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Samstag, 6. Juni 2026
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Öko plus

Freiburg: Mehr Platz für Fahrräder
Neuen Radabstellanlage (c) Stadt Freiburg
 
Freiburg: Mehr Platz für Fahrräder
66 neue Abstellplätze am Hauptbahnhof

Am Hauptbahnhof gibt es jetzt 66 zusätzliche Fahrradabstellplätze. Das Garten- und Tiefbauamt hat die Abstellanlage in der Kleinen Bismarckallee östlich des Hauptbahnhofs erweitert. Die neuen Fahrradbügel befinden sich direkt am Eingang zur Unterführung.

Rund um den Bahnhof gibt es viele Möglichkeiten das Fahrrad abzustellen. Doch der Bedarf ist groß – und nicht immer gibt es für alle Räder einen sicheren Platz. Mit den neuen Bügeln will die Verwaltung den Parkdruck mindern und damit auch das Fahrrad als Zubringer zum Hauptbahnhof stärken. Weitere neue Radabstellmöglichkeiten westlich des Hauptbahnhofes sind derzeit in Planung.

Neben den Radabstellplätzen hat das Amt zwei neue Bäume gepflanzt, welche künftig Schatten spenden. Außerdem wurden die bisher direkt neben den Treppen stehenden Altglascontainer an einen städtebaulich verträglicheren Platz an der Kleinen Bismarckallee versetzt. Im neuen Jahr wird die Freiburger Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) an der Rückwand des zurückgebauten Aufzugs an der Bahnhofstreppe noch einen Bildschirm mit Hinweisen zu städtischen Veranstaltungen installieren.
 
 

 
Freiburg: Viel mehr als eine Sanierung
Umbau der Elsässer Straße in Landwasser abgeschlossen

40 neue Bäume und mehr Platz für den Fuß- und Radverkehr

In den vergangenen neun Monaten hat das Garten- und Tiefbauamt (GuT) die Elsässer Straße zwischen den beiden Einmündungen der Wirthstraße saniert. Bei dieser Gelegenheit hat das Amt die Straße neu eingeteilt und grundlegend zugunsten von Fuß- und Radverkehr umgebaut. Pünktlich vor Weihnachten sind die Arbeiten im Zeit- und Kostenplan abgeschlossen.

Oberbürgermeister Martin Horn sagte beim Termin vor Ort: „Viele Menschen in Landwasser haben sich seit Jahren eine freundlichere Elsässer Straße gewünscht. Heute können wir sagen: Das haben wir geschafft. Die Straße ist jetzt ein Ort, an dem sich alle sicher und wohl fühlen können, egal ob zu Fuß, mit dem Rad, dem Auto oder dem Rollstuhl.“

Baubürgermeister Martin Haag ergänzte: „Mit Projekten wie der Elsässer Straße gestalten wir die Stadt von morgen. Wir schaffen mehr Platz für Menschen, wir machen Mobilität sicherer, wir entsiegeln und pflanzen neue Bäume. So entstehen Stadtteile, in denen die Bürger*innen gern unterwegs sind. Mein besonderer Dank gilt den Anwohner*innen, die die Bauzeit mit Geduld begleitet haben. Dieser Umbau ist ein Gewinn für Landwasser.“

Wer heute durch die Elsässer Straße geht, erkennt sie kaum wieder. Das GuT hat die überdimensionierten Fahrbahnen der Elsässer Straße im Zuge der Sanierung zurückgebaut. Dafür hat das Amt bislang fehlende Gehwege angelegt und die Radwege deutlich verbreitert. Die Geh- und Radwege haben nun in weiten Teilen eine Breite von 4 bis 4,5 Metern. Alle Gehwege sind mit Rollstuhlüberfahrtsteinen und einem Blindenleitsystem ausgestattet.

Auch die Bushaltestelle „Diakoniekrankenhaus“ auf Höhe der Einmündung Wirthstraße Süd ist jetzt barrierefrei und alle Kreuzungen im Sanierungsbereich sind mit einem Blindenleitsystem und Rollstuhlüberfahrtssteinen ausgestattet. So ist die Straße jetzt für alle Verkehrsteilnehmer*innen attraktiver und sicherer. Außerdem wurde auf Höhe der Einmündung Auwaldstraße Süd der zu steile und daher nicht barrierefreie Fußgängersteg aus dem Jahr 1973 abgerissen. Stattdessen gibt es dort nun eine barrierefreie Kreuzung mit Ampeln. Eine bessere Lösung an dieser Stelle wurde schon seit vielen Jahren aus Politik und Bürgerschaft des Stadtteils Landwasser gefordert.

