Prolixletter
Samstag, 20. Oktober 2018
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Freiburg: Schneller zum Einsatz
Feuerwehr Freiburg startet Pilotprojekt mit neuem Bevorrechtigungssystem

ÔÇ×Sitraffic StreamÔÇť sichert im Notfall gr├╝ne Welle f├╝r Einsatzfahrzeuge auf der Eschholzstra├če

Freiburg w├Ąchst, und mit der Bev├Âlkerungszahl steigt auch die Zahl der Eins├Ątze f├╝r die Feuerwehr. Doch das Verkehrsaufkommen auf den Stra├čen erschwert das Vorankommen der Einsatzfahrzeuge. Darum startet die Feuerwehr Freiburg nun ein Pilotprojekt mit einem neuen System der Verkehrslenkung, das ihren Einsatzfahrzeugen auf der Eschholzstra├če im Notfall ein Vorrecht einr├Ąumt.

Dieses System hei├čt ÔÇ×Sitraffic StreamÔÇť und wurde in Freiburg von zwei Fach├Ąmtern f├╝r den ├Ârtlichen Bedarf optimiert. Bei einem Ortstermin haben es B├╝rgermeister Stefan Breiter, Ralf-J├Ârg Hohloch, Leiter des Amtes f├╝r Brand- und Katastrophenschutz (ABK), und Hans-Georg Herffs, der oberste Verkehrsplaner im Garten- und Tiefbauamt (GuT), heute vorgestellt.

Dabei betonte B├╝rgermeister Breiter: ÔÇ×Um einer Person in Notlage helfen zu k├Ânnen, ist allerh├Âchste Eile geboten. Da muss unsere Feuerwehr enge Hilfsfristen einhalten. Besonders bei Eins├Ątzen in Freiburgs Norden ist die verkehrliche Erreichbarkeit zunehmend schwieriger geworden. Nun soll Sitraffic unserer Feuerwehr in Zukunft helfen, die entscheidenden Minuten fr├╝her vor Ort zu sein.ÔÇť

Feuerwehr und Rettungsdienste sind rechtlich verpflichtet, Hilfsfristen mit einem definierten Zielerreichungsgrad einzuhalten. So gibt das Rettungsdienstgesetz des Landes Baden-W├╝rttemberg vor, dass sp├Ątestens 15 Minuten nach einem Notfall ein Rettungsmittel vor Ort sein muss. Das ist gerade in St├Ądten durch die Zunahme des motorisierten Verkehrs immer schwerer einzuhalten; auf der B 31 (H├Âhe Ganter) sind es durchschnittlich 55.000 Fahrzeuge pro Tag.


Mittels moderner Technik wirkt die Stadt Freiburg dem nun entgegen. Sogenannte Bevorrechtigungs-Systeme sind in der Lage, freie Fahrt f├╝r herannahende Einsatzfahrzeuge zu schaffen. Dazu f├╝hrt jedes Fahrzeug ein Zusatzger├Ąt mit sich: die On-Board Unit (OBU) mit integrierter GPS-Antenne zur satellitengesteuerten Ortung. Das GPS meldet die Position des Fahrzeugs auf 5 Meter genau an die Zentrale. Von dort aus werden alle Ampeln, denen es sich auf der Einsatzroute n├Ąhert, auf Gr├╝n geschaltet. Hat es die Kreuzung verlassen, meldet sich die OBU am n├Ąchsten Meldepunkt ab, und die Zentrale veranlasst das Umschalten der Ampel auf Normalbetrieb. In der Regel dauert der Eingriff in den Normalbetrieb weniger als eine Minute.

Neben dem wichtigen Zeitgewinn bietet die Sonderschaltung einen weiteren Vorteil: Einsatzfahrzeuge m├╝ssen nicht mehr rote Ampeln ├╝berfahren, w├Ąhrend die Ampeln f├╝r den querenden Verkehr auf Gr├╝n stehen. Dank ÔÇ×Sitraffic StreamÔÇť erhalten alle ├╝brigen Verkehrsstr├Âme, auch Stadtbahnen, ÔÇ×RotÔÇť angezeigt. Das erh├Âht die Sicherheit f├╝r alle Beteiligten, inklusive der Einsatzfahrzeuge.

