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Freitag, 17. Juli 2026
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Verschiedenes

BlĂŒtezeit der tropischen Seerosen in der Wilhelma
Tropischen Seerosen in voller BlĂŒte. © Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
 
BlĂŒtezeit der tropischen Seerosen in der Wilhelma
Sommerliches Farbenspiel am Seerosenteich

In den kommenden Wochen zeigt sich einer der stimmungsvollsten Orte der Wilhelma von seiner schönsten Seite: Der Seerosenteich im Maurischen Garten erreicht seine HochblĂŒte. Um die 40 unterschiedliche Arten und Sorten von Seerosen verwandeln das 650 Quadratmeter große Wasserbecken in ein buntes BlĂŒtenmeer.

Das Besondere: Nicht alle von ihnen blĂŒhen gleichzeitig. WĂ€hrend die NachtblĂŒher ihre meist weißen oder rosafarbenen BlĂŒten bereits am spĂ€ten Nachmittag öffnen und bis in den Vormittag hinein geöffnet halten, ĂŒbernehmen anschließend die TagblĂŒher mit ihren gelben und blauen Farbtönen. Wer den Seerosenteich zu unterschiedlichen Tageszeiten besucht, erlebt daher immer wieder ein anderes Bild.

Etwas spĂ€ter als bei den Seerosen setzt die BlĂŒte des Indischen Lotos ein. Bis weit in den September hinein setzt die Wappenpflanze der Wilhelma am Rande des Seerosenteichs farbenprĂ€chtige Akzente. Einen weiteren Blickfang bilden die Viktorien, die Riesenseerosen aus dem Amazonasgebiet. Ihre runden SchwimmblĂ€tter können einen Durchmesser von mehr als zwei Metern erreichen und erinnern an WagenrĂ€der. Ebenso faszinierend sind ihre BlĂŒten: Sie öffnen sich am Abend zunĂ€chst in strahlendem Weiß. BestĂ€ubende KĂ€fer werden von Duft und WĂ€rme angelockt und verbringen die Nacht im Inneren der BlĂŒte. Erst am folgenden Abend öffnet sie sich erneut – nun rosafarben –, bevor sich der Lebenszyklus dieser einzelnen BlĂŒte beendet.

GĂ€rtnermeister Achim Bauer-Henriques und sein Team pflegen die tropischen Wasserpflanzen wĂ€hrend der gesamten Saison. Damit die Seerosen ihre volle Pracht entfalten können, werden verwelkte BlĂ€tter regelmĂ€ĂŸig entfernt und besonders stark wachsende Pflanzen zurĂŒckgeschnitten. DafĂŒr steigen die GĂ€rtnerinnen und GĂ€rtner zwei bis dreimal pro Woche in das bis zu 30 Grad warme Wasser des Beckens. GefĂŒllt ist der Seerosenteich mit rund 800.000 Litern Mineralwasser aus der historischen Quelle im Maurischen Garten.

Nicht nur die Besucherinnen und Besucher schĂ€tzen den Seerosenteich. Auch heimische Tiere profitieren von diesem besonderen Lebensraum. Selbst Graureiher nutzen die riesigen BlĂ€tter der Viktorien gelegentlich als Ansitz. Zwischen den SchwimmblĂ€ttern der Seerosen bauen Teichrallen regelmĂ€ĂŸig ihre Nester und ziehen dort ihren Nachwuchs auf. Die auf der Roten Liste von Baden-WĂŒrttemberg mittlerweile als gefĂ€hrdet geltende Art ist in der Wilhelma ein regelmĂ€ĂŸiger Brutvogel.

Die Wilhelma kann nicht nur mit den Viktorien als einigen der grĂ¶ĂŸten Vertreter der Seerosenwelt aufwarten – sondern auch mit der kleinsten: Bereits vor einem Jahr ist hinter den Kulissen die Nymphaea thermarum eingezogen. Ihre BlĂŒten sind gerade einmal so groß wie eine 1-Cent-MĂŒnze. Seit FrĂŒhjahr 2026 ist die winzige Seerose in der Historischen GewĂ€chshauszeile in der Sonderausstellung „Afrikanische Landschaften“ zu sehen. Die aus dem SĂŒdwesten Ruandas stammende Art galt seit 2008 als in der Natur ausgestorben, konnte aber in botanischen GĂ€rten erfolgreich kultiviert werden. In ihrem natĂŒrlichen Lebensraum wurde die Art seit 2023 an zwei Standorten wiederentdeckt – dennoch erstreckt sich ihr gesamtes Verbreitungsgebiet auf nur 4 kmÂČ. Damit handelt es sich nicht nur um die kleinste, sondern auch um eine der seltensten Seerosen der Welt.

