Prolixletter
Samstag, 19. September 2020
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Ins Weite
Ich und die Welt - Reisen und Selbstvermarktung (c) Rosaly Magg
 
Ins Weite
Reisen in Film, Musik und Literatur

Drei iz3w-Veranstaltungen im Rahmen der Open Air-Reihe des Kommunalen Kinos
Mo 17.08. | So 30.08. | Di 08.09. | Waldsee & Alter Wiehrebahnhof

In Zeiten eingeschränkter Mobilität ist unser Fernweh mehr denn je auf jene Bewegungen verwiesen, die uns Bilder, Klänge und Worte ermöglichen. Als eine nicht alltägliche Praktik der Bewegung und Begegnung, in der Grenzen überschritten, fremde Welten erkundet und Selbstverständlichkeiten aufs Spiel gesetzt werden, rühren Reisen nicht nur an individuelle Sehnsüchte, sondern auch an das künstlerische Selbstverständnis.

Bis zum 13. September veranstaltet das Kommunale Kino Freiburg in Kooperation mit lokalen Vereinen und kulturellen Einrichtungen eine Open‑Air‑Reihe, an der sich das iz3w mit drei Veranstaltungen beteiligt. Infos & Tickets gibt es unter www.ins-weite.de

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Ich und die Welt – Reisen und Selbstvermarktung

Filmvortrag und Diskussion mit iz3w, Anna Sennefelder (Forschungskolleg "Neues Reisen – Neue Medien" in Freiburg), Pia Masurczak und Lisa Westhäußer

Mo 17.08. | 21:00 Uhr | Waldsee

Weite Landschaften, lächelnde Kinder und die Suche nach sich selbst – Reisefilme und Blogs boomen mit solchen Motiven. Im Mittelpunkt stehen meistens die Reisenden selbst. Eine Reflexion über Privilegien bleibt oft außen vor.

Seit dem unglaublichen Erfolg des Freiburger Films „Weit“ aus dem Jahr 2017 starten immer mehr Reisedokus in deutschen Kinos. Zehn waren es allein im Jahr 2019. Dazu kommen unzählige Reiseclips im Internet. Einige Blogger*innen können von ihren praktischen Tipps und Schnappschüssen sogar leben. Reisedokus bieten ihren Zuschauer*innen darüber hinaus Authentizität und Nähe. Echte Menschen erzählen von ihren Reisen, nehmen die Kinobesucher*innen mit in intime Momente.

Die Journalistinnen Pia Masurczak und Lisa Westhäußer diskutieren mit der Freiburger Literaturwissenschaftlerin Anna Sennefelder über solche modernen Reiseerzählungen. Anhand verschiedener Filmbeispiele gehen sie der Frage nach, wie diese Geschichten funktionieren und welche Leerstellen sie haben. Welche Rolle spielen die bereisten Länder und ihre politischen Kontexte in diesen Erzählungen? Was verraten sie über unsere spätkapitalistische Gesellschaft?

Eine Veranstaltung des Kommunalen Kinos in Kooperation mit dem tourismuskritischen Projekt FernWeh im iz3w – informationszentrum 3. welt (www.iz3w.org).

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Space is the Place (1974)

Filmscreening & iz3w-Heftrelease zum Themenschwerpunkt “Science Fiction” (iz3w 380, September/Oktober 2020)

So 30.08. | 21:30 Uhr | Waldsee

Science Fiction bietet so viel mehr als Eskapismus in ferne und scheinbar fremde Welten. SF kann eine kritische Analyse der gegenwärtigen Gesellschaft liefern. Ihr Perspektivenwechsel ermöglicht die neue Sicht auf: Was tun wir hier? Ihr Blick in die Zukunft fragt: Was wird daraus? Beispielsweise Grenzen sind dann wie von Zauberhand utopisch weggewischt – oder dystopisch rigide festbetoniert.

Im iz3w-Themenschwerpunkt "Science Fiction" fragen wir, welche utopischen oder dystopischen Gesellschaftsentwürfe im Globalen Süden erdacht werden? Wie werden diese in afrofuturistischen Romanen ausgeführt? Welche Rolle spielt SF in autoritären Regimen? Oder wie inspiriert SF den Feminismus?

Den Heftrelease feiern wir mit einem Filmklassiker aus dem Jahr 1974: "Space is the Place" (Regie: John Coney, Musik: Sun Ra). Dieser Meilenstein des afrofuturistischen Cinemas aus dem Jahr 1974 wurde vor drei Jahren in digital überarbeiteter Version neu aufgelegt. Der Film gilt als psychedelischer Trip, begleitet von der Jazzmusik Sun Ras. Dieser will mit einem Raumschiff die Erde verlassen, um mit auserwählten Mitgliedern der schwarzen Community eine neue Welt aufzubauen – eine Welt ohne Rassismus und Homophobie, dafür mit Musik und in leuchtenden Farben. Der Film erzählt die „Reisevorbereitungen" Sun Ras und endet mit dem Abheben des Raumschiffs, dem Beginn einer Reise in eine bessere Zukunft. Filmausschnitt hier.

iz3w 380 (September/Oktober 2020): Science Fiction, 52 Seiten, 6,00 Euro, bestellbar unter: www.iz3w.org

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Jens MĂĽhling: Schwere See. Eine Reise um das Schwarze Meer

Lesung und Gespräch (Moderation: Steffen Schülein)

Di 08.09. | 18:30 Uhr | Alter Wiehrebahnhof

Acht Monate lang ist Jens Mühling ums Schwarze Meer gereist, per Anhalter, mit dem Taxi, Bus oder Schiff, um eine Welt voller Verwerfungen und Widersprüche zu erkunden. Seine im März erschienene Reisereportage führt in Metropolen und an abgelegene Orte, folgt Hauptstraßen und Nebenwegen, erkundet die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse rund um das eurasische Binnengewässer, lässt sich aber auch auf die wechselvolle Geschichte des Schwarzmeerraums ein, in dem seit jeher unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen mit- und auch gegeneinander lebten. Es ist diese Vielfalt und Heterogenität, die Mühling besonders interessiert, die Situation der Minoritäten mit ihren unterschiedlichen Migrations- und auch Vertreibungsgeschichten, die in Einzelschicksalen seiner Reisebekanntschaften konkrete Gestalt annehmen.

Dass diese ihm so viel anvertraut haben, liegt an der Offenheit und dem Respekt, mit denen Mühling seinen Gesprächspartnern begegnet. Einlässlich, pointiert und humorvoll erzählt der für seine Reportagen und Essays über Russland und die Ukraine mehrfach ausgezeichnete Autor von den Bewohnern der Schwarzmeerküste und ihren verschlungenen Geschichten.

Eine Veranstaltung des Kommunalen Kinos in Kooperation mit dem tourismuskritischen Projekt FernWeh im iz3w – informationszentrum 3. welt (www.iz3w.org).
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Eintrag vom: 07.08.2020  




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