Prolixletter
Dienstag, 14. Juli 2020
  --- Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter auf diesere Seite  --- Kennen Sie schon unser Informationsportal wodsch.de?
Uhr


 
Freiburg ├╝berarbeitet seine Waldkonvention
Klimaschutz r├╝ckt als Waldfunktion gleichrangig neben wirtschaftlichen Nutzen, ├Âkologischen Schutz und Erholung

Der Wald von morgen wird nicht mehr der Wald von heute sein. Der Klimawandel wird das Waldbild stark ver├Ąndern, und Waldbesitzer wie die Stadt Freiburg tragen Verantwortung, den Wald auf diese Ver├Ąnderungen vorzubereiten. Das haben Umweltb├╝rgermeisterin Gerda Stuchlik, das Leitungs-Duo des Forstamtes, Nicole Schmalfu├č und Berno Menzinger, sowie Rainer Wossidlo, Forsteinrichter beim Regierungspr├Ąsidium, heute auf einem Ortstermin klargemacht.

Dabei betonte B├╝rgermeisterin Stuchlik: ÔÇ×Unseren Wald f├╝r die Zukunft fit zu machen, ist eine Herkulesaufgabe. Ihre Details regelt unsere Waldkonvention, ├╝ber die der Gemeinderat morgen entscheidet. Freiburg hat hier den Anspruch, Vorreiter zu sein und wesentliche Impulse zu setzen f├╝r den Klimaschutz.ÔÇť Die Stadt sieht sich hier besonders auch als gro├če kommunale Waldbesitzerin mit ├╝ber 5.000 Hektar Stadtwald in der Pflicht.

Die Waldkonvention ist die Eigent├╝merzielsetzung f├╝r den Stadtwald. Seine erste Waldkonvention hat Freiburg 2001 aufgestellt. Im Jahr 2010 wurde sie ├╝berarbeitet. Jetzt steht im Vorfeld der neuen Forsteinrichtung, dem ÔÇ×Zehn-Jahres-PlanÔÇť f├╝r die Waldbewirtschaftung, der erneute Beschluss ├╝ber das Strategiepapier an. Die ├╝berarbeitete Konvention verankert erstmals den Klimaschutz gleichrangig als vierte Funktion des Stadtwalds; bisher stand er vor allem als Nutzraum f├╝r die Forstwirtschaft, als Schutzraum f├╝r die Tier- und Pflanzenwelt sowie als Erholungsraum f├╝r die Menschen im Blickpunkt.

Beim heutigen Ortstermin stellten Forstamt und Forsteinrichter auch die Arbeit der Forsteinrichtung vor. Die Zehnjahresplanung ist eines der wichtigsten Steuerungsinstrumente f├╝r die Umsetzung der Ziele und die nachhaltige Waldbewirtschaftung. Sie basiert auf einer umfangreichen Stichprobeninventur. Nicht etwa am Schreibtisch, sondern vor Ort in jedem einzelnen Waldbestand werden dann die Ziele und Planungen f├╝r das n├Ąchste Jahr vom Forsteinrichter gemeinsam mit dem Forstamt konkretisiert ÔÇô eine Arbeit, die mit der Inventur schon 2019 begann und erst zu Beginn des kommenden Jahres abgeschlossen sein wird.

Beim Ortstermin diente ein lichter Bestand im Forstrevier Waldsee als Beispiel f├╝r die langfristige Anpassung des Stadtwaldes an den Klimawandel. Dabei wurde deutlich, dass inzwischen mehrere Baumarten, auch die Tanne, Probleme bekommes und sich in unserer Region nicht mehr als f├╝hrende Baumart eignen.

Daher zielt das st├Ądtische Forstamt auf Mischw├Ąlder mit noch gr├Â├čerer Baumartenpalette. Je nach Mikro-Standort sind dies Buche, Tanne, Douglasie, einzelne Eichen, Esskastanien, Linden, Ahorn und Kiefer aus Naturverj├╝ngung. Die Naturverj├╝ngung ist der Grundstock f├╝r die Baumartenmischung des Folgebestands. Eiche, Esskastanie, Linde und ggf. weitere einzeln in der Verj├╝ngung beigemischte Baumarten brauchen Pflege, damit sie Bestand haben. Diese und weitere Baumarten werden in die verbleibenden L├╝cken gepflanzt. Die Pflanzung, Sicherung und Pflege der Jungbestandpflege ist aufw├Ąndig, da die ÔÇ×neuenÔÇť Baumarten in der Konkurrenz aktuell noch unterlegen sind.

Alle Beteiligten waren sich heute einig, dass die Stadt alles daf├╝r tun muss, ihren Wald in seiner Vielfalt als Lebens- und Erholungsraum zu erhalten. Zugleich stellt sich die Aufgabe, das Potenzial zu nutzen, das der Wald und die Waldbewirtschaftung f├╝r die Minderung des CO2-Anstiegs in der Atmosph├Ąre bergen. Hierzu z├Ąhlt neben dem vitalen Erhalt des Waldes die naturnahe, regionale und nachhaltige Produktion des Rohstoffes Holz, der stofflich genutzt CO2 bindet und beim Holzbau energieintensive Materialien ersetzt.

Mit der Waldkonvention wird ein Leitbild f├╝r den Stadtwald beschlossen und in zehn Zielen konkretisiert.

Teilweise pr├Ągen sie schon seit Jahrzehnten die Bewirtschaftung des Stadtwaldes, wie etwa der naturnahe Waldbau, die FSC-Zertifizierung und das Totholzkonzept.

Weitere Instrumente wie der Aktionsplan Biodiversit├Ąt und die Integration der Natura2000-Managementplanung kamen in den vergangenen f├╝nf Jahren hinzu.

Auch der gestiegenen Bedeutung von Angeboten f├╝r Erholungssuchende und der Information und Lenkung der Waldbesucher tr├Ągt das Leitbild Rechnung.

Zudem hebt sie das gro├če Potenzial des Stadtwaldes f├╝r die Waldund Umweltp├Ądagogik hervor, aber auch f├╝r Wissenschaft und Forschung.

Zu guter Letzt beschreibt die Waldkonvention den Weg, den Freiburger Stadtwald langfristig und behutsam auf ver├Ąnderte klimatische Bedingungen vorzubereiten.
 
Eintrag vom: 29.06.2020  




zurück
freiburger-stf.jpg
oekoplus.gif
gruenequellen.jpg
historixBanner.jpg
jenne_web_dez2015.jpg

Mittagstisch-in-Freiburg




Copyright 2010 - 2020 Benjamin Jäger