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Mittwoch, 12. August 2026
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GrĂĽne Quellen

Karlsruher Wald sendet Warnsignale
Karlsruher Wald leidet unter extremer Hitze © Stadt Karlsruhe, Roland Fränkle
 
Karlsruher Wald sendet Warnsignale
Wer derzeit in den Wäldern des Stadtkreises Karlsruhe unterwegs ist, stellt fest, dass sich bereits zahlreiche Baumkronen verfärben. Gelbe, braune oder bereits teilweise abgestorbene Blätter erinnern auf den ersten Blick an den Beginn des Herbstes. Tatsächlich handelt es sich jedoch nicht um die natürliche Herbstfärbung, sondern um eine Stressreaktion der Bäume auf die anhaltende Hitze und Trockenheit.

Insbesondere Laubbäume reagieren auf den Wassermangel, indem sie ihre Blätter frühzeitig verfärben oder abwerfen. Dadurch verringern sie die Verdunstung und versuchen, ihren Wasserhaushalt zu stabilisieren. Dieser Schutzmechanismus hilft den Bäumen kurzfristig beim Überleben, macht aber zugleich deutlich, wie stark sie bereits unter den außergewöhnlichen Witterungsbedingungen leiden.

Das sagt der Forstamtsleiter

„Wenn wir heute durch den Wald gehen und gelbe Blätter sehen, dürfen wir nicht an einen frühen Herbst denken. Wir sehen die unmittelbaren Folgen der klimatischen Veränderungen. Unsere Aufgabe ist es, den Wald so weiterzuentwickeln, dass auch künftige Generationen einen gesunden, artenreichen und widerstandsfähigen Stadtwald erleben können. Jeder heute gepflanzte Baum ist eine Investition in die Zukunft unserer Stadt", äußert sich Dr. Stefan Wilhelm, Leiter des Forstamtes der Stadt Karlsruhe.

Die seit mehreren Jahren wiederkehrenden Trockenperioden haben die Vitalität vieler Waldbäume erheblich geschwächt. Besonders betroffen sind flachwurzelnde Baumarten sowie Bäume, die infolge abgesunkener Grundwasserstände den Anschluss an das Grundwasser verloren haben. Die aktuelle Witterung verschärft diese Situation zusätzlich. Geschwächte Bäume sind anfälliger für Schädlinge, Krankheiten und weitere klimabedingte Belastungen.

Die anhaltende Hitze und Trockenheit erhöhen zudem die Gefahr sogenannter Grünastabbrüche. Dabei können selbst äußerlich gesunde und belaubte Äste ohne erkennbare Vorwarnung aus der Baumkrone herabstürzen. Besonders betroffen sind ältere Laubbäume, insbesondere Buchen und Eichen. Das Forstamt bittet deshalb alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher, sich nicht länger als notwendig unter großen Altbäumen aufzuhalten und dort insbesondere keine längeren Pausen einzulegen. Bei großer Hitze, starkem Wind sowie während und unmittelbar nach Gewittern sollte der Aufenthalt im Wald möglichst vermieden werden.

Frisch gepflanzte Bäume bewässert

Die Auswirkungen der Trockenheit zeigen sich auch in den jüngsten Waldbeständen. Um die langfristige Entwicklung klimaresilienter Mischwälder zu sichern, bewässert das Forstamt mittlerweile auch frisch gepflanzte Bäume im Wald. Was noch vor wenigen Jahren in der forstlichen Praxis kaum erforderlich war, ist heute zunehmend notwendig geworden. Damit die jungen Bäume die ersten, besonders empfindlichen Standjahre überstehen, müssen sie während längerer Trockenphasen gezielt mit Wasser versorgt werden. Dieser zusätzliche Aufwand verdeutlicht, wie stark sich die Rahmenbedingungen für die Waldentwicklung bereits verändert haben.

Das Forstamt beobachtet die Entwicklung der Waldbestände kontinuierlich. Neben der Vitalität der Bäume wird insbesondere die Waldbrandgefahr fortlaufend bewertet. Bereits jetzt gilt: Ein einziger Funke kann ausreichen, um einen Waldbrand auszulösen. Das Forstamt bittet deshalb alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher um besondere Umsicht.