Die Umgestaltung kommt aber nicht nur den Fußgänger*innen und Radfahrer*innen zugute – insgesamt pflanzt das GuT rund 40 neue Bäume in neu angelegten Grünflächen zwischen der Fahrbahn und den neuen Geh- und Radwegen. Insgesamt hat das Amt rund 900 Quadratmeter Asphaltfläche entsiegelt.

Die Straßenbauarbeiten des GuT haben rund 2,9 Millionen Euro gekostet und werden vom Land Baden-Württemberg mit rund 90 Prozent gefördert. Das Projekt war das erste in Baden-Württemberg, das aufgrund eines Klimamobilitätsplans mit einem Klimabonus unterstützt wurde. Parallel zu den Bauarbeiten des GuT hat die VAG die Gleise der Linie 1 umfangreich erneuert und die Stadtbahnhaltestellen barrierefrei umgebaut.

Das Garten- und Tiefbauamt bedankt sich bei allen Verkehrsteilnehmer*innen für das Verständnis während der Bauzeit. Im Frühjahr 2026 stehen nochmals Bauarbeiten am nördlichen Knotenpunkt Wirthstraße/Auwaldstraße an. Auch dort sind Verbesserungen für den Fuß- und Radverkehr geplant.
 
 

Zölli Basel: Nachzuchten aller Pinguinarten
Königspinguin © Zoo Basel
 
Zölli Basel: Nachzuchten aller Pinguinarten
Im Jahr 2025 wurden im Zoo Basel bei allen drei gehaltenen Pinguinarten erfolgreich Jungtiere aufgezogen. Im Vivarium zogen die Eselspinguine (Pygoscelis papua) ein Jungtier und die Königspinguine (Aptenodytes patagonicus) zwei Küken auf. Bei den Brillenpinguinen (Spheniscus demersus) im Sautergarten sind derzeit vier Jungtiere des Jahrgangs 2025 zu beobachten. Obwohl Brut und Aufzucht bei den drei Pinguinarten in vielen Punkten ähnlich verlaufen, zeigen sich in einzelnen Phasen deutliche Unterschiede.

Die Pinguinnachzuchten im Zoo Basel sind in diesem Jahr über mehrere Monate verteilt geschlüpft. Den Anfang machten die Brillenpinguine (Spheniscus demersus) im Sautergarten: Die ersten beiden Küken schlüpften bereits im Mai. Im Juli folgte das Eselspinguinküken (Pygoscelis papua), im August kamen zwei Königspinguine (Aptenodytes patagonicus) hinzu und im September schlüpften nochmals zwei Brillenpinguine. Die vier jungen Brillenpinguine sind noch gut an ihrem Jugendgefieder zu erkennen. Sie haben ihre Bruthöhlen bereits verlassen und sind nun gemeinsam mit der Gruppe unterwegs. Der junge Eselspinguin ist etwas schwieriger zu entdecken, während die beiden jungen Königspinguine mit ihrem braunen Daunenkleid sofort ins Auge fallen.

Unterschiedliche Gelege
Die Unterschiede bei der Brut der drei Pinguinarten im Zolli zeigen sich bei der Grösse des Geleges. Während Esels- und Brillenpinguine normalerweise zwei Eier pro Gelege legen, ist es beim Königspinguin stets nur ein Ei. Dies hängt mit dem jeweiligen Brutplatz zusammen. Esels- und Brillenpinguine bauen Nester – die Brillenpinguine hauptsächlich aus pflanzlichem Material wie Zweigen und Gräsern, die Eselspinguine zusätzlich mit zahlreichen Steinen. Königspinguine hingegen brüten ihr Ei unter der Bauchfalte auf ihren Füssen aus.

Gemeinsame Brut
Bei allen drei Pinguinarten beteiligen sich beide Elternteile an der Brut, der sogenannten Inkubation. Allerdings unterscheiden sich die Arten darin, wie häufig sie sich beim Brüten abwechseln. Brillenpinguine wechseln sich in der Regel häufig ab, Königspinguine hingegen eher selten. Auch die Dauer der Inkubation variiert: Während Brillen- und Eselspinguine etwa fünf Wochen lang brüten, dauert es bei den Königspinguinen rund acht Wochen, bis die Küken schlüpfen.

