Prolixletter
Montag, 11. Mai 2026
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Verschiedenes

 
Freiburg: Arbeiten an Hochspannungsleitungen für Dietenbach
B31 nachts gesperrt: Ampel regelt Verkehr

Für den neuen Stadtteil Dietenbach werden Hochspannungsleitungen zwischen Rieselfeld und Lehen umverlegt. Um die B31 und die Tel-Aviv-Yafo Allee während der Arbeiten zu schützen, wird ein Gerüst aufgebaut und ein Schutznetz darüber gespannt. Das betrifft den Bereich, wo die Tel-Aviv-Yafo Allee die B31 mit einer Brücke quert. In der Nacht von Samstag, 16. Mai, auf Sonntag, 17. Mai, zwischen 2 und 4 Uhr kommt es dort zu folgenden Einschränkungen für den Verkehr:

- Die Brücke der Tel-Aviv-Yafo Allee über die B31 sowie die Auffahrten von der B31 auf die Brücke sind komplett gesperrt. Entsprechende Umleitungen werden ausgeschildert.

- Die B31 ist auf einem Abschnitt von rund 200 Metern gesperrt. Eine Durchfahrt ist jedoch immer wieder möglich, der Verkehr wird dabei mit Ampeln geregelt. Wer durch möchte, wartet maximal fünf Minuten.

Hintergrund: Die bisherigen Leitungen kreuzen das Gebiet des neuen Stadtteils und werden daher zu einer Gemeinschaftsleitung zusammengefasst, die künftig auf der Ostseite der Tel-Aviv-Yafo Allee sowie der B31 verläuft. Die Arbeiten hierfür haben bereits Anfang März begonnen.
 
 

 
Freiburg: Änderung der Müllabfuhr wegen Christi Himmelfahrt
Wegen des Feiertages Christi Himmelfahrt am Donnerstag, 14. Mai, verschieben sich die Abfuhrtermine jeweils auf den Folgetag. Das heißt, die Entleerung der Bio-, Papier- und Restabfallbehälter und die Abholung der gelben Säcke erfolgt statt Donnerstag am Freitag und Samstag. Die Verwaltung, der Recyclinghof in Haslach und das Umschlag- und Verwertungszentrum Eichelbuck bleiben am Donnerstag geschlossen.

Alle Abfuhrtermine und Öffnungszeiten sind auch digital in der Abfall-App oder online zu finden.
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Schafe am Schlossberg Freiburg: Rücksicht ist gefragt
Damit rund 30 Schafe auf dem Schlossberg weiterhin erfolgreich zum Erhalt der offenen Wiesen und Weiden beitragen können, bittet die Verwaltung alle Besucher*innen um Rücksicht. Hunde sind in der gesamten Grünanlage „Schlossberg“ an kurzer Leine mit maximal 1,5 Metern Länge zu führen. Außerdem ist es wichtig, auf den Wegen zu bleiben und die Schafe nicht zu füttern. Zur Grünanlage „Schlossberg“ zählt unter anderem der Nordhang des Schlossbergs inklusive der Wiesen rund um das Redoutenhaus, auf denen die Schafe ihre Runden ziehen.

Der Schlossberg ist ein beliebter Erholungsort für die Freiburger*innen und eine der größten städtischen Parkanlagen. Gleichzeitig ist das Gebiet ökologisch besonders wertvoll. Die offenen Wiesen und Weiden bieten vielfältige Lebensräume, würden ohne Pflege jedoch nach und nach verbuschen. Um den Schlossberg als Natur- und Erholungsraum zu erhalten und ökologisch weiterzuentwickeln, haben das Garten- und Tiefbauamt und das Umweltschutzamt gemeinsam nach einer geeigneten Lösung gesucht.