Verhaltensregeln

Hierzu gehört insbesondere,

- keine offenen Feuer oder Grillgeräte im Wald außerhalb der Grillplätze oder in Waldnähe zu benutzen,
- keine Zigaretten oder glimmenden Gegenstände wegzuwerfen,
- keine Fahrzeuge auf Gras oder Wiesen abstellen (heiße Fahrzeugteile können trockene Pflanzen entzünden)
- keinen MĂĽll im Wald zurĂĽckzulassen und
- Rauch oder Feuer umgehend ĂĽber den Notruf 112 zu melden.

Die Stadt Karlsruhe entwickelt ihren Stadtwald seit vielen Jahren konsequent naturnah weiter, um ihn an die klimatischen Veränderungen anzupassen. Ziel ist die Entwicklung vielfältiger, strukturreicher und klimaresilienter Mischwälder, die ihre Funktionen als Lebensraum, Klimaschützer, Erholungsraum und nachhaltiger Rohstofflieferant auch unter sich verändernden klimatischen Bedingungen dauerhaft erfüllen können.

Die aktuelle Situation macht deutlich, dass die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen nicht erst in der Zukunft zu erwarten sind. Sie sind bereits heute im Karlsruher Wald sichtbar und erfordern sowohl eine vorausschauende Waldentwicklung als auch einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Wald durch alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher.

Das Forstamt bittet alle Bürgerinnen und Bürger um Verständnis und Unterstützung beim Schutz des Stadtwaldes. Jede und jeder kann durch umsichtiges Verhalten dazu beitragen, den Wald in dieser angespannten Situation zu schützen.
 
 

Vier Millimeter groĂźe Hoffnung fĂĽr eine bedrohte Art
Harlekinkröte © Stadt Karlsruhe, Zoologischer Stadtgarten, Timo Deible
 
Vier Millimeter groĂźe Hoffnung fĂĽr eine bedrohte Art
Zoo Karlsruhe mit europaweit erster Nachzucht der Eleganten Harlekinkröte

Dem Zoo Karlsruhe ist die europaweit erste Nachzucht der Eleganten Harlekinkröte (Atelopus elegans) gelungen. Seit Anfang Juli haben rund 40 Jungtiere ihre Entwicklung von der Kaulquappe zur Kröte abgeschlossen und das Wasser verlassen. Mit einer Körpergröße von gerade einmal etwa vier Millimetern sind sie noch kaum größer als ein Reiskorn.

Die Elterntiere der stark gefährdeten Amphibienart kamen im Sommer 2024 von der ecuadorianischen Organisation Wikiri nach Europa. Wikiri und das zugehörige Centro Jambatu in der Nähe von Quito widmen sich der Erforschung, Haltung und Vermehrung bedrohter Amphibienarten. Die nach Europa gebrachten Tiere wurden auf den Zoo Karlsruhe und den Tierpark Hellabrunn in München verteilt. In Karlsruhe legten sie Mitte April zwei Gelege ab. Aus den Eiern entwickelten sich Kaulquappen, die nun nach und nach ihre Metamorphose abschließen.

„Diese europäische Erstnachzucht ist ein herausragender Erfolg für unseren Zoo und den Artenschutz. Sie zeigt, wie wichtig es ist, sich auch um Arten zu kümmern, die keine große Lobby haben“, sagt Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt. „Viele Zoogäste kommen verständlicherweise vor allem wegen Elefanten, Eisbären oder Giraffen zu uns. Gleichzeitig investieren wir sehr viel Zeit, Fachwissen und personelle Ressourcen in solche kleinen, hochbedrohten Arten. Mit Dr. Lukas Reese haben wir einen ausgewiesenen Amphibienspezialisten, der gemeinsam mit seinem Team im Exotenhaus hervorragende Arbeit leistet.“

Anspruchsvolle Aufzucht der winzigen Amphibien

Die Zucht von Harlekinkröten stellt hohe Anforderungen an Haltung und Pflege. Wasserqualität, Temperatur, Strömung und Futter müssen während der Entwicklung der Kaulquappen genau aufeinander abgestimmt sein. Eine besondere Herausforderung beginnt nach Abschluss der Metamorphose. Während sich die Kaulquappen von Algen ernähren, sind die nur wenige Millimeter großen Harlekinkröten auf entsprechend winzige Futterinsekten angewiesen.

