Finnland, UK 2024 | Drama | Ab 6 Jahren | 95 Minuten
Regie: Charlie McDowell
Darsteller: Glenn Close, Anders Danielsen Lie, Emily Matthews |
Ein Sommerhaus auf einer kleinen, finnischen Insel. Hier spielt die Geschichte von Sophia, einem neunjährigen Mädchen, das schnell erwachsen wird, ihrem verwitweten Vater und ihrer Großmutter, die sich dem Ende ihres Lebens nähert… Hervorragende Verfilmung des skandinavischen Literaturklassikers, die in eindrucksvollen, sonnendurchfluteten Bildern grundlegende Themen des Lebens bespricht. Ein ruhiges Drama, das einen Sog besitzt, der mitunter vergessen lässt, dass jeder Sommer einmal endet. Glenn Close ist wahnsinnig gut!
Zusammen mit Sophias Vater verbringen Sophia und ihre Großmutter Zeit im Sommerhaus der Familie auf einer winzigen, unberührten Schäreninsel im Finnischen Meerbusen. Sie erkunden die Insel, sprechen über das Leben, die Natur und alles andere – nur nicht über ihre Gefühle bezüglich des Todes von Sophias Mutter und ihre Liebe zueinander. Ein aufziehender Sommersturm wird emotionale Wunden heilen und Bindungen vertiefen… Mit etwas Verspätung findet diese finnisch-britische Romanverfilmung mit Starbesetzung – glücklicherweise – den Weg auf die hiesigen Leinwände. Die Vorlage stammt von Tove Jansson, die mit ihren "Mumins"-Büchern sehr populär wurde. Ihre Familienaufstellung findet auf einer einsamen kleinen Insel statt. Durch die sonnendurchflutete Idylle weht ein wenig der Wind von Bullerbü. Geplaudert wird über Gott und die Welt und die letzten Fragen der Menschheit. Es geht auch um Trauer und Tod. Das alles gelingt sehr bewegend und ganz ohne Kitsch. Und die Besetzung ist exzellent. Kann eine achtfach für den Oscar nominierte Schauspielerin sich noch steigern? Glenn Close gelingt dieses Kunststück mit Leichtigkeit. Ein ziemlicher Glücksfall fürs Arthaus-Kino.
Läuft im Kandelhof Freiburg |