Prolixletter
Donnerstag, 5. November 2026
  --- Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter auf unserer Startseite !  --- Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter auf unserer Startseite !
Uhr


Das ungewöhnliche Wohnhaus in Nabburg Perschen ist eine Perle
Nabburg-Perschen: Wohnhaus Lerchenfelderstraße 6 (c) DD / Guido Siebert
 
Das ungewöhnliche Wohnhaus in Nabburg Perschen ist eine Perle
Gesamtkunstwerk: Gebäude, Innenausstattung und landschaftsarchitektonische Aspekte

Um gute und nachhaltige Restaurierungsmaßnahmen an denkmalgeschützten Gebäuden zu gewährleisten, ist eine gründliche Voruntersuchung und ein tragendes Plangutachten unumgänglich. Für das Wohnhaus in der Lerchenfeldstraße 6 in Nabburg Perschen unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die Eigentümer dabei dank zahlreicher Spenden sowie der Lotterie GlücksSpirale mit 20.000 Euro. Das Gebäude gilt als seltenes Beispiel eines realisierten Werkes des organischen Bauens der Nachkriegsmoderne, das noch weitgehend im Originalzustand erhalten ist, inklusive des dafür entworfenen Mobiliars.

Das sogenannte „Haus Dr. Gilliar“ wurde zwischen 1966 und 1968 von dem chinesischen Architekten Chen Kuen Lee, einem Schüler Hans Scharouns, gemeinsam mit Günter Ssymmank entworfen, der für die Innenraumgestaltung verantwortlich war. Das Wohnhaus ist ein in Hanglage integrierter, teilweise verputzter, terrassenseitig verglaster Massivbau. Es steht auf unregelmäßig aufgefächertem, sternförmigem Grundriss. Charakteristisch sind die höhenversetzten, durch bepflanzte Beete getrennten und mittels Freitreppen verbundenen Raumbereiche, die sich um einen zentralen Wohnraum verteilen. Die asymmetrische Dachlandschaft besteht aus Flachdächern und geneigten gläsernen Flächen, zu dem auch ein hydraulisch hebbares Gewölbe aus Polycarbonat gehört. Der Grundriss des Gebäudes entwickelt sich auf verschiedenen Ebenen sternförmig um das Zentrum, das von fließenden Raumübergängen geprägt ist. Daran schließen beispielsweise Nutzungen eines Schwimmbads oder einer separaten Einliegerwohnung an.

„Die präzise Abstimmung von Gebäude, Innenausstattung und landschaftsarchitektonischen Aspekten lässt den Bau als Gesamtkunstwerk in Erscheinung treten, das eng mit seiner Umgebung in Dialog tritt und sich mit der Landschaft verwebt,“ heißt es im Raumbuch des Architekturbüros. Diese Beschreibung formuliert sehr treffend die ungewöhnliche architektonische Erscheinung und hebt gleichzeitig das theoretisch-philosophische Konzept hervor. Große Verglasungsflächen bilden hier den Reiz. Hintergrund ist die Absicht, die Natur in das Gebäude übergehen zu lassen, die sich im Inneren bis zu einer Pflanzeninsel mit Baum bemerkbar macht. Auch das sognannte Cabrio-Dach, das sich sternförmig ausfahren lässt, unterstreicht die Verbindung zum Außenbereich.

Das Wohnhaus in der Lerchenfeldstraße in Perschen gehört nunmehr zu den über 680 Denkmalen, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Bayern fördern konnte.
 
Eintrag vom: 05.11.2026  




zurück
freiburger-stf.jpg
oekoplus.gif
gruenequellen.jpg
historixBanner.jpg

Mittagstisch-in-Freiburg




Copyright 2010 - 2026 B. Jäger