Prolixletter
Donnerstag, 27. Januar 2022
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Stadt und FWTM legen gemeinsames Beherbergungskonzept vor
Konzept sieht gesamtstädtische Betrachtung von Beherbergung und Stadtplanung vor

Mit neuer Datengrundlage kann k√ľnftig besser gesteuert werden ‚Äď FWTM und Bauverwaltung beraten Investoren bei k√ľnftigen Anfragen zu Neuansiedlungen

Freiburg ist ein attraktives touristisches Ziel. Bereits heute stehen rund 6000 Betten in Hotels, in Pensionen und Gasth√∂fen oder auf Campingpl√§tzen zur Verf√ľgung. Seit 2016 stiegen Angebot und Nachfrage bei den √úbernachtungen in Freiburg stark an. Neue Hotelangebote, das Internet und Privatanbieter setzten damit die Hotels teilweise unter Druck, sinkende Zimmerpreise waren die Folge. Ab 2020 brach dann Corona-bedingt die Zahl der √úbernachtungen um 38 Prozent ein. Dem gegen√ľber stehen die st√§dtebaulichen Ziele einer nachhaltigen, bedarfsgerechten und dezentralen Siedlungsentwicklung in Freiburg. Das Beherbergungsgewerbe kann hier Fl√§chenkonkurrenzen mit anderen Nutzungen wie Wohnen oder Gewerbe ausl√∂sen und verst√§rken.

Der Bedarf eines gemeinsamen Beherbergungskonzepts f√ľr Freiburg wurde sowohl von der FWTM wie auch der Stadtverwaltung gesehen und auch vom Tourismusbeirat und dem Gemeinderat unterst√ľtzt.

Baub√ľrgermeister Martin Haag sagt: ‚ÄěFreiburg ist eine attraktive Stadt, die Touristen, Messe- und Kongressbesucher anzieht. Daher brauchen wir auch gute und passende Unterk√ľnfte, allerdings m√ľssen sich die Beherbergungsbetriebe, wie alle anderen Nutzungen auch, in ihr st√§dtisches Umfeld einf√ľgen. In Freiburg sind dabei Konkurrenzen um knappe Wohn- und Gewerbefl√§chen zu beachten. Einer Verdr√§ngung des Wohnens ist vorzubeugen Die Analyse zeigt, dass Freiburg im Vergleich gut aufgestellt ist.‚Äú

Und Hanna B√∂hme, Gesch√§ftsf√ľhrerin der Freiburger Wirtschaft, Touristik und Messe (FWTM) erg√§nzt: ‚ÄěFreiburg ist ein hochattraktives Reiseziel. In den Jahren vor Corona sind Besucherzahlen und Bettenangebot stark angestiegen. Mehrere gro√üe Hotels haben neu er√∂ffnet. Hieraus ergeben sich Chancen, aber auch Risiken f√ľr unseren Beherbergungsmarkt. Das Beherbergungskonzept wird uns hierbei unterst√ľtzen.‚Äú

In dem Beherbergungskonzept werden das Beherbergungsgewerbe und die Stadtplanung gleichberechtigt betrachtet. Mit dieser ganzheitlichen Herangehensweise wird im Vergleich zu den Konzepten anderer Städte Neuland betreten. In diesem Spannungsfeld ist es Aufgabe des Konzepts, mögliche Auswirkungen von Planungen und Projekten auf die Gesamtstadt und auf einzelne Quartiere zu erkennen und zielorientiert zu steuern. Die Untersuchung möglicher Entwicklungsszenarien zeigt allerdings, dass derzeit kein nennenswerter Zusatzbedarf an Übernachtungsangeboten besteht.

Mit der Erstellung des Konzeptes wurden zwei externe Unternehmen beauftragt. Ein Marktforscher aus Ludwigsburg hatte den Auftrag die relevanten Segmente des Beherbergungsgewerbes zu betrachten, ein Stadtplanungsb√ľro aus Berlin analysierte stadtr√§umliche Aspekte, m√∂gliche Steuerungsoptionen und Handlungsans√§tze. Neben Stadt und FWTM wurden auch die IHK Freiburg und die DEHOGA Baden-W√ľrttemberg miteingebunden.

Das Gutachten zeigt unter anderem Trends zu mehr Hotelketten, h√∂herer Qualit√§t, g√ľnstigeren √úbernachtungsangeboten und privaten Anbietern. So werden Serviced Appartments zunehmend in Konkurrenz zur traditionellen Hotellerie treten. Auch Ferienunterk√ľnfte nehmen an Bedeutung zu. Ein akuter Handlungsdruck besteht hier aus Sicht der Gutachter aber nicht, da die Zweckentfremdungsverbotssatzung weiterhin steuernd eingreifen kann.

Die h√∂chste Bettendichte stellen die Gutachter im Bereich der Innenstadt fest, die f√ľr Beherbergungsbetriebe aller Art von hoher Attraktivit√§t ist. Hieraus k√∂nnen sich potenziell Nutzungskonflikte und Fl√§chenkonkurrenzen ergeben.

Bei Neuansiedlungen ist die fr√ľhzeitige Beratung interessierter Investoren besonders wichtig, um stadtplanerisch steuern zu k√∂nnen. Hier sind besonders die FWTM und das Beratungszentrum Bauen und Energie gefragt.

Die Steuerung von Beherbergungsbetrieben durch Bebauungspl√§ne ist, so die Gutachter, jeweils einzelfallabh√§ngig zu betrachten. In den ohnehin laufenden Bebauungsplanverfahren sollen die Ziele des Beherbergungskonzepts generell mit ber√ľcksichtigt werden.

Unter anderem formuliert das Beherbergungskonzept folgende Schwerpunkte: Gesamtst√§dtische Planungsziele sind zu beachten, Hotelprojekte sollen an der Nachfrageentwicklung ausgerichtet und qualitative Entwicklungen unterst√ľtzt werden, der Wohnraumversorgung Priorit√§t gegeben werden, die Innenstadt entlastet, potenzielle Erg√§nzungsstandorte genutzt, die Belange des Gewerbes ber√ľcksichtigt, der verf√ľgbare Wissensstand genutzt und vermittelt, die Informations- und Beratungsangebote zielorientiert eingesetzt und die Situation in einem Monitoring weiter beobachtet werden.

Mit dem Beschluss durch den Gemeinderat soll das gemeinsame Beherbergungskonzept bei den k√ľnftigen Planungen in Freiburg ber√ľcksichtigt werden. Die ausf√ľhrliche Brosch√ľre dazu wird dann zeitnah auf der st√§dtischen Homepage unter www.freiburg.de/beherbergungskonzept ver√∂ffentlicht.
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Eintrag vom: 02.12.2021  




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