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Mittwoch, 23. September 2026
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Verschiedenes


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"Die VergÀnglichkeit"
von Johann Peter Hebel (Eine Schwarzwald-Apokalypse)

Jetzt, am Dienstag, 22. September 2026 jĂ€hrt sich der Todestag Johann Peter Hebels zum 200. Mal. Johann Peter Hebel (1760–1826) war weit mehr als nur ein alemannischer Mundartdichter; er gilt als wegweisender Literat, Theologe, PĂ€dagoge, Moralist und AufklĂ€rer, dessen Wirken manchmal visionĂ€re ZĂŒge trug. Durch seine Kalendergeschichten und Gedichte schuf er eine volksnahe Literatur, die bis heute nachwirkt. Er war auch Wegbereiter der modernen Kurzgeschichte. Als Schulvisitator und Direktor des Karlsruher Gymnasiums setzte sich Hebel fĂŒr Bildung und die Weiterentwicklung des Schulwesens ein. Er wollte Wissen fĂŒr das einfache Volk zugĂ€nglich und verstĂ€ndlich machen. Franz Kafka, Elias Canetti, Walter Benjamin und Ernst Bloch lobten seine Werke.
Aufgrund seines Gedichtbands -Alemannische Gedichte- gilt er gemeinhin als Pionier der alemannischen Mundartliteratur. Heute ist er auch ein wenig ein "SĂ€ulenheiliger" des alemannischen Dialekts. Gerade die "SĂ€ulenheiligen" mĂŒssen ab und zu vom Denkmal geholt und ein wenig entstaubt werden, auch um die AktualitĂ€t von Dialekt zu zeigen und um Diskussionen anzustoßen.

"Die VergÀnglichkeit"
Hebels Gedicht „Die VergĂ€nglichkeit“ kann im 200. Todesjahr Hebels durchaus neu gelesen werden. Wenn heute der Schwarzwald von den Folgen des konzern- und menschengemachten Klimawandels geprĂ€gt ist – von Hitze, DĂŒrre, Trockenheit und Waldsterben –, dann wirkt das Bild der verbrannten Welt im Gedicht unmittelbar gegenwĂ€rtig.
Besonders das eindringliche Bild „Lueg, dört isch d'Erde gsi, und selle Berg het Belche gheiße!“ entfaltet gerade im Hitzesommer 2026 eine starke emotionale Wirkung.
Aus dieser Perspektive lassen sich einzelne Textfragmente als erstaunlich „visionĂ€r“ empfinden: als dunkler, teilweise schwer zugĂ€nglicher, aber eindringlicher Text, der uns dazu bringt, ĂŒber die Verletzlichkeit der Welt nachzudenken. Literatur darf und soll in neue Gegenwarten hineinsprechen.

SelbstverstÀndlich konnte Hebel 1803 weder den konzern- und menschengemachten Klimawandel noch moderne Umweltkrisen kennen. Ihm, dem Theologen und PÀdagogen, ging es nicht um ökologische Prognosen, sondern um eine grundlegende existenzielle Erfahrung: die Unausweichlichkeit der VergÀnglichkeit.
Menschen, Tiere, HĂ€user, Dörfer und selbst ganze StĂ€dte sind in seinem VerstĂ€ndnis nicht dauerhaft. Das Gedicht entfaltet diese Einsicht in einer Steigerung: von der persönlichen VergĂ€nglichkeit ĂŒber das Dorf bis hin zur ganzen Welt. Der Dialog zwischen Vater und Sohn macht diese Erfahrung anschaulich und lebensnah. Er fĂŒhrt nicht zu einer politischen oder moralischen Handlungsanweisung, sondern zu einer existenziellen Einsicht.

Auch die Katastrophenszenen sind in ihrem historischen Kontext zu verstehen. Hebel denkt in Bildern, die stark von biblischen und frĂŒhneuzeitlichen Vorstellungen geprĂ€gt sind: Feuer, Erdbeben, kosmische ErschĂŒtterung. Hebels Leben (1760–1826) war geprĂ€gt von den Nachwirkungen des SiebenjĂ€hrigen Kriegs, den Revolutions- und Napoleonischen Kriegen sowie Hunger- und Krisenjahren. Dazu kamen Naturkatastrophen wie das Erdbeben von Lissabon 1755 und extreme Witterungs- und Missernteperioden, insbesondere die Hungerjahre um 1770/71.