zum Bild oben:
In der Wilhelma stehen die tropischen Seerosen in voller BlĂŒte.
© Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
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Kirchenturm der Hugenottenkirche in Erlangen wird restauriert
Erlangen: Hugenottenkirche (C) DSD / Peter Schabe
 
Kirchenturm der Hugenottenkirche in Erlangen wird restauriert
Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert die Kirche seit 2024 bereits mehrfach

Bei einem Pressetermin vor Ort am Mittwoch, den 15. Juli 2026 um 14.30 Uhr ĂŒberbringt Gerd Sommer, Mitglied im Ortskuratorium Erlangen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), einen symbolischen Fördervertrag in Höhe von 40.000 Euro fĂŒr die Restaurierung der Sandsteinfassade des Kirchenturms an Pfarrerin Susanne Gillmann. Die Förderung wurde möglich dank zahlreicher Spenden sowie der Mittel der Lotterie GlĂŒcksSpirale.

Die an der westlichen Schmalseite des heutigen Hugenottenplatzes stehende Pfarrkirche ist ein unverputzter eingeschossiger Sandsteinquaderbau. Die Fassaden erhalten durch Ecklisenen und ein umlaufendes Traufgesims ihre strukturierte und betonte Erscheinung. Der hochbarocke, dreigeschossige Fassadenturm nimmt im Erdgeschoss den durch ein SĂ€ulenportal hervorgehobenen Haupteingang auf. Die durch krĂ€ftige Gesimse getrennten Hauptgeschosse werden im Erdgeschoss durch Ecklisenen, im ersten Obergeschoss durch Eckpilaster und im zweiten Obergeschoss durch DreiviertelsĂ€ulen gegliedert. Der Innenraum besteht aus einem querrechteckigen Saal. Die Decke, ĂŒber krĂ€ftig ausgebildeten Hohlkehlen, ist mit schlichtem Rahmenstuck geschmĂŒckt. Die einzige historische Ausstattung sind die vermutlich zur Erstausstattung gehörende Kanzel und die um 1760 hinzugekommene Orgel mit Rocaille-Werk.

Das Gotteshaus gehört seit 2024 zu den ĂŒber 680 Projekten, die die private DSD dank Spenden und Mittel der GlĂŒcksSpirale, der Soziallotterie von Lotto, allein in Bayern gefördert hat.
 
 

Zum „Mehr des Lebens“: Wege der Besinnung und Einkehr auf der Ehinger Alb
(c) TMBW / Udo Bernhart
 
Zum „Mehr des Lebens“: Wege der Besinnung und Einkehr auf der Ehinger Alb
Dass das BiosphĂ€rengebiet SchwĂ€bische Alb viele Möglichkeiten fĂŒr abwechslungsreiche Wandertouren bietet, hat sich inzwischen herumgesprochen. Dass man im Raum Ehingen nicht nur wandern, sondern auch das „Mehr des Lebens“ entdecken kann, mag dagegen ĂŒberraschen. Die „Wege der Besinnung und Einkehr der Ehinger Alb“ fĂŒhren als Rundweg durch die Landschaft und laden dazu ein, den Alltag Schritt fĂŒr Schritt zurĂŒckzulassen und neue LebensqualitĂ€t zu gewinnen. Tafeln am Wegesrand regen dazu an, Altes und Gewohntes zu ĂŒberdenken und geben mit „Besinnungsgedanken“ neue Impulse. Ganz nach dem Motto: „Der Weg ist das Ziel“.

