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Mittwoch, 10. Juni 2026
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Fußball-WM 2026: Trump, Infantino, FIFA & Gier
(c) mitwelt.org
 
Fußball-WM 2026: Trump, Infantino, FIFA & Gier
Fußball kann eine wunderbare Sportart sein, und er begeistert Millionen Menschen auf der ganzen Welt. Das Spiel verbindet Menschen unterschiedlicher Herkunft, fördert Teamgeist, Fairness und Bewegung. Durch seine einfachen Regeln kann es fast ĂŒberall gespielt werden und schafft gemeinsame Erlebnisse, die Grenzen von Sprache, Kultur und Alter ĂŒberwinden. Gerade deshalb gilt Fußball als eine der beliebtesten Sportarten der Welt.

Die Fußball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko steht nicht fĂŒr die oben genannten Werte und nicht fĂŒr Fair Play.
Schon die Fußball-Weltmeisterschaften in den Autokratien Russland und Katar zeigten, dass der FIFA Profite wichtiger sind als Menschenrechte. Dies gilt auch fĂŒr die kommende Weltmeisterschaft 2034 in der „guten Diktatur“ Saudi-Arabien.

Auch 2026 stellt die FIFA (wieder einmal) wirtschaftliche Interessen und Gier ĂŒber die sportlichen und gesellschaftlichen Aspekte. Sie prognostiziert fĂŒr den Vierjahreszyklus (2023–2026) Einnahmen von ĂŒber 13 Milliarden US-Dollar und peilt damit erneut einen historischen Rekordgewinn an. Die Eintrittspreise liegen deutlich höher als bei frĂŒheren Weltmeisterschaften. Grund ist ein höchst profitables dynamisches Preissystem („Dynamic Pricing“), das sich an der Nachfrage orientiert.

Um die Profite zu erhöhen, wurde das Turnier aufgeblĂ€ht. Die WM 2026 wird erstmals mit 48 Mannschaften in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen. Das bringt QualitĂ€tsverluste und eine höhere Belastung fĂŒr die Spieler. Nach Berechnungen der britischen Organisation „Scientists for Global Responsibility“ (SGR) wird die Drei-LĂ€nder-WM 2026 die klimaschĂ€dlichste in der bisherigen Geschichte des Turniers. Die Treibhausgasemissionen werden sich im Vergleich zum Durchschnitt der vorherigen vier Endrunden nahezu verdoppeln. Grund sind neben der Erweiterung des Turniers von 32 auf 48 Mannschaften vor allem die großen Distanzen, die meist mit Flugzeugen zurĂŒckgelegt werden mĂŒssen.

Drei-LĂ€nder-WM: Gegeneinander statt miteinander
Die Fußball-WM findet in einer Zeit statt, in der US-PrĂ€sident Donald Trump Kanada mit Annexion und Mexiko mit MilitĂ€rschlĂ€gen droht. Trump hat an der Grenze zu Mexiko eine Mauer bauen lassen, und beide LĂ€nder werden mit hohen Strafzöllen ĂŒberzogen. Vor den Spielen ist die Menschenrechtslage nur in Kanada gut. Mexikos Alltag ist geprĂ€gt von 133.500 verschwundenen Menschen, organisierten Kartellen, korrupten Behörden und fortschreitender Militarisierung. Die USA, in denen drei Viertel aller WM-Spiele stattfinden, befinden sich in einem regelrechten Menschenrechts- und Demokratienotstand. Die Menschenrechtsorganisation Sport and Rights Alliance hat kurz vor Turnierbeginn vor einer WM in einem „Klima der Angst“ gewarnt.

Infantino & Trump
Der verhaltensoriginelle US-PrĂ€sident Trump steht fĂŒr eine rechtslibertĂ€re Politik der Gier, der DemokratiegefĂ€hrdung und Klimazerstörung, fĂŒr Menschenrechtsverletzungen und fĂŒr Kriege.
Auch FIFA-PrĂ€sident Gianni Infantino steht zu Recht regelmĂ€ĂŸig in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, die zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs massiv voranzutreiben. Er fĂŒhrt den Verband autoritĂ€r und sichert sich durch intransparente GeldflĂŒsse an kleinere VerbĂ€nde seine Macht.

Infantino und Trump passen insoweit sehr gut zueinander. Der erste "FIFA-Friedenspreis", ĂŒberreicht von Infantino, ging an den Mann, der nur wenige Wochen spĂ€ter den Iran militĂ€risch angriff. Doch laut Infantino soll Trump „sieben bis neun Kriege beendet“ haben. Mehr Peinlichkeit ist schwer denkbar.

Die WM passt gut in unser Zeitalter global explodierender Gier. Eine Gier, die nicht nur den Fußball zerstört.

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
 
Eintrag vom: 10.06.2026  




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