Eine heutige Lesart kann das Gedicht als Spiegel aktueller Krisen verstehen. Hebel hat aber keine ökologische Botschaft oder einen politischen Auftrag. Es geht ihm um das VerhÀltnis des Menschen zur Zeit, zur Endlichkeit und zur Welt. Seine Reflexion ist heute, im Zeitalter der Apokalypse-Blindheit Àhnlich wichtig wie im Jahr 1803.

Auszug aus dem Gedicht "Die VergÀnglichkeit"
(GesprĂ€ch auf der Straße nach Basel zwischen Steinen und Brombach, in der Nacht)

Alemannisch:
Der Belche stoht verchohlt,
der Blauen au, as wie zwee alti TĂŒrn,
und zwische drin isch alles use brennt,
bis tief in Boden abe.
D'Wiese het ke Wasser meh,
's isch alles öd und schwarz,
und totestill, so wit me luegtdas siehsch,
und seisch di'm Kamerad, wo mitder goht:
"Lueg, dört isch d'Erde gsi, und selle Berg het Belche gheiße!"

Schriftdeutsch:
Der Belchen steht verkohlt,
der Blauen auch, ganz wie 2 alte TĂŒrme,
und zwischendrin ist alles ausgebrannt,
bis tief in den Boden hinein.
Die Wiese hat kein Wasser mehr,
es ist alles öde und schwarz
und totenstill, so weit man schaut
und du sagst deinem Kameraden, der mit dir geht:
"Schau, dort ist die Erde gewesen, und dieser Berg hat Belchen geheißen! "
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Autor: Axel Mayer (spricht KaiserstĂŒhler Alemannisch)

 
Freiburgs Daten auf der Spur
Neuer Datenspaziergang macht digitale Stadtentwicklung an fĂŒnf Stationen erlebbar

Drei Kilometer lange Route fĂŒhrt vom Rathaus im StĂŒhlinger bis in den Stadtgarten

Woher weiß die Anzeige an der Haltestelle, wann die nĂ€chste Straßenbahn kommt? Wie findet die VAG-App das nĂ€chste freie Frelo? Und woher kennt die Stadt die klimatischen Unterschiede zwischen einzelnen Stadtteilen? Antworten auf diese Fragen gibt der neue Freiburger Datenspaziergang. An fĂŒnf Stationen erfahren Interessierte ab sofort ganz konkret mehr darĂŒber, welche Daten in Freiburg erhoben werden, wie die Technik dahinter funktioniert und welchen Nutzen die Daten fĂŒr die Stadtgesellschaft haben.

Der rund drei Kilometer lange Spaziergang startet am Besucherparkplatz beim Rathaus im StĂŒhlinger. Von dort fĂŒhrt die Route ĂŒber die Stadtbahnhaltestelle Rathaus im StĂŒhlinger und die RadzĂ€hlstation an der WiwilibrĂŒcke zur Frelo-Station am Europaplatz und schließlich zur meteorologischen Station im Stadtgarten. Hinweisschilder an den fĂŒnf Stationen erklĂ€ren die jeweilige Technik und liefern Hintergrundwissen.

Die erste Station zeigt, wie im Boden eingelassene Sensoren freie und belegte ParkplĂ€tze erkennen. Die Informationen fließen unter anderem in das stĂ€dtische Parkleitsystem ein. So finden Autofahrer*innen schneller einen freien Park-and-Ride-Platz. In KĂŒrze werden auch BehindertenparkplĂ€tze in der Innenstadt erfasst. Gleichzeitig helfen die Daten der Stadt dabei, den tatsĂ€chlichen Bedarf an ParkplĂ€tzen besser einzuschĂ€tzen.