Die Beweidung mit Schafen ist ein zentraler Baustein des Konzepts. Ein ehrenamtlich engagierter Schäfer setzt das vor Ort um. Seine Schafe sind seit Juni 2019 auf dem Schlossberg im Einsatz und halten die Wiesen offen. Dafür grenzt der Schäfer zeitweise Teile der Flächen mit einem mobilen Zaun ab.

Der Einsatz der Schafe ist eine Maßnahme des Labels „StadtGrün naturnah“, das die Stadt Freiburg in Gold erhalten hat. Das Label würdigt Kommunen, die sich besonders für naturnahe Flächenentwicklung und eine ökologische Bewirtschaftung ihrer Grünflächen einsetzen.
 
 

 
Zum ME/CFS Awareness Day am 12. Mai
Das Martinstor erstrahlt nachts in blauem Licht

Der 12. Mai ist der Internationale Tag der Aufklärung über ME/CFS. Er wird jedes Jahr weltweit abgehalten, um auf myalgische Enzephalomyelitis (chronisches Müdigkeitssyndrom), Fibromyalgie, multiple Chemikalien-Sensibilität, Golfkriegssyndrom und andere chronische immunologische und neurologische Erkrankungen aufmerksam zu machen. Von ME/CFS sind alleine in Deutschland rund 650.000 Menschen betroffen.

In diesem Jahr beteiligt sich auch die Stadt Freiburg am Aufklärungstag am Dienstag, 12. Mai. Im Rahmen der Aktion #LightUpTheNight4ME wird auf die Erkrankung aufmerksam gemacht, indem das Martinstor Dienstagnacht in blauem Licht erstrahlt. Damit will Freiburg ein Zeichen dafür setzen, dass an ME/CFS Erkrankte in der Gesellschaft nicht vergessen sind. Sozialbürgermeister Roland Meder spricht darüber hinaus bereits am Samstag, 9. Mai, ein Grußwort während der Liegend-Demo der ME/CFS-Gruppe Freiburg auf dem Augustinerplatz.

Auch jenseits von Freiburg erstrahlen am Abend des 12. Mai für #LightUpTheNight4ME viele öffentliche Einrichtungen, Wahrzeichen und andere Gebäude weltweit in Blau. Im vergangenen Jahr waren es in Deutschland über 270 Objekte, darunter der Botanische Garten Berlin, die Lanxess-Arena in Köln und die Bauhaus-Universität in Weimar.

ME/CFS kann nach jeder Infektionskrankheit auftreten. Über Entstehungsfaktoren und Behandlungsmethoden ist bislang wenig bekannt. Viele Betroffene sind von der Teilhabe am öffentlichen Leben mehr oder weniger ausgeschlossen – die am schwersten Betroffenen verbringen ihr Leben abgeschottet in verdunkelten Räumen und müssen sich auch vor anderen, z.B. akustischen Reizen schützen.
 
 

 
Perspektive Rempartstraße – mehr als Verkehr
Verwaltung stellt Plan zur Beteiligung vor
Öffentliche Auftaktveranstaltung Anfang Juli

Die Rempartstraße ist das lebendige Scharnier am Rand der Altstadt: Zwischen Universität, Mensa, Gastronomie, Geschäften und Arztpraxen kreuzen sich hier täglich die Wege vieler Menschen, die mit dem Rad, dem Auto oder zu Fuß unterwegs sind. Gleichzeitig erfüllt die Straße wichtige Funktionen: Sie erschließt die südliche Innenstadt, zentrale Uni-Einrichtungen und führt zu zwei Parkhäusern.

So, wie die Straße aktuell gestaltet ist, passt sie jedoch nicht mehr zu den tatsächlichen Nutzungen. Zudem stehen in den nächsten Jahren der Anschluss an das Fernwärmenetz, die Erneuerung eines Kanals und die Sanierung der Fahrbahndecke an. Was technisch notwendig ist, bietet nun Anlass und Chance, den gesamten Straßenraum neu zu gestalten. Dafür plant die Verwaltung eine umfassende Beteiligung.

