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Montag, 5. Januar 2026
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Bergwerk Rammelsberg in Goslar
Ehemaliges Erzbergwerk Rammelsberg in Goslar (c) S. Sabotta / DSD
 
Bergwerk Rammelsberg in Goslar
Eine der weniger bekannten Welterbestätten

TDeutschland hat zahlreiche Welterbestätten, auf die es stolz sein kann. Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt tatkräftig deren Erhalt, seien es nun verschiedene große und kleine Denkmale in den Welterbestädten Wismar, Stralsund, Lübeck und Bamberg oder Fachwerkbauten in Quedlinburg – einem Ort, wo die DSD schwerpunktmäßig fördert – oder auch einzelne Denkmale in der Welterbelandschaft Oberes Mittelrheintal. Einzelne Preziosen des Welterbes werden gezielt als Einzeldenkmal unterstützt, etwa das Kloster in Lorch oder das Meisterhaus Kandinsky-Klee in Dessau-Roßlau oder die Steinerne Brücke in Regensburg. Schließlich steht natürlich das Wörlitzer Gartenreich auf der Förderliste der DSD. Es finden sich also sämtliche Gattungen der Denkmalpflege auf der Liste: Gartendenkmale ebenso wie Bauten für Handel und Wirtschaft, Herrschaftliche Bauten, Technische Denkmale, Fortifikationen usw. Wo immer es geht und Hilfe benötigt wird, beteiligt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz daran, wertvolles Weltkulturerbe zu erhalten.

Zu den weniger bekannten Welterbestätten in Deutschland gehört das – deswegen nicht weniger bedeutsame – ehemalige Erzbergwerk Rammelsberg in Goslar. Der Legende nach begann das Pferd des Ritters Ramm bei einem Jagdausflug auf einem Berg in der Nähe der damaligen kleinen Kaufmannssiedlung Goslar unruhig mit seinen Hufen zu scharren. Es kratzte so lange auf dem harten Untergrund, bis es glänzendes Gestein freigelegt hatte. Ritter Ramm, so die Sage, stieß somit als erster auf das Silber jenes Berges, der fortan seinen Namen trug: Rammelsberg.

Der seit 970 erschlossene Silberreichtum des Goslarer Rammelsbergs schuf die Basis für die große wirtschaftliche und politische Bedeutung Goslars. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts erlebte der Ort durch die Erschließung weiterer Silberfunde eine weitere zweite Blüte. In diesem Zeitraum erhielt Goslar sein noch heute bewundertes prächtiges Stadtbild. Die Goslarer Altstadt wurde deshalb gemeinsam mit dem Bergwerk in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Heute ist das ehemalige Silberbergwerk Museum, nachdem es 1988 stillgelegt wurde und nachdem die mit rund 30 Millionen Tonnen Erz weltweit größte zusammenhängende Kupfer-, Blei- und Zinklagerstätte erschöpft war. Auf diese lange Tradition lenkt das heutige Bergbaumuseum das Augenmerk, das einen kontinuierlichen Überblick über die Entwicklung der Bergbautechnik vermittelt.

Über 1000 Jahre Bergbau haben auf engstem Raum Denkmale des Bergbaus geschaffen, die diesen seit seiner Blüte im Hochmittelalter nahtlos bis in die heutige Zeit mit allen seinen kulturellen Auswirkungen nachvollziehbar machen: Abraumhalden des 10. Jahrhunderts, die Pfalz der Salier am Fuße des Rammelsberges, die spätmittelalterliche Siedlung, Münzstätten des frühen 16. Jahrhunderts, zentrale Erzaufbereitungsanlagen der 1930er Jahre…
Teil des Bergbaumuseums ist die ehemalige rund 50 Meter lange Tagesförderstrecke, die in überwölbtem Ziegelmauerwerk errichtet ist und als Besucherzugang genutzt wird.

Die Besucherzahlen haben sich auf etwa 100.000 pro Jahr eingependelt. Die Erzaufbereitung kann von der Anlieferung des grob zerkleinerten Erzes bis zur Flotation technologisch verfolgt werden. Dieses physikalische Trennverfahren, das auch außerhalb der Erzaufbereitung genutzt wird, bringt Partikel an die Oberfläche, die als Schaum – Flotat – abgeschöpft werden. Die Besucher können dem Weg des Erzes von der höchsten Ebene bis auf das Niveau der Werkstraße folgen. Die Besichtigung wird durch Klanginstallationen und Filme aus der Betriebszeit unterstützt und führt zu einer vielschichtigen Erlebbarkeit. Die bei der Wiederherstellung der Aufbereitungsanlage auch technisch instand gesetzte Seilfahrt ist funktionsfähig, kann aber nur von außen für den Besucher sichtbar gemacht werden.