Aufzucht
Die Dauer der Kükenaufzucht variiert je nach Pinguinart. Während die Jungtiere der Esels- und Brillenpinguine nach etwa zehn bis zwölf Wochen ihr erstes wasserabweisendes Gefieder tragen, dauert es bei den Königspinguinen ganze zehn bis dreizehn Monate, bis sie ihr Daunenkleid ablegen. Erst mit diesem Gefieder können die Pinguine ins Wasser und eigenständig nach Nahrung jagen. Königspinguine müssen ihre Küken also deutlich länger versorgen. Entsprechend können die meisten Paare nicht jedes Jahr ein Jungtier aufziehen.

Die drei im Vivarium gehaltenen Jungtiere der Königs- und Eselspinguine sind bereits ab und zu beim täglichen Pinguinspaziergang zu beobachten. Dieser findet von November bis Februar in der Regel täglich statt, sofern die Aussentemperatur um 10 °C beträgt. Der Spaziergang startet gegen 11.00 Uhr bei der Vivariumsbrücke. In diesem Zusammenhang weist der Zolli auf die Verhaltensregeln für den Pinguinspaziergang hin. Der Zoo Basel informierte am 5. November 2025 (Pinguinspaziergang: Seit 50 Jahren ein Publikumsmagnet).
 
 

 
Oh Tannenbaum: Fällung einer Nordmanntanne im Stadtgarten Freiburg
Auch wenn schon ganz schön weihnachtet, und alle damit beschäftigt sind, Weihnachtsbäume aufzustellen, muss eine Tanne im Stadtgarten leider weichen. Das Garten- und Tiefbauamt muss das recht große Exemplar kurzfristig fällen, da der Baum nicht mehr sicher steht. Als Weihnachtsbaum ist die Tanne nicht geeignet, da sie bereits Nadeln verliert.

Die Fällarbeiten finden Mitte kommender Woche statt. Währenddessen sperrt das Amt Wege innerhalb des Parks.
 
 

 
VAG-Info zur Linie 27
Umleitung wegen Bauarbeiten des Radschnellwegs

Der zweite Bauabschnitt für die Straßenarbeiten des Radschnellwegs durch Herdern beginnt: Vom 12. Dezember 2025 bis 29. Januar 2026 ist die Kreuzung im Bereich Stadtstraße/Hochmeisterstraße gesperrt.

Das betrifft wie auch beim ersten Bauabschnitt die Linie 27. Die Haltestelle Hochmeisterstraße entfällt in beide Fahrtrichtungen ersatzlos. Die Haltestelle Stadtgarten wird mit Ende des ersten Bauabschnitts wieder in beide Richtungen angefahren.

Die Arbeiten am Radschnellweg dauern voraussichtlich bis Ende Juni 2026. Über Fahrplanänderungen der weiteren Bauabschnitte werden wir rechtzeitig informieren.
 
 

 
Weniger Papier und Aufwand, unkomplizierte digitale Alternativen
Kein Versand von Abfallkalendern mehr
Sperrmüllkarte geht in den Ruhestand

Freiburg, 11.12.2025. Seit gut zwei Jahrzehnten landet der Abfallkalender der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF) zum Jahreswechsel in jedem Freiburger Briefkasten. Darin finden sich alle wichtigen Informationen und Termine rund um die Abfallentsorgung. Seit 2023 gibt es für alle Privathaushalte und Gewerbebetriebe sogar einen doppelseitigen, straßenindividuellen Abfallkalender. Gleichzeitig wurde eine personalisierte Sperrmüllkarte an alle Haushalte verschickt – beides in einem gemeinsamen Brief. Nun steht eine große Änderung an: Zum Jahresende stellt die Stadt auf ein vollständig digitales Angebot um – eine gedruckte Alternative gibt es aber weiterhin.