„Dass rund 40 Tiere die Metamorphose geschafft haben, ist ein großartiges Ergebnis. Bis dahin sind jedoch viele einzelne Arbeitsschritte und sehr genaue Beobachtungen notwendig“, erläutert Dr. Lukas Reese, Zootierarzt sowie Kurator für das Exotenhaus. „Dieser Erfolg ist nur durch das große Engagement und die hohe Fachkompetenz unseres Tierpflege-Teams im Exotenhaus möglich geworden. Die Tiere und ihre Entwicklungsstadien werden intensiv betreut. Darauf können wir sehr stolz sein.“

Die Elegante Harlekinkröte kommt ursprünglich in Ecuador und Kolumbien vor. In Ecuador ist nur noch eine Population bekannt. Die Weltnaturschutzunion führt die Art auf der IUCN Red List of Threatened Species als „stark gefährdet“. Neben dem Verlust geeigneter Lebensräume haben Krankheiten zu den massiven Bestandsrückgängen vieler Amphibien beigetragen. Besonders der Chytridpilz hat zahlreiche Arten der Gattung Atelopus stark dezimiert. Gesunde Reservepopulationen in menschlicher Obhut können deshalb für das langfristige Überleben dieser Tiere von entscheidender Bedeutung sein.

Zweite erfolgreiche Atelopus-Nachzucht in Karlsruhe

Für den Zoo Karlsruhe ist es bereits die zweite Art aus der Gattung der Harlekinkröten, die erfolgreich nachgezüchtet werden konnte. 2023 gelang hier erstmals in einem europäischen Zoo die Nachzucht der vom Aussterben bedrohten Rio-Pescado-Stummelfußkröte (Atelopus balios). Die Art wird mittlerweile im Rahmen von Citizen Conservation, einem Netzwerk aus Zoos, wissenschaftlichen Einrichtungen und privaten Haltungen, an mehreren Standorten erfolgreich gehalten und weitervermehrt. Damit ist es gelungen, von wenigen ebenfalls aus einer Zuchtstation in Ecuador importierten Tieren eine rasch wachsende Reservepopulation aufzubauen.

„Die Entwicklung bei Atelopus balios zeigt, was aus einem ersten Zuchterfolg entstehen kann, wenn Wissen und Tiere verantwortungsvoll weitergegeben werden“, sagt Reese. Neben den beiden bereits erfolgreich vermehrten Arten hält der Zoo Karlsruhe auch Wampukrum-Harlekinkröten. Bei dieser wissenschaftlich noch nicht beschriebenen Art ist eine Nachzucht bislang noch nicht gelungen.

„Harlekinkröten stehen wie kaum eine andere Tiergruppe für das weltweite Amphibiensterben. Solche Arten fallen in der öffentlichen Wahrnehmung schnell durch das Raster“, betont Reinschmidt. „Für uns sind sie jedoch die kleinen Juwelen des Zoos. Ihr Erhalt gehört genauso zu unseren Aufgaben wie der Schutz großer und bekannter Tierarten.“

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Die jungen Eleganten Harlekinkröten sind kurz nach der Metamorphose kaum größer als ein Reiskorn.
© Stadt Karlsruhe, Zoologischer Stadtgarten, Timo Deible
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Aktionstag der Wilhelmaschule
Amurtiger © Wilhelma Stuttgart/Jennifer Riexinger
 