An der Stadtbahnhaltestelle beim Rathaus im StĂŒhlinger geht es um Daten im öffentlichen Nahverkehr. Sensoren zĂ€hlen die Ein- und Ausstiege, GPS-Antennen erfassen den aktuellen Standort der Fahrzeuge. Auf dieser Grundlage entstehen die Echtzeitangaben an den Haltestellen. Die Fahrgastzahlen helfen der VAG zudem, ihr Angebot bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.

Die RadzĂ€hlstation an der WiwilibrĂŒcke macht sichtbar, wie viele Menschen zu welcher Zeit mit dem Fahrrad unterwegs sind. Die Werte fließen in die stĂ€dtische Verkehrsplanung ein und helfen dabei, die Radinfrastruktur am tatsĂ€chlichen Bedarf auszurichten.

An der Frelo-Station am Europaplatz erfahren Besucher*innen, wie der Standort verfĂŒgbarer LeihrĂ€der ermittelt wird. Die Daten sorgen dafĂŒr, dass freie Frelos in der VAG-App angezeigt werden. Gleichzeitig können Stadt und VAG erkennen, an welchen Standorten besonders viele LeihrĂ€der gebraucht werden.

Die letzte Station liegt im Stadtgarten. Dort messen Sensoren unter anderem Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Niederschlag. Die Daten machen klimatische Unterschiede innerhalb Freiburgs sichtbar und unterstĂŒtzen Stadt und Forschung dabei, auf Hitze, Starkregen und andere Folgen des Klimawandels zu reagieren.

Der Datenspaziergang ist Teil des Projekts Smart City Freiburg. Er soll digitale Technologien verstÀndlich und transparent machen und zeigen: StÀdtische Daten sind kein Selbstzweck. Sie helfen dabei, MobilitÀt besser zu organisieren, Ressourcen gezielter einzusetzen und Freiburg zukunftsfÀhig zu planen.

Die fĂŒnf Stationen können als zusammenhĂ€ngender Spaziergang oder einzeln besucht werden. Die Informationen zu den Stationen sowie die vollstĂ€ndige Route des Spaziergangs sind zu finden unter www.freiburg.de/datenspaziergang.
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StationĂ€re Geschwindigkeitsmessanlage an neuem Standort in der Basler Straße
Die Stadt hat eine stationĂ€re Geschwindigkeitsmessanlage an einem neuen Standort in Betrieb genommen. An der Basler Straße, Höhe Fichtestraße, steht seit dem 9. September eine neue Anlage. Insgesamt erhöht sich die Anzahl der Anlagen dadurch nicht. Der bereits in die Jahre gekommene „Blitzer“ in der Heinrich-von-Stephan-Straße wird mittelfristig außer Betrieb gehen. Der Gemeinderat hatte die neue Anlage als Ersatzmaßnahme bereits mit dem Doppelhaushalt 2025/26 beschlossen. Die Anlage ist technisch so ausgestattet, dass sie den Verkehr in beide Richtungen ĂŒberwachen kann.
 
 

 
Straßenbauarbeiten in Lehen: Umleitung der Linien 19 und 32
Wegen Straßenbauarbeiten ist Durchfahrt durch Lehen von Montag, 21. September, bis voraussichtlich Freitag, 18. Dezember, nicht möglich. Deshalb kommt es zu EinschrĂ€nkungen und Umleitungen auf den Buslinien 19 und 32.

Von der Paduaallee fahren die Linie 19 und 32 in Richtung Lehen/Mundenhof sowie Umkirch direkt ĂŒber die B31 zur Haltestelle „Ziegelhofstraße“. Die Haltestellen „Kirchbergstraße“ und „Gescheidstraße“ entfallen. FĂŒr Direktbusse der Linie 19 zum Mundenhof ist der erste regulĂ€re Halt nach der Umleitung die Haltestelle „Am Sender“.

Die Umleitung ĂŒber die B31 gilt in gleicher Weise auch fĂŒr die Gegenrichtung.

