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Öko plus
| | | | | VAG Freriburg: Barrierefreie Bissierstraße | Blindenleitsystem, akustische Ampeln, Querungen: Barrierefreier Ausbau an der Bissierstraße erfolgreich abgeschlossen
- Gemeinsames Projekt von VAG und GuT
- Lob von Behindertenvertretungen: „Vorzeigemodell für barrierefreien Ausbau.“
- OB Horn: „Freiburg wird Stück für Stück barrierefreier.“
- Haltestelle ist moderner Mobilitätsknotenpunkt
Der barrierefreie Ausbau der Haltestelle Bissierstraße sowie der Kreuzung Bissierstraße/Berliner Allee ist abgeschlossen. Die Bauarbeiten starteten im März 2025. Durchgeführt wurden sie von der Freiburger Verkehrs AG (VAG) und dem Garten- und Tiefbauamt (GuT) der Stadt Freiburg. Behindertenvertretungen unterstützten mit ihrer Expertise.
Oberbürgermeister Martin Horn, die VAG-Vorstände Oliver Benz und Stephan Bartosch, Leiter des GuTs Frank Uekermann, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenverbands Mischa Knebel sowie Daniela Schmid, Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderungen, weihten die umgebaute Wendeschleife jetzt offiziell ein.
Gute Zusammenarbeit verschiedener Akteure
Oberbürgermeister Martin Horn unterstrich dabei die Bedeutung des Projekts: „Barrierefreiheit in der öffentlichen Infrastruktur ist eine zentrale Aufgabe für gerechte Lebensbedingungen, Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe. Dadurch wird Freiburg Stück für Stück barrierefreier. Der Weg ist noch lang, aber Projekte wie dieses zeigen: Wir sind auf dem richtigen Kurs.“
Alle Übergänge an der Kreuzung sind mit akustischen Signalen ausgestattet, die zwischen Straßen- und Gleisquerungen unterscheiden. Ein durchgehendes Blindenleitsystem aus Rillen- und Noppenplatten mit kontrastierenden Begleitstreifen führt Nutzende zuverlässig zu den Ampelüberwegen, Haltestellen und Querungsstellen. Die Querungen wurden in zwei unterschiedlichen Höhen angefertigt, damit sie für Sehbehinderte sowie Rollstuhlfahrende gleichermaßen geeignet sind. Gepflasterte Wege über die Bushaltestelle vervollständigen die Barrierefreiheit.
Frank Uekermann, Leiter des Garten- und Tiefbauamts, ergänzte: „Die Bissierstraße zeigt, dass solche ambitionierten Projekte gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen: Stadt, Verkehrsbetriebe und vor allem die Verbände der Menschen mit Behinderungen, die ihre Expertise einbringen.“
Vorzeigemodell für barrierefreien Ausbau
Mischa Knebel, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins, lobte die Arbeiten: „Das Konzept an der Bissierstraße ist gut durchdacht, in sich stimmig und überzeugt in jeder Ecke: ein repräsentatives Vorzeigemodell. Das ist der Standard, den wir überall anstreben.“ Und appellierte an die Fahrgäste: „Jetzt müssen nur alle darauf achten, dass die Leitsysteme nicht zugestellt werden – etwa durch Taschen oder E-Scooter.“
Daniela Schmid, Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderungen, sagte: „Menschen mit Behinderung sind oft besonders auf den ÖPNV angewiesen. Deswegen ist es wichtig, dass die Barrierefreiheit nicht nur an einzelnen Stellen umgesetzt wird, sondern ein Gesamtkonzept entsteht. Bei der Bissierstraße ist genau das passiert.“ Darauf dürfe man sich aber nicht ausruhen. „In Freiburg sind wir insgesamt auf einem guten Weg, auch wenn es für uns Betroffene natürlich schneller gehen könnte. Doch dafür braucht es finanzielle Mittel von Bund und Land.“
Zentraler Mobilitätsknotenpunkt mit vielen Extras
Die Haltestelle Bissierstraße ist ein zentraler Knotenpunkt der VAG – eine Bündelung verschiedener Mobilitätsangebote, die den Umstieg auf alternative Verkehrsmittel erleichtern.