Alle Informationen gibt es auch online – über die Website der ASF sowie über die Abfall-App. Der straßenindividuelle Abfallkalender für 2026 steht ab sofort zum Download unter abfallwirtschaft-freiburg.de (Private Haushalte > Abfuhrtermine) sowie über die kostenlose Abfall-App zur Verfügung. Die Sperrmüllkarte wird für 2026 nicht mehr produziert, da sie für die Sperrmüllentsorgung nicht mehr benötigt wird. Stattdessen kann der Sperrmüll inklusive Terminwahl bequem online über die App oder die Webseite beantragt werden. Bei Rückfragen zur Sperrmüllanmeldung kann die ASF auch telefonisch unter 0761/76707 172 kontaktiert werden. Selbstanlieferungen sind weiterhin am Umschlag- und Verwertungszentrum mit gültigem Personalausweis und aktuellem Abfallgebührenbescheid möglich – ganz ohne Sperrmüllkarte.

Über 80 Prozent aller Anmeldungen erfolgen bereit über die Website oder die App. Das zeigt: Die Freiburger*innen nutzen zum Großteil bereits das digitale Angebot. Die Verwaltung hat die Entscheidung aus ökologischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Gründen getroffen.

Für Bürger*innen, die eine nicht-digitale Lösung bevorzugen, gibt es weiterhin einen gedruckten Kalender mit allen Abholterminen für sämtliche Freiburger Straßen. Dieser wird ab dem 15. Dezember an öffentlichen Stellen wie den Ortsverwaltungen, dem Rathaus in der Innenstadt und im Rathaus im Stühlinger (RiS) sowie bei der ASF-Verwaltung und auf den Recyclinghöfen herausgegeben. Der Kalender informiert zudem über bevorstehende feiertagsbedingte Abfuhrverschiebungen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, Sperrmüll formlos per E-Mail an sperrmuell@abfallwirtschaft-freiburg.de oder per Briefpost anzumelden.

Die Abfall-App steht im Google Play Store und im App Store unter dem Namen „ASF-Abfall-App“ kostenfrei zum Download bereit. Sie bietet eine komfortable Erinnerungsfunktion für Abfuhrtermine und ist stets tagesaktuell. Dort sind auch Informationen über richtige Abfalltrennung, Entsorgungswege und weitere Entwicklungen rund um das Thema Abfall zu finden.
 
 

AKW Wyhl-Plakate & Regionalkultur: Das politische & ökologische Plakat
Badisches Landesmuseum: Wyhl – Protestplakate der Umweltbewegung am Oberrhein
 
AKW Wyhl-Plakate & Regionalkultur: Das politische & ökologische Plakat
Das Plakat war und ist eine von vielen Möglichkeiten kritische, politische und ökologische Inhalte zu transportieren. Politische Plakate waren historisch ein wichtiges Massenkommunikationsmittel, das zur Mobilisierung und politischen Auseinandersetzung diente. Gerade auch im Zusammenhang mit dem geplanten und verhinderten AKW Wyhl ist eine unglaublich kreative Vielzahl von Plakaten entstanden.

Ein politisches Plakat ist manchmal auch ein Schrei, denn Betroffenheit, Zorn, Trauer und Wut sind häufig auch Motive, Plakate zu entwerfen, zu drucken und zu plakatieren. Und darum gehören in eine Wyhler Plakatsammlung auch die plakativen Klischees, der städtisch-idealisierte „knollennasige Kaiserstühler Bauer“ und der „böse, knüppelschwingende” Polizist. Wer wütend ist, übertreibt plakativ. Der Inhalt sollte sich den Menschen im Handumdrehen erschließen. Bild und Wort sollten, wenn möglich, eine Einheit bilden. Wyhl-Plakate sollten inhaltlich informieren und für Anti-Atom-Demos, Aktionen und Veranstaltungen der Volkshochschule Wyhler Wald werben. Meinung sollte gebildet, Handeln beeinflusst, Nachrichten und Informationen verbreitet werden.

Auf dem „frisch besetzten“ Platz im September 1974 im Wyhler Wald lag ein Stapel Plakate, verbunden mit der Bitte diese weiterzuverbreiten. Als junger Besetzer habe ich mich bedient, mir einen Tacker angeschafft und begonnen, Plakate an Kaiserstühler Hoftoren zu befestigen. Im Laufe des Wyhl-Protestes wurden tausende Schriftplakate, Bildplakate und Schrift-Bild-Plakate getackert und geklebt. Von mir wurde sicher mindestens ein Kilo Tacker-Munition „verschossen“ und ich kannte viele der Hoftorbesitzer, die alle gegen Atomkraft waren.

