Prolixletter
Samstag, 20. Juli 2019
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Spurensuche im Freiburger M├╝nster
Forscherteam untersucht Altarbilder mit neuester Technologie

Ein Forscherteam untersucht seit Anfang der Woche den Hochaltar sowie einen Seitenaltar im Freiburger M├╝nster mit neuester Technologie. Infrarotstrahlen sollen die Geschichte der im fr├╝hen 16. Jahrhundert gefertigten Altargem├Ąlde erhellen und die Arbeitsweise des K├╝nstlers Hans Baldung Grien und seiner Werkstatt sichtbar machen.

Infrarote Strahlen k├Ânnen die Farbschichten eines Gem├Ąldes durchdringen. Auf diese Weise wird die Unterzeichnung auf dem Malgrund sichtbar. Dies l├Ąsst R├╝ckschl├╝sse auf den zeichnerischen Entwurfsprozess zu: Wie hat der K├╝nstler seine Altargem├Ąlde komponiert? Entspricht die heute sichtbare Malerei der darunter liegenden Zeichnung? Oder gab es Konzeptions├Ąnderungen, sogenannte Pentimenti?

W├Ąhrend der Untersuchung ist der Hochaltar auf seiner Vorder- und R├╝ckseite einger├╝stet. Mit einer InfrarotreflektografieKamera, die an einer Schiene am Ger├╝st entlang des Hochaltars gef├╝hrt wird, fertigen die Wissenschaftler Aufnahmen nach einem bestimmten Raster und setzen sie sp├Ąter digital zusammen.

Hans Baldung Grien geh├Ârt zu den herausragenden K├╝nstlern der deutschen Renaissance. Seine produktivste Schaffenszeit verbrachte er in Freiburg, wo auch 1512 bis 1516 sein Hauptwerk, der Hochaltar des Freiburger M├╝nsters, entstand. In einer der Chorumgangskapellen des M├╝nsters befindet sich ein weiteres Altarwerk aus der Werkstatt Baldungs: der SchnewlinAltar, entstanden um 1514. Geleitet wird das Forschungsprojekt im Augustinermuseum von der Kunsthistorikerin Eva Maria Breisig und dem Restaurator Christoph M├╝ller. Kooperationspartner sind der M├╝nsterfabrikfonds Freiburg und der Studiengang ÔÇ×Konservierung und Restaurierung von Gem├Ąlden und gefassten SkulpturenÔÇť an der Staatlichen Akademie der Bildenden K├╝nste in Stuttgart. Die Erzbischof Hermann Stiftung f├Ârdert das Projekt finanziell.

Schon im Vorfeld hatte sich das Augustinermuseum an den eigenen Werken Hans Baldung Griens auf Spurensuche begeben. So wurden bereits an drei Gem├Ąlden des K├╝nstlers kunsttechnologische Untersuchungen durchgef├╝hrt: Aufnahmen in UV-Fluoreszenz, R├Ântgenaufnahmen, Infrarotreflektografie und eine R├Ântgenfluorenzensanalyse. Die Forschungsergebnisse pr├Ąsentiert das Augustinermuseum von 30. November 2019 bis 19. April 2020 in der Kabinett-Schau ÔÇ×Geheimnisse der Bilder. Hans Baldung Griens Gem├Ąlde im AugustinermuseumÔÇť.

Parallel dazu findet in Karlsruhe die gro├če Landesausstellung ÔÇ×Hans Baldung Grien. heilig / unheiligÔÇť statt, f├╝r die das Augustinermuseum seine Baldung-Gem├Ąlde ausleiht. Sie wird vom 30. November 2019 bis zum 8. M├Ąrz 2020 in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zu sehen sein.
 
Eintrag vom: 07.07.2019  




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