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Ă–ko plus
| | | | | Beginn der Vogelschutzzeit im März | Grundstückseigentümer*innen sollten jetzt ihre Pflanzen zurückschneiden
RĂĽckschnitt ist Pflicht und Gehwege mĂĽssen frei bleiben
Wenn üppiges Geäst Gehwege einengt oder Pflanzen Verkehrsschilder verdecken, kann das gefährlich werden. Deshalb ist es wichtig, dass Grundstückseigentümer*innen ihre Pflanzen zurückschneiden. Das ist auch gesetzlich vorgeschrieben.
Da der Frühling naht, sollten Grundstückseigentümer*innen jetzt zu Gartenschere und Heckenschneider greifen. Nur im Februar sind notwendige Rückschnitte noch uneingeschränkt erlaubt, denn im März beginnt die Vogelschutzzeit. Formschnitte sind dann noch möglich, aber Hecken und andere Gehölze dürfen bis Ende September nicht abgeschnitten oder auf den Stock gesetzt werden.
Dieses Verbot gilt jedoch nicht, wenn der Rückschnitt nötig ist, um den Verkehrsraum freizuhalten. Das baden-württembergische Straßengesetz schreibt vor, dass Anpflanzungen die Verkehrssicherheit nicht gefährden dürfen. Der Luftraum über Fahrbahnen muss bis 4,50 Meter und jener über Geh- und Radwegen bis 2,50 Meter freigehalten werden. Auch dürfen Büsche und Bäume dürfen nicht in den Straßenraum ragen.
Falls sich in den Hecken oder Bäumen aber Nester mit Eiern oder Jungvögel befinden, gilt: Schere oder Säge beiseitelegen und das weitere Vorgehen mit der unteren Naturschutzbehörde abstimmen (0761/ 201 – 6125, -6126, -6127, - 6157).
Wenn Grundstückseigentümer*innen oder deren Beauftragte ihrer Pflicht nicht nachkommen, kann das Konsequenzen haben. Sie sind haftbar, wenn beispielsweise jemand durch herabfallende Äste zu Schaden kommt. | | | | | |
| | | | | | Artenvielfalt in Freiburg | Grüne Infrastruktur zur Förderung der biologischen Vielfalt
Neuer Biotopverbundplan Freiburg-Schwarzwald ist fertig:
Aussichtsreiche Perspektive fĂĽr die Tier- und Pflanzenwelt im Freiburger Osten
Durch die massiven Eingriffe des Menschen in die Landschaft ist die Biodiversität seit Jahrzehnten rückläufig; in den nächsten Jahren sind rund eine Million Arten vom Aussterben bedroht. Oder anders ausgedrückt: Jede achte Art weltweit – mehr als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte. Das geht auch an Freiburg nicht spurlos vorbei. Um diesen dramatischen Abwärtstrend lokal etwas entgegenzusetzen, hat die Stadt 2019 den „Aktionsplan Biodiversität“ beschlossen. Ein zentraler Baustein ist der jetzt fertiggestellte Biotopverbundplan Freiburg-Schwarzwald, der am Montag im Ausschuss für Klima- und Umweltschutz vorgestellt und beraten wurde.
Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit betont: „Das weltweite Artensterben wird die Zukunft unserer Region verändern – daher müssen wir handeln. Artenvielfalt braucht Konzepte, Raum und dauerhafte Pflege. Mit dem Biotopverbundplan Freiburg-Schwarzwald schaffen wir nun auch eine Perspektive für die Tier- und Pflanzenwelt der Schwarzwaldhänge und -täler im Osten unserer Stadt.“
Straßen, Wohngebiete und intensiv genutzte Felder trennen oft die Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Deshalb ist es wichtig, solche Wanderhindernisse zu überwinden und zusammenhängende Biotopverbünde zu schaffen. Ziel ist es, ökologisch hochwertige Lebensräume zu erhalten und neu zu entwickeln. So können sich verschiedene Tierarten – beispielsweise Amphibien, Reptilien, Heuschrecken und Schmetterlinge – sowie Pflanzen in menschengenutzten Kulturlandschaften ausbreiten und vermehren.