Die Fördermittel der DSD konnten bei der Wiederherstellung eines für den Besucher erlebbaren Aufbereitungs-, Förder- und Bergwerkbereiches beigetragen. Insgesamt förderte die DSD das Bergwerk zwischen 1994 und 2023 dreimal, angefangen von der Erzaufbereitungsanlage über die Hauptflotation bis hin zur Stützmauer am unteren Werkhof. Ein Besuch lohnt sich allemal.
 
 

Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert Juliusspital in Würzburg
Würzburg: Juliusspital () Peter Schabe / DSD
 
Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert Juliusspital in Würzburg
Restaurierung und Wiederinstandsetzung der beiden Natursteinbrunnen

Bei einem Pressetermin vor Ort am Mittwoch, den 10. Dezember 2025 um 14.00 Uhr überbringt Professor Dr. Matthias Staschull, Ortskurator Würzburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), dank zahlreicher Spenden einen symbolischen Fördervertrag in Höhe von 152.240 Euro für die Restaurierung und Wiederinstandsetzung der beiden Natursteinbrunnen im östlichen und westlichen Teil des historischen Innenhofs zum Fürstenbau der Stiftung Juliusspital, Juliuspromenade 19 in Würzburg, an Oberpflegamtsdirektor Karsten Eck. Das Gebäude gehört seit 2017 zu den über 640 Denkmalen, die die DSD, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert, aus privaten Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Bayern fördern konnte.

Zum Objekt:
1576 gründete Julius Echter von Mespelbrunn in aufrichtiger sozialer Absicht die Stiftung Juliusspital. Seitdem handelt die Stiftung im humanitären Auftrag in den Bereichen Krankenhaus, Seniorenstift und einigen Berufsfachschulen. Im Nordwesten der Anlage befindet sich der barocke sogenannte Fürstenbau. Das 1585 von Georg Robin erbaute Juliusspital ist mit zahlreichen und aufwändigen Natursteinausschmückungen ausgestattet.

Nach Brandzerstörung in den Jahren 1699-1714 entstand das Spital von Antonio Petrini und Joseph Greising bis 1714 neu im Barockstil, nach einem erneuten Brand 1745-1749 wurde es durch Balthasar Neumann nach den Plänen Petrinis wiedererbaut. Die bildhauerischen Arbeiten stammen von Balthasar Esterbauer und Tobias Ungleich. 1789 zog die Pfarrkirche St. Kilian in den Fürstenbau ein, dessen östliches Gebäudedrittel 1945 durch Bombenangriff der Alliierten völlig zerstört wurde. Die beiden westlichen Gebäudedrittel, wozu auch der Fürstenbau gehört, waren schwer geschädigt. Der Wiederaufbau erfolgte bis 1953. Der gesamte Baukomplex ist heute ein schmalrechteckiger dreigeschossiger Vierflügelbau über dem Grundriss des 16. Jahrhunderts. Der mittlere dreieinhalbgeschossige Fürstenpavillon zeigt sich mit Mansardwalmdach und einem reichem Figurenschmuck. Die übrigen dreigeschossigen Flügel zur Straße haben heute Satteldächer beziehungsweise Mansardwalmdächer auf den Mittel- und Eckpavillons. Besonders hervorgehoben ist der Mittelpavillon mit Durchfahrt und spätbarocken Fassadenreliefs von Johann Philipp Geigel und bildhauerische Arbeiten von Balthasar Heinrich Nickel von 1789-1793. Bei der Wiederherstellung in den 1950er Jahren wurden die Rücklagen um ein Stockwerk erhöht.
 
