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Dienstag, 9. Juni 2026
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Zoo: Rekordjahr gibt Rückenwind in finanziell herausfordernden Zeiten
© Zoo Karlsruhe, Timo Deible
 
Zoo: Rekordjahr gibt Rückenwind in finanziell herausfordernden Zeiten
1.125.466 Besuche 2025 im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe

Der Zoologische Stadtgarten Karlsruhe vermeldet für 2025 einen neuen Besucherrekord: Mit 1.125.466 Gästen hat die Einrichtung im vergangenen Jahr so viele Menschen wie noch nie zuvor begrüßen dürfen. Damit wurde der bisherige Rekord aus 2024 erneut übertroffen. Einen maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg hatte das im November 2024 geborene Eisbärjungtier MiKa, das sich in kürzester Zeit zu einem echten Publikumsliebling und Besuchermagneten entwickelt hat.

„Es ist für uns sensationell, wie das vergangene Jahr verlaufen ist“, freut sich Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt. „MiKa begeistert nicht nur die Menschen in Karlsruhe. Viele Gäste kamen aus ganz Deutschland, einige sogar aus ganz Europa, um den jungen Eisbären zu sehen. Das ist schön für uns als Zoo, wertet aber auch den touristischen Standort Karlsruhe auf. Gleichzeitig haben wir es mit MiKa geschafft, den Schutz bedrohter Arten und ihrer Lebensräume in den Mittelpunkt zu stellen.“

Durch MiKa viele Spenden für den Eisbärenschutz generiert

Zudem konnte eine große Summe für Polar Bears International (PBI) bereitgestellt werden. Die Kernziele der Organisation sind die Erforschung sowie der Schutz der Eisbären. Der Zoo hat über seine Artenschutzstiftung 50.000 Euro an PBI überwiesen. Neben den Einnahmen aus dem Artenschutz-Euro gab es zahlreiche Groß- und Kleinspenden, mit denen die Summe gestemmt werden konnte. Damit gehört der Zoo Karlsruhe mit seiner Artenschutzstiftung zu den größten Förderern der Organisation.

Dem jetzigen Rekordergebnis kommt dabei vor allem vor dem Hintergrund der aktuell schwierigen Haushaltslage der Stadt Karlsruhe eine besondere Bedeutung zu: Angesichts knapper kommunaler Haushaltsmittel und steigender Ausgaben sind die hohen Besucherzahlen ein wichtiger Baustein, um die in den vergangenen Jahren gestiegenen Betriebs- und Energiekosten zumindest teilweise zu kompensieren.

Eine der wichtigsten Freizeiteinrichtungen in Baden-Württemberg

Mit konstant hohen Besucherzahlen von mehr als einer Million Gästen zählt der Zoologische Stadtgarten Karlsruhe zu den wichtigsten Freizeiteinrichtungen in Baden-Württemberg. Im Zoo leben mehr als 6500 Tiere, verteilt auf rund 340 Arten. Der große Zuspruch der Gäste zeigt, dass diese hinter „ihrem“ Zoo und seinen Mitarbeitenden stehen und die Entwicklung hin zum modernen Artenschutzzentrum wahrnehmen und anerkennen.

„Die Zukunft wird nicht einfach für uns. Mit den im Dezember vom Gemeinderat beschlossenen Einsparungen müssen wir nicht nur den Gürtel enger schnallen, sondern bekommen auch in den kommenden Jahren keine Gelder der Stadt für Investitionen in Modernisierung oder Neubau von Anlagen. Aktuell können wir zwar einige Neuerungen wie die Katta-Insel vorantreiben, das geht jedoch nur durch unseren Förderverein, die Zoofreunde Karlsruhe. An anderen Stellen können wir auf noch zur Verfügung stehende Gelder aus Erbschaften zurückgreifen. Investitionen durch das Land erhalten wir – im Gegensatz zu anderen Einrichtungen – leider nicht. Das ist besonders schade, da wir auch ungemein auf die Attraktivität unseres Bundeslands als Freizeiteinrichtung einzahlen“, sagt Reinschmidt.

zum Bild oben:
Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt (auf dem Bild mit Hyazinth Ara Henry) freut sich über das zweite Rekordjahr in Folge.
© Zoo Karlsruhe, Timo Deible
 
 