Aktionstag der Wilhelmaschule
Welt-Tiger-Tag in der Wilhelma

Am 29. Juli stehen für Artenschützerinnen und Artenschützer in aller Welt die Tiger im Rampenlicht. Auch die Wilhelma beteiligt sich daran: An einem Stand an der vor fast genau einem Jahr eröffneten Anlage für Amurtiger informieren die Expertinnen und Experten der Wilhelmaschule über die gestreifte Großkatze. Hautnah kann man dabei anhand von Exponaten zum Anfassen erfahren, wie groß die Pfoten, Krallen und Zähne von Tigern sind – und sogar, wie sich ihre Zunge anfühlt. Es geht dabei nicht nur alleine um Tiger, sondern auch darum, was sie mit anderen Raubtieren gemeinsam haben und wie sich mit Fellmuster und anderen Merkmalen von ihnen unterscheiden. Außerdem können die kleinen Besucherinnen und Besucher vor Ort Masken basteln und damit selbst zum Tiger werden.

Am Welt-Tiger-Tag wird über das natürliche und heutige Verbreitungsgebiet der verschiedenen Unterarten des Tigers informiert und über ihre Gefährdung in den unterschiedlichen Lebensräumen aufgeklärt. Es wird aufgezeigt, was jeder Einzelne für den Schutz der majestätischen Großkatzen tun kann – und warum Tiger-Selfies im Urlaub keine gute Idee sind. In unterschiedlichen Regionen Asiens sind heute noch sechs Unterarten des Tigers beheimatet. Der Amur-Tiger aus dem äußersten Osten Russlands und dem Nordosten von China ist die größte Katze der Welt. Die Kater können bis zu 300 Kilogramm auf die Waage bringen. Sumatratiger dagegen, als kleinste Unterart, werden nicht einmal halb so schwer. Sowohl aufgrund von Lebensraumvernichtung als auch von Wilderei sind alle Tiger in ihren natürlichen Lebensräumen gefährdet. Drei Unterarten, der Javatiger, der Balitiger und der Kaspische Tiger wurden bereits durch den Menschen ausgerottet.

Die Wilhelma engagiert sich schon lange für die WildCats Conservation Alliance, welche sich für den Schutz des vom Aussterben bedrohten Sumatratigers im indonesischen Kerinci-Seblat-Nationalpark einsetzt. Der Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma unterstützt das Projekt seit 2021 jedes Jahr mit einem Betrag von 20.000 €. Insgesamt sind über die Wilhelma und ihren Förderverein seit 2002 über 200.000 € zusammengekommen, mit deren Hilfe Ranger-Einheiten auf Sumatra finanziert werden.

Weitere Informationen gibt es am Mittwoch, 29. Juli von 11.00 bis 17.00 Uhr am Aktionstand zum Welt-Tiger-Tag, direkt vor der Anlage fĂĽr Amurtiger. Das Angebot ist, wie bei allen Thementagen der Wilhelmaschule, bereits im Eintritt fĂĽr die Wilhelma enthalten.

zum Bild oben:
Seit etwas mehr als einem Jahr sind in der Wilhelma Amurtiger zu beobachten.
© Wilhelma Stuttgart/Jennifer Riexinger
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Bedrohte Vielfalt: Amphibien und Reptilien im Fokus
Goldener Pfeilgiftfrosch © Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
 
Bedrohte Vielfalt: Amphibien und Reptilien im Fokus
Thementag im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart

Am Sonntag, 26. Juli 2026 lädt die Wilhelmaschule im Rahmen der Wilden Wochenenden zum Thementag Amphibien und Reptilien ein. Unter der Anleitung von Zoopädagoginnen und Zoopädagogen gibt es an mehreren Stationen und einer Leseecke viel zu entdecken: Von Schlangen- und Froschhäuten bis hin zu Krokodileiern. Bei einem Quiz kann man sein neu erworbenes Wissen austesten. Mit vor Ort ist die Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e. V., die ein von der Wilhelma finanziell unterstütztes Schutzprojekt für Meeresschildkröten in Kenia vorstellt und eine kreative Bastelaktion für Kinder anbietet.

