Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat die Sanierung mit 100.000 Euro gefördert
Es ist das Ergebnis von sechs Jahren Planung, Sanierung und ehrenamtlichem Engagement: Am Freitag, den 17. Juli 2026, um 18.00 Uhr wird die Alte Schule im Immenstädter Ortsteil Bühl feierlich wiedereröffnet. Das denkmalgeschützte Gebäude, das einst vom Abriss bedroht war, erhält damit eine neue Zukunft als Dorfzentrum und Treffpunkt für die Bevölkerung. An der Eröffnung nimmt auch Rudolf Amann, Ortskurator Augsburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), teil.
Die DSD hat die Instandsetzung der Alten Schule mit 100.000 Euro gefördert. Unterstützt wurden Arbeiten an Dach, Fassade und Fenstern. Möglich war die Unterstützung dank der privaten Spender der DSD und der Erträge der Lotterie GlücksSpirale.
Mit den Arbeiten konnte ein Gebäude gesichert werden, das lange Zeit leer stand und dessen Erhalt zwischenzeitlich infrage stand. Fast wäre die Alte Schule in Bühl am Alpsee verschwunden. Das historische Gebäude sollte einem Neubau weichen, konnte jedoch durch das Engagement vieler Beteiligter bewahrt werden. Bei den Sanierungsarbeiten kam viel originale Bausubstanz wieder zum Vorschein. Unter späteren Bodenbelägen fanden sich historische Dielen, unter dicken Tapetenschichten entdeckten die Restauratoren originale Wandgestaltungen und Farbfassungen aus dem 19. Jahrhundert.
Errichtet wurde die Schule um 1867 als zweigeschossiges Schulgebäude mit Lehrerwohnung. Anlass für den Neubau waren die durch die königliche Schulvisitation beanstandeten Unterrichtsbedingungen im Ort. Das Gebäude entstand auf einem Grundstück der Pfarrei unmittelbar neben der Pfarrkirche St. Stephan sowie den Kapellen Maria Loreto und St. Anna. Bis zu 80 Schülerinnen und Schüler fanden damals im sogenannten Lehrzimmer Platz. Nach einem Brand wurde das Haus 1895 teilweise erneuert, 1914 folgte eine Erweiterung mit zwei zusätzlichen Klassenzimmern.
Die Alte Schule ist ein für das Allgäu typisches Schulgebäude des 19. Jahrhunderts. Besonders prägend sind die großflächigen Kastenfenster, die Fassaden mit den regionaltypischen Rundschindeln, die historischen Brettläden sowie die originale Ziegeldeckung. Auch im Inneren hat sich bemerkenswert viel Ausstattung erhalten, darunter das Jugendstiltreppenhaus, historische Holzböden, Wandtäfelungen und Innentüren. Die vielfältigen Ausstattungsdetails dokumentieren eindrucksvoll den Stellenwert, den Bildung im ländlichen Bayern bereits im 19. Jahrhundert besaß.
Bis 1972 wurde das Gebäude als Schule genutzt. Nach Einstellung des Schulbetriebs hatte die Musikkapelle bis Ende der 1980-Jahre dort ihren Probenraum. Bis in die jüngste Vergangenheit wurde die Alte Schule für Veranstaltungen wie Adventsmarkt, Martinsfest oder Jubiläumsfeiern genutzt.
Als dem denkmalgeschützten Schulgebäude 2020 der Abriss drohte, gründete sich der Freundeskreis Alte Schule Bühl mit Bürgern und Bürgerinnen, die bereit waren, Geld in die Hand zu nehmen, um dieses historische Kulturdenkmal zu erhalten und wiederzubeleben.
Die Alte Schule in Immenstadt-Bühl ist eines der mehr als 680 Denkmale, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale bisher allein in Bayern fördern konnte. |