Wilhelma meldet Tod von Koala Borobi
Koala Borobi im Mai 2025 © Wilhelma Stuttgart
 
Wilhelma meldet Tod von Koala Borobi
Koala im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart verstorben

Ende Dezember 2025 ist in der Wilhelma das Koala-Männchen Borobi im Alter von 1,5 Jahren gestorben. Dr. Tobias Knauf-Witzens, leitender Tierarzt in der Wilhelma, erklärt: „Borobi litt schon seit mehreren Monaten an einer langwierigen Lungenentzündung. Es handelt sich dabei um ein Krankheitsbild, das auch aus Australien bekannt ist. Nach dem Eintreten der ersten Symptome hatten wir im engen Dialog mit Koala-Expertinnen und Experten in Australien sowie Lungenspezialisten aus der Humanmedizin verschiedene, teils sehr intensive Therapien durchgeführt. Damit konnten wir Borobi zeitweise stabilisieren. Nachdem sich sein Zustand Ende Dezember wieder deutlich verschlechtert hatte, mussten wir die Entscheidung treffen, den Koala von seinem Leid zu erlösen.“

Volker Grün, zuständiger Kurator und gleichzeitig Co-Zuchtbuchkoordinator des Europäischen Ex Situ-Programms für Koalas, betont: „Der Tod von Borobi hat uns alle, besonders das Team der Terra Australis, emotional sehr berührt. Da Borobi und seine Eltern nicht näher mit den anderen in Europa gehaltenen Koalas verwandt ist, hätte er außerdem einen wichtigen Beitrag für die europäische Reservepopulation leisten können. Auch in dieser Hinsicht ist sein Tod daher ein großer Verlust.“

Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin: „Oft verdrängen wir es. Aber der Tod gehört zum Leben dazu – das gilt in zoologischer Haltung genau wie in der Natur. Dennoch führt er zwangsläufig zu Momenten der Trauer. Ein Lichtblick ist daher, dass unser Koala-Weibchen Auburn wieder Nachwuchs bekommen hat. Der Joey schaut mittlerweile immer häufiger aus dem Beutel. Auch für unsere Besucherinnen und Besucher in der Terra Australis steigen damit die Chancen, Mutter und Jungtier mit eigenen Augen zu bewundern.“
 
 

Für den Vogel des Jahres beginnt die Balz
Rebhuhn (c) Foto: Jan Piecha / NABU
 
Für den Vogel des Jahres beginnt die Balz
Das stark gefährdete Rebhuhn braucht mehr Brachen und Biolandwirtschaft

Berlin, 22.01.2026 – Noch lebt er in „Ketten“ auf kahlen Feldern, doch schon im Februar geht der Vogel des Jahres 2026 auf Brautschau. Das Jahr des Rebhuhns startet. Die schützenden Familienverbände, „Ketten“ genannt, lösen sich auf. Die Balz findet in der Dämmerung statt, damit Greifvögel nicht so leicht zuschnappen können. In den frühen Morgen- oder späten Abendstunden lassen die Rebhähne ihren Revierruf hören, ein raues „kirräck“. Rebhuhnpaare, die sich oft ein Leben lang treu bleiben, legen zunächst eine längere Kennenlernphase ein, erst im Mai folgt die Paarung. Kurz danach legt die Rebhenne Eier – bis zu 20 können es werden. Sie braucht darum mehrere Wochen, bis das Gelege komplett ist. 24 bis 25 Tage wird dann in dichter Vegetation gebrütet – immer auf der Hut vor dem Fuchs.

„Über jede erfolgreiche Brut muss man froh sein, denn mit dem Rebhuhn wurde eine stark gefährdete Art zum Vogel des Jahres gewählt“, sagt NABU-Vogelschutzexpertin Dr. Ute Eggers. Nicht immer war der etwa taubengroße Hühnervogel mit dem orange-braun gefärbtem Gesicht so bedroht. Noch vor wenigen Jahrzehnten war das Rebhuhn ein häufig zu beobachtender Kulturfolger, doch seit den 1980er Jahren brach der europäische Bestand um 91 Prozent ein. Verantwortlich dafür ist hauptsächlich die intensive Landwirtschaft. Felder wurden stark ausgeweitet, Feldraine und Büsche verschwanden, dazu kommt ein hoher Pestizideinsatz. In dieser ausgeräumten Agrarlandschaft findet das Rebhuhn zu wenig Nistplätze und kaum Nahrung. Wegen des starken Rückgangs kürte der NABU das Rebhuhn bereits 1991 zum Vogel des Jahres.

