Prolixletter
Sonntag, 12. Juli 2026
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Atomkraftwerke im Hitzesommer in Frankreich und der Schweiz
(c) mitwelt.org
 
Atomkraftwerke im Hitzesommer in Frankreich und der Schweiz
Atomkraftwerke erzeugen Atommüll, der eine Million Jahre strahlt. Tschernobyl und Fukushima haben die Gefahren aufgezeigt.

AKW sind nicht nur teuer und gefährlich, sie sind auch gigantische "Tauchsieder". Sie erhitzen gerade in Hitzesommern unsere europäischen Flüsse und gefährden das Leben in den Gewässern.

Wenn ein Kernkraftwerk 1000 Megawatt elektrischen Strom erzeugt, gibt es gleichzeitig bis zu 2000 MW an Wärme an die Umwelt ab. Das liegt an den Gesetzen der Physik: Jedes Wärmekraftwerk wandelt Wärme nur teilweise in Strom um (Wirkungsgrad von ca. 33 %). Der Rest ist unvermeidbare (und unvorstellbare!) Abwärme und wird über Kühltürme an die Atmosphäre oder bei Flusswasserkühlung direkt an die Gewässer abgegeben.

Der Unterschied zwischen elektrisch und thermisch:
- Thermische Leistung (MWth) = die Wärme, die der Reaktor durch die Kernspaltung erzeugt.
- Elektrische Leistung (MWe) = der Strom, den der Generator daraus produziert.

In einer Zeit, in der 5321 Tonnen Atommüll der Schweiz noch im Meer versenkt wurden, war die Gefährdung von Gewässern noch kein Thema für die Schweizer und französischen AKW-Betreiber. Viele überalterte AKW, wie das älteste AKW der Welt im Schweizer Beznau an der Aare, haben immer noch die veraltete Flusswasserkühlung. In Frankreich müssen bei sommerlicher Hitze häufig die Atomkraftwerke Bugey, Golfech, Nogent-sur-Seine, Saint-Alban und Blayais abgeschaltet oder heruntergeregelt werden.
Doch auch wenn es nicht ganz so heiß ist, schadet die AKW-Abwärme den Flüssen und Fischen. Für den Lachs und andere Salmoniden sind die dauererhitzten Gewässer einfach zu warm.

In Hitzesommern wie 2003, 2010, 2015, 2018, 2022 und aktuell 2026 müssen immer mehr flusswassergekühlte AKW abgeschaltet werden und gefährden so die Stromversorgung. Zusätzlich geben die Atomkraftwerke auch große Mengen radioaktives Tritium an die Gewässer ab, da Tritium nicht zurückgehalten werden kann.

Es ist unverständlich, warum rechte, konservative und marktradikale Parteien immer noch auf die gefährliche und teure Atomkraft setzen, wo es doch kostengünstige und umweltfreundliche Energiequellen gibt.

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
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Eintrag vom: 12.07.2026  




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