Prolixletter
Mittwoch, 20. Oktober 2021
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Freiburger Platz der Alten Synagoge
Dialogverfahren zu den Fundamentresten zwischen Stadt und den beiden j├╝dischen Gemeinden ist abgeschlossen

Dokumentations- und Informationszentrum ├╝ber den Nationalismus in Freiburg geplant

Fundamentreste der Alten Synagoge sollen im neuen Zentrum w├╝rdigen Platz finden

Die Dialogrunde der Stadtverwaltung mit den beiden j├╝dischen Gemeinden zum Umgang mit den Fundamentresten der Alten Synagoge ist abgeschlossen. Vorausgegangen waren unterschiedliche Erwartungshaltungen und kontroverse Diskussionen in der B├╝rgerschaft im Zusammenhang mit dem neu gestalteten Platz der Alten Synagoge mit dem Erinnerungsbrunnen. Von zahlreichen B├╝rgerinnen und B├╝rgern, der Presse und von den beiden j├╝dischen Gemeinden wurde Kritik an der Stadtverwaltung und ihrem Vorgehen beim Fund der Fundamentreste der Alten Synagoge ge├Ąu├čert.

Daraufhin hat die Verwaltung auf Initiative des Baudezernates im September 2017 einen extern moderierten Dialog zwischen der Stadt, der Israelitischen Gemeinde K.d.├Â.R. sowie der Liberalen J├╝dischen Gemeinde - Egalit├Ąren J├╝dischen Chawurah Gescher Freiburg e.V. ins Leben gerufen und erfolgreich gestaltet. Im April wurde dieses Verfahren nach insgesamt zehn Sitzungen mit gemeinsam unterzeichneten Ergebnissen und Empfehlungen abgeschlossen, die jetzt dem Gemeinderat am 10. Juli zur Entscheidung vorgelegt werden.


Wichtigstes Ergebnis des Moderationsverfahrens ist die wieder aufgenommene Idee eines zentralen Dokumentationsund Informationszentrums ├╝ber den Nationalsozialismus in Freiburg (NS-Doku- und Infozentrum). Diese Idee unterst├╝tzen beide j├╝dischen Gemeinden mit Nachdruck. Dort sollten m├Âglichst viele gut erhaltene Fundamentsteine der alten, 1938 zerst├Ârten Synagoge, in einem Mahnmal pr├Ąsentiert werden. Au├čerdem sollen die Namen der ermordeten J├╝dinnen und Juden in Freiburg in dem NS-Doku- und Infozentrum sichtbar gemacht werden. Bei der Erarbeitung eines detaillierten Konzepts werden die J├╝dischen Gemeinden weiter einbezogen. Den Grundsatzbeschluss f├╝r das NS-Doku- und Infozentrum soll der Gemeinderat noch vor der Sommerpause beschlie├čen. Demnach soll dieses bis Ende 2020 realisiert sein.

In dem achtmonatigen Dialog wurde auch festgehalten, dass die Idee eines erg├Ąnzenden Mahnmals auf dem Platz der Alten Synagoge nicht mehr verfolgt wird.

Au├čerdem sollen beide j├╝dischen Gemeinden jeweils ein Sandsteinmodell der Alten Synagoge erhalten, die die Stadt Freiburg finanzieren wird. Nachdem bereits w├Ąhrend der Dialogrunde provisorische Informationsstelen und das Gurs-Schild beim Synagogenbrunnen aufgestellt wurden, haben sich Stadtverwaltung und die beiden j├╝dischen Gemeinden darauf verst├Ąndigt, ein digitales Informationspanel, ├Ąhnlich jenem am Eingang des Freiburger M├╝nsters, zu installieren. Das Panel soll unter anderem Informationen ├╝ber die Geschichte der Synagoge, die Hintergr├╝nde der Zerst├Ârung, die Namen der Opfer und Informationen ├╝ber j├╝disches Leben in Freiburg beinhalten.

Kulturb├╝rgermeister Ulrich von Kirchbach ist sich sicher, dass die Empfehlungen und Ergebnisse dieses Dialogs die k├╝nftige Erinnerungskultur in Freiburg pr├Ągen werden. ÔÇ×Aktuell sind wir mitten in ├ťberlegungen, wie der Synagogenbrunnen noch st├Ąrker als Ort der Erinnerung in den Fokus der B├╝rgerinnen und B├╝rger ger├╝ckt werden kann und wie die Nutzung des Platzes der Alten Synagoge mit dem Brunnen k├╝nftig gehandhabt wird. Hier wird es noch weitere Ma├čnahmen geben, da wir aktuell feststellen m├╝ssen, dass unsere Bitte um einen respekt- und w├╝rdevollen Ort der Erinnerung nicht von allen respektiert wirdÔÇť.

Die Mitglieder des Dialogs einigten sich weiterhin, dass der Platz der Alten Synagoge, dessen Gestaltung auf einem breit angelegten Beteiligungsverfahren beruht, mit dem Brunnen kein Mahnmal oder Gedenkort im eigentlichen Sinne sein kann, sondern ein Ort der Erinnerung. Dies schlie├čt selbstverst├Ąndlich mit ein, dass an Gedenktagen, wie zum
Beispiel an j├╝dischen Feiertagen, dort Gedenkfeiern stattfinden k├Ânnen.

Und Baub├╝rgermeister Martin Haag bedankt sich bei den Mitgliedern des Dialogverfahrens f├╝r die offene, konstruktive und respektvolle Zusammenarbeit. ÔÇ×Das Verfahren hat gegenseitiges Vertrauen aufgebaut und so eine wesentliche Grundlage f├╝r das neue Dokumentations- und Informationszentrums gelegt.ÔÇť

ÔÇ×Deshalb, so Kulturb├╝rgermeister von Kirchbach, ÔÇ×habe ich mit dem k├╝nftigen Oberb├╝rgermeister der Stadt Freiburg Martin Horn abgestimmt, dass wir diesen Prozess unter Regie meines Dezernates fortf├╝hren, um im Dialog weitere Punkte, die uns verbinden, wie beispielsweise die Aufbereitung der Geschichte des Grundst├╝cks der Alten Synagoge, gemeinsam anzugehenÔÇť.
 
Eintrag vom: 30.06.2018  




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