Eggers: „Helfen könnte dem Rebhuhn eine strukturreichere Landschaft statt einer Agrarsteppe, wie sie vielerorts zu finden ist.“ Die EU hat im vergangenen Jahr eine Vorgabe zurückgenommen, die die Landwirtschaft verpflichtet hatte, mindestens vier Prozent der Ackerfläche brach liegen zu lassen. „Es muss dringend mehr Lebensraum durch Brach- und Blühflächen und auch durch Gehölze in der Agrarlandschaft geschaffen werden. Dazu müssen vorhandene Förderprogramme ausgebaut und ergänzende geschaffen werden”, fordert Eggers. „Nur so gibt es eine Chance, dass der Rebhuhnbestand sich wieder erholen oder zumindest stabilisieren kann.“

Dazu kann auch jeder und jede selbst etwas tun, damit es dem Jahresvogel 2026 wieder etwas besser geht. Ute Eggers: „Wer Bio-Produkte kauft, unterstützt eine naturverträglichere Landwirtschaft mit weniger Pestizideinsatz. Davon profitieren das Rebhuhn und andere Feldvögel.“ Ab Februar gibt es die Möglichkeit, sich bei den Rebhuhn-Zählungen des Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) zu beteiligen. Der Verein ruft bundesweit dazu auf, die eigene Umgebung auf Rebhuhn-Vorkommen abzusuchen und diese Daten zentral zu melden. So soll die Entwicklung der gefährdeten Art besser im Blick behalten werden.
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Arbeiten am Bergfried von Schloss Kronwinkl in Eching
Eching: Schloss Kronwinkl (c) Guido Siebert / DSD
 
Arbeiten am Bergfried von Schloss Kronwinkl in Eching
Im 12. und 13. Jahrhundert als imposante Vierflügelanlage errichtet

Für die Erneuerung der Holzschindeleindeckung des Bergfrieds von Schloss Kronwinkl in Eching stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale 30.000 Euro zur Verfügung. Das Schloss gehört nunmehr zu den über 640 Projekten, die die private DSD dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Soziallotterie von Lotto, allein in Bayern gefördert hat.

Zum Objekt:
Schloss Kronwinkl liegt auf einem nach Norden vorspringenden Ausläufer des Hochplateaus rechts der Isar und gilt als Stammsitz einer Linie des bayerischen Adelsgeschlechts Preysing, ursprünglich als Alten-Preysing bezeichnet. Die Anlage entstand im 12. und 13. Jahrhundert als Vierflügelbau mit einem markanten, kegelartig zulaufenden Bergfried.

Die Wohntrakte wurden im 16. und 17. Jahrhundert unter Einbeziehung der gotischen Ringmauer errichtet. Nordöstlich des Hauptgebäudes befindet sich der um 1580 entstandene Lehenstock, der 1860 um ein Geschoss reduziert und mit neugotischen Treppengiebeln versehen wurde. Auch der Torbau zeigt neugotische Elemente. Innerhalb des Bergfrieds wurde 1673 die Schlosskapelle integriert, die bis heute ihre historische Ausstattung bewahrt.

Der Schlosspark, im 19. Jahrhundert als Englischer Landschaftsgarten gestaltet, ergänzt das Ensemble und unterstreicht die Entwicklung vom mittelalterlichen Wehrbau hin zur repräsentativen Schlossanlage.
 
 