Obwohl sich einige Amphibien und Reptilien auf den ersten Blick ähneln, handelt es sich um zwei komplett verschiedene Klassen von Tieren. Zu den Amphibien zählen beispielsweise Frösche, Kröten und Molche. Die meisten von ihnen sind auf feuchte Biotope angewiesen. Ihre dünne, empfindliche und drüsenreiche Haut schützt sie vor Krankheiten und unterstützt auch ihre Atmung. Zwar leben viele Arten einen Großteil des Jahres an Land – aber fast alle von ihnen legen ihren Laich im Wasser ab. Aus diesem schlüpfen zunächst die Kaulquappen. Diese atmen – ähnlich wie Fische – noch mit Kiemen und verwandeln sich durch Metamorphose in das vollständig entwickelte und lungenatmende Tier.

Zu den Reptilien gehören unter anderem Eidechsen, Warane, Krokodile, Schlangen und Schildkröten. Viele von ihnen sind an trockene Lebensräume angepasst. Ihr schützendes Schuppenkleid ermöglicht es einigen Arten sogar, extreme Wüstenregionen zu besiedeln. Andere, etwa Krokodile und viele Schildkröten, sind dagegen auf Gewässer angewiesen. Wie Amphibien legen auch die meisten Reptilien Eier. Es gibt jedoch zahlreiche Arten, bei denen die Jungtiere lebendgeboren werden oder bereits während der Eiablage schlüpfen.

Eines haben Amphibien und Reptilien gemeinsam: Sie sind wechselwarm – das heißt, ihre Körpertemperatur hängt unmittelbar von der Außentemperatur ab. Die Besucherinnen erfahren, wie genau die unterschiedlichen Arten an ihre jeweiligen Lebensräume angepasst sind und wie unterschiedlich ihre Entwicklung verläuft. Außerdem wird anschaulich vermittelt, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Bestände vieler Arten hat und wie ihre Lebensräume geschützt werden können.

Der Aktionstag findet in der Wilhelmaschule von 11.00 bis 17.00 Uhr statt. Es gibt mehrmals am Tag die Möglichkeit, einem echten Königspython und anderen Reptilien aus nächster Nähe zu begegnen. Wie bei allen Terminen der Wilden Wochenenden ist das Programm bereits im Eintritt in die Wilhelma enthalten.

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Der aus Kolumbien stammende Goldene Pfeilgiftfrosch gehört zu den auffälligsten Amphibienarten im Amazonienhaus.
© Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
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Ein neues Zuhause fĂĽr vom Aussterben bedrohte Schlangen
San-Francisco-Strumpfbandnatter (c) Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
 
Ein neues Zuhause fĂĽr vom Aussterben bedrohte Schlangen
Leuchtend bunt und stark bedroht: San-Francisco-Strumpfbandnattern ziehen in die Wilhelma ein

In der Wilhelma wurde am Dienstag, 21. Juli 2026 die neue Anlage für San-Francisco-Strumpfbandnattern (Thamnophis sirtalis tetrataenia) eingeweiht. Es handelt es sich um eine Unterart der Gewöhnlichen Strumpfbandnatter (Thamnophis sirtalis). Von dieser hebt sie sich durch ihr leuchtend türkisblau und orange gefärbtes Streifenmuster ab. Die Unterart stammt aus einem sehr kleinen Verbreitungsgebiet in Kalifornien, wo sie strukturreiche Feuchtgebiete besiedelt. Aufgrund von Lebensraumzerstörung sind mittlerweile viele Teilpopulation voneinander isoliert, sodass ein genetischer Austausch unterbrochen wurde. Invasive Arten und Krankheiten sowie illegaler Fang setzen den noch vorhandenen Beständen weiter zu. Die mit rund 1.300 Tieren größte Population beherbergt heute der Flughafen von San Francisco, dessen durch Umzäunung bestens geschütztes Gelände mit Wasserflächen, Röhrichten, Wiesen und Buschland noch optimale Lebensbedingungen bietet. Aus vielen anderen seiner früheren Habitate ist das hübsch gefärbte Reptil mittlerweile verschwunden.