 

 
Neue Entwicklungen im Rahmen der Aviären Influenza
Tötung aller Krauskopfpelikane

Die Aviäre Influenza (Vogelgrippe) ist zurück: Nach der Entwarnung Mitte der Woche aufgrund negativer Laborergebnisse bei mehr als 350 getesteten Vögeln ist nun ein weiterer Krauskopfpelikan an dem Virus gestorben. Zudem ist ein weiteres Tier der Gruppe erkrankt. Zum Schutz des übrigen Vogelbestandes im Zoo Leipzig hat das Veterinäramt deshalb heute Vormittag die Tötung der verbliebenen sieben Krauskopfpelikane angeordnet. Mit der erfolgten Tötung der Gruppe soll die potentielle Gefahr der Weiterverbreitung ausgeschlossen werden. „Die Entwicklung binnen Wochenfrist zeigt, wie tückisch und gefährlich dieses Virus ist. Die Tötung der Pelikane zum Schutz des Zoos sowie zur Vermeidung einer Weiterverbreitung hat oberste Priorität“, sagt Zoodirektor Prof. Jörg Junhold.

Eine Ausnahmegenehmigung vom allgemeinen Tötungsgebot im Fall des Auftretens von Vogelgrippe für den Zoo Leipzig macht diese stufenweisen Maßnahmen möglich und soll den Erhalt bedrohter Arten gewährleisten. Der Zoo ist in verschiedene Hygienebereiche eingeteilt und der Vogelbestand entsprechend aufgestallt. Damit soll die Gefahr der Verbreitung des Virus verhindert werden und nicht den gesamten Vogelbestand des Zoos gefährden.

Mit diesen Voraussetzungen kann der Zoo die gestern wiedereröffneten Bereiche Gondwanaland und Pongoland gegenwärtig für die Besucher zugänglich lassen. Desinfektionsmatten an den Ein- und Ausgängen sollen den Eintrag von Viren über das Schuhwerk in die Tierhäuser mit Vogelbestand verhindern. Zudem wird der Teich der Krauskopfpelikane geleert und der anfallende Schlamm entsorgt. Damit wird auch die Nutzung durch Wildvögel eingeschränkt.

„Der Verlust der Pelikane ist bitter, aber notwendig. Wir werden weiterhin alles tun, um unseren Bestand und den Zoo zu schützen. Wir sind uns sicher, dass unsere Gäste die Maßnahmen ebenso mittragen und uns weiterhin unterstützen“, sagt Zoodirektor Prof. Junhold.
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Bronzeplakette für ein Bürgerhaus in der Lange Gasse 10 in Iphofen
Iphofen: Bürgerhaus Lange Gasse 10 (c) Guido Siebert / DSD
 
Bronzeplakette für ein Bürgerhaus in der Lange Gasse 10 in Iphofen
Zur Erinnerung an die private Förderung

Elisabeth Balk vom Ortskuratorium Fränkische Stadtbaumeister der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) überbringt bei einem Pressetermin am Montag, den 8. Dezember 2025 um 15.00 Uhr an Denkmaleigentümer David Saage eine Bronzetafel mit der Aufschrift „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“. Die Plakette soll an das Engagement der privaten Förderer erinnern und zu weiterer Unterstützung motivieren. Die DSD konnte jüngst dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale die Instandsetzung der östlichen Straßenfassade des Bürgerhauses in der Lange Straße 10 in Iphofen mit 20.000 Euro unterstützen. Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Haus gehört nunmehr zu den über 640 Denkmalen, die die Denkmalschutzstiftung, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert, dank privater Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Bayern fördern konnte.

Bei dem aufwendig gestalteten Renaissancehaus mit fachwerksichtigem Obergeschoss handelt es sich um ein besonders ortsbildprägendes Baudenkmal im historischen Stadtkern. Das Traufseithaus gehört zum Altstadtensemble. Das repräsentative Wohnhaus aus der Renaissance wurde 1571 errichtet. Das Fachwerkobergeschoss ist verputzt. Bemerkenswert ist im Inneren die große, vormals aufwendig ausgestattete Stube. Das Haus schmückt ein Stufengiebelmauerwerk.

Zum Objekt:
Das Gebäude wurde zusammen mit dem zugehörigen Hof als Wohnhaus mit Einliegerwohnung saniert. Dabei wurde das Dachgeschoss zimmermannsmäßig repariert, aber nicht ausgebaut. Das anschließende Nebengebäude wurde in die Wohnnutzung integriert. Zur Belichtung waren straßenseitig Einzelgauben und rückwärtig ein schmales Gaubenband vorgesehen.
 
