Nach dem Tod von Gorilla-Männchen Mobali (11) kam es in der Gorillagruppe des Zoo Basel zu einem weiteren Todesfall. Das vier Tage alte Jungtier von Gorilla-Weibchen Joas (37) verstarb am Dienstag, 14. Juli 2026, infolge einer durch Silberrücken Yeba (14) verursachten tödlichen Verletzung. Für Yeba war es das erste Jungtier. Joas trägt ihr verstorbenes Jungtier derzeit weiterhin bei sich. Der Vorfall verdeutlicht die hohe Komplexität sozialer Strukturen und Beziehungen innerhalb von Gorillagruppen.
Die Gorillagruppe des Zoo Basel verzeichnete innerhalb eines Tages zwei Todesfälle. Gorilla-Männchen Mobali (11) musste am Dienstag, 14. Juli 2026, aufgrund der Folgen einer Bissverletzung durch Silberrücken Yeba (14) vom Tierärzte-Team getötet werden. Der Zolli berichtete auf seinen Social-Media-Kanälen. Ebenfalls am Dienstag verstarb das vier Tage zuvor geborene Jungtier von Gorilla-Weibchen Joas (37).
Tödliche Verletzung
In den ersten vier Lebenstagen zeigte Joas das für Gorillas typische mütterliche Verhalten und hielt ihr Jungtier eng an ihrem Körper. Am Dienstagnachmittag, 14. Juli 2026, nahm Silberrücken Yeba das Jungtier von Joas an sich und zeigte ein ausgeprägtes Interesse an ihm. Gleichzeitig liess er die Mutter nicht mehr in seine unmittelbare Nähe. Im weiteren Verlauf kam es zu Rangeleien zwischen Joas und Yeba. Dabei wurde das Jungtier durch einen unbeabsichtigten Biss von Yeba in den Brustkorb tödlich verletzt.
Erstes Jungtier für Yeba
Das getötete Jungtier wurde am 11. Juli 2026 geboren. Es handelte sich um ein Weibchen. Für Gorilla-Weibchen Joas war es der fünfte Nachwuchs. Für Silberrücken Yeba war es der erste Nachwuchs.
Komplexe Sozialverbände
Bei Gorillas sind soziale Beziehungen und Gruppendynamiken hochkomplex. Das Töten von Jungtieren durch Artgenossen, sogenannter Infantizid, ist bei Gorillas ein beobachtetes und wissenschaftlich beschriebenes Verhalten, das insbesondere bei in Haremstrukturen lebenden Tierarten bekannt ist. Die Ursachen dafür können vielfältig sein und stehen unter anderem im Zusammenhang mit der komplexen sozialen Struktur innerhalb von Gorillagruppen.
Abschiedsrituale bei Gorillas
Bei Gorillas kommt es vor, dass Mütter verstorbene Jungtiere noch über mehrere Tage oder Wochen bei sich tragen. Auch im aktuellen Fall trägt Joas ihr verstorbenes Jungtier weiterhin bei sich. Der Zoo Basel ermöglicht dieses natürliche Verhalten und greift nicht ein. Das Affenhaus bleibt geöffnet.
Blick in die Zukunft
Der Zolli beobachtet die Dynamik innerhalb der Gruppe weiterhin aufmerksam und steht im Austausch mit Expertinnen und Experten. Besondere Beachtung gilt dabei der weiteren Entwicklung der Gruppe, auch vor dem Hintergrund der erwarteten Geburt eines weiteren Jungtiers in den kommenden Wochen.
Die aktuelle Gorillagruppe besteht neben dem Silberrücken Yeba (14) aus den Weibchen Joas (37), Adira (19), Makala (11) und Qaziba (6). |