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Mittwoch, 21. Oktober 2026
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Gesamtsanierung des ehemaligen Baderanwesens in Bad Feilnbach beginnt
Bad Feilnbach: Ehem. Baderanwesen Abachstraße 4 (c) DAD / Guido Siebert
 
Gesamtsanierung des ehemaligen Baderanwesens in Bad Feilnbach beginnt
Hundertjährige Tradition an Heilberufen im Haus

An der Gesamtsanierung des ehemaligen Baderanwesens in Bad Feilnbach beteiligt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Lotterie GlücksSpirale mit einem Fördervertrag über 60.000 Euro. lm Zuge der aktuellen Planung soll das Gebäude, das jahrzehntelang leer stand, als Wohnhaus für eine junge Familie mit kleiner Einliegerwohnung im früheren Heuboden revitalisiert werden.

Spätestens um 1720 entstand das Gebäude als zweigeschossiger Massivbau. 1759 war das Mittelflurhaus mit rückwärtigem Wirtschaftsteil in kirchlichem Besitz und diente als Kramerladen. Möglicherweise stehen die vermauerten, ungewöhnlich großzügigen Fensternischen in der nördlichen Außenwand des späteren Stallteils in Zusammenhang mit dieser Nutzung. 1811 wurde der Wohnteil umgebaut und mit zahlreichen Putz- und Stuckdetails versehen, etwa mit den bereits erwähnten Fensterumrahmungen oder den verzierten Mauerecken im Inneren.

Die Westwand des Wohnteils zeigt eine Putzlisene, die bereits 1815 durch Anbau bzw. Erneuerung des Wirtschaftsteils verdeckt wurde. Als Bauherr dieser zweiten Hauptbauphase gilt Vitus Hackl, der das Baderhandwerk in das Haus brachte und damit eine bis 1926 fortgesetzte Tradition von Heilberuflern im Haus – später meist promovierte Mediziner – begründete. Aus dieser Zeit sind einige geschnitzte Türstöcke an Wohn- und Wirtschaftsteil erhalten, die in den Datierungsinschriften Verweise auf die Heilkunde „verstecken“. Das Gebäude wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch verschiedene eher bürgerlich wirkende Elemente wie eine neugotische Hausmadonna, ein Vordach über dem Haupteingang, gesägte Pfettenköpfe und dekorative Bleiverglasung im Wirtschaftsteil bereichert.

Ungewöhnlich sind vor allem Befunde im Bereich des ehemaligen Wirtschaftsteils, die sich möglicherweise durch Bezüge zur Nutzung erklären lassen: Die bereits erwähnten bleiverglasten Fenster und der geschnitzte Türstock an einem Raum mit hölzerner Stalldecke, ein annähernd quadratischer Raum mit profiliertem Deckenspiegel und besonders aufwändig geschnitztem Türstock, der nur vom Stall aus zugänglich war, oder zahlreiche Nischen rund um die Zugangstür dieses Gebäudeteils, die vielleicht auf eine frühere Pforten- bzw. Durchreiche-Situation hinweisen könnte.

Das ehemalige Baderanwesen gehört nunmehr zu den über 680 Denkmalen, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Bayern fördern konnte.
 
Eintrag vom: 19.10.2026  




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