 

Nikolaustag in der Wilhelma
© Wilhelma Stuttgart/Lisa-Marie Grimmer
 
Nikolaustag in der Wilhelma
Vorweihnachtliche Stimmung im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart

Auch in diesem Jahr hält der Nikolaus Einzug in die Wilhelma: Am Samstag, den 6. Dezember 2025 können sich die großen und kleinen Besucherinnen und Besucher des Zoologisch-Botanischen Gartens auf eine besondere Begegnung freuen: Der Nikolaus ist von 10.00 bis 11.30 Uhr sowie von 13.30 bis 15.00 Uhr im unteren Parkteil unterwegs und verteilt Mandarinen sowie kleine Überraschungen an die Kinder. Natürlich steht er mit seinem prächtigen Gewand und seinem Bischofsstab auch gerne für ein Selfie zur Verfügung.

Nachdem der Start der Weihnachtsstern-Ausstellung in der historischen Gewächshauszeile und das liebevoll dekorierte Weihnachtsbeet in der Nähe des Haupteingangs der Wilhelma schon die Adventszeit eingeläutet haben, sorgt der Nikolaus für noch mehr festliche Stimmung. Sein alljährlicher Besuch ist zu einer Tradition geworden, die bei Familien stets für strahlende Augen sorgt.

Der Brauch des Nikolaustags geht auf den Bischof Nikolaus von Myra zurück, einen der bekanntesten Heiligen der christlichen Kirchen. Er lebte im vierten Jahrhundert im Gebiet der heutigen türkischen Provinz Antalya. Nikolaus galt der Legende nach als großzügiger Mensch, der sein Vermögen unter den Bedürftigen verteilte. Der Besuch vom Nikolaus in der Wilhelma setzt daher ein Zeichen für ein gemeinschaftliches Miteinander – ganz im Sinne der vorweihnachtlichen Atmosphäre, die auch im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart jedes Jahr aufs Neue spürbar wird.

zum Bild oben:
Der Nikolaus legt eine kurze Rast in der Weihnachtsstern-Ausstellung ein.
© Wilhelma Stuttgart/Lisa-Marie Grimmer
 
 

 
BNE-Zertifizierung für den Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart
Wilhelma als nachhaltiger Bildungsort ausgezeichnet

Am Montag, 24. November 2025 wurde der Wilhelma im Rahmen des diesjährigen BNE-Netzwerkforums in Stuttgart von Umweltministerin Thekla Walker und Kultus-Staatssekretärin Sandra Boser das BNE-Zertifikat verliehen. Das Kürzel BNE steht in diesem Zusammenhang für „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

Mit jährlich rund 1,8 Millionen Besuchenden bietet die Wilhelma vielfältige Möglichkeiten, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in einem authentischen, erlebnisreichen Umfeld zu vermitteln. Die besondere Verbindung aus Zoologie, Botanik und historischer Parkanlage erlaubt es, Naturerfahrungen, Wissensvermittlung und gesellschaftliche Fragestellungen miteinander zu verknüpfen.

Miriam Wüst, Leiterin der Stabsstelle Umweltbildung & Veranstaltungen in der Wilhelma, macht es deutlich: „Unsere Vision ist eine Gesellschaft, in der Menschen mit Bewusstsein, Empathie und Verantwortung gegenüber Natur, Umwelt und zukünftigen Generationen handeln. Als größter außerschulischer Lernort im Raum Stuttgart stellen wir uns der Aufgabe, nicht nur Wissen über Tiere, Pflanzen und ökologische Zusammenhänge zu vermitteln, sondern auch zum Mitdenken, Mitfühlen und zum Mitgestalten einer nachhaltigen Zukunft anzuregen. Die Wilhelma dient dabei als Vorbild. Unsere Tiere und Pflanzen erfüllen dabei eine wichtige Botschafterfunktion.“

Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin ergänzt: „Bei uns erfährt man mehr über Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Mensch-Tier-Beziehungen in einem globalen Kontext. Dabei geht es nicht nur darum, auf Probleme aufmerksam zu machen – sondern auch Lösungen zu entwickeln: Weltweit unterstützen wir über 40 Artenschutzprojekte mit mittlerweile rund 1 Million Euro pro Jahr. Jedes dieser Projekte ist ein Beispiel dafür, was man bewirken kann, wenn man Verantwortung für etwas übernimmt. Jeder und jeder einzelne von uns kann etwas bewirken und durch individuelle Entscheidungen Einfluss auf die Zukunft unseres Planeten nehmen. Für uns bedeutet die BNE-Zertifizierung eine offizielle Anerkennung für unsere bereits bestehenden Anstrengungen im Bereich der nachhaltigen Bildung. Wir hoffen, dass es noch mehr Organisationen, Einzelpersonen und Familien dazu bewegt, die Angebote der Wilhelma wahrzunehmen.“

