Prolixletter
Sonntag, 9. August 2026
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Regenrückhaltung: im Trockensommer vom Biber lernen ...
(c) mitwelt.org
 
Regenrückhaltung: im Trockensommer vom Biber lernen ...
Der Hitze- und Trockensommer 2026 zeigt seine Folgen: Flüsse, Seen und Quellen führen deutlich weniger Wasser, viele Bäche trocknen aus. Die Gewässer erwärmen sich, Sauerstoffmangel und Fischsterben nehmen zu. Die Grundwasserstände sinken, die Trinkwasserversorgung gerät regional unter Druck. Landwirtschaft, Schifffahrt und Kraftwerke leiden unter Wassermangel. Atomkraftwerke werden abgestellt. Gleichzeitig steigen Waldbrandgefahr, Ernteausfälle und der Stress für Natur und Ökosysteme deutlich an.

Der von Fossil-Lobbyisten geleugnete und von der Wissenschaft und der Umweltbewegung angekündigte menschengemachte Klimawandel ist (nicht erst) im Hitzesommer 2026 in Deutschland angekommen.

Im Trockensommer vom Biber lernen ...

Ohne Erlaubnis, ohne Genehmigung, ohne Bauantrag und verbotenerweise macht der Biber das, was unsere Behörden schon lange machen müssten. Er sorgt für umweltfreundliche, dezentrale und nachhaltige Wasserrückhaltung und schafft einzigartige Biotope. Angesichts sommerlich trockenfallender Bäche und der damit verbundenen Vernichtung von Flora und Fauna benötigen wir schnell eine möglichst naturnahe Wasserrückhaltung für unsere Bäche im Gebirge, um Natur, Mensch, Fischen, Wasserkraftbetreibern und der Landwirtschaft zumindest mit einer Mindestwassermenge in Extremsommern dienen zu können. Wir brauchen viele, viele Teiche, Seen, Tümpel und aufgestaute Täler. Hochwasserschutz muss mit Regenwasserrückhaltung verbunden werden. Niederschlagswasser sollte im Gebirge und überall dezentral aufgefangen und in Trockenphasen kontrolliert ins Grundwasser und in die Fließgewässer abgeleitet werden.

Auch in Zeiten, in denen wir Menschen gerade täglich 100 bis 150 Arten ausrotten und unter Hitzesommern leiden, wird der Biber von manchen Menschen immer noch als Schädling dargestellt. Teilweise schwingt in den Debatten noch das alte, steinzeitliche Ausrottungsdenken mit. Doch der Biber macht ohne Bauantrag und verbotenerweise genau das, was eigentlich unsere Städte, Gemeinden und Behörden machen müssten, nämlich dezentrale Wasserrückhaltung.

Der Biber ist hier ein Vorbild und kein Schädling! Dort, wo er Probleme bereitet, finden sich Lösungen.

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein, (Alt-)BUND-Geschäftsführer
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Eintrag vom: 08.08.2026  




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