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Skulptur "Enger und weiter Horizont" von Martin Burchard auf dem Ehinger Besinnungsweg
(c) TMBW / Udo Bernhart
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Waldbaden unter Giganten: Wanderweg „WĂ€ldersinn“ bei Rothaus
Danieltanne im Hochschwarzwald (c) Hochschwarzwald Tourismus GmbH
 
Waldbaden unter Giganten: Wanderweg „WĂ€ldersinn“ bei Rothaus
Zwischen den mĂ€chtigen Tannen des SĂŒdschwarzwalds steht eine, die ist noch etwas mĂ€chtiger. Die „Danieltanne“ besitzt den grĂ¶ĂŸten Umfang aller Schwarzwald-Tannen und ist mit einem geschĂ€tzten Alter von ĂŒber 400 Jahren die Ă€lteste Tanne der Republik. Seit Mai 2026 trĂ€gt sie daher auch den Titel „Nationalerbe-Baum“. Auf dem Rundwanderweg „WĂ€ldersinn“ zwischen Rothaus und Grafenhausen lĂ€sst sich das Nadeldach, das das Naturdenkmal gemeinsam mit seinen Nachbarinnen bildet, auch aus der Horizontalen bewundern: Mehrere Holzliegen laden gemeinsam mit dem verlockenden Nadelduft zu einem wohltuenden Bad inmitten der Holzriesen ein.
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Freiburg: Starkregen-Vorsorge - Fragen stellen, HĂ€user schĂŒtzen
Infomobil erneut zu Besuch vor dem Rathaus im StĂŒhlinger

Die Gefahr vor Starkregen bleibt. Extreme Wetterereignisse werden mit dem Klimawandel immer hĂ€ufiger vorkommen und Menschen und GebĂ€ude gefĂ€hrden. Eine gute Vorsorge kann jedoch vor grĂ¶ĂŸeren SchĂ€den schĂŒtzen. Deshalb gibt es fĂŒr das gesamte Stadtgebiet Starkregengefahrenkarten. Jede*r kann darauf ablesen, wie gefĂ€hrdet die eigene Wohnung oder das eigene Haus im Ernstfall sein könnte. Auch dieses Jahr gibt es fĂŒr die Freiburger*innen zudem wieder die Möglichkeit sich kostenlos und unkompliziert zu informieren: Am Dienstag, 21. Juli, von 14 bis 19 Uhr und am Mittwoch, 22. Juli, von 9 bis 13 Uhr ist das Infomobil vom Hochwasser Kompetenz Centrum (HKC) zu Gast auf dem Platz vor dem Rathaus im StĂŒhlinger, Fehrenbachallee 12.

Die geschulten Fachleute haben dort Antworten auf viele Fragen: Wie schĂŒtze ich mein Haus am besten? Was kostet das circa? Befindet sich mein Haus oder meine Wohnung in einem besonders gefĂ€hrdeten Bereich? Was mache ich am besten, wenn in meinem Keller das Wasser steht?

Mehr Informationen zum Thema und die Starkregengefahrenkarten gibt es online
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Atomkraftwerke im Hitzesommer in Frankreich und der Schweiz
(c) mitwelt.org
 
Atomkraftwerke im Hitzesommer in Frankreich und der Schweiz
Atomkraftwerke erzeugen AtommĂŒll, der eine Million Jahre strahlt. Tschernobyl und Fukushima haben die Gefahren aufgezeigt.

AKW sind nicht nur teuer und gefĂ€hrlich, sie sind auch gigantische "Tauchsieder". Sie erhitzen gerade in Hitzesommern unsere europĂ€ischen FlĂŒsse und gefĂ€hrden das Leben in den GewĂ€ssern.

Wenn ein Kernkraftwerk 1000 Megawatt elektrischen Strom erzeugt, gibt es gleichzeitig bis zu 2000 MW an WĂ€rme an die Umwelt ab. Das liegt an den Gesetzen der Physik: Jedes WĂ€rmekraftwerk wandelt WĂ€rme nur teilweise in Strom um (Wirkungsgrad von ca. 33 %). Der Rest ist unvermeidbare (und unvorstellbare!) AbwĂ€rme und wird ĂŒber KĂŒhltĂŒrme an die AtmosphĂ€re oder bei FlusswasserkĂŒhlung direkt an die GewĂ€sser abgegeben.

Der Unterschied zwischen elektrisch und thermisch:
- Thermische Leistung (MWth) = die WĂ€rme, die der Reaktor durch die Kernspaltung erzeugt.
- Elektrische Leistung (MWe) = der Strom, den der Generator daraus produziert.