Das Potenzial im Freiburger Schwarzwald ist groß: Viele extensiv genutzte Wiesen und Weiden sind (noch) artenreich. Aktuell machen ökologisch wertvolle Lebensräume hier rund 23 Prozent der Offenlandfläche aus (etwa 142 von 618 Hektar) – allerdings sind diese Grünlandlebensräume zunehmend bedroht. Durch die Umsetzung aller im neuen Biotopverbundplan vorgeschlagenen Maßnahmen könnte ihr Anteil auf rund 41 Prozent steigen (256 Hektar). Das gäbe vielen regionalen Tier- und Pflanzenarten eine langfristige Perspektive.
Dafür ist die Stadt allerdings auf Unterstützung angewiesen, um nicht nur auf städtischen sondern auch auf privaten Flächen Maßnahmen umzusetzen. Die Ziele können besser gemeinsam mit den landwirtschaftlichen Betrieben und Flächeneigentümer*innen vor Ort erreicht werden. Das Umweltschutzamt berät fachlich und unterstützt die freiwillige Umsetzung von Maßnahmen mit umfangreichen Fördermitteln des Landes – beispielsweise die extensive Beweidung, die Sanierung und die Neuanlage von naturnahen Gewässern oder Blühflächen auf Äckern. Auch Ausgleichs- oder Ökokontomaßnahmen sind im Einzelfall förderfähig. Für weitere Informationen kann das Umweltschutzamt unter umweltschutzamt@freiburg.de kontaktiert werden.
Darüber hinaus unterstützt die Stadt mit dem Förderprogramm „Artenschutz in der Stadt“ alle Bürger*innen, Institutionen und Unternehmen bei biodiversitätsfördernden Maßnahmen in privaten Gärten, Vorgärten, Höfen, auf Grundflächen oder an Gebäuden. Um Vögeln, Insekten und anderen Tieren Nahrungs- und Nistmöglichkeiten sowie Rückzugsräume zu bieten, braucht es nicht viel Platz. So können kleinräumige Biotope wie Trockensteinmauern oder zugewachsene Weidenflächen entstehen. Außerdem gibt es im Rahmen des Aktionsplans Biodiversität noch Fachberatungen und Informationen für Interessierte. Mehr Informationen gibt es unter www.freiburg.de/artenschutz.
RĂĽckblick: Biotopverbundplan Tuniberg
Bereits 2024 hat das Umweltschutzamt den Biotopverbundplan Tuniberg fertiggestellt und vorgestellt. Gemeinsam mit dem Plan FreiburgSchwarzwald ist jetzt sowohl der Osten mit der Vorbergzone, den Schwarzwaldhängen und -tälern als auch der Westen mit dem Tuniberg und der Mooswaldniederung abgedeckt. Die Planungen für den neuen Biotopverbund Freiburg-Mitte laufen bereits – dann steht einem flächendeckenden Biotopverbund Freiburg nichts mehr im Weg. Das ist ein wichtiger Meilenstein, um die Biodiversität in der Region und darüber hinaus zu fördern.
Im Landesnaturschutzgesetz hat sich das Land Baden-Württemberg zum Ziel gesetzt, landesweit bis zum Jahr 2030 ein Netz räumlich und funktional verbundener Biotope zu schaffen, das 15 Prozent der Offenlandfläche umfasst. Nur so kann die Wanderung von Tier- und Pflanzenarten sichergestellt und der Austausch gefährdeter Populationen auch in Zukunft gewährleistet werden. Dazu sollen die Biotopverbundpläne beitragen. | | Mehr | | | |
| | | | | | Gemeinsam für eine saubere Stadt: Müllsammelaktion | Gruppen können sich jetzt für „Freiburg putzt sich raus“ anmelden
Wenn viele Hände anpacken, wird Freiburg ein Stück sauberer: Am Samstag, 14. März, lädt das Garten- und Tiefbauamt im Rahmen von „Freiburg packt an“ wieder zur stadtweiten Müllsammelaktion „Freiburg putzt sich raus“ ein. Jedes Jahr beteiligen sich daran rund 1500 bis 2000 Menschen.