Bereits im Jahr 2014 hat die Feuerwehr Freiburg in einem Pilotprojekt das System im Stadtverkehr getestet. Danach flo├čen die Ergebnisse in Fahrzeit-Simulationen ein ÔÇô und siehe da, das System brachte auf den ausgew├Ąhlten Strecken signifikante Verbesserungen. Also lie├čen das Amt f├╝r Brand- und Katastrophenschutz und die Abteilung Verkehrsplanung im Garten- und Tiefbauamt an der Hochschule f├╝r Technik und Wirtschaft Karlsruhe eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellen. Ein Student des Geo-Informationsmanagements sollte im Rahmen der Bachelorarbeit konkret pr├╝fen, ob ein Bevorrechtigungs-System an Ampeln die Leistungsf├Ąhigkeit der Freiburger Feuerwehr verbessern k├Ânne und ob es wirtschaftlich darstellbar w├Ąre.

Nun soll die Einf├╝hrung des Bevorrechtigungs-Systems bis 2022 ausgebaut werden. Dazu wurden entsprechende Gelder im Doppelhaushalt 2019/2020 vorbehaltlich der Genehmigung des Gemeinderats eingestellt.

Im Rahmen des Pilotprojekts wurden 2018 bereits die Anfahrtsrouten verkehrsplanerisch und einsatztaktisch begutachtet. Der Verkehrsleitrechner im GuT erhielt Systemkomponenten f├╝r das Bevorrechtigungs-System, die Steuerger├Ąte an den Ampeln wurden teilweise ausgetauscht und f├╝r das neue System umprogrammiert. In den Jahren 2019/20 soll mit den beantragten Haushaltsmitteln zun├Ąchst die n├Ârdliche Anfahrtsroute ausgebaut werden, 2021/22 k├Ânnte dann die ├Âstliche Anfahrtsroute folgen. Ob sich weitere Routen f├╝r das Bevorrechtigungs-System eignen, wird im Verlauf begutachtet.

F├╝r die Anfahrtsroute Nord, via Eschholz-, Hohenzollern-, Heiliggeist-, Friedhof-, Waldkircher und Z├Ąhringer Stra├če, m├╝ssen 19 Ampeln mit der entsprechenden Steuerungstechnik nachger├╝stet werden. Auf der Anfahrtsroute Ost, ├╝ber Ochsenbr├╝cke, Lessing-, Schiller-, Schwarzwald- und Hansjakobstra├če, sind es 16 Ampeln.

In der Pilotphase im ersten Halbjahr 2018 wurden auf der Nord-Route entlang der zentralen Achse Eschholzstra├če die Ampeln an den Kreuzungen zur Ferdinand-Weis-Stra├če, zur Engelbergerstra├če, zur Wannerstra├če und zur Lehener Stra├če mit dem Bevorrechtigungs-System ausgestattet. Gerade die Kreuzung Wannerstra├če bildet dank der Stadtbahn-Linien 1, 3, 4 und 5 einen Brennpunkt mit hohem Verbesserungspotential. Allerdings ist hier auch der gr├Â├čte Einrichtungsaufwand notwendig.

Bei der Auswahl der Strecken hat die Feuerwehr auch ber├╝cksichtigt, wie h├Ąufig sie einen Abschnitt f├╝r die Anfahrt zu Eins├Ątzen nutzt. Da von der Feuerwache in der Eschholzstra├če 118 ├╝ber die n├Ârdliche Eschholzstra├če (t├Ąglich rund 15.000 Fahrzeuge) auch die Universit├Ątsklinik und das neugestaltete G├╝terbahnhofareal angefahren werden, ist hier weiterhin mit vielen Einsatzfahrten zu rechnen. Das erleichtert die Analyse der tats├Ąchlichen Verbesserung.
 
Eintrag vom: 12.10.2018  




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