Die Mobilstation Bissierstraße verbindet die Buslinien 10, 22 und 36 mit der Stadtbahnlinie 3. Darüber hinaus bietet sie mehrere Fahrgastunterstände, eine Frelo-Station, einen Park-and-Ride-Platz mit rund 240 Parkplätzen sowie eine DHL-Packstation. Zu Heimspielen des SC Freiburgs pendeln zwischen der Bissierstraße und dem Stadion zusätzliche Straßenbahnen. Künftig soll die Zahl der Fahrradstellplätze erweitert werden. Ein Snack- und Getränkeautomat bietet ein zusätzliches Angebot für Fahrgäste und Fahrpersonal. Seit Dezember 2025 ist zudem die Schnellladestation für die E-Busse der VAG in Betrieb und versorgt die Busflotte mit Ökostrom.
Oliver Benz, Vorstand der VAG, sagte: „Aus einer funktionalen Bushaltestelle ist nun ein moderner und übersichtlicher Mobilitätsknotenpunkt entstanden. Das Fahrpersonal muss nicht mehr rangieren und auch die Fahrgäste finden sich besser zurecht. Es gibt unterschiedliche Mobilitätsangebote – und nebenbei können die Gäste noch schnell ihre Päckchen abschicken.“
Stephan Bartosch, VAG-Vorstand, ergänzte: „Die Bauarbeiten fanden aufgrund parallel stattfindender Arbeiten unter großem Zeitdruck statt und waren für das Team herausfordernd.“ Andere Baustellen im Liniennetz sowie der dafür eingerichtete SEV mussten in der Planung berücksichtigt werden. „Umso schöner ist es jetzt, nicht nur ein gutes Ergebnis zu sehen, sondern auch Lob von allen Seiten zu bekommen.“
Die Kosten für den barrierefreien Ausbau sowie den Ausbau der Ladeinfrastruktur bei E-Bussen liegen für die VAG bei zwei Millionen Euro. Davon sind 75 Prozent vom Land Baden-Württemberg gefördert. Die Tiefbauarbeiten und die Ampelanlage des GuT haben rund 860.000 Euro gekostet. Das Land fördert das Projekt mit rund 395.000 Euro. | | | | | |
| | | | | | FR1 am 24. März auf Höhe der Brauerei Ganter gesperrt | Das Garten- und Tiefbauamt repariert die Beleuchtung entlang der Radvorrangroute 1 (FR1). Deshalb wird der Radweg auf Höhe der Brauerei Ganter zwischen der Fabrikstraße und der Leo-Wohleb-Straße am 24. März gesperrt. Um die Einschränkungen möglichst gering zu halten, werden die Arbeiten an einem Tag gebündelt erledigt.
Während der Sperrung werden Radfahrende und Fußgänger*innen über die Fabrikstraße, die Kartäuserstraße und den Schwabentorring beziehungsweise den Greiffeneggring umgeleitet. Die Umleitung ist ausgeschildert.
Die Stadtverwaltung bittet um Verständnis für die Verkehrsbeeinträchtigungen. | | | | | |
| (c) mitwelt.org | | | | | Das AKW-Gösgen (CH) und die Bar in Crans-Montana | Vor 15 Jahren schaute die Welt auf die Atomkatastrophe im japanischen AKW Fukushima. Zu Jahresbeginn schaute die Welt auf den Brand in der Bar von Crans-Montana. Mit einem gewissen zeitlichen Abstand lässt das veröffentlichte Interesse an brennbaren Bar-Decken und an alten AKW deutlich nach …
Das Risiko-AKW Gösgen (CH) liegt 21 km von der deutschen Grenze entfernt. Es ist seit dem 24. Mai 2025 (Jahresrevision) wegen der Reparatur der technischen Sicherheitsprobleme abgeschaltet und soll nach massiven Verzögerungen am 21. März 2026 wieder ans Netz.
Ein unabhängiges Gutachten im Auftrag der Schweizerischen Energiestiftung bestätigt: „Das Atomkraftwerk Gösgen wurde seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1979 mit einem fundamentalen Sicherheitsmangel betrieben. Im Störfall drohte die Kühlung des Reaktors zu versagen. Mögliche Konsequenz: schwere Kernschäden bis hin zur Kernschmelze.“ Diese Sicherheitsprobleme wurden schon in den 1990er-Jahren entdeckt. Sie werden aber erst jetzt behoben.
