Der Mundenhof melden einen neuen Erfolg bei der Nachzucht exotischer Fische
20 junge Clownfische sind ab sofort im Aquarium zu bestaunen
Findet Nemo? Kein Problem! Mit dem Pixar-Film von 2003 sind Clownfische aus der Gattung der Anemonenfische weltweit zu Berühmtheit gelangt. Jetzt schwimmen 20 von ihnen in einem Salzwasserbecken des Aquariums auf dem Mundenhof. Das ist schon wieder ein beachtlicher Zuchterfolg des Aquarienvereins, der wiederum alles aus seinen begrenzten technischen Möglichkeiten herausgeholt hat. Im vergangenen Jahr hatte der Verein bereits mit der Nachzucht von Piranhas und Kauderni-Barschen Aufsehen erregt – und besonders Kindern viel Freude bereitet.
Die Jungtiere sind zwar noch winzig, werden aber bald auf Nemos Größe aus den Filmen heranwachsen. Amphiprion ocellaris oder auch „Falsche Clownfische“ erkennt man an der leuchtend orangenen Farbe, die von zwei bis drei weißen Querstreifen unterbrochen wird. Ihr Habitat erstreckt sich von den Riffen Südostasiens bis zum Nordwesten Australiens. Sie sind aber im gesamten Indischen Ozean und im Pazifik weit verbreitet und leben meist zusammen in einer Gruppe. Kurios: Die Fische werden zuerst männlich geboren. Das stärkste Tier aus dem Schwarm wird zum Weibchen, das zweitstärkste zeugt die Nachkommen mit der nun weiblichen Anführerin.
Nemos leben im Gruppenverbund und gehen eine außergewöhnliche Symbiose mit Anemonen ein. Die Fische dürfen sich zwischen den sonst giftigen Tentakeln der Anemone verstecken und werden nicht gestochen. Das schützt sie vor Gefahren. Zum Dank versorgen sie die Anemone mit Futter und vertreiben ihre Fressfeinde.
Auch ihre Eier beschützt die Mutter mit ihrem Leben. Sie legt die Eier am Fuß der Anemone ab, etwa 200 Stück an der Zahl. Dann schlüpfen die Tiere als Larven und werden mit der Strömung ins weite Meer hinausgetrieben. Weil sie in diesem Stadium fast durchsichtig sind, sind sie für Fressfeinde kaum zu erkennen. Schwierig wird es nach der Metamorphose, mit der sie ihre charakteristische Färbung bekommen. Der Weg zum rettenden Riff ist oft weit und mit Gefahren gespickt. Daher ist es schon ein Erfolg, wenn es zwei von 200 überhaupt zurück in eine Anemone schaffen.
Das versuchen die Hobbyzüchter*innen vom Aquarienverein nachzumachen – selbstredend ohne Strömung und ohne hungrige Raubfische. An einer Blasenanemone kann das Weibchen seine Eier ablegen. Nach acht Tagen schlüpfen die Larven und brauchen gleich Futter. Dabei sind sie recht wählerisch: Die Aquaristiker*innen züchten dafür Rädertierchen – und auch hier ist ganz viel Liebe zum Detail nötig. Das Futter muss nämlich genau die richtige Größe für die Mini-Nemos haben. Um das hinzubekommen ist vor allem eines wichtig: Timing.
Die Züchter*innen haben das hinbekommen. Nach der Metamorphose waren die Nemos etwa so groß wie die „1“ auf der Ein-Cent-Münze. Drei Wochen später schwimmen nun 20 Jungtiere durch das Einhängebecken des Aquariums auf dem Mundenhof. Mittlerweile sind sie größer als die „2“ auf der Zwei-Euro-Münze. Wer sich beim nächsten Besuch die Tiere anschaut und sich fragt: „Warum sind die Fische so eng zusammen? Haben sie zu wenig Platz?“, sieht ein natürliches Verhalten der Nemos. Sie knäueln sich zusammen, um Feinde zu täuschen.
Eine große Inspiration für die Nachzucht waren die Kinder. Denn sie haben die Betreiber*innen der Aquarien am häufigsten nach zwei Fischarten gefragt: Piranhas und Nemos. Nun finden sie auf dem Mundenhof beides. |