Natursteinarbeiten am Langhaus
Manfred Kiesel, Ortskurator Dinkelsbühl der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), überbringt bei einem Pressetermin vor Ort am Mittwoch, den 24. Juni 2026 um 10.00 Uhr an Pfarrer Wolfgang Layh dank zahlreicher Spenden sowie der Lotterie GlücksSpirale einen Fördervertrag in Höhe von 30.000 Euro für die Natursteinarbeiten am Langhaus der Benediktinerklosterkirche in Auhausen.
Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Maria und St. Godehard in Auhausen, einer Gemeinde im Landkreis Donau-Ries im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben, gehörte ehemals zu einem Benediktinerkloster. Mit dem Bau der Kirche wurde vermutlich um 1120 begonnen. Es entstand der Kern der Kirche und des Nordturmes, dessen drei oberste Geschosse um 1230 aufgebaut wurden. Der Südturm wurde 1334 errichtet, wie eine Inschrift an der Westseite belegt. 1513 ließ der letzte Abt, Georg Truchseß von Wetzhausen, im Norden und Süden an das Langhaus zwei Seitenkapellen anfügen. 1519 ließ er an der Stelle der abgebrochenen nördlichen und mittleren Apsis den Chor errichten. Im gleichen Jahr gab Truchseß von Wetzhausen bei dem Schreiner Melchior Schabert aus Donauwörth ein neues Chorgestühl in Auftrag.
Während des Bauernkrieges von 1525 wurden Kirche und Kloster geplündert. Die Glasfenster wurden zerschlagen, das Chorgestühl und die in der Kirche aufgestellten Grabmäler schwer beschädigt. Dennoch sind aus dem frühen 16. Jahrhundert ein Flügelaltar, Fragmente von Bleiglasfenstern im Chor und das Chorgestühl erhalten. 1531 gelangte das Kloster in den Besitz der Markgrafen von Ansbach, die die Reformation durchführten. Seither dient die ehemalige Klosterkirche der evangelischen Gemeinde als Pfarrkirche. Unter den Markgrafen von Ansbach wurde im Kirchenschiff ein Getreidekasten eingebaut. Die Mittelschiffwände wurden um 2,30 Meter abgebrochen, die Außenmauern der Seitenschiffe auf deren Höhe aufgemauert und das gesamte Langhaus mit dem heute noch erhaltenen Satteldach gedeckt. Zwischen 1537 und 1758 folgten mehrere Einbauten von Emporen.
Bei einer Renovierung in den Jahren 1969 bis 1978 entfernte man die Männerempore und den Getreidekasten und stellte die ursprüngliche Höhe des Hauptschiffs wieder her. Dabei entdeckte man unter einer Kalkschicht die bemalte Holzdecke von 1542.
Die Kirche ist eine querhauslose, dreischiffige Pfeilerbasilika. Von den ursprünglichen drei Apsiden ist nur noch die Apsis des südlichen Seitenschiffs erhalten. An der Stelle der mittleren und nördlichen Apsis öffnet sich der um drei Stufen erhöhte spätgotische Chor, der von einem Sterngewölbe gedeckt wird. Die Schlusssteine des Gewölbes sind mit den Wappen des Klosters und des Abtes Georg Truchseß von Wetzhausen verziert.
Die Auhausener Klosterkirche gehört zu den über 680 Denkmalen, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Bayern fördern konnte. |