Eine der Ursachen beim verheerenden Brand in der Bar in Crans-Montana waren die mangelnden staatlichen Kontrollen der Bar. Was ist von einer AKW-Kontrolle zu halten, die riskante Schwachstellen sehr spät entdeckt und dann nicht auf eine sofortige Behebung der Probleme drängt? Ein schwerer Unfall hätte verheerende Folgen für die Schweiz und die Nachbarländer.
Die finanziellen Folgen des Ausfalls liegen bei bis zu 500 Millionen Schweizer Franken. Es gibt ein erstaunliches und erschreckendes Phänomen. Im grenznahen Deutschland ist der Zustand des AKW-Gösgen (fast) kein Thema. In der Schweiz wird jetzt viel über die massiven finanziellen Folgen der Abschaltung berichtet. Über die lange verdrängten möglichen Gefahren für Mensch und Umwelt, die Grund für die Abschaltung waren, wird wenig öffentlich berichtet und diskutiert. Was sagt diese Gewichtung der Debatte über den Zustand der Medien und einer Gesellschaft aus?
Was haben wir aus Fukushima und Tschernobyl gelernt?
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein | | Mehr | | | |
| | | | | | Mehr Geld für mehr Grün | Höhere Fördersätze im Förderprogramm GebäudeGrün hoch³
Start der zehnten Beratungswoche: Informationsveranstaltungen am 23. und 27. März
Programm für eine artenreichere, kühlere und klimaangepasste Stadt
Mit dem Förderprogramm „GebäudeGrün hoch³“ unterstützt die Stadt seit Oktober 2021 Gebäudeeigentümer*innen, Vereine, Mieter*innen und Unternehmen bei der Begrünung von Gebäuden und der Entsiegelung von Flächen. Die zehnte Beratungswoche, die vom 23. bis 27. März stattfindet, bringt gute Neuigkeiten: Die Stadt hat die Fördersätze erhöht, um Freiburg noch artenreicher, kühler und grüner zu machen.
Seit November können Freiburger*innen bis zu 60 Prozent der Kosten als Zuschuss bekommen: Ein grünes Carportdach kann so günstiger sein als ein neues Kiesdach. Bei Kombination verschiedener Maßnahmen aus unterschiedlichen Fördermodulen sind bis zu 25.000 Euro Förderung pro Grundstück möglich. Neu ist auch, dass der Regenwasserrückhalt und die Versickerung bezuschusst werden. Ebenfalls interessant: Wer selbst Hand anlegt, bekommt Geld – Eigenleistungen werden jetzt auch gefördert. Zusätzliche Förderung gibt es auch für Solar-Gründächer, der Kombination von Photovoltaik und Gründach.
Über die neuen Fördermöglichkeiten informiert die zehnte Fachberatungswoche. Los geht’s am Montag, den 23. März: Ab 18.30 Uhr stellt das Umweltschutzamt in einer Onlineveranstaltung unter dem Titel „Trägt ihr Haus schon grün? Gute Gründe für die Begrünung Ihres Hauses“ das Förderprogramm GebäudeGrün hoch³ vor. Es gibt umfangreiche Informationen zur Dach- und Fassadenbegrünung, zur Entsiegelung, zum Regenwasserrückhalt sowie Praxisbeispiele und alles Wissenswerte rund um den Antrag zur Förderung eigener Begrünungsmaßnahmen.
Am Donnerstag, den 27. März, können sich Interessierte von 14 bis 20 Uhr individuell beraten lassen. Die Gespräche dauern etwa 30 Minuten und finden im Rathaus im Stühlinger statt. Das Angebot richtet sich an Hausbesitzer*innen, interessierte Mieter*innen, Vereine, Institutionen und Unternehmen im Freiburger Stadtgebiet, die ihr Dach, ihre Fassade oder ihren Hof entsiegeln und begrünen wollen oder Maßnahmen zur Speicherung von Regenwasser auf Ihrem Grundstück umsetzen möchten. Eine Anmeldung für den Informationsabend sowie für die individuelle Begrünungsberatung ist unter www.gebaeudegruen.info/Info-Abend möglich.
