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Mittwoch, 20. Oktober 2021
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EinbĂĽrgerungsfeier 2018
OberbĂĽrgermeister Martin Horn begrĂĽĂźte am Samstag, 8. Dezember die neu eingebĂĽrgerten Freiburgerinnen und Freiburger

529 Menschen aus 82 verschiedenen Herkunftsländern haben in Freiburg in den letzten zwölf Monaten die deutsche Staatsangehörigkeit erworben

Der Freiburger Integrationspreis 2018 - Für eine offene Stadt geht an drei Initiativen: den Verein „Bildung für alle“, die „Initiative Schlüsselmensch“ und das „Heim und Flucht Orchester“

Aus 82 verschiedenen Herkunftsländern kommen die 529 Bürgerinnen und Bürger, die in den letzten zwölf Monaten – vom 1. Dezember 2017 bis zum 30. November 2018 - von der Ausländerbehörde der Stadt als Deutsche eingebürgert worden sind. Dazu fand auf Einladung der Stadt am Samstag zum zwölften Mal eine Einbürgerungsfeier im Kaisersaal des Historischen Kaufhauses statt. Oberbürgermeister Martin Horn überreichte an diesem feierlichen Anlass zugleich auch den Freiburger Integrationspreis 2018.

Im Jahr 2007 hatte das Rathaus mit der Einbürgerungsfeier eine Anregung der Innenministerkonferenz und des baden-württembergischen Städtetags aufgegriffen, den Akt der Einbürgerung wegen seiner besonderen Bedeutung für die Betroffenen in einem würdigen Rahmen vorzunehmen. Da die Migrantinnen und Migranten nach Abschluss des Verfahrens bereits ihre Einbürgerungsurkunden erhalten, hat sich die Stadt für einen feierlichen Empfang entschieden.

Die Migrantinnen und Migranten, die nun deutsche Staatsangehörige geworden sind, kommen aus unterschiedlichsten Ländern – die Palette der bisherigen Staatsangehörigkeiten reicht von Ägypten bis Vietnam. 529 Einbürgerungen sind die dritthöchste Zahl bisher, nur in den letzten beiden Jahren ist die Zahl geringfügig höher gewesen. Auf den ersten beiden Plätzen liegen Rumänien und die Türkei, im letzten Jahr waren es der Kosovo und Großbritannien gewesen. Letzteres hält aber immer noch Platz 6, der drohende Brexit dürfte ein wesentlicher Grund dafür sein. Auf der Liste stehen auch Länder, die nur sehr selten Herkunftsländer von Eingebürgerten in Freiburg sind, dieses Jahr sind das zum Beispiel Malawi, Mauritius oder Myanmar. Zum mittlerweile siebten Mal fand im Rahmen der Einbürgerungsfeier auch die Verleihung des Freiburger

Integrationspreises - FĂĽr eine offene Stadt statt, der 2011 aus dem Gemeinderat heraus ins Leben gerufen und 2012 erstmals vergeben wurde.
Dieses Jahr haben 23 Initiativen, Gruppen und Vereine Bewerbungen für den Preis eingereicht oder wurden vorgeschlagen. Eine Jury aus Gemeinderätinnen und Gemeinderäten und Mitgliedern des Migrantinnen- und Migrantenbeirats unter dem Vorsitz des Ersten Bürgermeisters Ulrich von Kirchbach hat alle Bewerbungen gesichtet und schließlich gemeinsam die Preisträger ausgewählt.

Die diesjährigen Einreichungen für den Integrationspreis zeigen eine große Vielfalt – und außergewöhnliches Engagement. Damit belegen sie erneut auf eindrucksvolle Weise den Einsatz der Freiburgerinnen und Freiburger für eine gelingende und gemeinsam gelebte Integration, so Oberbürgermeister Martin Horn. Zugleich hob er hervor: „Freiburg ist und bleibt ein Ort, an dem Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ohne Wenn und Aber die rote Karte gezeigt werden“, so Horn im Rahmen der Veranstaltung.

Ausgezeichnet mit dem Integrationspreis der Stadt Freiburg und erster Preisträger 2018 wurde der Verein „Bildung für alle e.V.“. Der im Jahr 2014 gegründete, gemeinnützige Verein mit Sitz in Freiburg hat sich zum Ziel gesetzt, Geflüchteten unabhängig von Herkunft und Status einen kostenfreien Zugang zu Sprachbildungsangeboten zu ermöglichen. Sprache ist, so Gerd Schneider, Gründer der Initiative, der Schlüssel zur Teilhabe an der Gesellschaft. 2014 aus der Not geboren, hat Schneider für seine Möbelmanufaktur einen Werkstatthelfer gefunden. Der junge Mann aus Gambia, der ihm gegenüberstand, konnte allerdings kein Wort Deutsch. Nachdem seine Bemühungen, einen kostenfreien Sprachkurs zu finden, scheiterten, organisierte Schneider kurzerhand selbst einen Deutschlehrer und legte damit den Grundstein für die
Initiative Bildung für alle e.V. (BFA) – eine Erfolgsgeschichte, die zu einem Erfolgsmodell geworden worden ist.