Magisches Winterzoo-Vergnügen
Spitzmaulnashorn im Schnee (c) Zoo Leipzig
 
Magisches Winterzoo-Vergnügen
Große Resonanz auf Namenssuche für Koalajungtier

Der Winter hat Leipzig im Griff – und die tierischen Beobachtungen im verschneiten Zoo Leipzig faszinieren gegenwärtig kleine und große Entdecker. Während Schneeleoparden und die Sibirischen Tiger ganz in ihrem Element sind, erkunden auch andere Tierarten den Schnee. „Der Winter ist eine spannende Zeit für Besucher ebenso wie für unsere Tiere und bietet seltene Einblicke und neue Erfahrungen“, sagt Zoodirektor Prof. Jörg Junhold und verspricht unvergessliche Erlebnisse: „Je nach Bodenbeschaffenheit und Wetterlage können auch Tierarten aus wärmeren Gefilden zeitweise die ungewohnten Bedingungen kennenlernen. Es ist faszinierend, ein massig wirkendes Nashorn ganz vorsichtig in den Schnee prusten zu sehen.“ Auch die zahlreichen Warmhäuser, angefangen vom Aquarium und Terrarium über das Menschenaffenhaus bis zum Koala-Haus, in dem Nachwuchs heranwächst, bieten im Winter besondere Anziehungsorte. Für eben jenes Jungtier – die Tochter von Erlinga und Yuma – sucht der Zoo Leipzig gegenwärtig einen Namen. Noch bis zum 19. Januar können Vorschläge über die Website www.zoo-leipzig.de/namensaufruf eingereicht werden. Mehr als 2.000 Ideen sind bereits eingereicht worden – eine Woche läuft der Aufruf noch.

Die winterlichen Bedingungen im Zoo Leipzig bieten zudem für das Magische Tropenleuchten, mit dem der Zoo bis zum 8. Februar jeweils donnerstags bis sonntags in den Zoo lockt, einen faszinierenden Rahmen. So verzaubern leuchtende Projektionen und Lichtspiele den Weg durch den Zoo in die Lichterwelt mitten im Dschungel. Nachdem im Außenbereich Lichtshows und Installationen zum winterlichen Genießen einladen, gehören für die Tropenhalle dann T-Shirt und FlipFlops ins Gepäck. „Wir kombinieren Winterzauber und Tropenfeeling. Eine unvergleichliche Erfahrung für unsere Gäste“, fasst Zoodirektor Junhold zusammen. Das Programm und die Tickets gibt es unter www.zoo-leipzig.de/tropenleuchten. Jeweils für die Donnerstage gibt es erstmal das U25-Ticket für alle unter 25-Jährigen, das den besonderen Wintergenuss kombiniert mit entspanntem Tropenvergnügen zum Preis von 10 Euro ermöglicht. „Mit diesem Angebot möchten wir der jungen Generation und den vielen Studenten und jungen Familien eine unvergessliche gemeinsame Zeit ermöglichen“, verspricht Junhold.
 
 

 
20.000 Euro Spende an die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe
Geld kommt der Organisation Polar Bears International zum Schutz der Eisbären zugute

Die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe erhält 20.000 Euro von der Volksbank pur. Das Geld geht komplett an die Organisation Polar Bears International, deren Kernziele die Erforschung sowie der Schutz der Eisbären sind. Die Art wird von der Weltnaturschutzunion IUCN auf der Roten Liste als „gefährdet“ geführt, der Bestand in der Natur auf lediglich 20.000 bis 25.000 Tiere geschätzt. Das Vorkommen ist fragmentiert und verteilt sich auf unterschiedliche Gebiete des Nordpolargebiets.

„Der Eisbär steht wie kaum eine andere Art für das Artensterben und die Problematik des Klimawandels. Deshalb beteiligen wir uns am Erhaltungszuchtprogramm der Europäischen Zoovereinigung EAZA, unterstützen gleichzeitig Polar Bears International bei deren wichtiger Arbeit in der Natur und versuchen, eine größtmögliche Aufmerksamkeit für die Gefährdung der Art zu schaffen“, sagt Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt.

„Als langjährigen Partner des Zoos ist es uns ein Herzensanliegen, das großartige Engagement der Artenschutzstiftung zu unterstützen“, betont Andreas Thorwarth, Vorstandsmitglied der Volksbank pur. „Der Zoo hat durch Eisbärjungtier Mika viele Menschen erreicht und somit die Bedrohung der Art in den Mittelpunkt stellen können. Erforschung sowie Schutz der Eisbären sollen mit dieser Spende entscheidend unterstützt werden.“ Volksbank und Zoo leben bereits seit 2016 eine intensive Kooperation, bei der der Zoo jährlich mit 100.000 Euro unterstützt wird. Die jetzige Summe gibt es zusätzlich zur bestehenden Kooperation.

Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe

Der Zoo Karlsruhe hat mit der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe seit 2016 mehr als vier Millionen Euro für Artenschutzmaßnahmen ausgegeben. Dabei gibt es eigene Projekte wie jenes in Ecuador zur Sicherung der Biodiversität, es werden aber auch gemeinsame Pläne mit großen Organisationen wie dem WWF oder Polar Bears International in Angriff genommen. Neben weltweiten Projekten gibt es auch einige in der Region wie die Kooperation mit dem NABU in der Saalbachniederung.

„Moderne Zoos verbinden den Artenschutz durch zahlreiche Erhaltungszuchtprojekte mit dem direkt in den Lebensräumen der bedrohten Arten. Wir wollen uns immer mehr zu einem Artenschutz-Zentrum entwickeln“, berichtet die Artenschutz-Kuratorin des Zoos, Sandra Dollhäupl. Dabei sei gerade die externe finanzielle Unterstützung unabdingbar.
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Jahresrückblick in der Wilhelma
© Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
 
Jahresrückblick in der Wilhelma
Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart zieht eine Bilanz des vergangenen Jahres

In der Wilhelma blickt man stolz und zufrieden auf die vergangenen zwölf Monate zurück. Direktor Dr. Thomas Kölpin gibt bekannt: „Auch 2025 haben wir wieder die Marke von 1,8 Millionen Besucherinnen und Besuchern geknackt. Das unterstreicht nicht nur die herausragende Rolle der Wilhelma als Ausflugsziel und Bildungsort: Dank des Artenschutz-Euros, den fast alle unsere Besuchenden über den Eintritt zahlen, konnten wir erhebliche Mittel für den Schutz bedrohter Tiere und Pflanzen in aller Welt aufbringen.“

Bereits früh zeigte sich, dass mit 2025 ein ereignisreiches Jahr bevorstünde: Am 13. Januar 2025 wurde in der Wilhelma in Zusammenarbeit mit der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. (ZGAP) das Zootier des Jahres verkündet – das Gürteltier. Die Kampagne, deren Auftakt jedes Jahr in einem anderen Zoo stattfindet, macht seit 2016 auf bedrohte Tierarten aufmerksam, die oft im Schatten anderer Tiere und damit weniger im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit stehen.

Für die Wilhelma war 2025 aber auch ein Jahr der Katzen. Volker Grün, Leiter des Fachbereichs Zoologie, zeigt sich begeistert: „Wir konnten gleich zwei bemerkenswerte Zuchterfolge verzeichnen: Am 20. April kam bei unseren Schneeleoparden ein Jungtier zur Welt. Nur zehn Tage später wurden die Sechslinge bei den Geparden geboren.“ Höhepunkt des „Katzenjahres“ war die Einweihung der neuen Anlage für Amurtiger am 16. Juli. Das Land Baden-Württemberg hatte rund 5,5 Millionen Euro in die Anlage investiert. Eine weitere Million wurde vom Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma zugeschossen. Finanzminister Danyal Bayaz betonte im Rahmen der Eröffnung: „Für die Wilhelma ist die neue Amur-Tiger-Anlage ein wichtiger Meilenstein, sie ist eine der modernsten Anlagen für Großkatzen in Europa.“

Auch auf botanischer Seite gab es Neues: So entstand beispielsweise an der Südseite des Aquarium-Gebäudes ein im japanischen Stil gestalteter Bonsai-Garten. Inmitten einer mit Seerosen bepflanzten Teichlandschaft haben hier einige der schönsten Bonsais der Wilhelma einen neuen Platz gefunden. Die botanischen Sonderschauen, z. B. zur Pflanzenwelt am 34. Breitengrad oder zur Vielfalt der Bromelien, sorgten ebenfalls für Aufsehen.

Zum dritten Mal in Folge konnte die Wilhelma mehr als 40 Artenschutzprojekte in aller Welt mit insgesamt über einer Million Euro unterstützen, die mit Hilfe des Artenschutz-Euros, über Spenden von Einzelpersonen und Firmen und über den Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma zusammenkamen. Stefanie Reska, Leiterin der Stabsstelle für Artenschutz in der Wilhelma, erklärt: „Wir haben zusammen wieder viel bewirkt – vom Kampf gegen invasive Pflanzen auf den Galapagosinseln über Nothilfe für vergiftete Geier in Südafrika und die Mithilfe bei der Rettung der letzten Sumatranashörner in Indonesien bis hin zum Kauf von Regenwaldflächen in Ecuador. Dank der Hilfe von uns und unserem Förderverein ist eine der seltensten Magnolienarten der Welt nicht mehr vom Aussterben bedroht.“