Die Bedeutung der Straße für den Autoverkehr ist in den letzten 30 Jahren gesunken, während Rad- und Fußverkehr deutlich zugenommen haben. Die aktuelle Aufteilung der Flächen spiegelt diese Veränderung aber nicht wider. In Zukunft soll die Straße ein urbaner Ort zum Verweilen und Begegnen werden – und damit mehr als nur eine Fläche für den Verkehr. Bei der Planung sollen die verkehrlichen Anforderungen wie der starke Raddurchgangsverkehr und die Erschließungsfunktion mit der Zufahrt zu den Tiefgaragen zwar berücksichtigt werden; im Vordergrund stehen aber Aspekte wie Klimaanpassung, Begrünung, Aufenthaltsqualität, Gestaltung und Barrierefreiheit.

Der Umgestaltung der Rempartstraße geht ein mehrstufiger Planungs- und Beteiligungsprozess voraus. Die fachliche Bearbeitung erfolgt im Rahmen einer freiraumplanerischen Mehrfachbeauftragung: Mehrere Planungsteams erarbeiten in zwei Phasen Konzepte für den Straßenraum und angrenzende Flächen. Die Zwischenergebnisse werden mit einer Bewertungskommission besprochen und anschließend weiterentwickelt. Am Ende empfiehlt die Kommission einen Entwurf, über den der Gemeinderat entscheidet. Dieser Entwurf ist dann die Grundlage für die weitere Planung und Umsetzung.

Zudem wird es eine Begleitgruppe bestehend aus Vertreter*innen des Gemeinderats und verschiedenen Akteur*innen rund um die Rempartstraße geben. Die Gruppe begleitet und berät den Prozess. Durch ihre unterschiedlichen Perspektiven sollen mögliche Interessenkonflikte früh erkannt und gemeinsame Lösungen entwickelt werden. Die Begleitgruppe trifft sich erstmals im Juni.

Anfang Juli gibt es eine öffentliche Auftaktveranstaltung, bei der die Verwaltung über das Vorhaben und erste Überlegungen zur Auslobung informiert sowie Rückmeldungen und Anregungen sammelt.

Im Herbst steht eine weitere öffentliche Veranstaltung zu den Inhalten der Aufgabenstellung der Mehrfachbeauftragung an. Ende 2026 soll diese dann beschlossen werden. Im ersten Halbjahr 2027 erarbeiten die Planungsteams ihre Entwürfe. Im Sommer 2027 bewertet die Kommission die Ergebnisse und die Entwürfe werden öffentlich vorgestellt. Ab Herbst 2027 wird die Umgestaltung weiter ausgearbeitet – begleitet durch die Beteiligung der Öffentlichkeit.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es online unter www.freiburg.de/rempartstrasse. Wer weitere Meldungen und aktuelle Nachrichten zum Thema Mobilität sucht, findet sie unter www.freiburg.de/mobilitaet-news.
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Zwölf Monate Vielfalt – eingefangen von Besucherinnen und Besuchern
© Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
 
Zwölf Monate Vielfalt – eingefangen von Besucherinnen und Besuchern
Bilder für den 75. Wilhelma-Kalender gesucht

Seit 1953 präsentiert der Wilhelma-Kalender alljährlich einzigartige Impressionen von Tieren, Pflanzen und Gebäuden der Wilhelma. Der Zoologisch-Botanische Garten vereint auf einzigartige Weise eine Vielfalt von rund 1.200 Tier- und 8.500 Pflanzenarten inmitten beeindruckender Parkanlagen und historischer Architektur und bietet damit eine unermessliche Vielfalt an Motiven. Für 2027 setzt die Wilhelma erneut auf die Perspektiven ihrer Gäste. Viele von ihnen nehmen sich Zeit, besondere Momente festzuhalten – sei es ein Tier bei einer charakteristischen Verhaltensweise, eindrucksvolle Blüten, detailreiche Pflanzenstrukturen oder stimmungsvolle Ansichten historischer Gebäude. Gerade diese Bandbreite an Motiven macht den Reiz des Kalenders aus.