In der Wilhelma wurde für die San-Francisco-Strumpfbandnattern in direkter Nachbarschaft zu den Kalifornischen Seelöwen ein 24 m² großes Freilandterrarium als Gemeinschaftsprojekt der Fachbereiche Zoologie, Botanik, Parkpflege, Technik und Umweltbildung realisiert. Die beiden Schlangen, die am Tag der Einweihung ihr neues Zuhause bezogen haben, sind Nachzuchten aus dem Allwetterzoo Münster. Sie werden sich ganzjährig in der Anlage aufhalten. Für die kalte Jahreszeit steht eine frostfreie Überwinterungsbox zur Verfügung, in welche sich die Tiere eigenständig zurückziehen können. Beim Bau der Anlage musste mit höchster Präzision vorgegangen werden, da Jungtiere der Strumpfbandnatter durch kleinste Spalte passen. Ein Schutznetz gegen Reiher und Rabenvögel sowie ein Grabschutz gegen Nagetiere beugen dem Eindringen von Beutegreifern vor.

Die Gestaltung und Bepflanzung der Anlage wurden dem natürlichen Lebensraum der vom Aussterben bedrohten Schlange nachempfunden. Das Saatgut von 20 typischen Pflanzenarten wurde direkt aus Kalifornien importiert und in der Wilhelma herangezogen. Unter anderem findet man in der Wiesenfläche die Schmalblättrige Seidenpflanze. Sie ist in Nordamerika eine der der Hauptnahrungsquellen für die Raupen des Monarchfalters. Am Rand des Tümpels und in der an die Anlage angrenzenden Vegetation wächst das bis 1,8 Meter hohe silbergraue Amerikanische Moxakraut. In getrockneter Form ist die Pflanze ein wichtiger Bestandteil in den traditionellen Räucherzeremonien der indigenen Bevölkerung Nordamerikas.

Finanziert wurde das neue Großterrarium von der Ingrid Kandler Stiftung in der Stiftergemeinschaft der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, welche für den Bau der Anlage einen Betrag von 150.000 € zur Verfügung gestellt hat. Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin zeigt sich dankbar: „Wir freuen uns sehr über die große Unterstützung hier aus der Region – zumal die Spende von der Ingrid Kandler Stiftung und der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen nicht nur der Wilhelma, sondern der Erhaltungszucht eines vom Aussterben bedrohten Reptils zugutekommt.“

Um den Erhalt einer Reservepopulation der San-Francisco-Strumpfbandnatter kümmern sich zoologische Gärten in Zusammenarbeit mit privaten Tierhaltenden. Die Organisation Citizen Conservation, mit der auch die Wilhelma eng zusammenarbeitet, koordiniert das gemeinsame Erhaltungszuchtprogramm und bildet das Bindeglied zwischen Zoos, Wissenschaft und Privathaltung.

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Eine von zwei San-Francisco-Strumpfbandnattern erkundet die neu eröffnete Anlage.
(c) Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
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Dach der katholischen Filialkirche Heilig Kreuz in Scheinfeld wird renoviert
In den Jahren 1766 und 1767 aufgrund eines GelĂĽbdes des damaligen Schlossherrn errichtet

Bei einem Pressetermin vor Ort am Donnerstag, den 16. Juli 2026 um 10.00 Uhr überbringt Herbert van Beek, Ortskurator Bamberg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), einen symbolischen Fördervertrag in Höhe von 17.000 Euro für Renovierungsarbeiten am Dach und der Dachkonstruktion der katholischen Filialkirche Heilig Kreuz in Scheinfeld Erlabronn an Pfarrer Josef Maria Michael. Die Förderung wurde möglich dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale.

Die Filialkirche Heilig Kreuz in Erlabronn wurde in den Jahren 1766 und 1767 aufgrund eines Gelübdes des damaligen Schlossherrn errichtet. Mit ihrem rechteckigen Langhaus und dem eingezogenen, halbrund geschlossenen Chor folgt sie einem für die Zeit gängigen Bauschema.