Dr. Björn Schäfer, Leiter des Fachbereichs Botanik in der Wilhelma, ergänzt: „Uns beschäftigt nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt auf anderen Kontinenten. Unsere Gärtnerinnen und Gärtner haben mit viel Herzblut persönlich dazu beigetragen, die Borstige Glockenblume auf der Schwäbischen Alb vor dem lokalen Aussterben zu bewahren. In Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Stuttgart haben wir nun im zweiten Jahr in Folge bei uns angezogene Exemplare in ihrem natürlichen Lebensraum ausgepflanzt.“

Ein Meilenstein war für Wilhelma-Direktor Dr. Kölpin die Gründung des Center for Species Survival für Orchideen und Reptilien in Zusammenarbeit mit der IUCN, der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur: „Mit dem Center for Species Survival haben wir einen strategischen Meilenstein gesetzt. Seine Aufgabe besteht darin, den Bedrohungsstatus unterschiedlicher Orchideen und Reptilien zu erfassen. Auf dieser Basis können zusammen mit internationalen Partnern Schutzstrategien für die betreffenden Arten entwickelt und umgesetzt werden. Damit erhält die Wilhelma eine ganz neue Lenkungsfunktion im internationalen Artenschutz.“

Tagtäglich im Einsatz für die Artenvielfalt vor der eigenen Haustür ist der Fachbereich Parkpflege, der nicht nur die Wilhelma selbst, sondern sämtliche landeseigenen Grünflächen in Stuttgart betreut. Fachbereichsleiterin Katja Siegmann erläutert: „Unsere Parks entwickeln sich immer weiter zu Hotspots der Artenvielfalt mitten in der Stadt. Wir haben die Verantwortung für die nachhaltige Pflege ökologisch wertvoller Mähwiesen und sage und schreibe 12.000 Bäume. Unsere Erfahrungen möchten wir auch an die nächste Generation weitergeben. Zusammen mit dem Naturkundemuseum Stuttgart hatten wir darum am 30. September mehrere Schulklassen dazu eingeladen, gemeinsam eine 320 Quadratmeter große Biodiversitätsfläche mit einem artenreichen Wildstaudenbeet, einer mageren Kräuterwiese und einem Steingarten vor dem Museum am Löwentor anzulegen.“

Bildung hat für den gesamten Zoologisch-Botanischen Garten mitsamt seinen Außenstellen einen hohen Stellenwert. Am 24. November wurde der Wilhelma daher im Rahmen des diesjährigen BNE-Netzwerkforums in Stuttgart von Umweltministerin Thekla Walker und Kultus-Staatssekretärin Sandra Boser das BNE-Zertifikat verliehen. Miriam Wüst, Leiterin der Stabsstelle Umweltbildung & Veranstaltungen in der Wilhelma, verrät, was dahintersteckt: „BNE steht für ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung‘. Die Zertifizierung würdigt Einrichtungen, welches dieses Prinzip leben und in ihren Angeboten verankern. Unsere Vision ist eine Gesellschaft, in der Menschen mit Bewusstsein, Empathie und Verantwortung gegenüber Natur, Umwelt und zukünftigen Generationen handeln. Die BNE-Zertifizierung bestärkt uns auf unserem Weg.“

Bereits im Frühjahr wurde die Wilhelma außerdem mit dem Fair Family-Gütesiegel ausgezeichnet. Dorothee Spengler, die Landesvorsitzende des Verbands kinderreicher Familien Deutschland e.V., erklärt: „Die Wilhelma setzt ein starkes Zeichen für Familienfreundlichkeit in Baden-Württemberg. Mit dem Fair Family-Siegel würdigen wir ihr vorbildliches Engagement, das gerade für Familien mit mehreren Kindern echte Teilhabe ermöglicht. Solche Orte machen unsere Gesellschaft lebenswerter – für alle Generationen.“