Der Wettbewerb für den Wilhelma-Kalender 2027 ist am 1. Mai 2026 gestartet. Noch bis zum 15. August können Besucherinnen und Besucher ihre Beiträge einreichen. Pro Person sind bis zu drei aktuelle Fotos aus der Wilhelma zugelassen. Eine Jury trifft daraus eine vielfältige und repräsentative Bildauswahl für alle zwölf Kalendermonate und ein Titelbild. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass ausschließlich Motive aus der Wilhelma gezeigt werden. Aus Gründen des Datenschutzes dürfen keine Personen auf den Bildern erkennbar sein.

Der Wilhelma-Kalender 2027 wird nicht verkauft, sondern geht an die Mitglieder im Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma. Alle Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs erhalten außerdem zehn Exemplare des Kalenders. Die Veröffentlichung ist für Ende 2027 im Format DIN A4 quer vorgesehen.

Detaillierte Informationen sowie die Teilnahmebedingungen sind unter www.wilhelma-kalender.de abrufbar.

zum Bild oben:
Gesucht werden Bilder von Pflanzen, Tieren und Parkstimmungen aus allen vier Jahreszeiten.
© Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
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Trinkwasser für heiße Tage
Neuer Brunnen in Waltershofen geht in Betrieb
Auftakt für weitere Standorte im ganzen Stadtgebiet
Wichtiger Baustein der Klimaanpassung

Freiburg erweitert sein Angebot an frei zugänglichem Trinkwasser im öffentlichen Raum: In Waltershofen ist heute ein neuer Trinkwasserbrunnen in Betrieb gegangen. Er ist der erste seiner Art in einer Ortschaft – und steht damit beispielhaft für den weiteren Ausbau im gesamten Stadtgebiet.

Der neue Brunnen ist Teil der städtischen „Grünoasen“-Kampagne. Ziel ist es, öffentliche Plätze aufzuwerten und die Stadt besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Dazu gehören neben Trinkwasserangeboten auch mehr Schatten, zusätzliche Sitzgelegenheiten sowie Maßnahmen zur Entsiegelung und besseren Versickerung von Regenwasser.

„Gerade an heißen Tagen ist frei zugängliches Trinkwasser ein echter Mehrwert für die Menschen in Freiburg. Mit dem Brunnen in Waltershofen starten wir den weiteren Ausbau im ganzen Stadtgebiet. Gleichzeitig ist der Auftakt für den Ausbau in Waltershofen ein klares Signal: Wir haben bei der wichtigen Klimaanpassung die ganze Stadt im Blick“, sagt Oberbürgermeister Martin Horn.

Aktuell gibt es in Freiburg 41 ausgewiesene Trinkwasserbrunnen und - stelen. In den kommenden fünf Jahren sollen weitere zahlreiche Standorte hinzukommen. Grundlage dafür ist eine fachliche Bewertung, bei der unter anderem Bevölkerungsdichte, Nutzung von Plätzen, Nähe zu Freizeitflächen sowie Hitze-Hotspots berücksichtigt werden. Auch die technischen Voraussetzungen vor Ort spielen eine Rolle.

Wasser im öffentlichen Raum wird zunehmend wichtiger – als Trinkangebot und für die Aufenthaltsqualität insgesamt. Deshalb wird es bei Platzgestaltungen konsequent mitgedacht, wo es sinnvoll und möglich ist.

Für den Bau neuer Trinkwasserbrunnen sowie den Unterhalt bestehender Anlagen stehen im Rahmen der Grünoasen jährlich rund 120.000 Euro zur Verfügung, davon sind circa 70.000 Euro für den Bau und 50.000 Euro für den Betrieb von Trinkwasserbrunnen vorgesehen. Je nach Standortbedingungen können so etwa fünf bis sechs neue Brunnen pro Jahr realisiert werden. Die Kosten für den Brunnen in Waltershofen liegen bei rund 12.000 Euro.