Interessierte können auch außerhalb der Beratungswochen immer Förderanträge für Dach- und Fassadenbegrünung sowie Entsiegelungs- und Regenwasserrückhaltungsmaßnahmen beim Umweltschutzamt stellen. Der Online-Förderantrag, die Formulare, die neuen Förderbedingungen sowie Terminvereinbarung zur kostenlosen Erstberatung beim Bundesverband GebäudeGrün (BUGG) gibt es online | | Mehr | | | |
| | | | | | Das stille Sterben der Natur | Vorträge und Diskussion in der Reihe „Mensch und Schöpfung"
Unter dem Titel „Das stille Sterben der Natur“ laden die Katholische Akademie Freiburg, das Theater Freiburg und die Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg von Donnerstag, 26. März, bis Samstag, 28. März zu einem Mini-Festival im Theater Freiburg ein. Anlass ist die Theaterpremiere von „Revue. Über das Sterben der Arten“ am 28. März im Theater Freiburg. In Vorträgen, Gesprächen, künstlerischen Interventionen, Workshops und Performances widmet sich das Programm gemeinsam mit dem Publikum den Herausforderungen des globalen Artensterbens.
Der Evolutionsbiologe Prof. Dr. Matthias Glaubrecht veranschaulicht die Bedeutung der Artenvielfalt und diskutiert deren Bedrohung. Mathias Frick beleuchtet in einem Dokumentarfilm die Rolle der Kunst in Zeiten der Klimakrise. Gemeinsam mit dem Choreografen Andy Zondag erkunden Teilnehmende in einem Bewegungsworkshop körperlich unser Verhältnis zur Natur. Mit dem Sound-Objekt KLIMATON ARCTIC wird das Verschwinden des Eises zu einer klanglichen Partitur. Die kalaaleq (grönländische Inuk) Künstlerin Laakkuluk Williamson Bathory sendet eine künstlerische Botschaft direkt aus der Arktis. Zudem begleiten mehrere Freiburger Gymnasien das Festival mit eigenen künstlerischen Beiträgen – darunter Bilder, Texte, Videos und Theaterstücke.
Die einzelnen Veranstaltungen des Festivals finden unter jeweils eigenen Titeln in verschiedenen Räumen des Theater Freiburg statt. Informationen zu Kosten und Anmeldung unter www.katholische-akademie-freiburg.de | | Mehr | | | |
| | | | | | Vor 50 Jahren: Der hoffnungsvolle Aufbruch der Erneuerbaren Energien | Ein regionaler Traum wird zum weltweiten Erfolg
Ende Mai 1976 veranstalteten einige Aktive des damals frisch gegründeten Bund für Umwelt und Naturschutz und die badisch-elsässischen Bürgerinitiativen die weltweit erste und größte Ausstellung zu alternativen Energien in Sasbach am Kaiserstuhl. Der Widerstand gegen das im Nachbardorf Wyhl geplante AKW, das berühmte "Nai hämmer gsait" war den Aktiven nicht genug. Es galt nicht nur "dagegen zu sein", sondern auch die Alternativen zur Atomenergie aufzuzeigen. Die Ausstellung fand 3 Jahre nach der großen Ölkrise 1973 mit ihren vier Sonntagsfahrverboten statt, ein Ölpreisschock der heute wieder Erinnerungen weckt.
Aus heutiger Sicht waren die Sasbacher Sonnentage eine kleine, ja geradezu winzige Ausstellung alternativer Energien, doch wir sagten selbstbewusst und durchaus auch verwegen: "Das ist die Zukunft! Das sind die Alternativen zur Atomenergie". Aber gerade dieses "aus heutiger Sicht" zeigt den unglaublichen Erfolg der damaligen Idee und der umgesetzten Vision.
Aus den Hoffnungen und Visionen von 1976 ist Realität geworden
Der Preis für Solarmodule ist seit 1976 um 99 % gesunken. Der immer noch aggressiv bekämpfte Strom aus Wind & Sonne ist schon lange viel kostengünstiger als Gefahrstrom aus Kohle, Öl, Gas und Atom.
