Prolixletter
Montag, 6. Dezember 2021
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Festveranstaltung zum Ehrenamtlichen Engagement
OB Martin Horn dankt freiwillig engagierten BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern fĂŒr ihren beispielhaften gesellschaftlichen Einsatz

„BĂŒrgerschaftliches Engagement stĂ€rkt den Zusammenhalt und trĂ€gt enorm zum gegenseitigen VerstĂ€ndnis bei“

Am Internationalen „Tag des Engagements“ wĂŒrdigt die Stadt Freiburg alljĂ€hrlich die Leistungen ehrenamtlich und freiwillig tĂ€tiger BĂŒrgerinnen und BĂŒrger. Zur 18. stĂ€dtischen Festveranstaltung, die heute im BĂŒrgerhaus Seepark stattfand, kamen 400 Vertreterinnen und Vertreter bĂŒrgerschaftlicher Gruppierungen zusammen.

OberbĂŒrgermeister Martin Horn dankte der Katholischen Hochschule fĂŒr die Ausrichtung der Veranstaltung und ehrte stellvertretend vier Personen und vier Projekte. DarĂŒber hinaus wurden zum achten Mal der AOK-Preis fĂŒr prĂ€ventives gesundheitliches Engagement und der Wilhelm-Oberle-Preis fĂŒr soziales Engagement vergeben.

„BĂŒrgerschaftliches Engagement stĂ€rkt den sozialen und demokratischen Zusammenhalt des Gemeinwesens und ist damit wichtiger denn je“, betonte Horn. Freiburg biete dank seiner lebendigen Vielfalt viele Möglichkeiten, um Erfahrungen, Kompetenzen und Vorlieben zur Förderung des Gemeinwesens kreativ einzubringen. „Davon profitieren wir alle außerordentlich. Es macht unsere Stadt reich und liebenswert.“

Eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern des Engagements unter der Leitung von SozialbĂŒrgermeister Ullrich von Kirchbach traf eine Auswahl aus den eingegangenen 25 Personen- und
ProjektvorschlĂ€gen. Stellvertretend fĂŒr die Gesamtheit der Engagierten ehrte OB Horn in diesem Jahr folgende Personen:

Gabriele Fabri ist seit ĂŒber zehn Jahren in Wohnheimen fĂŒr Menschen mit geistiger und körperlicher BeeintrĂ€chtigungen wie dem Haus Wonnhalde und dem Haus St. Konrad, aber auch im Arbeitskreis Behinderte an der Christuskirche engagiert. Trotz eigener körperlicher EinschrĂ€nkungen betreut sie ein bis zwei Mal pro Woche jeweils 3 Stunden lang Menschen bei SpaziergĂ€ngen, Spiel-, GesprĂ€chs- und NĂ€hangeboten. Fabri ist gelernte Wirtschaftskauffrau und wohnt seit 2015 in Oberried.

Konrad Reich engagiert sich seit 40 Jahren in Hochdorf. Vom Hochdorfer Waldhock ĂŒber die Chorvereinigung bis hin zur Kirchen-Bibliothek ist er mit Tat, Rat und Werkzeugkoffer aktiv. Aber nicht nur dort, vor allem sind es die Hochdorfer Gemeinschaftseinrichtungen, fĂŒr die er sich unermĂŒdlich einsetzt. Durch seine vielfĂ€ltigen praktischen, organisatorischen und technischen Erfahrungen und seine enorme soziale Vernetzung ist er eine wichtige Drehscheibe und Bindeglied fĂŒr und in Hochdorf.

Karl-Heinz Winkler hat vor 13 Jahren einen Engagementaufruf fĂŒr die BegegnungsstĂ€tte der Seniorenwohnanlage KreuzsteinĂ€cker gelesen und ist seitdem bei der Essensausgabe dabei. Mit seinen 82 Jahren muntert er die Heimbewohner auf, regt zu GesprĂ€chen an und bietet den Menschen Abwechslung in ihrem Wohnheim-Alltag. Als Mitglied des Vereins „Freundeskreis Altenhilfe“ tauscht er sich mit anderen Engagierten ĂŒber die Erfahrungen in der Einrichtung aus und sammelt Anregungen fĂŒr seinen Einsatz.

Hanna Wagener war 1994 MitbegrĂŒnderin des kĂŒnstlerischtherapeutischen Vereins „RĂ€ume fĂŒr Kunst und Therapie“ in der Sternwaldstraße. Als das Angebot aus finanziellen GrĂŒnden auf der Kippe stand, hat sie viel unternommen, um es zu sichern und den Verein zu erhalten. DarĂŒber hinaus engagiert sie sich beim Aufbau einer außerstationĂ€ren Begleitung und UnterstĂŒtzung fĂŒr Betroffene gerade auch in Krisensituationen. DafĂŒr grĂŒndete sie 2011 einen Verein, um Betroffene, Angehörige und Interessierte zu informieren und ehrenamtliche Begleiter fĂŒr psychische Krisen zu gewinnen.