Die Aktion läuft in Kooperation mit der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung ASF sowie den Bürgervereinen, Ortsverwaltungen, Schulen und unterschiedlichen Gruppierungen. Diese organisieren die Putzaktionen vor Ort. Auch einzelne Freiwillige können sich in den bestehenden Gruppen engagieren. Wer motiviert ist, kann nicht nur am Aktionstag, sondern auch unter der Woche mit anpacken.
Das „Freiburg packt an“-Team stattet die fleißigen Helfer*innen mit Handschuhen, Zangen und Säcken aus. Die Mitarbeiter der ASF holen den gesammelten Abfall ab.
Gruppen können sich bis Montag, 23. Februar mit einer Mail an fpa@freiburg.de anmelden. | | | | | |
| | | | | | Mundenhof freut sich auf freiwillige Helferinnen und Helfer | Mitmach-Aktion Weidenschneiden am Samstag, 14. Februar
Am Samstag, 14. Februar, ab 14 Uhr lädt der Mundenhof zur jährlichen Mitmach-Aktion Weidenschneiden ein. Dabei hofft der Mundenhof, viele freiwillige Helferinnen und Helfer begrüßen zu können. Treffpunkt ist beim Kiosk am Haupteingang. Wer mitmachen will, sollte sich bei Angelika Fischhaber (Tel. 0761/8978 6962) anmelden, Rosen- oder Astscheren und ein Vesper mitbringen. Gegen eine Spende können die Weidenruten mit nach Hause genommen werden.
Kopfweiden haben früher ganze Landschaften geprägt. Ihre Weidenruten kamen vielfältig zum Einsatz: als Flechtmaterial für Körbe und Möbel, als Baumaterial in Fachwerkwänden, als Bindematerial im Weinberg. Heute ersetzt billige Import-Plastik den Naturstoff, deswegen verschwinden die bizarren Gestalten zunehmend aus unserer Landschaft.
Auf dem Mundenhof gibt es sie noch – die Kopfweiden. Aber sie müssen regelmäßig gepflegt werden. Unter Anleitung der Flechtspezialistin Angelika Fischhaber werden die Kopfweiden wieder in Form gestutzt.
Bei ganz schlechtem Wetter wird die Mitmach-Aktion Weidenschneiden auf Samstag, 21. Februar, verschoben. | | | | | |
| Junger Kudu © Zoo Basel | | | | | Kleine-Kudu-Herde wächst weiter | Am 16. Januar 2026 verzeichnete der Zoo Basel eine Geburt im Antilopenhaus: Bei den Kleinen Kudus (Tragelaphus imberbis) kam ein Weibchen zur Welt. Das Jungtier heisst Xolani. Bereits seit 1956 züchtet der Zolli diese potenziell gefährdete Art. Besucher:innen müssen sich noch etwas gedulden, bis sie das Jungtier sehen können. Um den Tieren Ruhe zu gönnen, bleibt das Antilopenhaus in den kommenden Tagen zeitweise geschlossen.
In den vergangenen Tagen blieb das Antilopenhaus des Zoo Basel zeitweise geschlossen. Dafür gibt es einen erfreulichen Grund: Bei den Kleinen Kudus (Tragelaphus imberbis) kam am 16. Januar 2026 ein Jungtier zur Welt. Das Weibchen wog bei der Geburt 5,3 Kilogramm und trägt den Namen Xolani, was so viel wie «die Friedliche» bedeutet. Um Muttertier, Nachwuchs und Herde nicht zu stören, bleibt das Antilopenhaus auch weiterhin – vor allem in den Morgenstunden – geschlossen.
Usiku erstmals Vater
Kleine Kudus, sowohl Männchen als auch Weibchen, erreichen durchschnittlich im Alter von eineinhalb Jahren die Geschlechtsreife. Damit ist auch der im Dezember 2023 im Zoo Basel geborene Kudu-Bock Usiku (2) fortpflanzungsfähig und wurde nun erstmals Vater. Kudu-Böcke übernehmen in der Regel keine aktive Rolle bei der Aufzucht der Jungtiere. Die Mutter des Jungtiers ist Kudu-Kuh Berenika (5). Für sie ist es das vierte Jungtier.