Vom 26.5.1976 bis zum 30.5.1976 fanden die Ausstellung und eine Vielzahl von Veranstaltungen statt. Ich selbst habe damals als noch sehr junger Umweltschützer bei der Ausstellung mitgeholfen. Ich erinnere mich an Bottiche der Winzergenossenschaft, in denen Wasser solar erwärmt wurde, an die erste von mir bewusst wahrgenommene Fotovoltaikanlage, an den "Lörracher Trichter" von Jürgen Kleinwächter, an frühe Windradmodelle und an erste Informationen und Vorträge zu damals "exotischen Themen" wie Energieeinsparung, Endlichkeit der Rohstoffe, Klimaschutz und Wärmedämmung. Es gab Referenten, die sagten, dass irgendwann einmal der Liter Benzin 2 DM (1 Euro) kosten könnte. (Manche hielten solch verwegene Prognosen und Aussagen für Spinnerei, denn der Benzinpreis lag damals bei 83 Pfennigen pro Liter ...)
Das ganze Dorf Sasbach, geprägt vom AKW-Wyhl-Protest, war mit allen Vereinen an der Ausgestaltung der ersten "Sonnentage" aktiv beteiligt. Die Winzergenossenschaft stellte das Gelände für die Ausstellung und gleich daneben war der Festplatz, den uns der Musikverein überließ. Auch die alternative Volkshochschule Wyhler Wald war mit dabei. Zum alemannischen Sänger- und Dichtertreffen kamen André Weckmann, Roger Siffer und das Babbedeckel Theater. Unter den hohen Laubbäumen des Festplatzes war das Ganze ein großes Volksfest mit Flohmarkt, Wein- und Bierausschank und (heute undenkbarem) Meerschweinchenrennen. Über 12 000 BesucherInnen kamen 1976 zu diesen ersten "Sonnentagen" nach Sasbach.
Es war tatsächlich eine sehr kleine, weltgrößte Ausstellung und es ist unglaublich und faszinierend, was sich in 50 Jahren aus diesen "Sonnentagen" entwickelt hat. In den Jahren 1977 und 1978 wurde die Messe in Sasbach wiederholt, wuchs dann aber so schnell, dass sie nach Freiburg umziehen musste. Aus den Sasbacher Sonnentagen wurden die großen Öko-Messen des BUND, aus denen sich die Intersolar-Messe entwickelt hat. Eine Messe, für die bald sogar das Freiburger Messegelände zu klein geworden war. Zwischenzeitlich haben Windräder, Fotovoltaikanlagen, Umweltprodukte und Umweltideen längst die kleinen Nischen verlassen. Ökoprodukte und Umwelttechnik, die vor 50 Jahren in Sasbach noch bestaunte, neue Sensationen waren, gibt es heute im Baumarkt um die Ecke.
Die vielen privaten Solaranlagen auf den Dächern führten auch zu einer Demokratisierung der Energieerzeugung. Zum Ärger der Energiekonzerne wurde ihr Energieerzeugungsmonopol gebrochen. Die Wirtschaftsministerin und Gaslobbyistin Reiche versucht gerade eine energiepolitische Zeitenwende rückwärts durchzusetzen.
Noch im Jahr 1993 behaupteten die vier großen deutschen Energieversorger und Atomkonzerne in einer Anzeige in der Zeit: „Regenerative Energien wie Sonne, Wasser oder Wind können auch langfristig nicht mehr als 4 % unseres Strombedarfs decken.“ Im Jahr 2025, 32 Jahre nach dieser Anzeige, hatten die erneuerbaren Energien einen Anteil von 59 Prozent an der Nettostromerzeugung erreicht. Bis heute lässt die Kohle-, Öl-, Gas und Atomlobby die kostengünstigen und umweltfreundlichen Energien mit Bürokratie und Fake-News bekämpfen. Doch Strom aus Wind und Sonne ist schon lange kostengünstiger als Strom aus neuen AKW. Wie sagte ein US-Präsident: „It’s the economy, stupid“.
"Solarstrom (PV) ist inzwischen weltweit fast überall am günstigsten: In der Wüste von Saudi-Arabien wird er für nur einen US-Cent pro Kilowattstunde (kWh) erzeugt, in Portugal für 1,4 US-Cent pro kWh.
