Prolixletter
Sonntag, 28. November 2021
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Festakt am Freitag, 15. Juni (17 Uhr) im Kaisersaal des Historischen Kaufhauses
40 Jahre Partnerschaft zwischen Padua und Freiburg

Paduaner Delegation mit B├╝rgermeister Flavio Zanonato
kommt zum ?Markt der Partnerst├Ądte?

Flirt zwischen Freiburg und Padua erz├╝rnte in den Sechziger
Jahren die Tiroler Volksseele Innsbrucker B├╝rger

Zahlreiche Solarprojekte in den letzten Jahren zwischen
Freiburg und Padua: Erste Firmengr├╝ndung mit Freiburger
und Paduaner Unternehmen als Gesellschafter in der
Geschichte der Partnerschaften

Auf vierzig Jahre blickt die St├Ądtepartnerschaft zwischen dem
oberitalienischen Padua nahe Venedig und Freiburg zur├╝ck.
Am 30. September 1967 unterzeichneten Freiburgs Oberb├╝rgermeister
Eugen Keidel und sein Amtskollege aus Padua,
B├╝rgermeister Crescennte, in Freiburg die Partnerschaftsurkunde,
deren Original bis heute im Rathaus zu sehen ist. Wenige
Monate wiederholten beide Stadtoberh├Ąupter ihre Unterschriften
bei einer Feier in Padua. Anl├Ąsslich des 40j├Ąhrigen
Bestehens erwartet Freiburg in der kommenden Woche den
Besuch einer Delegation aus Padua mit B├╝rgermeister Flavio
Zanonato; der Partnerschaftsgeburtstag ist auch ├Ąu├čerer Anlass
f├╝r den ?Markt der Partnerst├Ądte? vom 14. bis 16. Juni auf
dem Rathausplatz.

F├╝r Freiburg war die Verbindung mit Padua nach Besancon
(1959) und Innsbruck (1963) die dritte St├Ądtepartnerschaft;
heute sind es neun St├Ądte in Europa, Asien und Amerika, deren
Wappen im Pflaster des Rathausplatzes eingelassen sind.
Die Anbahnung zwischen Padua und Freiburg geschah nicht
ohne diplomatische Verwickelungen. Bereits Ende der 50er
Jahre hatte Freiburg ├╝ber die italienische Botschaft F├╝hler
nach Italien ausgestreckt; unter anderem Pisa, Modena,
Brescia und Piacenza waren die Wunschkandidaten. F├╝r Gespr├Ąche
mit Padua entschied sich Freiburgs OB Keidel vor
allem wegen der historischen Verbindungen: Der erste Hochschullehrer f├╝r Medizin an der jungen Freiburger Universit├Ąt,
Bernhard von Horneck, war 1472 Rektor der damals bereits
ber├╝hmten Universit├Ąt Padua, die mit dem Gr├╝ndungsdatum
1221 zu den ├Ąltesten der Welt geh├Ârt. Im 16. Jahrhundert waren
mehrere Paduaner zum Studium nach Freiburg gekommen.
Deshalb hatte auch die Albert-Ludwigs-Universit├Ąt die
Wahl unterst├╝tzt. Zudem sind beide St├Ądte von der Gr├Â├če
(Padua z├Ąhlt heute 210.000 Einwohner) und als Universit├Ątsst├Ądte
(heute 60.000 Studierende in Padua) vergleichbar.

Nach einem ersten Briefwechsel 1963 erhob sich Protest aus
der ├Âsterreichischen Partnerschaft Innsbruck: Mehrere Innsbrucker
B├╝rger wandten sich emp├Ârt an das Freiburger Rathaus
und machten darauf aufmerksam, dass eine Partnerschaft
zwischen dem einst vorder├Âsterreichischen Freiburg
und dem oberitalienischen Padua die Tiroler Volksseele kochen
lasse ? damals war der Streit um S├╝dtirol ein ernstes
politisches Problem. Bei einem Besuch des damaligen Freiburger
Verkehrsdirektors und sp├Ąteren Stadtrats Philipp Ernst
versicherte Innsbruck B├╝rgermeister und Vizepr├Ąsident des
Rats der europ├Ąischen Gemeinden, Alois Lugger, dass die
Stadt Innsbruck keineswegs die Kritik teile, sondern ganz im
Gegenteil eine Verbindung begr├╝├če. Als bewusstes Zeichen
der Unterst├╝tzung nahm Alois Lugger gemeinsam mit dem
damaligen B├╝rgermeister von Besancon, Minjoz, am Freiburger
Festakt zur Unterzeichnung teil. Mit dabei war damals
auch der B├╝rgermeister von Nancy, P. Weber, der franz├Âsischen
Partnerstadt von Padua.

