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Freitag, 4. April 2025
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„Vergessen und Vorbei? – 80 Jahre Befreiung des Stalag VII A Moosburg“
Moosburg: Wachmannschaftsbaracken (c) Schabe / DSD
 
„Vergessen und Vorbei? – 80 Jahre Befreiung des Stalag VII A Moosburg“
Im April erwarten Besucher eine Ausstellung in der Stadthalle und eine didaktisch aufbereitete Baracke

Anlässlich des 80. Jahrestags der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers Stalag VII A Moosburg ist in der Stadthalle, Breitenbergstraße 18 in 85368 Moosburg an der Isar vom Freitag, den 25. April 2025 bis zum Sonntag, den 11. Mai 2025 die Ausstellung „Vergessen und Vorbei? – 80 Jahre Befreiung des Stalag VII A Moosburg“ zu sehen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt das Projekt auch durch die Förderung der musealen Erschließung der Wachmannschaftsbaracke in der Schlesierstraße 5 im Moosburger Stadtteil Neustadt, die zeitgleich zum Termin für Besucher didaktisch aufbereitet sein soll. Das Stalag-Projekt ist der DSD ein Herzensanliegen. Die Baracke und Ihre Ausstattung als „Zeitkapseln“ präsentabel und nachvollziehbar zu gestalten, soll die Geschichte des Ortes greifbarer machen.

Einblicke in eines der wenigen in Moosburg noch erhaltenen Wachmannschaftsgebäude eines Kriegsgefangenenlagers gelten insbesondere der historischen Substanz des Gebäudes, aber auch den Leben derer, die es von 1940 an bis vor wenigen Jahren genutzt haben. So folgten den deutschen Soldaten US-amerikanische Soldaten, Flüchtlinge und Heimatvertriebene, türkische Gastarbeiter und Menschen mit geringem Einkommen. Die ursprünglichen Türen, Fensterläden und sogar Toiletteneinbauten, alte Rollmuster und Tapeten oder Einrichtungsgegenstände der letzten Bewohner sind nicht als Einziges erhalten. Acht Jahrzehnte haben aufschlussreiche Spuren hinterlassen.

Vom Stalag VII A, einem der größten deutschen Kriegsgefangenlager im Zweiten Weltkrieg, zeugen bis heute einige veränderte und als Schuppen, Werkstatt oder Wohnhaus genutzte Baracken sowie das Straßennetz des vom Lagergelände ausgehend entstandenen Stadtteils Neustadt. Nachdem die Alliierten nach 1945 zunächst vor allem Wehrmachtsangehörige, mutmaßliche Kriegsverbrecher und Funktionsträger des nationalsozialistischen Deutschlands interniert hatten, siedelten sich auf dem Lagergelände ab 1948 Flüchtlinge und Heimatvertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten an. Bis heute verweisen zahlreiche Straßennamen in der Neustadt auf diese Herkunft. In den Jahrzehnten danach verschwanden die meisten der in Leichtbauweise errichteten Gefangenenbaracken eine um die andere. Die noch erhaltenen Gebäude erinnern demnach nicht nur an das kriminelle Regime der Nazis und den von ihnen ausgelösten Weltkrieg, sondern stehen ebenso für die Entstehung des demokratischen Gemeinwesens in der Bundesrepublik Deutschland und in Bayern sowie an die Entwicklung der Stadt Moosburg seit 1948.
 
Eintrag vom: 17.01.2025  




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