Weitere neue Standorte sind bereits geplant und sollen noch 2026 umgesetzt werden – unter anderem im Stadtgarten, am Stühlinger Kirchplatz, auf der Dreieckswiese an der Dreisam (beim Sandfang) sowie im Eschholzpark. Auch bei größeren Platzumgestaltungen, etwa am Zollhallenplatz, am Platz der Zähringer und am Platz am ZO, sind neue Trinkwasserangebote vorgesehen.

Bei der Standortsuche für Trinkwasserstellen sind auch die Wünsche aus der Jugendbeteiligung eingeflossen. Vom 8-er-Rat wurden mögliche Standorte bewertet und drei davon priorisiert – alle drei können realisiert werden. Die gewünschten Trinkwasserbrunnen am Stadtgarten und an der Dreisam werden noch dieses Jahr gebaut. Der dritte vom 8-er-Rat gewünschte Trinkwasserbrunnen in der Joseph-Brandel-Anlage soll 2027 folgen.

Eine Übersicht aller bestehenden Trinkwasserbrunnen gibt es auf der Website der Stadt Freiburg
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DEM HIMMEL SO NAH
Von hier aus schauten einst Mönche in den Himmel (c) TMBW / Isabela Pacini
 
DEM HIMMEL SO NAH
Kunstgenuss an der Oberschwäbischen Barockstraße – zu Besuch in der ehemaligen Benediktiner-Reichsabtei Ochsenhausen

Thomas Fischer spielt und die Töne steigen die weißen Stuckwände hinab bis zum Altar, fließen über die Bänke und berühren die Herzen der Zuhörerinnen. Die sehen ganz klein aus in dem 80 Meter langen, riesigen Kirchenschiff. Der Kirchenmusiker sitzt weit oben in der Klosterkirche St. Georg in Ochsenhausen am Spieltisch und seine Finger fliegen über die Tasten der vier Manuale. Die Aussicht ist einzigartig: Fischer schaut zum Altar und kann das Stuckwerk und die barocken Deckengemälde bewundern, die Geschichten aus dem einstigen Klosterleben in Ochsenhausen erzählen. Es fühlt sich durchaus so an, als ob man hier dem Himmel ein Stückchen näher ist. Und auch die Töne, die der Kirchenmusiker der berühmten Orgel entlockt, klingen fast überirdisch.

Joseph Gabler hat die Orgel von 1728 bis 1734 für seinen Heimatort Ochsenhausen in der Region Oberschwaben-Allgäu gebaut, zu einer Zeit, in der die ursprünglich gotische Kirche barockisiert wurde. Thomas Fischer sagt über ihn: „Gabler war nicht nur Orgel­bauer, sondern auch Fantast. Er hat Orgeln gebaut, die sich perfekt in den Raum einfügen, egal wie schwierig das vor Ort im einzelnen Fall war. Einfache Lösungen haben diesen Menschen nicht interessiert.“

Das Instrument mit dem frei stehenden Spieltisch wirkt wie eine barocke Theaterkulisse. Ein ganzes Orchester aus weißen, goldigen Engeln ist rund um die Pfeifen platziert. Die Gabler-Orgel sieht aber nicht nur gut aus, auch ihr Klang ist besonders. Der Organist schwärmt: „Dieses Instrument bietet eine große Palette an Klangfarben, insbesondere die Streicher- und Flötenregister sind in allen Schattierungen vorhanden. Fast könnte man von barockem Überfluss sprechen. Die hervorragende Akustik der Basilika unterstützt diesen klanglichen Kosmos zusätzlich.“ Zuhören kann man den Klängen beim sonntäglichen Gottesdienst oder zu besonderen Anlässen wie dem Orgelsommer.