Die BegrĂĽndung der Jury:
Ein bestechendes Beispiel unbürokratischer Integrationsförderung, die effektiv ist und bei den Betroffenen sehr gut ankommt.

Weitere Preisträger sind die Initiative Schlüsselmensch e.V. und das Heim- und Flucht Orchester am Theater Freiburg.

Die Initiative Schlüsselmensch e.V., 2011 im Wohnheim St. Christoph gegründet, vermittelt Patenschaften zwischen jungen Menschen – meist Studierenden – und geflüchteten Kindern und Jugendlichen, die in Freiburg leben. Mit einer über die Jahre kontinuierlich hohen Zahl von Patenschaften wurde Schlüsselmensch e.V. zu einem wichtigen und verlässlichen Begleiter von jungen Geflüchteten auf dem Weg zu einer eigenständigen Lebensperspektive.

Das von Ro Kuijpers 2012 gegründete Heim- und Flucht Orchester, einer der innovativsten und ein ausgesprochen internationaler Klangkörper in dieser Stadt, führt junge Menschen unterschiedlichster Herkunft und musikalischer Ausrichtung unter dem Dach des Stadttheaters zusammen, und ist damit ein musikalisches Aushängeschild für die Stadt Freiburg und beispielhaft für das gelingende Zusammenspiel verschiedener Kulturen.

Musikalisch werden die gesamte Einbürgerungsfeier und die Preisverleihung auch in diesem Jahr wieder vom Heim- und Flucht Orchester begleitet, das folglich dieses Jahr sich selbst mit einem Glückwunschtusch gratulieren darf. Der Integrationspreis ist mit insgesamt 5.000 € dotiert, davon stellt die Sparkasse Freiburg 1.000 € zur Verfügung.

Bewerben für den Integrationspreis der Stadt Freiburg können sich Gruppen, Firmen, Einzelpersonen, aber auch Schulen und andere Institutionen, die sich beispielhaft gegen Rassismus, für Flüchtlinge oder Migranten und für ein gelungenes Miteinander der Kulturen einsetzen. Mit dem Integrationspreis möchte die Stadt Freiburg das Engagement Ehrenamtlicher würdigen, herausragende Projekte belohnen und auf deren Bedeutung aufmerksam machen.

Der Freiburger Integrationspreis wurde 2018 zum mittlerweile siebten Mal vergeben. Er wurde 2012 auf Anregung der Stadträtin Dr. Sylvie Nantcha ins Leben gerufen, 2011 hatte sich der Gemeinderat einstimmig dafür ausgesprochen, den Freiburger Integrationspreis dauerhaft zu etablieren. Die Grundidee des Preises ist es, besondere Verdienste und außergewöhnliche
Initiativen, Projekte und Aktivitäten im Bereich der Integration und des interkulturellen Zusammenlebens zu würdigen. Erster Preisträger war 2012 die Initiative „Zeit für Kinder“, bei der sich Ehrenamtliche für Kinder aus dem Flüchtlingswohnheim Hammerschmiedstraße engagieren. 2013 gab es zwei Preisträger, den Verein „Wahlkreis 100 %“, der sich für das Wahlrecht von Migranten einsetzt, und das Projekt „Kick for girls“, das Mädchen für den Sport, insbesondere für Fußball, begeistern möchte. 2014 wurde die Redaktion der interkulturellen „InZeitung“ ausgezeichnet. 2015 Jahr gab es wieder zwei Preisträger, nämlich die „Flüchtlingshilfe Freiburg“, die per Internetauftritt zahlreiche Ehrenamtliche für die aktive Unterstützung von Flüchtlingen zusammenruft, und die Jugend-AG des Bürgervereins Weingarten unter dem Namen „Jugend baut Brücken“. Im Jahr 2016 wurden erstmals gleich drei Projekte ausgezeichnet: der Verein „Stadtpiraten e.V.“, die Initiative „Denk mal…“ und der internationale Frauenabend „Nur für Frauen“. Im Jahr 2017 erhielt der Verein zusammen leben e.V. die Auszeichnung.
 
Eintrag vom: 09.12.2018  




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