Prolixletter
Mittwoch, 20. Oktober 2021
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Jahrestag der Deportation der badischen Juden nach Gurs
Gedenkfeier am Sonntag, 22. Oktober, auf dem St├╝hlinger Kirchplatz mit Schweigemarsch zum Mantel-Mahnmal auf die Wiwili-Br├╝cke

Seit Oktober 2003 liegt auf der Mauer der Wiwili-Br├╝cke ein Mantel aus Bronze. Eine Tafel erl├Ąutert dieses Mahnmal: ÔÇ×Am 22. Oktober 1940 wurden mehr als 450 j├╝dische B├╝rgerinnen und B├╝rger aus Freiburg und Umgebung auf Befehl der nationalsozialistischen Gauleitung von der G├╝terhalle des Freiburger Bahnhofes aus in das s├╝dfranz├Âsische Lager Gurs deportiert. Viele von ihnen kamen schon in Gurs durch Hunger und Krankheit um, die meisten wurden im Vernichtungslager Auschwitz ermordet.ÔÇť

Das Mantel-Mahnmal ist das Ziel eines Schweigemarsches am Sonntag, 22. Oktober, dem 77. Jahrestag der Deportation nach Gurs. Gemeinsam mit einem gro├čen Mitveranstalterkreis gedenkt die Stadt Freiburg an diesem Tag an die vor 77 Jahren deportierten B├╝rgerinnen und B├╝rger.

Ablauf der Gedenkfeier:
Die diesj├Ąhrige Gedenkfeier beginnt um 17 Uhr auf dem St├╝hlinger Kirchplatz, beim Gedenkstein links neben der Herz-Jesu-Kirche. Der Gedenkstein wurde 2006 im Rahmen des ├ľkumenischen Jugendprojekts ÔÇ×MahnmalÔÇť von einer Jugendgruppe des Evangelischen Jugendwerks FreiburgStadt gemeinsam mit der Christusgemeinde Freiburg erstellt.

Nach Redebeitr├Ągen von B├╝rgermeister Ulrich von Kirchbach, Irina Katz, Vorsitzende der Israelitischen Gemeinde, und Diane Tiferet Lakein, Rabbinerin der Egalit├Ąren J├╝dischen Chawurah Gescher, wird der Kantor der Israelitischen Gemeinde Moshe Hayoun Gebete zum Gedenken an die Opfer des Holocaust sprechen.

Die Sch├╝lerin Deborah Krzyzowski wird Briefe und Gedichte aus dem Lager Gurs lesen, unter anderem von der Mutter von Ernst Rapp. Ernst Rapp wurde am 22. Oktober 1940 als vierj├Ąhriges Kind von Weinheim bei Mannheim mit seinen Eltern und seiner Gro├čmutter nach Gurs deportiert. Seine ├Ąltere Schwester konnte kurz zuvor nach Pal├Ąstina ausreisen. Am 10. November 1941 holte ihn das Kinderhilfswerk "┼ĺuvre de secours aux enfants" (OSE) aus dem Lager. 2007, mit 71 Jahren, hat er sich entschieden, nach Freiburg zu ziehen, nachdem er Jahrzehnte in Frankreich, Israel und Mexiko gelebt hat, denn er ÔÇ×wollte Deutsch lernen, um die Briefe (seiner) Mutter lesen zu k├ÂnnenÔÇť.

Im Anschluss geht es in einem Schweigemarsch zum Mantel-Mahnmal auf der Wiwili-Br├╝cke. Dort werden Kr├Ąnze niedergelegt. Die B├╝rgerschaft ist herzlich eingeladen, an dieser Gedenkfeier teilzunehmen.

Veranstalter: Kulturamt in Zusammenarbeit mit Israelitische Gemeinde Freiburg, Deutsch-Israelische Gesellschaft, DGB Stadtverband Freiburg, Egalit├Ąre J├╝dische Gemeinde Gescher, Freundeskreis Freiburg - Tel Aviv-Yafo, Gegen Vergessen - F├╝r Demokratie, Gesellschaft f├╝r Christlich-J├╝dische Zusammenarbeit, Rosa Hilfe Freiburg, Stolperstein-Projekt Freiburg, SWR Studio Freiburg, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten.

Eine weitere Veranstaltung an diesem Tag:
Sonntag, 22. Oktober, 19 Uhr, Kooperatur, M├╝nsterplatz 36A

Am Abend des 22. Oktober veranstaltet die Egalit├Ąre J├╝dische Chawurah Gescher ein Konzert. Studierende der Hochschule f├╝r Musik Freiburg werden ÔÇ×Fluchtst├╝ckeÔÇť von Gilead Mishory nach dem gleichnamigen Roman von Anne Michaels auff├╝hren. Der Komponist ist Professor f├╝r Klavier an der Hochschule f├╝r Musik. Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

Veranstalter: Egalit├Ąre J├╝dische Chawurah Gescher.
 
Eintrag vom: 16.10.2017  




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