Die BNE-Zertifizierung würdigt Einrichtungen, die Bildung für nachhaltige Entwicklung konsequent in ihren Angeboten verankern. Sie prüft, ob Lernorte Menschen befähigen, ökologische, soziale und ökonomische Zusammenhänge zu verstehen und aktiv mitzugestalten. Vergeben wird die Auszeichnung in Baden-Württemberg vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft auf der Grundlage der Empfehlungen einer Expertenjury. Um die Zertifizierung zu erhalten, musste die Wilhelma nach Antragsstellung einen umfangreichen Prozess durchlaufen, der nicht nur die Umweltbildung an sich, sondern den gesamten Betrieb betrachtete. Dazu gehörten neben der Antragsstellung inklusive der Ausarbeitung eines BNE-Leitbilds und eines pädagogischen Konzepts auch Auftaktveranstaltungen, Begleitworkshops und Einrichtungsbesuche des Begutachtungsteams in der Wilhelma.

Über das BNE-Netzwerkforum:

Das vierte landesweite BNE-Netzwerkforum fand auf gemeinsame Einladung von Umwelt- und Kultusministerium unter dem Titel ‚Gemeinsam Zukunft wagen‘ statt. Den über 220 Bildungsakteuren sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus allen Bildungsbereichen wurde ein breites Angebot an Inputs und Mitmachformaten zu den Themenbereichen ‚Zukunft‘ und ‚Kooperation‘ geboten. Außerdem öffnet das Netzwerkforum viel Raum für den Austausch zwischen den Teilnehmenden. Besonders lebendig wurde die Veranstaltung durch die Beteiligung zahlreicher Akteure an der Gestaltung und Umsetzung von Freiräumen, Workshops und einem Markt der Möglichkeiten.

Wichtiger Bestandteil der Veranstaltung war die Verleihung des BNE-Zertifikats durch Umweltministerin Thekla Walker und Staatssekretärin im Kultusministerium Sandra Boser an 20 Einrichtungen aus dem non-formalen Bildungsbereich. Seit Januar waren die Einrichtungen am Zertifizierungsprozess beteiligt, der begleitet durch Schulungen und Workshops die Qualitätsentwicklung zum Ziel hat. Das BNE-Zertifikat ist ein Qualitätssigel, das die Reflektion der eigenen Bildungsarbeit fördert und nach außen die Einhaltung von definierten Qualitätskriterien belegt. Die BNE- Zertifizierung ist das Leuchtturmprojekt des Umweltministeriums in der Umsetzung der Landesstrategie BNE-BW 2030. Die BNE-zertifizierten Einrichtungen sind tragende Säulen der strukturellen Verankerung und der Umsetzung von BNE in Baden-Württemberg.
 
 

Bronze für das alte Forsthaus in Maulbronn
Maulbronn: Altes Forsthaus Heilbronner Str (c) Wegner / DSD
 
Bronze für das alte Forsthaus in Maulbronn
Zur Erinnerung an die privaten Förderer

Im Nordosten von Maulbronn befindet sich in der Heilbronner Straße 10 das ehemalige Forsthaus. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellte hier für die Dachsanierung einen Fördervertrag in Höhe von 80.000 Euro zur Verfügung. Nun überbringt Dr. Fritz Fischer, Ortskurator Stuttgart der DSD, bei einem Pressetermin am Mittwoch, den 26. November 2025 um 13.00 Uhr im Beisein von Marc Frank von Lotto Baden-Württemberg an Sarah und Matthias Dauner eine Bronzetafel mit der Aufschrift „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“. Die Plakette soll an das Engagement der privaten Förderer der Stiftung und der GlücksSpirale erinnern und zu weiterer Unterstützung motivieren. Das alte Forsthaus gehört zu den über 420 Denkmalen, die die private DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale allein in Baden-Württemberg fördern konnte.

