Land â aber fast alle von ihnen legen ihren Laich im Wasser ab. Aus diesem schlĂŒpfen zunĂ€chst die Kaulquappen. Diese atmen â Ă€hnlich wie Fische â noch mit Kiemen und verwandeln sich durch Metamorphose in das vollstĂ€ndig entwickelte und lungenatmende Tier.
Zu den Reptilien gehören unter anderem Eidechsen, Warane, Krokodile, Schlangen und Schildkröten. Viele von ihnen sind an trockene LebensrĂ€ume angepasst. Ihr schĂŒtzendes Schuppenkleid ermöglicht es einigen Arten sogar, extreme WĂŒstenregionen zu besiedeln. Andere, etwa Krokodile und viele Schildkröten, sind dagegen auf GewĂ€sser angewiesen. Wie Amphibien legen auch die meisten Reptilien Eier. Es gibt jedoch zahlreiche Arten, bei denen die Jungtiere lebendgeboren werden oder bereits wĂ€hrend der Eiablage schlĂŒpfen.
Eines haben Amphibien und Reptilien gemeinsam: Sie sind wechselwarm â das heiĂt, ihre Körpertemperatur hĂ€ngt unmittelbar von der AuĂentemperatur ab. Die Besucherinnen erfahren, wie genau die unterschiedlichen Arten an ihre jeweiligen LebensrĂ€ume angepasst sind und wie unterschiedlich ihre Entwicklung verlĂ€uft. AuĂerdem wird anschaulich vermittelt, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die BestĂ€nde vieler Arten hat und wie ihre LebensrĂ€ume geschĂŒtzt werden können.
Der Aktionstag findet in der Wilhelmaschule von 11.00 bis 17.00 Uhr statt. Es gibt mehrmals am Tag die Möglichkeit, einem echten Königspython und anderen Reptilien aus nÀchster NÀhe zu begegnen. Wie bei allen Terminen der Wilden Wochenenden ist das Programm bereits im Eintritt in die Wilhelma enthalten.
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Der aus Kolumbien stammende Goldene Pfeilgiftfrosch gehört zu den auffÀlligsten Amphibienarten im Amazonienhaus.
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