Jungen Musikern beim Proben lauschen

Nicht nur in der Klosterkirche, auch in der ehemaligen Reichsabtei der Benediktiner, spielt Musik eine wichtige Rolle. Dort ist nämlich seit 40 Jahren die Landesmusikakademie untergebracht. Wenn man im Rahmen einer Führung durch den barocken Prachtbau spaziert, kann man still und heimlich jungen Musikern beim Üben zuhören. Das klingt mal zart nach Streichern hinter den Türen der Probenräume – und dann wieder schmissig, wenn Pauken und Trompeten die Flure fast zum Vibrieren bringen. Mittags kommen die Musiker, Lehrkräfte und die Mitarbeitenden der Landesmusikakademie im vielleicht schönsten Speisesaal des Landes zusammen. Man isst dort unter Fresken.

Aber wieso eigentlich fürstlich? Ist das nicht ein Kloster? Bibliothekar und Guide Andreas Kreißig erklärt, dass die ehemalige Benediktiner-Reichsabtei sich einst politisch selbst verwaltet hat. Der Abt war also auch Landesherr und Fürst. Neben der Bibliothek mit ihren wertvollen alten Büchern faszinieren Andreas Kreißig die barocken Details in dem Prachtbau. Die illusionistisch gemalten Fresken über der Fischertreppe zum Beispiel, die ein erstaunliches Gefühl von räumlicher Tiefe vermitteln. Der in die Holzdecke geschnitzte Jesus am Kreuz, der im Vorraum der Prälatur darauf hinweist, dass am Ende trotz weltlicher Macht nur der Glaube zählt. Oder der Mönch auf dem Deckengemälde in der Bibliothek, der das Fernrohr falsch herum hält – ein Auch außen erhielt die gotische Klosterkirche ein barockes Kleid Pausen-Brücklein am Krummbach in Ochsenhausen Fingerzeig, dass man durch die Wissenschaft keine letzten Wahrheiten erkennen kann. Das Kloster Ochsenhausen ist dabei nur ein Schatz von vielen an der Oberschwäbischen Barockstraße, die dieses Jahr 60-jähriges Jubiläum feiert.

Wer mit einem Guide wie Andreas Kreißig unterwegs ist, der unternimmt eine Zeitreise in jene spannende Zeit, als der Dreißigjährige Krieg den Menschen noch im Gedächtnis war. Seine Schrecken prägten die Themen: Genuss, Lebensfreude und Prunk stehen im Barock oft in einem harten Kontrast zum Bewusstsein, dass alles vergänglich – oder wie man damals sagte – eitel ist. Vielleicht machen gerade diese Gegensätze die Faszination jener Epoche aus, die so viele Spuren in Oberschwaben hinterlassen hat. Kunstinteressierte können hier staunen und schwelgen.

In Ochsenhausen führen manche Klostertouren sogar auf den Dachboden. Die Benediktinermönche forschten nämlich auch und bauten sich dafür eine Sternwarte. Interes- sant, wie man damals Himmelskörper beobachtete. Andreas Kreißig erklärt, dass die Mönche über ein Fernrohr mit zehnfacher Vergrößerung durch eine Luke im Kuppeldach schauten. Und die Sterne auf der anderen Seite? Für sie drehte man das Dach samt Guckloch einfach – es war auf einem Zahnkranz montiert. Das geht schon lange nicht mehr. Wer heute dem Himmel ein Stückchen näher sein möchte, der lauscht den Orgeltönen in der Klosterkirche, bewundert die barocke Kunst oder spaziert am lauschigen Krummbach entlang, der einst das Kloster mit Wasser versorgte. In dem Wäldchen haben früher die Mönche meditiert. Still ist es dort auch heute noch. Und der Bach ist an heißen Tagen eine himmlisch schöne Abkühlung für die Füße.
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