Besonders auffällig ist die nach Süden ausgerichtete Hauptfassade. Eckpilaster, Natursteinrahmungen, Rundbogennischen und ein geschwungener Volutengiebel verleihen dem Bau eine reiche ländlich-spätbarocke Gestaltung. Über dem Dach erhebt sich ein Dachreiter mit Zwiebelhaube.

Hervorzuheben ist zudem die reich ausgestattete Innenausstattung der Kirche. Besonders die Altäre in üppigen Spätrokokoformen sowie die frühklassizistischen Kreuzwegstationen ragen hervor. Insgesamt handelt es sich um eine bemerkenswerte Votivkirche, die eine eher handwerklich geprägte Architektur mit einer reichen Ausstattung verbindet und damit ein Dokument der Volksfrömmigkeit am Ende der Barockzeit darstellt.

Das Gotteshaus gehört nunmehr zu den über 680 Projekten, die die private DSD dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Soziallotterie von Lotto, allein in Bayern gefördert hat.
 
 

 
EU-Emissionshandel
CO₂-Preissignal stärken statt verwässern

Ober: Klimaneutralität braucht verlässlichen Investitionskompass

Berlin - Anlässlich der Überprüfung des Europäischen Emissionshandelssystems (EU ETS 1) fordert der NABU, den Emissionshandel konsequent auf das Ziel der Klimaneutralität auszurichten. Der ETS-Review dürfe nicht dazu genutzt werden, das CO₂-Preissignal zu verwässern oder kurzfristigen industriepolitischen Interessen nachzugeben. Stattdessen brauche Europa einen verlässlichen und ambitionierten Emissionshandel, der Investitionen in klimafreundliche Technologien gezielt anreizt.

„Der CO₂-Preis ist der Investitionskompass für die klimaneutrale Industrie“, sagt Dr. Steffi Ober, Teamleiterin Transformation beim NABU. „Unternehmen investieren nur dann Milliarden in neue Produktionsverfahren, wenn sie darauf vertrauen können, dass Emissionen dauerhaft ihren Preis haben. Wer das Preissignal politisch verwässert, bremst die Transformation.“

Der europäische Emissionshandel hat sich als zentrales Instrument zur Emissionsminderung in Industrie und Energiewirtschaft etabliert. Die Erwartung steigender CO₂-Preise hat Investitionen in emissionsarme Technologien wirtschaftlich attraktiver gemacht. Diese Lenkungswirkung müsse der ETS-Review stärken – nicht schwächen.

„Europa steht im globalen Wettbewerb um die Technologien der Zukunft“, so Dr. Ober weiter. „Wer heute etwa in klimaneutrale Chemie oder Carbon-Management-Technologien investiert, braucht Planungssicherheit über Jahrzehnte. Das ETS muss deshalb eine klare Botschaft senden: Emissionen werden teurer, klimafreundliche Technologien rechnen sich.“

Der NABU erkennt die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen vieler Industrieunternehmen an. Wir müssen unsere Industrie durch einen funktionierenden CBAM und wirksame Handelsschutzinstrumente gegen Wettbewerbsverzerrungen schützen und durch industriepolitische Maßnahmen in der Transformation begleiten. Gleichzeitig sei es umso wichtiger, die ETS-Einnahmen konsequent für die Transformation aufzuwenden, anstatt damit Haushaltslöcher zu stopfen. In einer Phase hoher Investitionsbedarfe würde eine Verwässerung des CO2-Preises viele Milliarden an Auktionserlösen kosten und ein Zweckentfremden von ETS-Einnahmen entscheidende Mittel aus der Transformation abziehen.

„Der ETS-Review ist eine Bewährungsprobe für die europäische Klimapolitik“, erklärt Dr. Ober. „Wenn Europa Klimaneutralität ernst meint, muss es den Emissionshandel als Investitionskompass stärken. Ein starkes CO₂-Preissignal schafft Investitionssicherheit, beschleunigt Innovationen und stärkt langfristig die Wettbewerbsfähigkeit Europas.“
 
 

Federn, Flugkunst und Vogelschutz im Fokus der Wilden Wochenenden
Afrikanische Zwergglanzente © Wilhelma Stuttgart
 
Federn, Flugkunst und Vogelschutz im Fokus der Wilden Wochenenden
Wilhelmaschule informiert über die Welt der Vögel

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wilde Wochenenden“ bietet der Zoologisch-Botanische Garten Stuttgart einen ganzen neuen Aktionstag an: Am Sonntag, 12. Juli 2026 dreht sich in der Wilhelmaschule alles um die faszinierende Welt der Vögel. Von 11 bis 17 Uhr erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Mitmachprogramm, das die außergewöhnlichen Fähigkeiten der gefiederten Wirbeltiere beleuchtet.