Im Wyhler Wald steht ein Gedenkstein, der an das "NAI HÄMMER GSAIT", an den Erfolg der AKW GegnerInnen erinnert. Millionen von Solaranlagen auf den Dächern erinnern an einen Traum, der vor 50 Jahren in Sasbach und Wyhl geträumt wurde. In Sasbach am Kaiserstuhl liegen wichtige Wurzeln des heutigen Solar- und Windbooms. Im Sommer 1976 war die Zeit reif für diese neuen Ideen.
"Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen", soll Altbundeskanzler Helmut Schmidt einmal gesagt haben. Gut, dass sich die BUND-Aktiven und Bürgerinitiativen damals nicht an den Spruch des Altkanzlers gehalten, sondern ihre Träume in Realität umgesetzt haben. Sonnen- und Windenergie sind inzwischen selbstständige Wirtschaftsbereiche geworden. Die "Kinder" der Sasbacher Sonnentage sind groß, eigenständig und mehr als lebenstüchtig geworden.
In Sachen Mensch, Natur, Umwelt, Atomgefahren, Klimaschutz und echter Nachhaltigkeit gibt es für die Umweltbewegung auch in Zukunft genug zu tun. Träume von einem Ende der aktuellen weltweiten Raubbauwirtschaft und einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Welt werden geträumt und umgesetzt.
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein (der Autor war 30 Jahre lang BUND-Geschäftsführer, Kreisrat und als junger Umweltschützer bei den Sasbacher Sonnentagen aktiv) | | Mehr | | | |
| | | | | | Bundesweiter Waldputztag | Macht mit am Samstag, 21. März!
Beim Forstamt gibt es Waldputz-Sets, solange der Vorrat reicht
Mal eben schnell die Welt retten? Einen kleinen Beitrag dazu kann jede und jeder leisten: beim bundesweiten Waldputztag am Samstag, 21. März. Man muss einfach unter https://waldputztag.de/ die eigene Sammeltour im Stadtwald eintragen. Für kleine und große Sammelbegeisterte hält das Forstamt (Wonnhaldestraße 8) zu den Öffnungszeiten im Foyer „Waldputz-Sets“ bereit; sie werden kostenlos abgegeben, solange der Vorrat reicht.
Das Set besteht aus einer Holz-Grillzange, die hier als Müllzange dient, und einem „Drecksack“ der Firma Deuter, der nach der Aktion auch privat weiter genutzt werden kann. So können alle auch unabhängig vom Waldputztag Müll entlang des Wegs einsammeln. Das Forstamt dankt der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg und der Firma Deuter für die Unterstützung.
Klar, der illegal entsorgte Kühlschrank passt nicht in den „Drecksack“ rein; der wäre ein Fall für die Profis von der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg. Aber viele unbeliebte Naturbewohner wie das „Pappige Becherlein“ oder der „Blaue Dunstling“ sind im Drecksack bestens aufgehoben. Diese und viele weitere Fundstücke samt ihrer Verrottungszeit in der Natur nennt das Infoblatt, das jedem Waldputz-Set beiliegt.
Mehr zum Stadtwald und zum Forstamt online | | Mehr | | | |
| (c) VAG Freiburg / Stadt Freiburg / Patrick Seeger | | | | | Wimmelbahn zeigt Vielfalt der städtischen Gesellschaften in Freiburg | • OB Horn stellt Straßenbahnmotiv vor: „Vielfalt und wichtige Aufgaben der kommunalen Unternehmen sichtbar machen“
• Fahrzeug der Fahrschule würdigt den täglichen Einsatz der Mitarbeitenden für eine funktionierende und lebenswerte Stadt
Badegäste planschen in den Becken städtischer Bäder, Entsorgungskräfte reinigen den Rathausvorplatz und ein Erdmännchen des Mundenhofs fährt auf der Regenbogenrolltreppe zur Stadtbahn: Diese drei augenzwinkernden Motive stehen beispielhaft für das, was die neu gestaltete Wimmelbahn zeigt: Die Vielfalt der Aufgaben der städtischen Gesellschaften und wie sie Freiburg Tag für Tag am Laufen halten.
Viele helfende Hände für mehr Lebensqualität
Oberbürgermeister Martin Horn stellte die neu beklebte Straßenbahn gemeinsam mit Mitarbeitenden der städtischen Gesellschaften vor. Horns zentrale Botschaft: Hinter der hohen Lebensqualität in Freiburg stehen viele helfende Hände. Vieles, was in Freiburg selbstverständlich funktioniert, sei das Ergebnis der täglichen Arbeit zahlreicher Mitarbeitender im Stadtkonzern: Verkehr, Sauberkeit, Energieversorgung, Wohnen, Freizeitangebote, Kultur und Grünflächen.