Eine Anerkennung der besonderen Art erhielt die Wilhelma im November 2025: In der Stuttgarter Prägestätte der Staatlichen Münze Baden-Württemberg wurde im Beisein von Finanzstaatssekretärin Gisela Splett und Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin die erste von vorläufig 500 Exemplaren der neuen Wilhelma-Medaille aus Feinsilber mit Koala-Motiv geprägt. Kurz vor den Feiertagen wagte dann auch bei den echten Koalas in der Terra Australis ein Jungtier die ersten Blicke aus dem Beutel. Dr. Thomas Kölpin bekräftigt: „Dass wieder Nachwuchs bei den Koalas zu sehen ist, war für uns wie ein Weihnachtsgeschenk. Mit dieser guten Nachricht starten wir voller Motivation ins neue Jahr.“

zum Bild oben:
Ein liebevoll gestalteter Bonsai-Garten entstand an der Südseite des Aquarium-Gebäudes
© Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
 
 

Leipzig: Das Jahr 2026 startet mit magischem Lichterfest
@ Zoo Leipzig
 
Leipzig: Das Jahr 2026 startet mit magischem Lichterfest
Neue Großvolieren für Aras und Loris im Frühjahr

Mit dem Magischen Tropenleuchten startet der Zoo Leipzig am Donnerstag in ein aufregendes neues Jahr 2026, das zahlreiche spannende Entwicklungsschritte auf dem Weg zum Zoo der Zukunft bereithält. Das Auftaktevent vom 8. Januar bis zum 8. Februar lädt die Gäste immer donnerstags bis sonntags ein, den Zoo mit faszinierenden Illuminationen, leuchtenden Farben und spannenden künstlerischen Darbietungen im Außenbereich sowie in der Tropenerlebniswelt Gondwanaland zu erleben. Jeweils donnerstags gibt es zudem erstmals ein U25-Ticket, das junge Besucherinnen und Besucher für 10 Euro zum Tropenleuchten lockt.

Bereits im Frühjahr steuert der Zoo Leipzig auf das nächste Highlight zu: Dann sollen Amazonien und das Loriversum eröffnen. Die Großvolieren im Zentrum des Zoos werden gegenwärtig errichtet und die ersten Bewohner sind bereits in rückwärtigen Gehegen anderer Bereiche untergebracht, so dass die Eingewöhnung nach der Fertigstellung beginnen kann. „Mit diesen Flugvolieren beginnt ein neues Kapitel in unserer Vogelhaltung und die Zeit der kleinen, traditionellen Schaugehege endet“, sagt Zoodirektor Prof. Jörg Junhold und blickt freudig auf die nächsten Entwicklungsschritte im Zoo der Zukunft. Denn im Jahresverlauf soll ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des Zoo Leipzig fertig werden: Feuerland! Die neue Heimat für Pinguine und Seelöwen verspricht spektakuläre Unterwassereinblicke in einem 360-Grad-Tunnel sowie eine begehbare Pinguinanlage und wird mit intensiver Artenschutzarbeit in Chile verknüpft.

Die Besuchererwartungen für das Jahr 2026 bleiben stabil im Vergleich zum Jahr 2025, in dem 1,66 Millionen Gäste den Zoo besucht haben. „Wir sind mit dem abgelaufenen Jahr zufrieden und freuen uns über den anhaltend hohen Zuspruch. Das ist in einem Jahr mit vielen Unsicherheiten für die Gesellschaft und mit steigenden Kosten im privaten Bereich sicherlich keine Selbstverständlichkeit“, sagt Zoodirektor Junhold und schließt an, dass das zurückliegende Jahr für den Zoo auch inhaltlich sehr intensiv war. „Wir haben uns über Geburten bei bedrohten Arten, Fortschritten bei den Baustellen und der erfolgreichen Auswilderungen von Feldhamstern und Habichtskäuzen freuen können, mussten aber auch Verluste durch Colli-Bakterien bei den Gorillas und aufgrund der Vogelgrippe bei den Pelikanen verzeichnen.“

Im neuen Jahr stehen die Neueröffnungen im Rahmen des Masterplanes Zoo der Zukunft und die damit verbundene Ankunft neuer Tiere sowie deren Eingewöhnung im Fokus der Aufmerksamkeit. „Wir freuen uns auf ein ereignisreiches Jahr mit vielen Höhepunkten“, blickt Prof. Junhold deshalb voraus.

zum Bild oben:
Die ersten Bewohner für die neuen Flugvolieren sind schon da - Eröffnung im Frühjahr @ Zoo Leipzig
 
 



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