Von jedem Plakat habe ich einige Exemplare aufgehoben. In diesen frühen Anfängen 1974 liegen die Wurzeln einer umfangreichen Plakatsammlung, die weit über Wyhl-Plakate hinausgeht. Zwischenzeitlich liegt von jedem Plakat-Motiv (1466 unterschiedliche Plakate) und von jedem Aufkleber ( 835 unterschiedliche Aufkleber) zumindest ein Exemplar im Archiv des Badischen Landesmuseums, aber auch die Archive des Haus der Geschichte in Baden-Württemberg, der Bürgerinitiativen in Weisweil, das Heimatmuseum in Wyhl, das Archiv Soziale Bewegung und das Archiv Deutsches Atomerbe wurden beliefert. Im Deutschen Historischen Museum in Berlin hängt das berühmte „Nai hämmer gsait“ Plakat in der Dauerausstellung und in manchen Ausstellungen zu „500 Jahren Bauernkrieg“ im Jahr 1995 waren Wyhl-Plakate mit Bauernkriegsbezug zu sehen.

Das Motiv „HEUTE TANNEN -MORGEN WIR“ zeigt den Übergang von der Anti-Atom-Bewegung zum Kampf gegen das Waldsterben 1.0. Um das Fessenheim-Plakat „Darum Katastrophenschutzplan“ wurde viel diskutiert. Viele Aktive wollten die sofortige Abschaltung und keinen Katastrophenschutz. Das grafisch hervorragende Plakat erschien politisch zu defensiv. Es gab frühe, schlichte Schablonenmotive, es gab die inhaltlich wichtigen „Erklärungen der Bürgerinitiativen“ und Plakate im Stil chinesischer Wandzeitungen. Das Landtagswahlplakat von Herrn Dr. Schött brachte den BI-Aktiven und Endinger Apotheker lange vor der Gründung der GRÜNEN in den Landtag, obwohl kein Partei-Logo darauf zu sehen ist. Die alten Wyhl-Plakate sind heute Teil der Regionalkultur und Regionalgeschichte und sie sind, was damals niemand gedacht hätte, „museumswürdig“.

Das ikonische "Nai hämmer gsait" Motiv war anfangs durchaus umstritten.
Als Plakatidee hat Hubert Hoffmann den Satz eines elsässischen Marckolsheim-Transparents (Jetzt awer langts. Nai hanmer g`sait) aufgegriffen. Mein Freund Hubert war in der Zeit der Wyhl-Proteste ein viel beschäftigter, nie bezahlter Hobbygrafiker der Bürgerinitiativen und der Umweltbewegung. Auf vielen der alten Wyhl-, Fessenheim-, Waldsterben- und Dreyecklandplakaten findet sich irgendwo versteckt ein kleines Schneckensymol, das Zeichen, dass die Grafik von Hubert Hoffmann stammt. Von ihm kam die Idee des ersten NAI-Plakats und ich erinnere mich noch, wie schwierig es für mich war, die erste Ablehnung in den BI’s für das Motiv zu überwinden und endlich in Druck zu gehen. Es war damals nicht anders als heute: Ein Plakatmotiv, drei Leute, vier Meinungen und viel Kritik … Später wurde das anfänglich umstrittene und teilweise sogar abgelehnte Motiv zu dem Symbol des erfolgreichen Widerstands gegen das Atomkraftwerk Wyhl und heute ziert es im Wyhler Wald den Gedenkstein der Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen.

Vom Plakat zum Aufkleber
Längliche gelbe Plakate der Bewegung gegen das Waldsterben 1.0 waren zum Tackern an absterbenden Bäumen und für Telegraphenmasten gedacht. Die Nutzung bestimmt das Format. Große Plakate sind schnell „aus der Mode“ gekommen. Die alten, vernarbten Kaiserstühler Hoftore wurden weniger oder aufgehübscht. Die Möglichkeiten große Plakate zu befestigen, wurden weniger. Zuerst führte das dazu, dass die Drucke kleinformatiger wurden, dann kam der "Spucki" (ein Papieraufkleber, der von hinten befeuchtet werden musste) und heute ist häufig der politische Aufkleber an die Stelle des Plakates getreten.