Ob in Wäldern, Wüsten, Gebirgen oder Städten – Vögel haben nahezu jeden Lebensraum der Erde erobert. Grundlage ihres Erfolgs sind zahlreiche Anpassungen an ihre Umwelt. An verschiedenen Stationen können große und kleine Gäste diesen Besonderheiten auf den Grund gehen und selbst ausprobieren, wie unterschiedlich Vögel an ihre Lebensräume angepasst sind.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Federn – ein Merkmal, das ausschließlich Vögel besitzen. Man erfährt, wie Federn aufgebaut sind, welche unterschiedlichen Aufgaben sie erfüllen und weshalb Daunen, Schwung- und Steuerfedern ganz verschieden aussehen. An echten Federn lässt sich nachvollziehen, wie ihre feinen Strukturen nach dem sogenannten Klettverschlussprinzip ineinandergreifen. Unter der Lupe wird außerdem das Geheimnis des nahezu lautlosen Flugs der Eulen sichtbar.

Auch die erstaunliche Vielfalt der Vogelschnäbel wird anschaulich erklärt. Ihre Form verrät viel darüber, welche Nahrung eine Vogelart bevorzugt. An verschiedenen Mitmachstationen können die Gäste selbst testen, welche Herausforderungen etwa ein Rotkehlchen oder eine Gans bei der Nahrungssuche meistern müssen. Ergänzt wird das Programm durch Einblicke in unterschiedliche Fußformen, den leichten Knochenbau der Vögel als Voraussetzung für den Flug sowie die Lebensweise von Zug- und Standvögeln.

Darüber hinaus widmet sich der Thementag dem Balzverhalten, der Jungenaufzucht und der Vielfalt von Nestern und Vogeleiern. Vogelgesänge, verschiedene Nestformen und ein Quiz zum Erkennen heimischer Vogelarten laden dazu ein, die Vogelwelt genauer kennenzulernen.

Neben der faszinierenden Biologie der Vögel geht es auch um ihren Schutz. Lebensraumverlust, der Rückgang von Insekten als Nahrungsgrundlage oder Kollisionen mit Glasfassaden setzen zahlreichen Vogelarten zu. Die Wilhelmaschule zeigt, wie diese Bedrohungen zusammenhängen und mit welchen einfachen Maßnahmen jeder zum Vogelschutz im eigenen Garten oder auf dem Balkon beitragen kann.

Ein besonderer Schwerpunkt des Thementags liegt auf dem Kronenkranich, dem „Zootier des Jahres 2026“. Mit der bundesweiten Kampagne machen die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP), der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) und weitere Partner jedes Jahr auf eine besonders bedrohte Tierart aufmerksam, die bislang wenig im öffentlichen Fokus steht. Beim Kronenkranich sind vor allem die Zerstörung von Feuchtgebieten und der illegale Wildtierhandel für den Bestandsrückgang verantwortlich. Am Beispiel dieser eleganten Vogelart zeigt die Wilhelmaschule, wie moderner Artenschutz funktioniert und warum der Schutz ganzer Lebensräume für das Überleben vieler Vogelarten entscheidend ist.

Die Teilnahme am Thementag Vögel ist – wie bei allen Wilden Wochenenden – im regulären Eintritt in die Wilhelma enthalten.

zum Bild oben:
Der löffelartige Schnabel der Enten, hier eine Afrikanische Zwergglanzente, hilft bei der Nahrungsaufnahme im Wasser.
© Wilhelma Stuttgart
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