Zum Objekt:
1885 ließ sich der Steinbruchinhaber Läpple eine Villa errichten, die 1894 das Kameralamt Maulbronn erwarb, um darin das Forstamt unterzubringen. Das stattliche Villengebäude zeigt in schlichter Neoromanik und Neogotik eine zweigeschossige durchgestaltete Fassadenfront. Eine besondere Betonung liegt auf dem dreigeschossigen Mittelrisalit und dem Anbau eines achteckig angelegten Eckerkers. Die Schauseite zur Straße und die beiden Seitenfassaden sind aufwändig gestaltet. Die Vorderfassade zeigt den Mittelrisalit mit Giebel, Erker und vielfältiger Bauzier. Als gliedernde Elemente dienen Fenstergewände und Gesimse und zusätzlich ein repräsentativer Balkon mit Balustradenelementen in Form von Dreipässen. Als Baustein wurde der örtliche Maulbronner Schilfsandstein eingesetzt. Die Fassadenflächen sind komplett als Natursteinmauerwerk durchgestaltet. Die Steinmetzarbeiten sind in einer, für die Ausführungszeit üblichen, sehr hohen Qualität ausgeführt.
 
 

Weihnachtssterne in ihrer ganzen Pracht
Rot ist die klassische Farbe des Weihnachtssterns © Wilhelma /B.Meierjohann
 
Weihnachtssterne in ihrer ganzen Pracht
Start der Weihnachtsbaumausstellung in der Wilhelma

Mit dem Start des Advents gehen im Zoologisch-Botanische Garten Stuttgart die Sterne auf: Die große Weihnachtssternausstellung öffnet ihre Türen und rückt eine Pflanzenart ins Rampenlicht, die seit Jahrzehnten Symbol für vorweihnachtliche Stimmung ist – den Weihnachtsstern. Fast 200 Exemplare aus rund 20 verschiedenen Sorten sorgen für eine farbenfrohe Adventszeit.

In der Natur wächst die Wildform des Weihnachtssterns an den bewaldeten Hängen der mittelamerikanischen Pazifikküste. Schon die Azteken nutzten seinen eigentlich giftigen Milchsaft zu medizinischen Zwecken. Aus den Hochblättern wurde außerdem ein violetter Farbstoff gewonnen. Um 1830 brachte der damalige amerikanischen Botschafter in Mexiko, Joel Robert Poinsett, die ersten Weihnachtssterne in die USA. Ihm zu Ehren erhielt die Art den Beinamen „Poinsettie“. Kurz darauf gelangte sie auch nach Europa. Hier wurde der Weihnachtsstern im 20. Jahrhundert als Zimmerpflanze immer beliebter.

Obwohl Poinsettien zur Advents- und Weihnachtszeit Einzug in zahlreiche Wohnzimmer nehmen, muss man einige Grundregeln beachten, damit sie gedeihen. Wilhelma-Gärtner Oliver Frank verrät: „Weihnachtssterne sind sehr empfindlich gegen Zugluft – dann verlieren sie ihre Blätter. Das sollte man beim winterlichen Lüften unbedingt berücksichtigen. Beim Gießen oder beim Transport muss man außerdem vorsichtig sein, da die Triebe leicht abbrechen. Zudem vertragen Weihnachtssterne keine Staunässe. Dann faulen die Wurzelspitzen nämlich ab und die Pflanze welkt.“

In der Natur entwickelt der bis zu vier Meter hohe Strauch während der trockenen Wintermonate seine auffällige Färbung. Bei den vermeintlichen „Blütenblätter“ handelt es sich allerdings in Wirklichkeit um Hochblätter, sogenannte Brakteen, die sich rund um den unscheinbaren, gelbgrünen Blütenstand gruppieren. Die Blüte und damit auch die besondere Farbgebung der Brakteen setzt als Reaktion auf kurze Tageslängen ein. Dafür sind mehrwöchige Dunkelphasen von mindestens zwölf Stunden pro Tag notwendig. Durch gezielte Steuerung der Lichtphasen, z. B. indem man die Pflanze sechs bis acht Wochen vorher jeden Abend in einen dunklen Raum bringt, kann man den Zeitpunkt der Blüte beeinflussen. Während die Brakteen der Wildform in einem kräftigen Rot erstrahlen, wurden durch Züchtungen viele weitere Variationen erschaffen. In der Wilhelma reicht die Farbpalette von zartem Weiß über Lachsrosa, verschiedene Pastelltöne, leuchtendem Pink und sattem Rot bis zu zweifarbigen Varianten mit marmorierten Mustern.

Die Weihnachtsstern-Ausstellung in der Wilhelma befindet sich innerhalb der historischen Gewächshauszeile in einem separaten Schauhaus, das über eine Seitentür des Kamelienhauses zugänglich ist. Bis in den Januar hinein kann dort die Pracht der Weihnachtssterne bewundert werden.
 
 



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