In einer Zeit, in der 5321 Tonnen AtommĂŒll der Schweiz noch im Meer versenkt wurden, war die GefĂ€hrdung von GewĂ€ssern noch kein Thema fĂŒr die Schweizer und französischen AKW-Betreiber. Viele ĂŒberalterte AKW, wie das Ă€lteste AKW der Welt im Schweizer Beznau an der Aare, haben immer noch die veraltete FlusswasserkĂŒhlung. In Frankreich mĂŒssen bei sommerlicher Hitze hĂ€ufig die Atomkraftwerke Bugey, Golfech, Nogent-sur-Seine, Saint-Alban und Blayais abgeschaltet oder heruntergeregelt werden.
Doch auch wenn es nicht ganz so heiß ist, schadet die AKW-AbwĂ€rme den FlĂŒssen und Fischen. FĂŒr den Lachs und andere Salmoniden sind die dauererhitzten GewĂ€sser einfach zu warm.

In Hitzesommern wie 2003, 2010, 2015, 2018, 2022 und aktuell 2026 mĂŒssen immer mehr flusswassergekĂŒhlte AKW abgeschaltet werden und gefĂ€hrden so die Stromversorgung. ZusĂ€tzlich geben die Atomkraftwerke auch große Mengen radioaktives Tritium an die GewĂ€sser ab, da Tritium nicht zurĂŒckgehalten werden kann.

Es ist unverstĂ€ndlich, warum rechte, konservative und marktradikale Parteien immer noch auf die gefĂ€hrliche und teure Atomkraft setzen, wo es doch kostengĂŒnstige und umweltfreundliche Energiequellen gibt.

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
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Die Freiburg-Umfrage 2026 lÀuft an
6.000 Freiburger*innen wurden ausgewÀhlt und mit Brief von OB Horn angeschrieben

Verwaltung bittet, die Fragebogen am besten online auszufĂŒllen

Die Freiburg-Umfrage, die das Amt fĂŒr BĂŒrgerservice und Informationsmanagement (ABI) regelmĂ€ĂŸig alle zwei Jahre durchfĂŒhrt, ist eine wichtige Grundlage fĂŒr die Arbeit der Stadtverwaltung. Ihre Ergebnisse und Erkenntnisse sind zentral fĂŒr eine Politik, die sich an den Interessen der BĂŒrgerschaft orientiert.

Nun lĂ€uft die Umfrage 2026 an. Durch ein reprĂ€sentatives Zufallsverfahren wurden dafĂŒr 6.000 Freiburger*innen ausgewĂ€hlt und mit einem Brief von OB Martin Horn angeschrieben. In der diesjĂ€hrigen Umfrage will die Stadt erfahren, wie sich die Befragten in Freiburg bzw. in ihrem Wohnviertel fĂŒhlen und wie zufrieden sie mit ihrer Wohnsituation sind. Zudem gibt es Fragen zu MobilitĂ€t und Verkehr, zu den Leistungen der Stadtverwaltung und zur Frage, wofĂŒr die Stadt mehr Geld ausgeben oder Geld einsparen sollte.

Die Beantwortung der Umfrage dauert etwa eine halbe Stunde. Am einfachsten beantworten die ausgewĂ€hlten Teilnehmer*innen die Fragen auf einem EndgerĂ€t mit einem großen Bildschirm (PC, Tablet). Wer nicht online antworten kann oder will, erhĂ€lt nach den Sommerferien mit einer Erinnerung an die Umfrage einen Papierfragebogen mit frankiertem RĂŒckumschlag. Es erleichtert dem ABI aber die Arbeit, wenn die Befragten den Fragebogen online ausfĂŒllen.

In seinem Anschreiben weist OB Horn darauf hin, dass die Antworten jedes und jeder Teilnehmer*in stellvertretend fĂŒr viele MitbĂŒrger*innen stehen.

Wer Fragen oder WĂŒnsche zur Freiburg-Umfrage hat, kann sie gerne an umfragen@freiburg.de senden. Das Umfrage-Team ist montags, dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr zudem telefonisch unter der Rufnummer 0761 201-5770 erreichbar.
 