Geduld gefragt
Noch liegt Xolani häufig im Stroh und schläft viel. Kleine Kudus gehören zu den sogenannten «Abliegern», was bedeutet, dass Jungtiere sich nach der Geburt an einem geschützten Ort verstecken, während die Mutter sie nur alle paar Stunden zum Säugen und zur Pflege aufsucht. Dieses Verhalten erklärt, weshalb Besucher:innen sich noch etwas gedulden müssen, bis sie Xolani zu Gesicht bekommen. Gleichzeitig sind in den kommenden Wochen weitere Jungtiere möglich.
Bitte leise sein
Im Antilopenhaus erinnern zwei Hinweisschilder die Besucher:innen daran, leise zu sein und die Absperrungen nicht zu überschreiten. Als Fluchttiere sind Kleine Kudus sehr schreckhaft und reagieren stark auf ungewohnte Geräusche oder Bewegungen. Der Zoo Basel bittet alle Besucher:innen, sich im Antilopenhaus rücksichtsvoll zu verhalten.
Zucht seit 1956
Die Bestände der Kleinen Kudus sind durch Wilderei, Lebensraumverlust und Jagd bedroht. Der Zoo Basel züchtet die auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als potenziell gefährdet (near threatened) geführten Kleinen Kudus seit 1956, also seit über 70 Jahren. Er ist zudem für das europäische Zuchtbuch sowie das EAZA-Ex-situ-Programm (EEP) dieser Art zuständig. | | | | | |
| | | | | | Zertifiziertes Energiemanagement: RBG und FKB erfüllen ISO 50001 | * Energieeinsatz in Bäderbetrieb und Therme wird systematisch gesteuert
* Technische Anlagen, Abläufe und Verbrauchsdaten gezielt optimiert
* Kontinuierliche Verbesserungen im Betrieb extern bestätigt
Die Regio Bäder GmbH (RBG) und die Freiburger Kommunalbauten GmbH (FKB) wurden erstmals nach DIN EN ISO 50001 zertifiziert. Diese Norm ist der internationale Standard für ein Energiemanagementsystem und gibt vor, wie Organisationen ihren Energieverbrauch transparent erfassen und fortlaufend verbessern können- auf Basis klarer Prozesse und regelmäßiger Audits. Damit ist jetzt offiziell bestätigt, dass beide Gesellschaften ihren Energieeinsatz systematisch steuern und verbessern - und zwar dort, wo der Energieeinsatz in der kommunalen Infrastruktur besonders hoch ist.
Große Wasserflächen, Lüftungsanlagen, Pumpentechnik und Badewasseraufbereitung gehören im Bäderbetrieb zum Alltag. Ein energieeffizienter Einsatz ist hier besonders anspruchsvoll. Für beide Gesellschaften gelten klare Ziele: Die Keidel Therme und die fünf von der RBG betriebenen Hallenbäder arbeiten mit vorgegebenen Reduktionszielen. Die fortlaufenden Verbesserungen werden jedes Jahr überprüft und bilden die Grundlage für einen langfristig energieeffizienteren Betrieb.
"Mit der ISO-50001-Zertifizierung haben wir ein System etabliert, das technische Anlagen, Verbrauchsdaten und Arbeitsabläufe eng miteinander verzahnt", sagt Dr. Magdalena Szablewska, Geschäftsführerin der RBG und der FKB. "Wir sehen heute sehr genau, welche Stellschrauben welchen Einfluss haben und wo wir gezielt besser werden können. Das ist ein wichtiger Schritt für einen verantwortungsbewussten und zukunftsfähigen Betrieb unserer Anlagen."
Die Zertifizierungsstelle hob im Audit drei Aspekte besonders hervor:
1. den ausgeprägten und gut dokumentierten Aufbau des Energiemanagementsystems,
2. die Ordnung und Sauberkeit in den technischen Betriebsräumen,
3. die energieeffiziente Auslegung und Beschaffung technischer Anlagen, etwa bei der Pumpentechnik und der neuen Bädertechnik im Westbad.