Dieses B├╝rgermeister-Treffen soll vierzig Jahre sp├Ąter eine
Neuauflage mit neuen Namen erfahren: Wenn am kommenden
Freitag (15.Juni) Oberb├╝rgermeister Dieter Salomon mit
B├╝rgermeister Flavio Zanonato an den Gr├╝ndungsakt ihrer
Vor-vorg├Ąnger erinnern, dann wird auch der heutige B├╝rgermeister
aus Besancon, Jean-Louis Fousseret nach Freiburg
kommen. Aus Innsbruck erwartet Freiburg in Vertretung der
B├╝rgermeisterin einen Stadtverordneten, und auch Paduas
franz├Âsische Partnerstadt Nancy will einen Vertreter nach
Freiburg entsenden.

Die Verbindung zwischen Freiburg und Padua hat gerade in
den letzten Jahren eine Belebung erfahren. 2001 vereinbarten
die Handwerkskammer Freiburg und die ?Handwerkliche Vereinigung? Padua eine Kooperation, aus der ein ?Technischer
Ausschuss Erneuerbare Energie? hervorgegangen ist. In ihm
arbeiten neben der Handwerkskammer und beiden St├Ądten
auch die IHK und die Innung Sanit├Ąr, Heizung und Klimatechnik
sowie die Partnerorganisationen auf italienischer Seite
zusammen.

Das Gremium gab den Ansto├č zur Gr├╝ndung der ?Italian Solar
Infocenter?. In dem Ausbildungszentrum, das nach Passivbauweise
in einem ├Ąlteren Geb├Ąude eingerichtet worden ist,
engagierten sich von Beginn an auch Vertreter der Freiburger
Solarszene, darunter die ?SolarMarkt AG?, die auf dem Demonstrationszentrum in Padua eine solarthermische Anlage
installiert hat. Das Solar Infocenter in Padua bildet unter anderem
Architekten und Baufachleute in neuen energetischen
Standards und in der praktischen Anwendung der Solartechnologie
aus. Zu den konkreten Projekten geh├Ârt die Totalsanierung
des Verwaltungsgeb├Ąude der ?Cassa Edile Artigiana
Veneta? (Kasse des Bauhandwerks) in Marghere bei Venedig,
deren Pr├Ąsident Sergio Benetello gleichzeitig Gr├╝nder des
?Italian Solar Infocenter? ist. Die 20-Kilowatt-Solaranlage f├╝r
das B├╝rogeb├Ąude lieferte die Freiburger Solarfabrik und wurde
von einer Freiburger Firma eingebaut. Das Thema Solarenergie
stand auch im Mittelpunkt der Freiburger Pr├Ąsentation
auf der gr├Â├čten italienischen Umweltmesse ?Sepolution? 2006
in Padua. Auf Einladung der Handwerkskammer Padua hielten
Freiburger Vertreter einen Fachvortrag auf dem italienischen
Handwerkertag in Rom im Juni 2006; auch auf einem
Kongress in der sizilianischen Stadt Enna referierten Solarexperten
aus dem Breisgau.

Zu einem wichtigen Baustein haben sich die Fortbildungskurse
f├╝r angehende Handwerker aus Padua und Umgebung in
der Freiburger Gewerbeakademie entwickelt. Die Teilnehmer
der jeweils einw├Âchigen Kurse lernen dabei den Umgang mit
neuesten Solar-Techniken. Seit Januar 2007 finden vergleichbare
Ausbildungsg├Ąnge auch in Padua statt.

Die Solar-Kooperation gab auch die Initialz├╝ndung zur ersten
Firmengr├╝ndung zwischen Gesellschaftern aus den Partnerst├Ądten.
Im M├Ąrz diesen Jahres riefen die Freiburger ?Solar-
Markt-AG? als eines der gr├Â├čten deutschen Fachunternehmen
f├╝r Photovoltaik-Anlagen und die ?Italian Solar Infocenter
S.r.L.? mit Sitz in Padua die gemeinsame italienische Tochter
?SolarMarkt Italien S.r.L.? Padua ins Leben, die sich in Italien
am Markt solartechnischer Anlagen und Komponenten sowie
photovoltaischer Anlagen engagieren wird. Padua will sich
damit nach Freiburger Vorbild als f├╝hrendes italienisches
Zentrum f├╝r die praktische Solar-Anwendung positionieren.
 
Eintrag vom: 05.06.2007 Autor: Presse- u. ├ľffentlichkeitsreferat Stadt Freiburg




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