Das Kernteam des Zeltlagers Haslach-Rieselfeld-Weingarten ist eine Initiative der katholischen Kirchengemeinde Freiburg SĂŒdwest. Sie steht beispielhaft fĂŒr das Engagement, dass in vielen Jugend-Organisationen landauf und landab geleistet wird, und verknĂŒpft zudem Stadtteile, in denen die kirchliche Jugendarbeit im Umbruch ist. Seit 2006 gibt es das gemeinsame Zeltlager von Jugendlichen aus den drei Stadtteilen. Rund 150 junge Menschen im Alter von 8 bis 16 Jahren kommen dabei jĂ€hrlich zehn Tage zusammen, unabhĂ€ngig von Religion, Bildung und Herkunft. Das selbst organisierte Lager umfasst rund 40 Leiterinnen und Leitern von 17 bis 27 Jahren sowie ein KĂŒchenteam von etwa 5 Personen. Die Gesamtleitung hat jeweils das dreiköpfige „Kernteam“. Mit dem Angebot ĂŒbernehmen junge Erwachsene Verantwortung, lehren Kinder und Jugendliche Sozialkompetenz, Teamarbeit, werden zu Projektmanagern und legen nicht zuletzt Grundsteine fĂŒr die kĂŒnftige Engagement-Bereitschaft in den drei Stadtteilen.

Der Verein „Bildung fĂŒr alle“ hat ĂŒber die letzten vier Jahre eine großartige Entwicklung genommen. Über 70 bĂŒrgerschaftlich Engagierte vermitteln an drei Abenden pro Woche in den RĂ€umen der Friedrich-Weinbrenner-Gewerbeschule aktuell ĂŒber 240 Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund die deutsche Sprache und Schrift kostenfrei. Sieben Festangestellte kĂŒmmern sich um die Organisation, Koordination und Kinderbetreuung. Letztere bietet Platz fĂŒr 35 Kinder im Alter von 6 Monaten bis zehn Jahren. 18 weitere Ehrenamtliche helfen bei der Betreuung. Dank des Angebots gibt es mittlerweile eine Frauenquote von 30 Prozent in den Deutschkursen, zum anderen schafft es fĂŒr die Kleinen und ihre Eltern einen Raum der Begegnung und Kommunikation.

Das Reparatur-CafĂ© verknĂŒpft Soziales und Umweltschutz. Über Spendenaufrufe und Fördergelder konnten Spezialwerkzeuge, Lötkolben, MessgerĂ€te, Lampen, Kleinteile und vieles mehr angeschafft werden. Nun ist es möglich, auch komplizierte Reparaturen, wie an Notebooks, Bildschirmen oder Smartphones, durchzufĂŒhren. Neben technischen GerĂ€ten werden aber auch KleidungsstĂŒcke repariert, und ĂŒber die Kuchenangebote entsteht ein Treffpunkt. Gemeinsam wurden bisher 1000 GerĂ€te vor dem Elektronikschrott gerettet. Viele wurden damit glĂŒcklich gemacht, einige wurden dadurch zu ehrenamtlichen Helfern.

Im MĂ€rz 2015 entstand die Initiative Kultur-Wunsch. Seither haben sich 1.200 GĂ€ste und 40 Gruppen registrieren lassen, darunter Arbeitslosenprojekte, FlĂŒchtlingswohnheime, Jugendgruppen und Projekte fĂŒr Alleinerziehende. Über 3.800 Karten konnten allein im vergangenen Jahr an „Kultur-GĂ€ste“ vermittelt werden. Zu der Vermittlung der Karten gehört aber auch, dass die GĂ€ste manchmal in einem persönlichen GesprĂ€ch beraten und motiviert werden. Ob Lesungen, Konzerte, Revues oder Ausstellungen – das Angebot erscheint so unerschöpflich wie das Interesse am Engagement.

Mit dem AOK-Gesundheitspreis ausgezeichnet wurde die Telefonseelsorge. Allein 2017 verfassten die ĂŒber 80 Ehrenamtlichen ĂŒber 700 Chats, und aus den 16.270 Anrufen wurden fast 13.000 seelsorgerliche GesprĂ€che. Die Ehrenamtlichen organisieren ihre Dienste rund um die Uhr eigenstĂ€ndig, sie möchten verzweifelten und einsamen Menschen helfen und Mut machen. So begreifen sie ihr Engagement als eine gesellschaftliche Aufgabe – angesichts der Vielen, die sich in der Gesellschaft nicht gehört oder wahrgenommen fĂŒhlen.

Den Wilhelm-Oberle-Sozialpreis erhielt Beate Hauser. Seit ĂŒber 10 Jahren leitet sie die Außenstelle des Weißen Rings. Betreut werden jĂ€hrlich rund 150 Opfer von Straftaten. Sie berĂ€t die Opfer in allen Lebenslagen, vermittelt RechtsanwĂ€lte und Psychotherapeuten, unterstĂŒtzt HilfsantrĂ€ge nach dem OpferentschĂ€digungsgesetz, begleitet zu Gerichtsverfahren und beantragt bei finanziellen Notlagen Mittel bei der BundesgeschĂ€ftsstelle oder bei Stiftungen. Sie engagiert sich mit außergewöhnlichem Einsatz und betreut die Opfer teilweise jahrelang.
 
Eintrag vom: 12.12.2018  




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