Für die Regio Bäder GmbH schafft die Zertifizierung die Grundlage für einheitliche und nachvollziehbare Standards in allen Hallenbädern. Auch die Keidel Therme der FKB setzt das Energiemanagementsystem vollständig um und berücksichtigt dabei die besonderen Anforderungen des Thermal- und Saunabetriebs. "Gerade Einrichtungen mit hohen Energiebedarfen brauchen klare Strukturen und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen", sagt Dr. Matthias Müller, Geschäftsführer der RBG und der FKB. "Mit dem Energiemanagementsystem schaffen wir Transparenz, stärken die Qualität im Betrieb und kommen unserer Aufgabe nach, die Bäder energieeffizient zu betreiben - für die Stadt und die Freiburgerinnen und Freiburger." | | | | | |
| | | | | | Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen zu 50 Jahre Offenburger Vereinbarung | 50. Jahrestag der "Offenburger Vereinbarung" zum Atomkraftwerk Wyhl/Rhein vom 31. Januar 1976
"Staatsvertrag" zwischen Land Baden-Württemberg, Badisch-Elsässische Bürgerinitiativen und Kernkraftwerk Süd
Am 31. Januar 2026 jährt sich zum 50. Mal die sogenannte "Offenburger Vereinbarung" von 1976 zum damals geplanten Atomkraftwerk Wyhl am Rhein, ein "Staatsvertrag" zwischen dem Land Baden-Württemberg, den damals 50 Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen und dem Projekt-Betreiber Kernkraftwerk Süd (KWS), einer 100%-igen Tochter des Badenwerks und der Energieversorgung Schwaben (EWS). Die Landesregierung hatte versucht, den illegalen Zustand des seit 1975 besetzten Bauplatzes in Wyhl angesichts der Stärke der Bürgerinitiativen schließlich durch Verhandlungen zu beenden. Die Bürgerinitiativen ließen sich unter dem Druck drohender polizeilicher Räumung sowie sehr hoher finanzieller Schadensersatzansprüche und Strafandrohungen gegen die Initiativen (800 Mio. DM) und Einzelpersonen (bis 0,5 Mio. DM) darauf ein und erklärten, dass der besetzte Bauplatz während der Verhandlungen verlassen, aber bewacht bleibe.
In der "Offenburger Vereinbarung" vom 31.01.1975 wurde hauptsächlich festgelegt:
Zu den wichtigsten strittigen Sachfragen werden zusätzliche unabhängige Gutachten eingeholt, die KWS verzichtet auf Schadenersatzansprüche und alle Strafverfahren werden eingestellt.
Die Bürgerinitiativen bekennen sich zur Gewaltlosigkeit und räumen den Bauplatz und beschränken sich auf politischen Widerstand und den Rechtsweg.
Die Landesregierung behält sich die Entscheidung darüber vor, wann sie die Bedenken der Bevölkerung ausgeräumt sieht.
Bei den Bürgerinitiativen waren die mehrwöchigen Verhandlungen und deren Ergebnis durchaus umstritten. Trotzdem nahmen sie die Vereinbarung mit großer Mehrheit an bei Enthaltung der elsässischen Initiativen und Gegenstimmen vor allem aus Reihen der städtischen Initiativen.
Voraussetzung der Bürgerinitiativen für die Annahme waren die Gundsätze:
Ăśber Leben und Gesundheit kann man nicht verhandeln.
Solange unsere Bedenken nicht ausgeräumt sind, darf das Atomkraftwerk nicht gebaut werden.
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Hintergrund: Wie es weiterging (I)
Die Bürgerinitiativen setzten nun weiter auf politischen Druck und Informationen. Sie stellten 1976 zur "Offenburger Vereinbarung" mit ihrer "Zweiten gemeinsamen Erklärung" u.a. fest:
- Man habe die "Offenburger Vereinbarung" nur akzeptiert in der Erwartung, dass die Regierung nicht wieder versucht, das Atomkraftwerk gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen.
- Wiederlegt seinen die Behauptungen der Atombefürworter zur Energiepolitik und zu Arbeitsplätzen.
- Nicht wiederlegt seien die GrĂĽnde der BĂĽrgerinitiativen gegen die Atomkraft.