Die FahrplÀne sind in der App VAG mobil oder auf der Webseite www.vag-freiburg.de/ angepasst.
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Baden-WĂŒrttemberg nach der Wahl
Landeszentrale fĂŒr politische Bildung Baden-WĂŒrttemberg lĂ€dt zur Tagung ĂŒber die politische Lage im SĂŒdwesten ein

Wie hat die Landtagswahl die politische Landschaft in Baden-WĂŒrttemberg verĂ€ndert? Welche Folgen hatte das neue Wahlrecht? Und vor welchen Herausforderungen steht die neue Landesregierung? Mit diesen und weiteren Fragen beschĂ€ftigt sich die Tagung „Baden-WĂŒrttemberg nach der Wahl – Perspektiven auf die Landespolitik im SĂŒdwesten“, zu der die Landeszentrale fĂŒr politische Bildung Baden-WĂŒrttemberg (LpB) einlĂ€dt. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 22. September 2026 von 10 bis 19.30 Uhr in Stuttgart statt.

Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Journalismus beleuchten in ihren VortrĂ€gen zentrale Fragen, die sich nach der Landtagswahl in Baden-WĂŒrttemberg stellen. Vormittags stehen Analyse und Einordnung des Wahlergebnisses im Mittelpunkt. Gefragt wird unter anderem, welche Auswirkungen das neue Wahlrecht hatte und wie ErstwĂ€hlerinnen und ErstwĂ€hler politisch entschieden haben. Der Mittag widmet sich der Landespolitik nach der Wahl: Koalitionsbildung, Regierungsbildung sowie Herausforderungen und Chancen der kommenden Legislaturperiode werden diskutiert. Am Nachmittag rĂŒcken demokratische Beteiligung, politische Kommunikation und die Vermittlung landespolitischer Themen in den Fokus.

Den Abschluss bildet ab 18 Uhr ein Abendpodium unter dem Titel „Schweres Erbe? Eine Bilanz der Ära Kretschmann“. Es diskutieren Prof. Dr. Gabriele Abels, Politikwissenschaftlerin an der UniversitĂ€t TĂŒbingen, die Journalistin Annika Grah, Leiterin des gemeinsamen landespolitischen BĂŒros von Badischen Neuesten Nachrichten, Badischer Zeitung, SĂŒdwestpresse und SĂŒdkurier in Stuttgart, und Prof. Dr. Ulrich Eith, Direktor des Studienhauses Wiesneck, Institut fĂŒr politische Bildung e. V. in Buchenbach bei Freiburg. Die Moderation hat Lena Angerer, SĂŒdwestpresse Ulm. Das Abendpodium kann auch unabhĂ€ngig von der Tagung besucht werden.

Die Tagung richtet sich an alle politisch Interessierten.

Termin: Dienstag, 22. September 2026, 10 bis 19.30 Uhr
Ort: Landeszentrale fĂŒr politische Bildung Baden-WĂŒrttemberg, Heilbronner Straße 35, 70191 Stuttgart
Kosten: Die Teilnahme ist kostenlos

Weitere Informationen, Programm und Anmeldung online
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Nashörner im Fokus: Aktionstag in der Wilhelma
Bruno © Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
 
Nashörner im Fokus: Aktionstag in der Wilhelma
Welt-Nashorn-Tag am 22. September

Wie schnell kann ein Nashorn laufen? Warum braucht es trotz seiner Kurzsichtigkeit keine Brille? Und was haben Nashörner eigentlich mit Zebras und Tapiren gemeinsam? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt es am Dienstag, 22. September, in der Wilhelma. AnlÀsslich des internationalen Welt-Nashorn-Tags lÀdt der Zoologisch-Botanische Garten Stuttgart von 11 bis 17 Uhr zu einem Aktionsstand vor der Nashornanlage ein.

Das Team der Wilhelmaschule bringt dabei nicht nur Wissenswertes ĂŒber die Biologie der imposanten Großtiere mit, sondern auch reichlich Anschauungsmaterial. Unter anderem können die Besucherinnen und Besucher das naturgetreue Replikat eines Spitzmaulnashorn-Horns aus nĂ€chster NĂ€he betrachten. Beim Nashorn-Memory und einem Quiz lĂ€sst sich das neu erworbene Wissen gleich testen. Dabei dĂŒrften einige Fakten selbst ausgewiesene Tierfans verblĂŒffen: Nashörner gehören wie Zebras und Tapire zu den Unpaarhufern. NashornkĂ€lber kommen zunĂ€chst ohne Horn zur Welt, schon wenige Tage nach der Geburt beginnt es jedoch zu wachsen. Und behĂ€big sind die massigen Tiere keineswegs: Nashörner können Geschwindigkeiten von bis zu 55 Kilometern pro Stunde erreichen.

