Prolixletter
Samstag, 25. Juni 2022
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"Schwere" Waffen, ein "berechenbarer" Despot und die Gefahr eines Atomkriegs
Ein konventioneller Krieg mit schweren deutschen Waffen gegen einen mit 6.250 Atomsprengköpfen bewaffneten Despoten muss nicht automatisch zum großen, letzten Atomkrieg fĂŒhren. Es braucht fĂŒr diese Gewissheit nur zwei Voraussetzungen: Der Despot muss menschenfreundlich und berechenbar sein...

Der bei gutem Willen verhinderbar gewesene, dumme, mörderische und völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands, dieser Stellvertreterkrieg, unter dem die Menschen in der Ukraine so schrecklich leiden, zeigt wieder einmal, welche Gefahren von den aktuell noch ca. 13.400 existierenden, "ungebrauchten" Atomwaffen und Atombomben ausgehen. Der lange schon jeden Tag mögliche, gut verdrĂ€ngte Atomkrieg ist wieder wahrscheinlicher geworden und atomare ReaktionĂ€re, Militaristen & LaufzeitverlĂ€ngerer sind Kriegsgewinnler und bekommen ĂŒberall Aufwind. Die weltweit ca. 13.400 Atomwaffen und Atombomben ermöglichen den MilitĂ€rs immer noch einen Overkill und eine mehrfache Totalauslöschung der Menschheit.

Die gleichen Menschen, PolitikerInnen und Lobbyisten, die noch im Jahr 2021 sagten, die NATO-Osterweiterung wird niemals einen mörderischen und verbrecherischen russischen Krieg provozieren, sagen heute, dass ein Atomkrieg "sehr unwahrscheinlich" sei.

SelbstverstĂ€ndlich könnte man versuchen, den Stellvertreterkrieg in der Ukraine mit der Lieferung von deutschen Panzern und GeschĂŒtzen zu beenden. Doch diese uralte militĂ€rische Logik endete am 6. Aug. 1945 mit dem Atombombenabwurf auf Hiroshima. Wer nach Hiroshima einen konventionellen Krieg gegen einen mit 6.257 atomaren SprengsĂ€tzen bewaffneten, unberechenbaren Autokraten "gewinnen" will, der hat das Prinzip Atomwaffe nicht verstanden.

Zu den grĂ¶ĂŸten Problemen der Menschheit zĂ€hlt die Apokalypse-Blindheit und die UnfĂ€higkeit, aus vergangenen Kriegen und menschengemachten Katastrophen, aus den Kriegsverbrechen von Hiroshima und Nagasaki zu lernen. Kriegszeiten sind Zeiten grĂ¶ĂŸtmöglicher Dummheit, IrrationalitĂ€t und selektiver Wahrnehmung, in denen menschliches Denken und Handeln und die Berichterstattung in den Medien von stammesgeschichtlich erklĂ€rbaren, steinzeitlichen Reflexen geprĂ€gt ist.

Alle wollen den Krieg gewinnen, alle reden von Waffen und viel zu wenige reden von Waffenstillstand und Frieden. Wir brauchen endlich auch eine konkrete Debatte, wie dieser Krieg und das damit verbundene entsetzliche Leid schnell und ohne globalen Atomkrieg beendet werden kann.
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Eintrag vom: 22.06.2022 Autor: Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein




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