Prolixletter
Montag, 10. August 2026
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Filmtipp: Bitteres Fest
 
Filmtipp: Bitteres Fest
Spanien 2026
Regie: Pedro AlmodĂłvar
Darsteller: Bárbara Lennie, Leonardo Sbaraglia, Aitana Sánchez-Gijón

Dieses bittere Weihnachtsfest kündet offenkundig nicht von einem Fest der Harmonie. Vielmehr ist es ein so stilvoller wie unverzerrter Spiegel für Verlust, Begehren, unerfüllte Sehnsüchte, das Erzählen selbst – und den hohen Preis der Kunst… Pedro Almodóvar kehrt zurück zu seinen großen Themen und kredenzt ein elegantes, autopoetisches, unverhohlenes Drama über Trauer, Erinnerung und das Wesen des Erzählens!

Die erfolgreiche Werbefilmregisseurin Elsa (Bárbara Lennie) stürzt sich nach dem Tod ihrer Mutter in ihre Arbeit, ohne sich Raum zum Trauern zu geben. In einer anderen Zeit in der gleichen Stadt arbeitet der erfolgreiche Autor und Regisseur Raúl Durán (Leonardo Sbaraglia), der gegen eine lange kreative Krise ankämpft, an seinem neuen Werk – und schreibt genau jene Geschichte, die Elsas Leben erzählt… Zwei Zeitebenen und zwei Perspektiven verweben sich zu einem vielschichtigen Spiel zwischen Realität und Fiktion, indem Almodóvar mit gleich zwei Alter Egos an die großen Themen und melancholischen Facetten seines Schaffens anknüpft, die er mit einer ungeschönten Selbstreflexion über Kunst und Leben verbindet. Aus der persönlichen Verlustgeschichte entwickelt sich ein Geflecht aus Erinnerungen, Beziehungen und fiktionalen Spiegelungen, in dem die Grenzen zwischen Erlebtem und Erzähltem zunehmend verschwimmen. In typischer Manier des spanischen Meisterregisseurs – visuell präzise komponiert, voller leuchtender Farben und emotionaler Zwischentöne – entfaltet der Film seine Wirkung weniger durch große dramatische Ausbrüche als durch die Genauigkeit seiner Figurenzeichnung. Die Kamera beobachtet Menschen, die versuchen, dem Schmerz einen Sinn abzuringen, während sich immer wieder die Frage stellt, wie aus Leben Geschichten werden – und was dabei verloren geht. Das Ergebnis ist ein reifes, klug konstruiertes Werk eines Regisseurs, der so frei erzählt wie selten zuvor. Ein zutiefst ehrlicher, menschlicher Film von großer cineastischer Eleganz.

Läuft im Kandelhof Freiburg
 
Eintrag vom: 09.08.2026  




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