Auch ihre Sinne halten Überraschungen bereit. Nashörner sehen zwar nicht besonders gut, gleichen das aber durch ein ausgezeichnetes Gehör und einen ausgeprĂ€gten Geruchssinn aus. Kommunikation funktioniert zudem ĂŒber gemeinsame DungplĂ€tze: Anhand der dort hinterlassenen Duftinformationen können die Tiere feststellen, welche Artgenossen sich in der Umgebung aufhalten. Und selbst akustisch zeigen Nashörner eine unerwartete Seite – neben Keuchen und Zischen gehören auch hohe Quietschlaute zu ihrem Repertoire.

Hinter dem spielerischen Zugang steht allerdings ein ernstes Thema. Weltweit existieren heute fĂŒnf Nashornarten: Breitmaul- und Spitzmaulnashorn in Afrika sowie Panzernashorn, Sumatra-Nashorn und Java-Nashorn in Asien. Alle sind bedroht: Wilderei und Lebensraumverlust haben ihre BestĂ€nde massiv dezimiert. Begehrt ist vor allem das Horn. In pulverisierter Form wird ihm in Teilen Asiens eine angebliche medizinische Wirkung, z. B. in der KrebsbekĂ€mpfung, zugeschrieben. Außerdem wird gemahlenes Nashornhorn als Statussymbol konsumiert, einzig und allein, um den eigenen Reichtum zur Schau zur stellen. Dabei besteht es nur aus Keratin – demselben Stoff, aus dem auch menschliche Haare und FingernĂ€gel aufgebaut sind.

Mit Mitteln aus dem Artenschutz-Euro engagiert sich die Wilhelma gleich bei drei Projekten fĂŒr Nashörner in ihren natĂŒrlichen LebensrĂ€umen. Im sĂŒdafrikanischen Greater Kruger Nationalpark unterstĂŒtzt sie die „Black Mambas“. Die rein weibliche Ranger-Einheit setzt sich gegen Wilderei ein und leistet zugleich wichtige Bildungsarbeit in den umliegenden Gemeinden. Als Teil der „Black Mamba Conservation Alliance“ hat die Wilhelma seit 2022 bereits mehr als 100.000 Euro zu ihrer Arbeit beigetragen.

Besonders dramatisch ist die Situation des Sumatra-Nashorns. Nur noch wenige Dutzend Tiere leben in freier Wildbahn. Seit 2019 ist die Wilhelma strategischer Partner der International Rhino Foundation und hat rund 270.000 Euro in das von der indonesischen Naturschutzorganisation YABI betriebene Sumatran Rhino Sanctuary investiert. Dort werden Sumatra-Nashörner gezielt nachgezĂŒchtet. FĂŒnf KĂ€lber sind in dem Schutzzentrum bereits zur Welt gekommen – angesichts eines geschĂ€tzten weltweiten Bestands von nur noch rund 40 Tieren ist jede einzelne Geburt von enormer Bedeutung. Nach diesem Vorbild soll auch auf Java eine Zuchtstation fĂŒr das ebenfalls vom Aussterben bedrohte Java-Nashorn entstehen. Die Namen Sumatra- und Java-Nashorn tĂ€uschen darĂŒber hinweg, dass beide Arten einst ĂŒber weite Teile SĂŒdostasiens verbreitet waren. Heute haben lediglich kleine RestbestĂ€nde auf den beiden namensgebenden indonesischen Inseln ĂŒberlebt. Ohne menschliche Hilfe drohen auch sie, zu verschwinden.

