Prolixletter
Dienstag, 25. Januar 2022
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?Sammler, Lehrer, Stifter ? Franz Grieshaber und seine B├╝cher?
Ausstellung im Museum f├╝r Stadtgeschichte in Zusammenarbeit
mit der Universit├Ątsbibliothek Freiburg

Bis zum Ende der vorder├Âsterreichischen Herrschaft existierte
in Freiburg keine eigene Gymnasialbibliothek. Erst nach der
endg├╝ltigen Trennung von Universit├Ąt und Gymnasium im
Jahr 1807 beschloss der badische Staat als neuer Schultr├Ąger
den Aufbau eines eigenen B├╝cherbestandes. 110 aus der
Universit├Ątsbibliothek ausgesonderte Doubletten - gr├Â├čtenteils
Schriften aus den aufgehobenen Kl├Âstern ? bildeten den
Grundstock. Weitere Erwerbungen und Schenkungen kamen
hinzu, darunter als bedeutendster Beitrag die Stiftung des in
Freiburg und Rastatt t├Ątigen Theologen und Gymnasialprofessors
Franz Karl Grieshaber (1798-1866).

Sein Studium der Theologie und der klassischen und deutschen
Philologie in Freiburg hatte Grieshaber unter anderem
bei dem ber├╝hmten Theologen und Orientalisten Johann Leonhard
Hug absolviert, dem er bis zu dessen Tod 1846
freundschaftlich verbunden blieb. 1821 empfing Grieshaber
die Priesterweihe und wurde Professor am Freiburger Gymnasium.
1826 wurde er an das Lyceum in Rastatt versetzt.
1847 verlieh ihm Gro├čherzog Leopold den Titel eines Geistlichen
Rates, 1850 erhielt er das Ehrenb├╝rgerrecht seines Wirkungsorts
Rastatt und 1856 die Ehrendoktorw├╝rde der Freiburger
Hochschule. Nach seiner Zurruhesetzung 1857 lebte
er ab 1860 in Freiburg, wo er am 20. Dezember 1866 gestorben
ist.

Neben seiner sehr erfolgreichen T├Ątigkeit als Lehrer tat sich
Grieshaber als Schriftsteller und Forscher hervor. Er besch├Ąftigte
sich in zahlreichen Publikationen vor allem mit kunstund
literaturgeschichtlichen Fragen und galt als herausragender
Kenner der mittelalterlichen deutschen Literatur. Mit zahlreichen
Kollegen unterhielt er brieflichen Kontakt, darunter
Literaten und f├╝hrende Germanisten wie Joseph von La├čberg,
Jakob Grimm und Franz Pfeiffer oder Ernst Moritz Arndt,
Ludwig Uhland und Gustav Schwab.

Schon als Student hatte Grieshaber begonnen, alte B├╝cher
und Handschriften zu sammeln und besa├č bald eine umfangreiche
Bibliothek mit etwa 5.000 B├Ąnden. Diese, seine Gem├Ąlde-
und M├╝nzsammlung, den handschriftlichen Nachlass
sowie eine betr├Ąchtliche Summe Bargeld vermachte Grieshaber
testamentarisch der Universit├Ąt mit der Verf├╝gung, bereits
in der Universit├Ątsbibliothek vorhandene B├Ąnde an die Bibliothek
des Freiburger Gymnasiums zu ├╝bergeben, wobei er es
der Universit├Ąt ├╝berlie├č, welches der beiden Exemplare ausgesondert
werden sollte. Dem heutigen Berthold-Gymnasium
fielen so nicht weniger als 2.373 B├Ąnde zu. Der Rest der 1944
bei der Zerst├Ârung des Gymnasiums verbrannten Bibliothek
wurde 2001 zum beweglichen Kulturdenkmal erkl├Ąrt.

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit zwischen der Universit├Ątsbibliothek
Freiburg und dem Museum f├╝r Stadtgeschichte
als Beitrag des Museums zum Universit├Ątsjubil├Ąum
konzipiert. Sie f├╝hrt erstmals die Best├Ąnde des Grieshabernachlasses
in der UB mit ausgew├Ąhlten, bemerkenswerten
B├╝chern und wertvollen Manuskripten aus Grieshabers Besitz
zusammen, die sich in der UB, in der in st├Ądtischem Besitz
befindlichen Bibliothek des Bertholds-Gymnasiums sowie in
der Gymnasialbibliothek in Rastatt befinden. Darunter befinden
sich Handschriften und Drucke aus Freiburger Kl├Âstern
und das ber├╝hmte Fragment Q aus einer Handschrift des Nibelungenlieds
aus dem 14. Jahrhundert, das Grieshaber um
1855 bei einem Augsburger Antiquar erworben hatte.

Die Ausstellung ist der offizielle Beitrag des Museum f├╝r
Stadtgeschichte zum 550j├Ąhrigen Universit├Ątsjubil├Ąum 1457 ?
2007 und ist vom 28. September bis 2. Dezember dienstags
bis sonntags von 10 bis 17 Uhr im 1. OG im Wentzingerhaus
am M├╝nsterplatz ge├Âffnet.
 
Eintrag vom: 27.09.2007  




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