- Falls die Regierung die Bedenken der BĂĽrgerinitiativen nicht respektiert, mĂĽssten sie Mittel und Wege finden, sich und die Heimat zu schĂĽtzen.
- Die Bevölkerung wird aufgerufen, den Rechtsweg finanziell zu unterstützen, den die "Wyhl-Kläger" stellvertretend für die BürgerInnen wahrnehmen.
Nach einem Jahr Streit zwischen Land und Bürgerinitiativen um die Unabhängigkeit der Gutachter sowie um den Inhalt und die Unvollständigkeit der Gutachten im Gefolge der "Offenburger Vereinbarung" erklärte das Land im Dezember 1977 die Erfüllung der "Offenburger Vereinbarung". Die Bürgerinitiativen stellen die Nichterfüllung der "Offenburger Vereinbarung" fest (Wyhl-Buch II, 1982).
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Hintergrund: Wie es weiterging (II)
Die Erfolge der Wyhl-Kläger 1975 im Sofortverfahren vor dem Verwaltungsgericht Freiburg und im März 1977 dort im Hauptsacheverfahren gaben den Bürgerinitiativen jeweils die erhoffte zeitliche Rückendeckung bis zum November 1981, der Niederlage im Hauptsacheverfahren beim Verwaltunggerichtshof in Mannheim.
Der "lange Atem" und die weitere Informationsoffensive der Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen zusammen mit der Landesgeschäftsstelle des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Freiburg führten 1982/83 zu Gemeinderatsmehrheiten gegen das Atomkraftwerk in nahezu allen Städten und Gemeinden des mittleren und nördlichen Breisgaus. Im Juni 1983 im 4. Anlauf nach intensiver Lobbyarbeit der Bürgerinitiativen und anderer, stiimmte endlich auch der Gemeinderat von Freiburg i.Br. mit einer Stimme Mehrheit, der des Oberbürgermeisters Dr. Rolf Böhme, gegen das Atomkraftwerk Wyhl. In Freiburg hatte sich zuvor eine von den dortigen Bürgerinitiativen erzwungene überhaupt erste offizielle Bürgerversammlung gegen das Atomkraftwerk Wyhl ausgesprochen.
Das Land zog sich in der Folge unter Ministerpräsident Lothar Späth schrittweise weiter von den Wyhl-Planungen zurück. Aber erst im Frühjahr 1994 wurde das Bauvorhaben der zwei Wyhl-Reaktoren endgültig eingestellt, später auch die Standortsicherung in der Landesplanung zurückgezogen, der Messmast abgebaut und das Gebiet auf Drängen der bürgerlichen und behördlichen Umwelt- und Naturschützer unter Naturschutz gestellt.
Ausblick:
Die erfolgreichen Bauplatzbesetzungen in Wyhl und kurz zuvor die gegen die geplante Bleichemiefabrik im elsässischen Marckolsheim sowie kurz danach durch andere Bürgerinitiativen gegen die Atomkraftwerke Kaiseraugst bei Basel, in Gerstheim/Elsass und der Widerstand u.a. gegen die AKWs Fessenheim/Elsass und - auch erfolgreich - bei Breisach und Schwörstadt/Hochrhein stehen für entschlossene Proteste Hunderttausender im "Dreyeckland".
Sie stehen für den Beginn des Atomausstiegs und der Energiewende nicht nur in Deutschland. In der Region verhinderten die Initiativen 14 Atomkraftwerksblöcke und die Brennelementefabrik in Heitersheim.*
Quellen:
- Wyhl-Buch II: "Wyhl der Widerstand geht weiter", Dreisam Verlag, Freiburg, 1982
- Georg Löser: "Grenzüberschreitende Kooperation am Oberrhein. Die Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen", in: "Deutsche und Franzosen im zusammenwachsenden Europa 1945-2000", Hrsg. Kurt Hochstuhl und Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart, 2003.