 

Nachwuchs bei den Rosaflamingos in der Wilhelma
Kleine Stelzvögel auf ihren ersten Schritten © Wilhelma Stuttgart/B.Meierjohann
 
Nachwuchs bei den Rosaflamingos in der Wilhelma
Vier kleine Stelzvögel auf ihren ersten Schritten

Die Flamingogruppe der Wilhelma hat Zuwachs bekommen: Bereits in der ersten JunihĂ€lfte sind vier Jungvögel geschlĂŒpft. ZunĂ€chst hielten sie sich meist im von dichter Vegetation abgeschirmten hinteren Teil der Anlage auf, wo auch die Brut stattfand. Mittlerweile kann man immer hĂ€ufiger beobachten, wie sie auf Erkundungstour gehen. Mit ihrem grauen Dunengefieder und den noch vergleichsweise kurzen Beinen unterscheiden sich die KĂŒken deutlich von den rosafarbenen Erwachsenen.

Flamingos brĂŒten auf mit Hilfe von Schlamm selbst aufgehĂ€uften HĂŒgeln, an deren Oberseite eine flache Brutmulde geformt wird. In der Regel besteht jedes Gelege aus nur einem einzigen Ei, das von beiden Elternteilen bebrĂŒtet wird. Nach rund vier Wochen Brutzeit schlĂŒpft der Nachwuchs. Schon wenige Tage spĂ€ter verlassen die Jungvögel ihr Nest und schließen sich mit anderen KĂŒken zu einer Art „Kindergarten“ zusammen. Dort verbringen sie den Großteil des Tages gemeinsam, wĂ€hrend die Eltern sie weiterhin zuverlĂ€ssig versorgen.

„Obwohl sich die Jungvögel in einer Gruppe aufhalten, findet jedes KĂŒken seine Eltern wieder“, erklĂ€rt Andreas Frei, Vogel-Kurator der Wilhelma. „Flamingos erkennen sich an ihren individuellen Rufen. Das funktioniert in der Natur sogar in großen Kolonien mit Hunderten oder Tausenden von Vögeln.“

Der Name Rosaflamingo tĂ€uscht zunĂ€chst: Die KĂŒken schlĂŒpfen mit einem weichen grauen Dunenkleid und entwickeln erst im Laufe der Zeit ihr typisches Federkleid, das aber zunĂ€chst auch eher schlicht gefĂ€rbt ist. Die namensgebenden krĂ€ftigen Rosatöne im Gefieder, am Schnabel und an den Beinen zeigen sich meist erst im 3. oder 4. Lebensjahr. Das krĂ€ftige Rosa ausgewachsener Flamingos ist auf natĂŒrliche Farbstoffe zurĂŒckzufĂŒhren, die sie ĂŒber ihre Nahrung aufnehmen.

Ebenso auffĂ€llig wie ihre FĂ€rbung ist die besondere Art der Nahrungssuche: Mit ihren nach unten gebogenen SchnĂ€beln filtern Flamingos kleine Krebstiere, Insektenlarven und andere Kleinstlebewesen aus dem Wasser. Dabei halten sie den Kopf oft auf dem Kopf stehend ins Wasser und pumpen mit der Zunge das Wasser durch feine Lamellen im Schnabel – ein hochspezialisiertes Filtersystem.

Rosaflamingos sind ausgesprochen soziale Tiere und fĂŒhlen sich nur in Gruppen wohl. In der Natur können Brutkolonien mehrere Zehntausend Paare umfassen. Die Art ist rund um das Mittelmeer, in weiten Teilen Afrikas sowie vom Nahen Osten bis nach Indien verbreitet und gilt derzeit noch nicht als bedroht. Dennoch sind einzelne Brutkolonien natĂŒrlichen und vom Menschen verursachten EinflĂŒssen ausgesetzt. Sinkende WasserstĂ€nde, lang anhaltende Trockenperioden, Störungen durch FreizeitaktivitĂ€ten oder Infrastrukturprojekte sowie VerĂ€nderungen der WasserqualitĂ€t können den Bruterfolg beeintrĂ€chtigen oder sogar ganze Kolonien gefĂ€hrden.

zum Bild oben:
Immer hĂ€ufiger gehen die KĂŒken auf Erkundungstour durch die Flamingoanlage.
© Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
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