Einen lebenden Botschafter fĂŒr seine bedrohten Verwandten können die Besucherinnen und Besucher der Wilhelma direkt neben dem Aktionsstand erleben: Panzernashorn Bruno. Der in der Wilhelma geborene Nashorn-Senior ist das Ă€lteste Panzernashorn, das derzeit in einem europĂ€ischen Zoo lebt. Bruno selbst hat einen wichtigen Beitrag zum Erhalt seiner Art in menschlicher Obhut geleistet. Mehrfach sorgte er in der Wilhelma fĂŒr Nachwuchs. Seine mittlerweile 24 Nachkommen leben heute in verschiedenen europĂ€ischen Zoos, unter anderem in Frankreich, Spanien, Portugal, Polen und Großbritannien. Der Welt-Nashorn-Tag macht damit unmittelbar vor seiner Anlage deutlich, wie eng Zoohaltung, Umweltbildung und Artenschutz miteinander verbunden sein können.

zum Bild oben:
Bruno, ein ĂŒber 40 Jahre altes Panzernashorn, hat in der Wilhelma schon mehrfach fĂŒr Nachwuchs gesorgt.
© Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
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Klimaschutzpreis „Climate First“ und Naturschutzpreis
Bis zum 15. November bewerben

Im kommenden Jahr vergibt die Stadt Freiburg wieder den Klimaschutzpreis „Climate First“ und den Naturschutzpreis. Beide Preise sind in diesem Jahr mit insgesamt 16.000 Euro dotiert. Interessierte können sich ab sofort bis zum 15. November unter www.freiburg.de/umweltpreise bewerben.

Der Klimaschutzpreis ist mit 11.000 Euro dotiert und zeichnet ambitionierte und innovative Projektideen in den Bereichen Klimaschutz, Energiesparen, erneuerbare Energien und Verkehr aus. WettbewerbsbeitrĂ€ge können in Freiburg ansĂ€ssige Firmen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen einreichen, aber auch BĂŒrger*innen, Vereine, VerbĂ€nde, Schulklassen und - gruppen. Neben neuen Projekten können auch laufende oder abgeschlossene Projekte honoriert werden.

Der Naturschutzpreis ist mit 5.000 Euro dotiert und wĂŒrdigt außergewöhnliche Leistungen im Naturschutz. Hier sind vor allem Freiburger Vereine, VerbĂ€nde, Schulen, Unternehmen und einzelne Personen angesprochen. Bei beiden Preisen können auch Anerkennungen ausgesprochen werden.

Über die Vergabe der Preise entscheidet eine unabhĂ€ngige Jury unter Leitung von UmweltbĂŒrgermeisterin Christine Buchheit. Ihr gehören Mitglieder des Gemeinderats und mehrere UmweltschutzverbĂ€nde an.

Verliehen werden die Preise am 26. Februar 2027 im Rahmen der GETEC Freiburg.

Ausschreibungsunterlagen und Richtlinien zu beiden Preisen stehen ab sofort online auf www.freiburg.de/umweltpreise. Die Bewerbungsfrist endet am Sonntag, 15. November. Weitere Informationen gibt es im Umweltschutzamt bei Manuela Schillinger Telefon: 201-6110 oder per E-Mail unter manuela.schillinger@freiburg.de.
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AllgemeinverfĂŒgung: Badeverbot im Kleinen Opfinger See aufgehoben
Gesundheitsamt rÀt aber weiterhin vom Baden ab

Die Stadt Freiburg hebt das Badeverbot am Kleinen Opfinger See auf. Zu einem Badeverbot kam es, nachdem bei einer Untersuchung der WasserqualitĂ€t im Auftrag des Landesgesundheitsamts ein deutlich erhöhter Wert fĂŒr Cyanotoxine festgestellt wurde. Diese können beim Menschen Haut- und Schleimhautreizungen, BindehautentzĂŒndungen, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und allergische Reaktionen hervorrufen und werden von Blaualgen produziert.

Eine erneute Untersuchung der WasserqualitĂ€t hat ergeben, dass der Wert fĂŒr Cyanotoxine wieder gesunken ist und unterhalb des Leitwerts des Umweltbundesamts liegt. Eine geringe Belastung ist aber weiterhin vorhanden. Das Gesundheitsamt stuft das Risiko als gering ein, rĂ€t jedoch weiterhin vom Baden im Kleinen Opfinger See ab.
 
 



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