-* Gemeinsame Erklärung an die Badisch-Elsässischen BIs zum 50. Jahrestag der Bauplatzbesetzung des Atomkraftwerks in Wyhl, 17.02.2025 | | | | | |
| (c) Markus Klek | | | | | Die Waldhaus-Termine im Februar | HolzrĂĽcken mit dem Pferd, Steinzeit zum Anfassen, Tierwelten zum Eintauchen
Sonntag, 1. Februar, 14 und 15.30 Uhr | ohne Anmeldung
Kamishibai – Japanisches Papiertheater
Leonie Beck-Canzler erzählt und spielt Geschichten von Eintagsfliegen, Bienen und anderen Tieren aus der japanischen Sagenwelt. Teilnahmebeitrag: Erwachsene 3 Euro; Kinder 2 Euro. Ab 6 Jahren
Samstag, 7. Februar, 10 bis 15 Uhr | Anmeldeschluss 28. Januar
Schnupperkurs HolzrĂĽcken mit dem Pferd
Außer Sensibilität im Umgang mit dem Tier, Respekt vor eigenen Grenzen und einem Gespür für die Besonderheit der Situation sind für diesen Kurs der besonderen Art keine Vorkenntnisse nötig. Als ausgewiesener Experte im einspännigen Holzrücken führt Jürgen Duddek Teilnehmer an diesem Tageskurs in die schonende Waldarbeit mit echter Pferdestärke ein. Teilnahmebeitrag: 119 Euro
Sonntag, 8. Februar, 11 bis 13 Uhr | ohne Anmeldung
Erlebnisvortrag: Steinzeitcamp - Leben wie vor 8000 Jahren
Wie fühlt es sich an, zwei Wochen lang wie in der Steinzeit zu leben? Der Paläotechniker Markus Klek probiert dies immer wieder am eigenen Leib aus. Seit zwei Jahren führt er ganz normale Menschen zurück in die Urgeschichte, um dort gemeinsam als eine Art kleiner „Clan“, ohne moderne Hilfsmittel, zwischen Wildpferden und Auerochsen zurecht zu kommen. Wo und wie so etwas geht, was einen dort mitten in der Natur erwartet, und was passiert, wenn es mal nicht nach Plan läuft, darüber berichtet Markus Klek in seinem Erlebnisvortrag. Wie immer gespickt mit humorvollen Anekdoten und interessanten Fakten über das Leben in der Steinzeit. Auch dieses Mal bringt er selbstgemachte steinzeitliche Ausrüstung zum Begutachten und Anfassen mit. Für Erwachsene, Familien und Kinder ab 8 Jahren. Teilnahmebeitrag: 12 Euro, Kinder 5 Euro. Weitere Informationen unter www@palaeotechnik.eu.
Sonntag, 22. Februar, 14 und 16 Uhr I ohne Anmeldung
Fräulein Brehms Tierleben: Die Wildkatze und die Schmetterlinge
Das Waldhaus präsentiert das einzige Theater weltweit für heimische bedrohte Tierarten. Um 14 Uhr stellt das Fräulein Felis silvestris, die Wildkatze, vor, eine echte Europäerin. Um 16 Uhr folgt eine Vorführung über Lepidoptera, die Schmetterlinge. Hier nimmt Fräulein Brehm ihr Publikum mit auf eine Reise zu den Gauklern der Lüfte. Die Vorführungen sind für neugierige Erwachsene und Kinder ab 8 (Wildkatze) bzw. 14 Jahren (Schmetterlinge). Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Weitere Informationen unter www.brehms-tierleben.com. Diese Veranstaltung wird gefördert vom Naturpark Südschwarzwald mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg und der Europäischen Union.
Anmeldungen unter www.waldhaus-freiburg.de/veranstaltungskalender, an info@waldhaus-freiburg.de oder unter Tel. 0761/896477-10 (Dienstag bis Freitag 9 bis 12.30 Uhr).
Öffnungszeiten des Waldhauses im Februar bis Oktober: Dienstag bis Freitag 10 bis 17 Uhr, Sonntag und Feiertag 12 bis 17 Uhr (mit WaldhausCafé).
zum Foto oben:
„Erlebnisvortrag: Steinzeitcamp - Leben wie vor 8000 Jahren“ am 8. Februar.
(c) Markus Klek | | Mehr | | | |
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