„Es ist leicht, im Alltag über Verwaltung oder kommunale Unternehmen zu schimpfen und alles als gegeben anzusehen“, sagte Horn. „Dabei setzen sich die Beschäftigten der kommunalen Unternehmen Tag für Tag für das Gemeinwohl ein. Dafür verdienen sie Respekt und unsren herzlichen Dank.“ Die neue Wimmelbahn mache diese wichtige Arbeit sichtbar.
Mitarbeitende bei Einweihung
Bei der Vorstellung der Bahn waren zahlreiche Mitarbeitende der städtischen Gesellschaften in ihrer Arbeitskleidung anwesend. Sie stehen stellvertretend für die vielen Menschen im Stadtkonzern, die Freiburg jeden Tag zuverlässig am Laufen halten; oft im Hintergrund, aber mit großer Wirkung für die Bürgerinnen und Bürger.
Viele Akteure im Stadtkonzern
Die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF) sorgt für saubere Straßen und Plätze und arbeitet an einer nachhaltigen Umstellung ihres Fuhrparks. Die Freiburger Verkehrs AG (VAG) garantiert mit Bussen, Straßenbahnen und der Schauinslandbahn klimafreundliche Mobilität in der ganzen Stadt. Die Freiburger Stadtbau GmbH schafft und erhält bezahlbaren Wohnraum und entwickelt neue Quartiere. Die Badenova versorgt Freiburg rund um die Uhr mit Strom, Gas, Wärme und Wasser und treibt die Energiewende voran.
Ergänzt werden diese großen Unternehmen durch weitere kommunale Beteiligungen: Die Freiburger Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft (FQB) unterstützt unter anderem die Pflege von Grünanlagen. Die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (FWTM) organisiert Märkte, Messen und Veranstaltungen und stärkt die Innenstadt. Das Theater Freiburg prägt das kulturelle Leben der Stadt. Der Mundenhof bietet Natur- und Tiererlebnisse für Familien. Der Flugplatz Freiburg sichert die städtische Luftverkehrsinfrastruktur. Die Freiburger Stiftungsgesellschaft engagiert sich für Stiftungsvermögen und kulturelles Erbe. Auch die Eigenbetriebe wie die Friedhöfe tragen zum funktionierenden Gemeinwesen bei.
Szenen aus dem Stadtleben
Der Freiburger Illustrator Michael Bögle hat das Motiv für die Wimmelbahn entworfen: Zwischen Marktplatz, Münster und Mess‘, neben Windrädern, Wasserschlössle und Wiwili Brücke, zwischen Bächle, Bürger*innen und Bahnen, Rathausplatz und Roter Otto wuseln die Beschäftigten der kommunalen Unternehmen – und die Tiere des Mundenhofs.
Einsatz als Fahrschulfahrzeug
Die Wimmelbahn ist eine Straßenbahn vom Typ GT8N mit der Nummer 230. Die VAG hat das Fahrzeug vor kurzem aus dem Regelverkehr genommen und setzt es künftig als reines Fahrschulfahrzeug ein. Für das Fahrzeug suchte die VAG nach einem neuen Motiv. Die konkrete Idee für die Wimmelbahn entstand vor einiger Zeit bei einem Austausch der kommunalen Unternehmen mit OB Horn. Künftig fahren Fahrschüler*innen der VAG mit der frisch beklebten Wimmelbahn durch Freiburg.
Hintergrund: PIWI-Prozess und Idee zur Wimmelbahn
Im Rahmen eines 2023 begonnenen Verbesserungsprozesses der städtischen Projektgruppe PIWI hat die Stadt gemeinsam mit den Geschäftsführungen der städtischen Gesellschaften, Stadtwerken, der Stiftungsverwaltung und Badenova eine Klausur zur Weiterentwicklung der Konzernsteuerung abgehalten. Ziel war es, die Zusammenarbeit innerhalb des kommunalen Konzerns weiter zu stärken, Synergien besser zu nutzen, gemeinsame Ziele zu definieren und Aufgaben künftig noch stärker vernetzt zu bearbeiten.
