Miller: Kohle, Gas und Atom sind nicht krisenfest
Berlin, 10.8.22 - Die Klimakrise manifestiert sich. Extremwetterereignisse wie anhaltende Hitzewellen sind inzwischen in unseren Breiten traurige NormalitĂ€t. Gleichzeitig erleben wir nach dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, wie Energie als auĂenpolitische Waffe genutzt wird. Die Forderungen nach einem verstĂ€rkten Einsatz von Kohle und Atom ĂŒbersehen jedoch die immensen Herausforderungen von Wasserknappheit auf die konventionelle Energieerzeugung. Wasser wird zwingend fĂŒr die KĂŒhlung von Kohle-, Gas- und Kernkraftwerken sowie die Gewinnung fossiler Brennstoffe durch den Bergbau benötigt.
NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller betont: âEs ist ein Irrglaube, dass uns konventionelle Kraftwerke in der Energie- und Klimakrise retten könnten. Sie verstĂ€rken mit ihren Emissionen den Klimawandel zunehmend. Gleichzeitig können sie mit den steigenden Temperaturen nicht umgehen. Europaweit mĂŒssen Kraftwerke dann abgeschaltet, weil nicht genĂŒgend KĂŒhlwasser zur VerfĂŒgung steht. Experten gehen lĂ€ngst davon aus, dass die europĂ€ische Stromerzeugung in konventionellen Kraftwerken in den nĂ€chsten Jahrzehnten allein bedingt durch die Erderhitzung knapp 20 Prozent sinken könnte. Umso unverstĂ€ndlicher, dass noch immer einige Populisten auf Lösungen von Vorgestern setzen und aktuell nach VerlĂ€ngerung der Atomkraft oder der Erlaubnis fĂŒr Fracking in Deutschland schreien. Kohle, Atom und Gas sind schlicht nicht krisenfest.â
Ein weiteres Problem ist der Transport fossiler EnergietrĂ€ger. Bei Niedrigwasser ist die Schiffbarkeit der BinnenwasserstraĂen eingeschrĂ€nkt, Binnenschiffe dĂŒrfen nicht voll beladen werden. Dadurch wird beispielsweise der Transport von Kohle beeintrĂ€chtigt. Durch die sich verschĂ€rfende Klimakrise dauern die Niedrigwasserphasen mit EinschrĂ€nkungen fĂŒr die Binnenschifffahrt zunehmend lĂ€nger an, so dass die Versorgung fĂŒr die Kraftwerke nicht durchgehend sichergestellt werden kann.
NABU-Klimaschutzexpertin Lisa Storcks erlĂ€utert: âAm wirksamsten begegnen wir der Energiekrise, wenn wir im groĂen MaĂstab auf Energieeffizienz und Energiesparen setzen. Und schnellstmöglich auf eine Energieversorgung umsteigen, die zu 100 Prozent auf naturvertrĂ€glichen erneuerbaren Energien beruht. Denn aktuell zeigt sich deutlich: Kohle, Gas und Atom sind keine Lösung. Sie heizen nicht nur den Klimawandel an, sondern laufen auch noch in Blackoutgefahr, wenn sie nicht ausreichend gekĂŒhlt werden können.â
Da die Verantwortung dabei nicht auf die Individuen abgewÀlzt werden darf, muss sich vor allem der politische Rahmen beim Thema Energieeffizienz Àndern ... |