Dennoch gibt es auch heute noch politische Plakate und Umwelt-Plakate, zum Beispiel als Werbung für Fridays for Future Demos. Durch die Möglichkeiten des Internets und durch Bildbearbeitungsprogramme sind allerdings die künstlerischen Einflüsse bei der Motiv-Gestaltung leider geringer geworden. Eine sehr persönliche Variante und Fortsetzung der alten Idee sind die Mitwelt-Kleinanzeigen.

Das politische und ökologische Plakat ist heute größtenteils aus der Öffentlichkeit verschwunden und ins Internet gewandert. Es war einmal ein Teil des öffentlichen Meinungsstreits und wichtiger Bestandteil der politischen Kultur. Mal schauen, was kommt.

Axel Mayer, ehemaliger Bauplatzbesetzer und Plakatierer in Wyhl, Mitwelt Stiftung Oberrhein
(mit einem herzlichen Dank an die Frauen und Männer, die Plakate für Demokratie, Umwelt und Frieden entworfen, finanziert, gedruckt und plakatiert haben und auch an die, die dies heute noch tun)

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Lebensraum «Korallenriff» im Zoo Basel komplettiert
Lebensraum «Korallenriff» im Zoo Basel © Zoo Basel
 
Lebensraum «Korallenriff» im Zoo Basel komplettiert
In den letzten Jahren wurden die beiden Schaubecken 25 und 27 im Vivarium des Zoo Basel umgebaut. Sie ergänzen die Schaubecken 21 und 23 und zeigen weitere Lebensräume aus dem Korallenriff. Seit ein paar Monaten sind sie nun wieder in Betrieb, doch Veränderung gehört bei der Entwicklung solcher Becken zum Alltag. Mit den Korallenriff-Becken will der Zolli seine Gäste für diese durch Übernutzung und Klimawandel bedrohten Lebensräume sensibilisieren. Mit den Einnahmen aus dem freiwilligen Naturschutzfranken unterstützt er zudem ein Korallen-Wiederaufforstungsprojekt auf Sansibar.

Die Schaubecken 25 und 27 waren die letzten beiden Becken des aquaristischen Teils des Vivariums, die seit dessen Eröffnung 1972 nicht grundlegend renoviert wurden. Dies wurde in den vergangenen Jahren nachgeholt: Die Grundmauern wurden saniert, die Scheibe wurde ausgetauscht, die gesamte Dekoration ersetzt und die komplette Technik erneuert. Die Becken gehören zum Bereich der Tropischen Meere im Vivarium und widmen sich dort dem Thema «Korallenriff».

Für jedes Riff ein Becken
Schon im Schaubecken 21 sind Korallenfische zu sehen; jedoch hauptsächlich solche, die Korallen fressen. In den anderen Becken wurde daher Wert daraufgelegt, sowohl Korallen als auch Fische zu zeigen. Das schon vor Jahren fertig gestellte Schaubecken 23 zeigt den Bereich des Innenriffs; die der Küste zugewandte und vom Wellengang verschonte Seite. Das neue Schaubecken 25 ist dem Riffdach gewidmet; dem höchsten Punkt des Korallenriffs, der das Innenriff vom Aussenriff trennt. Entsprechend ist das Aussenriff, das dem offenen pelagischen Ozean zugewandt ist, in Schaubecken 27 dargestellt.