Vor dem Hintergrund der angespannten finanziellen Rahmenbedingungen besteht der Bedarf, strategische Schnittmengen künftig systematischer zu nutzen und konkrete Maßnahmen zur Effizienzsteigerung im Konzern Stadt zu entwickeln. Damit wird zugleich ein wichtiger Beitrag zur Vorbereitung der kommenden Haushaltsjahre geleistet und ein Anliegen des Gemeinderats nach stärkerer Konzernsteuerung aufgegriffen.
Im Mittelpunkt der im Herbst 2025 abgehaltenen Klausur mit dem OB standen konkrete Projekte (kurz-, mittel- und langfristig) sowie Potenzialanalysen und Projektabstimmungen für eine intensivere fachliche Kooperation, gemeinsame Services sowie die Bündelung von Aufgaben und Personalressourcen. Die gemeinsame Straßenbahn ist eines der kurzfristigen Projekte, das aus dem Stärkungsprozess der Beteiligungssteuerung von Stadt und kommunalen Unternehmen, entstanden ist; weitere folgen.
15 Fakten: Wie die städtischen Gesellschaften Freiburg lebenswerter machen*
1. Mehr als 4100 Menschen arbeiten im gesamten Stadtkonzern – und sorgen jeden Tag dafür, dass Freiburg funktioniert: von sauberem Trinkwasser bis zu pünktlichen Bahnen.
2. Künftige Fachkräfte: Mehr als 160 Auszubildende lernen gleichzeitig im Stadtkonzern einen von mehr als 40 Ausbildungsberufe.
3. Inklusiv: Der Stadtkonzern schafft derzeit knapp 30 Stellen für Menschen mit Behinderung und betreut rund 400 Menschen in schwierigen Lebenslagen in unterschiedlichen Projekten.
4. Der Stadtkonzern investiert rund eine Million Euro täglich in Freiburgs Zukunft. In Schulen, Mobilität, Kinder- und Jugendhilfe, Bäder und moderne Infrastruktur.
5. Die städtischen Gesellschaften erwirtschaften täglich einen Umsatz von etwa 5,2 Millionen Euro und sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.
6. Rund 1.000 neue Wohnungen sind aktuell im Bau, darunter ein eigenes Azubi-Wohnheim, das jungen Menschen einen bezahlbaren Start in Freiburg ermöglicht.
7. 22 neue E-Busse, 8 neue Straßenbahnen und moderne Aufzüge verbesserten 2025 die Mobilität – klimafreundlich, leise und barrierefrei.
8. Die Energieversorgung läuft rund um die Uhr zuverlässig. Mehr als 120 Millionen Euro an Investitionen treiben die lokale Energiewende voran.
9. Acht Hallen- und Freibäder bieten Raum für Sport, Gesundheit und Erholung – für Kinder, Familien und Senior*innen.
10. Große Veranstaltungen und Tourismusprojekte beleben die Innenstadt und stärken Handel, Gastronomie und Begegnung.
11. Kultur- und Veranstaltungsorte schaffen lebendige Treffpunkte und fördern Austausch und Vielfalt in der Stadt.
12. Der Stadtkonzern steht Menschen dort zur Seite, wo sie konkrete Unterstützung brauchen: Bei Bildungschancen, in akuten Notlagen oder für nachbarschaftliche Hilfe.
13. Zwei Drittel der Busflotte der VAG fährt inzwischen elektrisch, bei der Stadtreinigung sind sogar bereits 90 Prozent des Fuhrparks Stromer und bei der Abfallentsorgung der ASF sind 100 Prozent des Fuhrparks wasserstoffbetrieben. Alle städtischen Gesellschaften arbeiten so am Ziel Klimaneutralität bis zum Jahr 2035.
14. Auch der Ausbau des Nahverkehrs reduziert CO₂. Darüber hinaus senkt der Umstieg auf E-Busse den Verkehrslärm – für sauberere Luft und ruhigere Straßen.
15. Nachhaltige Bau- und Energieprojekte senken dauerhaft den Energieverbrauch und schützen Umwelt und Ressourcen.
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*Quelle: v.a. Beteiligungsbericht der Stadt Freiburg 2025 | | | | | |
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