Tägliche Arbeit erforderlich
Ähnlich wie bei einem echten Korallenriff gehört Veränderung in den Schaubecken zum täglichen Leben. Die Felsen werden zunächst von sogenannten Pionierarten besiedelt. Diese werden im Laufe der Zeit von anderen Arten verdrängt und ersetzt. Speziell im Schaubecken 25 werden typische Pionierarten herangezogen, die ins Schaubecken 27 umgesetzt werden, sobald sie eine gewisse Grösse erreicht haben. Dazu zählen die Schalenkoralle (Montipora foliosa), die Griffelkoralle (Stylophora pistillata), die Blumenkohl-Steinkoralle (Pocillopora damicornis) oder die Nadelkoralle (Seriatopora caliendrum). Erst mit der Zeit werden Tischkorallen (Acropora hyacinthus) oder Erdbeerkuchenkorallen (Acropora microcladus) ins Schaubecken 25 eingesetzt. Diese etwas empfindlicheren Arten bilden die für das Riffdach charakteristische Tischform aus. Das eigentliche Riff wird vor allem von Stein- und Hornkorallen gebildet. Mit der Gelappten Lederkoralle (Sinularia brassica), dem Kenya-Bäumchen (Capnella imbricata), der Pilzlederkoralle (Sarcophyton elegans) oder der Meerhand (Alcyonium sp.) leben aber auch Weichkorallen im Riff. Zusätzliche Wirbellose wie Schnecken, Muscheln, Putzergarnelen, Krabben, Seeigel und Schlangensterne reinigen das Riff insbesondere von Algen. Vervollständigt wird das Riff durch die Fische. Während im Schaubecken 27 im Wesentlichen verschiedene Doktorfische und der Traum-Kaiserfisch (Pomacanthus navarchus) unterwegs sind, leben im Schaubecken 25 auch Lippfische und Zwergkaiserfische. Die Gelbrücken-Fahnenbarsche (Pseudanthias evansi) kommen stets im Schwarm vor, während der Halfterfisch (Zanclus cornutus) als Einzelgänger unterwegs ist.

Biodiversitäts-Hotspot «Korallenriff»
In Korallenriffen ist die Artenvielfalt besonders hoch und divers. Deswegen gelten sie als sogenannte «Hotspots der Biodiversität», die in den Bemühungen gegen die Verarmung der Meeresfauna eine entscheidende Rolle spielen. Auch im Vivarium sind die Schaubecken 25 und 27 die Becken mit dem artenreichsten Besatz: Im Schaubecken 25 leben derzeit 75 Tierarten (7 Fischarten, 56 Korallenarten und 12 Wirbellose). Im Schaubecken 27 sind es deren 35 (5 Fischarten, 22 Korallenarten und 8 Wirbellose).

Auch in der Natur aktiv
Zusammen mit der Organisation marinecultures.org engagiert sich der Zolli seit 2015 für den Schutz mariner Ökosysteme auf Sansibar. Die Organisation hat erfolgreich nachhaltige Schwammzuchten aufgebaut und umfangreiche Erfahrungen in der Wiederaufforstung von Korallenriffen gesammelt. Bisher setzte sie dabei auf die etablierte Methode der asexuellen Korallenreproduktion durch Fragmentierung. Nun startet marinecultures.org ein neues Korallenprojekt. Zum ersten Mal in der Region des Westindischen Ozeans soll in Jambiani die sexuelle Korallenreproduktion erforscht und implementiert werden. Ziel ist es, die genetische Vielfalt der Korallen zu erhöhen und dadurch geschädigte Riffe langfristig widerstandsfähiger gegen die Auswirkungen des Klimawandels zu machen. In Jambiani entsteht dafür ein kostengünstiges, wartungsarmes Labor, in dem gesammelte Eizellen mit Samenzellen befruchtet und zu Larven herangezogen werden. Anschliessend wachsen die Larven auf geeigneten Substraten zu jungen Korallen heran.

Zentrum für Forschung, Aus- und Umweltbildung
Das Labor bildet das Herzstück eines Forschungs-, Ausbildungs- und Informationszentrums, das derzeit im Aufbau ist. Ein begleitendes Informationsangebot soll sowohl der lokalen Bevölkerung als auch dem Tourismus die Bedeutung gesunder Korallenriffe näherbringen und das Bewusstsein für den Schutz mariner Ökosysteme stärken. Zudem soll die neue Methode über Ausbildungsprogramme, die marinecultures.org anbietet, in die gesamte Region des Westindischen Ozeans getragen werden, sodass lokale Organisationen künftig selbst davon profitieren und eigene Korallenrestaurationsprojekte mit der neuen Methode betreiben können.

Ein Franken für den Naturschutz
Neben dem Korallenprojekt von marinecultures.org unterstützt der Zoo Basel eine Vielzahl von Projekten zum Erhalt bedrohter Arten und ihrer Lebensräume. Die dafür eingesetzten Mittel stammen von den Zoo-Besucherinnen und -Besuchern. Beim Kauf des Eintrittstickets können sie freiwillig einen Franken zugunsten des Natur- und Artenschutzes spenden. Der Zoo Basel wählt die Projekte sorgfältig aus, begleitet deren Entwicklung und informiert die Öffentlichkeit regelmässig über Fortschritte und Ergebnisse.
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